18. Becker, Gerhard

Becker II.

5. Generation
18.                 Becker, Friedrich August Gerhard
Sohn von Georg Wilhelm Becker, Kaufmann in Hannover, und Christine Charlotte geb. Flügge
Guts- und Brennereibesitzer, Oekonomierat in Uelzen. Mitbegründer und Aufsichtsratsvorsitzender der Zuckerfabrik Uelzen AG.
geb. Hannover 17.02.1835;   get. Hannover 01.05.1835 (Neustädter Kirche)
gest. Uelzen 24.03.1916;       begr. Uelzen 28.03.1916
verh. Uelzen 10.11.1868 (St.Marien) mit:
19.                   Keitel, Emilie Adelaide Dorothea Elise (Elisabeth)
Tochter des Johann Christian August Keitel, Kaufmann in Uelzen, u.s. Ehefrau Marie Elisabeth Christiane Margarethe Praesent.
geb. Uelzen 13.01.1847;  get. Uelzen 02.03.1847 (St.Marien)
gest. Uelzen 14.10.1922;  begr. Uelzen 17.10.1922

Elisabeth Becker, geb. Keitel

Elisabeth Becker, geb. Keitel

Gerhard Becker - Uelzen

Gerhard Becker – Uelzen

 

Wohnhaus Gudesstraße in Uelzen - vor dem Kriege

Wohnhaus Gudesstraße in Uelzen – vor dem Kriege

Gerhard Becker - bei der Rückkehr vom Hof in Veerssen
Gerhard Becker – bei der Rückkehr vom Hof in Veerssen

 

 

 

 

 

 

 

 

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8 Kinder
1) Becker, Franziska Louise Christine Elise Else
geb. Uelzen 18.08.1869; get. Uelzen 13.10.1869;
gest. Bad Wildungen 05.04.1956; begr. Uelzen 11.04.1956
verh. Uelzen 12.03.1891
Schmidt, Louis (Ludwig) Carl Jakob; Landgerichts-Präsident;
geb. Hannover 24.01.1860; get. Hannover 09.04.1860;
gest. Breslau 06.11.1915; begr. Uelzen 11.11.1915

2) Becker, Christel August Hartwig Georg; Landwirt;
geb. Uelzen 26.07.1870;  get. Uelzen 13.09.1870;
gest. Hannover 25.08.1942; begr. Uelzen 28.08.1942
verh. Bündtken, Ostpr. 02.10.1900
Stoppel, Helene
geb. Bündtken 20.06.1872; get. Saalfeld, Ostpr. 31.07.1872;
gest. Hannover 22.01.1935; begr. Uelzen 26.01.1935

3) Becker, Anna Auguste Mathilde Catharine
geb. Uelzen 23.12.1872;  get. Uelzen, St.Marien 17.02.1873;
gest. Uelzen 24.07.1873; begr. Uelzen 27.07.1873

18.3. Becker, Anna Auguste Mathilde Katharine – geb Uelzen 1872

18.3. Becker, Anna Auguste Mathilde Katharine – gest. Uelzen 1873

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4) Becker, Elisabeth Charlotte Agneta Frida
geb. Uelzen 14.06.1875; get. Uelzen, (St.Marien) 11.08.1875;
gest. Hannover, Kleefeld 10.05.1965; begr. Hannover, Engesohder Friedhof 14.05.1965
verh. Uelzen 15.04.1903
Becker I., Carl Ellen Rolf; Ökonomierat; Landwirt;
geb. Göttingen 20.04.1864; get. Göttingen, (St.Albani) 10.05.1864;
gest. Hannover, Kleefeld 15.12.1945;   begr. Hannover, Engesohder Friedhof 20.12.1945

5) Becker, Theodor
geb. Uelzen 02.11.1877;  ungetauft ; gest. Uelzen 07.11.1877; begr. Uelzen 10.11.1877

6) Becker, Betty Marie Louise Gertrud Carla
geb. Uelzen 15.08.1879; get. Uelzen, St.Marien 26.09.1879;
gest. Düsseldorf -  Benrath 18.04.1963; begr. Lüneburg 22.04.1963
verh. Uelzen 07.10.1902
von Kusserow, Ludwig Ferdinand Adolph; Regierungs-Vicepräsident;
geb. Blankenburg, Harz 13.10.1878; get. Blankenburg, Harz 04.12.1878
gest. Lüneburg 20.11.1969,  begr. Lüneburg 25.11.1969

7) Becker, Georg Theodor Conrad Hans; Kaufmann in Uelzen;
geb. Uelzen 09.09.1881; get.  Uelzen, St.Marien 06.11.1881;
gest. Uelzen 25.09.1962; begr. Uelzen 28.09.1962
verh.London19.04.1910
Oldendorff, Dorothy Henrietta
geb.London 05.03.1890; get. London, (St.George, Hanover Square) 1890;
gest. Uelzen 22.06.1986; begr. Uelzen 1986

8) Becker, Georg Ferdinand Friedrich Gerhard (Gerd); Rechtsanwalt in Hannover;
geb. Uelzen 30.05.1885; get. Uelzen St.Marien 26.07.1885
gest. Hannover 1976;      begr. Hannover (Seelhorster Friedhof)
verh. Hildesheim 06.02.1913
Steyerthal, Frida (Friedel) Erna Helene Dorothee
geb. Lauenstein am Ith 21.07.1890; get. Lauenstein am Ith 29.08.1890;
gest. Hannover 30.10.1976; begr. Hannover, (Seelhorster Friedhof) 04.11.1976

 

GERHARD BECKER
Auszug aus den “Lebensbildern unserer Ahnen” von Rolf Becker (geschrieben 1916 und 1935)
” Geboren am 17. Februar 1835 in Hannover, Calenbergerstraße 22, wo sein Vater ein Tuchgeschäft besaß, besuchte Gerhard Becker von Ostern 1841 bis Ostern 1853 die höhere Bürgerschule. Dem Wunsch der Eltern, Theologie zu studieren, konnte er sich nicht entschließen nachzugeben. Er folgte viel-mehr seinem inneren Drange nach Leben und Betätigung in der freien Gottesnatur und trat nach Absolvierung der Schule auf der Domäne Moisburg b/Buxtehude als Ökonomieeleve ein. In jener Zeit erhielten die “Amtmänner”, welche ungefähr die Stellung des jetzigen Landrates bekleideten, nur daß ihnen außer der Verwaltung ihres Amtes auch noch ein Teil der Justizpflege oblag, statt festen Gehaltes eine Domäne zur Nutznießung überwiesen. Amtmann in Moisburg war ein Herr von Hinüber, dessen Inspektor Ungewitter der Lehrherr des Gerhard Becker wurde.

Nach zweijähriger Lehrzeit wurde er 1855 Hofverwalter auf der Domäne Lamspringe b/Hildesheim beim Amtmann Lüntzel. Hier blieb er ¾ Jahr. Vom 1. Januar 1856 bis 1. Juni 1857 war er Rentmeister des Herrn v. Scheele auf Scheelenburg b/Osnabrück. Da dies Gut im Sommer 1857 parzellenweise verpachtet und der eigene Wirtschaftsbetrieb völlig aufgegeben wurde, so nahm er in Bodenburg b/Wintzingerode Kreis Worbis die Verwalterstelle an, die er jedoch schon nach einem Vierteljahr wieder aufgab, da sein Chef, ein Pächter Br. dem Trunke ergeben war und eine absolut ungeordnete Wirtschaft führte. Nachdem er einige Monate bei seinem Bruder Adolf, der sich in Uelzen die Staat´sche Kornbrennerei gekauft, zugebracht hatte, trat er am 1. Januar 1858 auf Rittergut Bode als Inspektor beim Major v. Meding ein. Hier blieb er bis zum 1. Oktober 1861.

Vom Herbst 1861 bis dahin 1862 studierte er Landwirtschaft auf der Landwirtschaftlichen Akademie Tharand. Im Herbst 1862 starb sein Bruder Adolf in Uelzen und da mußte er, sehr wider seinen Willen, die Leitung der dortigen Wirtschaft übernehmen. Gern hätte er in einer rein landwirtschaftlichen Gegend ein größeres Gut übernommen und er hatte dieserhalb bereits wegen Ankaufs eines Ritterguts in Oberschlesien Verhandlungen angeknüpft. Er stieß damit jedoch auf starken Widerspruch bei seinem Vater, der ihm die zum Ankauf nötigen Gelder versagte und ihn veranlaßte, die Brennereiwirtschaft in Uelzen im Dezember 1865 auf eigene Rechnung zu übernehmen.

Er hat es verstanden, in diesem ihm anfangs kleinlich erscheinenden Verhältnissen Bedeutendes zu leisten und durch sein tatkräftiges Vorgehen ein Vorbild für die ganze landwirtschaftliche Bevölkerung im weiten Umkreise von Uelzen zu werden. Er ist es gewesen, der scharf erkannte, welche Bedeutung der Zuckerrübenbau für die gesamten dortigen Landwirtschaftsbetriebe haben würde und hat nicht geruht und gerastet, bis diese Überzeugung in den landwirtschaftlichen Kreisen durchdrang und im Jahre 1884 eine Zuckerfabrik gegründet wurde.

Es war ein bescheidener Anfang. 600 Aktionäre hatten zusammen 1500 Aktien à 300 Mark gezeichnet und sich verpflichtet, pro Aktie einen Morgen Zuckerrüben zu bauen. Aber der rastlosen Tätigkeit meines Schwiegervaters und seinem rücksichtslosen Einsetzen der eigenen Arbeitskraft und seines Vermögens gelang es, die von dem überaus rührigen Direktor Markworth geleitete Zuckerfabrik so zu fördern, daß sie heute zu den größten und bestorganisierten Unternehmen in Deutschland zählt. Im Jahre 1905 wurden bei einer Gesamtverarbeitung von ca. 2.000.000 Ctr. Zuckerrüben pro Tag 20 – 24.000 Ctr. verarbeitet. Geliefert wurden die Rüben von jetzt 700 Aktionären, die zum allergrößten Teil Kleinbauern sind.

Markworth war seit Gründung der Fabrik ihr Direktor, mein Schwiegervater der Vorsitzende des Aufsichtsrats.

Die Branntweinbrennerei in Uelzen hatte der ältere Bruder Adolf Becker im Jahre 1857 gekauft. Die Brennerei lag in der Stadt an der Gudesstraße. Vorn war ein Wohnhaus, dahinter die Brennerei und ein Mastviehstall für etwa 30 Haupt Rindvieh. Auch gehörte dazu ein Bauernhof in Veerßen mit 150 Morgen Land. Die Brennerei war auf Handbetrieb zugeschnitten und hatte eine sehr geringe Produktionsfähigkeit. Erst Gerhard Becker vergrößerte das Unternehmen, als er es definitiv auf eigene Rechnung übernommen hatte, durch Einführung des Dampfbetriebes und sog allmählich die vielen, kleinen in der Stadt befindlichen Konkurrenzunternehmen auf. Später wurde die Mälzerei und Hefefabrikation aufgenommen, der Viehstall nach Veerßen verlegt, der dortige Bauernhof im Jahre 1871 neu gebaut und gleichzeitig der Landwirtschaftsbetrieb wesentlich erweitert. Die damals wüst daliegende, 50 Morgen große Röwer´sche Haidkoppel wurde hinzugepachtet und urbar gemacht. 1880 wurde sie dem Verpächter zurückgegeben und statt dessen die Ackerländer des v. Estorf´schen Rittergutes Veerßen gepachtet, sodaß die Wirtschaft nunmehr ca. 800 Morgen Ackerland und 100 Morgen Wiese umfaßte.

Wohnhaus und Brennerei in der Gudesstraße -vor dem Umbau

Uelzen – Gudesstrasse 13  – Das Wohnhaus und die Brennerei – vor der Aufstockung des Wohngebäudes Mitte der 1870er Jahre.  Nach einer Kopie von Fritz Becker. Bleistift und Buntstift ca. 9,5 x 13,5 cm.

Der Verbleib des Originals ist unbekannt.
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Der Viehstand wuchs auf 70 Milchkühe, 10 Zugochsen und 21 Pferde an. Außerdem wurden alljährlich 100 – 120 Ochsen gemästet. Die Brennerei lieferte ca. 275.000 Liter 30%igen Kornbranntwein und 70.000 Pfd. Hefe pro Jahr. 1891 wurde die an die Brennerei angrenzende Grotkaß´sche Besitzung zurückgekauft und als Wirtschaft eingerichtet, die verpachtet wurde.

Wie sich die Ernten unter der rationellen Wirtschaftsweise hoben, ergibt folgende Zusammenstellung:

Durchschn.-Ernte in Ctr. pro ha.                                    Bemerkungen
Fruchtart          1852-1862         1880-1893         1893-1904
Raps                   21,88             34,12                       –
Winterweizen       19,34            51,30                56,28                Bis 1864 nur deutscher Weizen.
Später englischer Squarehead.
Winterroggen       30,56             39,64                41,92               Seit 1864 nur
noch auf den schlechten Böden.Vorher
auch auf guten weizenfähigen.
Gerste                 28,38             53,66                51,54
Hafer                  31,18             46,20                 48,00
Kartoffeln         268,00            318,16              296,00
Zuckerrüben          –                 559,18            666,00
Rotklee              68,00                 90,94            172,00             Seit 1889 wurde Thomasschlackenmehl
verwendet.
Daß derartige Erfolge auch die Nachbarn zu immer größeren Anstrengungen anspornte, war klar. Der Betrieb galt weit und breit als Musterwirtschaft. Äußere Anerkennung blieb denn auch nicht aus, so wenig Gewicht mein Schwiegervater auch darauf legte.

Im Jahre 1887 wurde ihm der Titel eines Königlichen Ökonomierats verliehen. 1896 wurde er Vicepräsident des Lüneburgischen landwirtschaftlichen Provinzialvereins, im Jahre 1900 Vorsitzender der gewerblichen Berufsgenossenschaft für Molkerei, Brennerei und Stärkefabrikation für Deutschland, Ämter die er erst vom vorschreitenden Alter gezwungen, wieder niederlegte.

Mit seinem ruhigen, bestimmten Wesen, das ihn vor allen übereilten Schritten schützt, mit seiner steten Hilfsbereitschaft andern gegenüber, ist er der Typus eines wohlwollenden, allgemein verehrten Patriarchen. Diese Charaktereigenschaften, die sich bei ihm im kleinen Kreise seiner Wirtschaft herausbildeten, erwarben ihm sehr bald die Verehrung sehr weiter Kreise. Nur hieraus ist es zu erklären, daß er nicht nur seitens seiner Heimatstadt sondern auch von seinen Berufsgenossen mit Ehrenämtern überschüttet wurde.

Nachschrift.
Während des Krieges bewirtschaftete der nunmehr achtzigjährige nicht nur seine eigene Länderei, sondern stand auch meiner Schwägerin, deren Mann ebenfalls im Felde stand, bei der Bewirtschaftung der Domäne Neuhaus b/Vorsfelde mit Rat und Tat bei. Es stellte das an seine Kräfte umso größere Anforderungen, als sämtliche Wirtschaftsbeamte zum Heeresdienst eingezogen waren. In Uelzen stand ihm nur noch ein junger Kaufmann, in Veerßen der hoch in den siebzigen stehende, frühere Hofmeister Geffert, der jedoch von Gicht und Rheumatismus fast gelähmt war, zur Seite. Wahrscheinlich infolge von Überanstrengung zog er sich um die Jahreswende 1915/16 eine Rippenfellentzündung zu, von deren Folgen er sich nicht wieder erholte. Trotzdem glaubte er bis zum letzten Tage an ein Wiederbesserwerden. Auch sprach er es häufig aus, daß er jetzt noch nicht scheiden dürfe, weil die Wirtschaft ihn bei der Abwesenheit seiner Söhne und Beamten dringend nötig habe. Am 24. März nachmittags um 5 Uhr entschlief er sanft ohne zu ahnen, daß er nicht wieder aufwachen würde. “


 Aufzeichnungen von  Gerhard Becker

Uelzen am 7. Febr. 1907
Wie die Saat
So die Ernte !
                       Gerh. Becker

“Autogramm meines Schwiegervaters
Gerhard Becker in Uelzen. Aufgefunden in seiner Schreibmappe nach seinem Tode. In der selben Mappe lag der Anfang seiner Selbstbiographie, die er mir als Beitrag zu meinen Aufzeichnungen schreiben wollte.”
Gütersloh, 14.IV.1916¸          Rolf Becker

“Bruchstück einer auf meine Bitte angefangenen Selbstbiographie meines Schwiegervaters
Gerhard Becker. Aufgefunden in seiner nachgelassenen Papieren.”
Uelzen  30.März 1916                                       Rolf Becker

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“Ueber meinen Lebenslauf soll ich Euch berichten und über das Leben meiner Eltern .

Meine ersten Erinnerung aus meinem Leben ist, daß mein Vater an meinem Krankenbette saß und mir, dem Rekonvaleszenten mit seiner wunderbar schönen Stimme   „In … zerfallenen Hütte“ vorsang, ich fühle es noch nach wie wohl mir dabei wurde und eine wie große Freude ich an seinem Gesang hatte.

Mein Vater war ein geborener Uelzener.

Sein Vater war frühverstorben und hatte die Mutter eine schwere Last mit der Erziehung ihrer sechs Söhne und zwei Töchter hinterlassen, die zum Theil noch unerwachsen waren. Mein Vater hat in Hamburg die Kaufmannschaft erlernt und ist auch  ….  ..  …… bei den Kanonieren gewesen, seinen Säbel hat er als Andenken aufbewahrt und ist in meinen Besitz übergegangen.  Er erzählte noch viel von der schweren Zeit die durch die Franzosen über Hamburg gekommen, über den Schmuggel den er im Boot für seinen Kaufherrn während der Occupation und der Sperre gegen England ausführen mußte, die Kugeln der Douanen wären häufig an ihm vorbei gepfiffen. –

Eine Zeit lang war er dann noch im Geschäft seines älteren Bruders Heinrich in Hamburg thätig und dann eröffnete er mit seinem Bruder Carl in Hannover ein Tuchgeschäft, welches er nach der Trennung von seinem Bruder, der ein Modewaren Geschäft in derselben Stadt  (eröffnete), allein das Tuchgeschäft,  (weiterführte).

Durch die Heirath mit der Tochter des Großmühlenbesitzers Flügge in Uelzen war er in die Lage gekommen das Geschäft für alleinige Rechnung zu übernehmen.

Mein Vater war vom Morgen bis Abend thätig und hat durch seine Mühe und Arbeit uns Kindern allen eine gute Erziehung angedeihen lassen. Er lebte sehr sparsam und hielt jeden Groschen zusammen, seine einzige Erholung war des Abends ein paar Stunden in den Club zu gehen wo er ein Glas Zuckerwasser trank und eine billige Whistpartie hatte. Vorher ehe er in seinem blauen Mantel mit (hundert ?) Kragen und rothem Unterfutter los ging, trank er ein Glas  …..  ….. und aß dazu ein Butterbrot mit Uelzener Mettwurst die unsere Großmutter Flügge bei jedem Schlachten mit vielen anderen Würsten auch kleine Grützwürstchen für uns Kinder mitsandte. –

Meine Mutter sorgte mit großer Liebe für unser Wohlergehen, jeden Morgen mußten wir ein großes Glas kalten Brunnen Wassers, was immer aus einer besonderen Pumpe am  (Enge ? ) geholt wurde, zur Reinigung unseres Magens genießen.

Für uns Kinder war sie der Inbegriff einer schönen Mutter, ich sehe sie noch wie sie sich zum Balle vor dem Spiegel mit ihren Korallen Ohrringen und Halsband schmückte wie herrlich war sie für uns anzuschauen  …   …. (En Cama ? ) Kleid, mit ihren  ……….. und Löckchen auf ihrem schönen Nacken. –

Für unser leibliches Wohl war auch in jeder Weise gesorgt, wir hatten einen Garten mit Land angemiethet, worin wir den ganzen Tag im Sommer wohnten, wenn es zu heiß war, wurde uns Kindern sogar das Mittagessen dorthin geschickt.

Meine Brüder waren sämtlich bedeutend älter wie ich, der jüngste von den dreien, Theodor, war immer noch 4 Jahre älter wie ich, ein näherer Verkehr mit ihm war daher ausgeschlossen, und ich war in Folge dessen auf den Verkehr mit meinen beiden jüngeren Schwestern angewiesen, sodaß ich mit Knaben bis zu meinen Schuljahren wenig in Berührung kam. –

Unsere größte Freude war wenn es hieß, zu den Großeltern in den Sommerferien. Da gings sobald die Ferien angingen am nächsten Tage los. Um 6 Uhr morgens stand Miethskutsche Meyer aus der  …..straße  vor dem Hause, der Wagen oben und unten mit Koffern beladen, und dann mit 6 bis 7 Mann besetzt. Kein Jahr verging ohne diese Reise.  Für die (?) Eltern war es auch eine rechte Erholungsreise, sonst gönnten sie sich auch nicht die geringste Reise, nur einmal haben wir mit ihnen eine größere Reise gemacht, zu dem Onkel und der Tante Wilhelm in Gadebusch und Onkel und Tante in Mönkhagen und Hamburg.

Die Reise nach Uelzen war …   …  …  recht beschwerlich. Die Wege waren schlecht, keine Chausseen. Den ersten Tag kamen wir nach Celle wo wir im Sandkrug übernachteten, andern morgens ging es um 6 Uhr   ….  durch die Heide, vor  7 – 8  Uhr kamen wir nicht in Uelzen an. In Celle wurden wir durch das Gespann meines Großvaters abgeholt, in einem Wagen, der in Lederriemen hing, sodaß er schaukelte, und eins von den Kindern immer seekrank wurde. Durch die Gerdau mußten wir durch die Furth fahren, eine Brücke gabs nicht, ich sehe noch meiner Mutter ihre Angst wenns da durch ging.

Im Jahre 42 zu Ostern kam ich auf die höhere Bürgerschule, welche ich von Anfang bis zu Ende absolvierte.

Die Lieblingsidee meiner Mutter war, mich zum Pastoren zu stempeln, ich bekam Privatstunden im Griechischen um mich für das Gymnasium vorzubereiten, da aber verschiedene Zweifel an der Leibhaftigkeit des Teufels sich bei mir einstellten ließ ich davon ab, machte mein Maturum auf dem Realgymnasium und wurde Landwirt. – ”

(Hier enden die Aufzeichnungen)

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18. Becker, Gerhard, Taufe Hannover 01.05.1835

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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18.+19. Becker, Gerhard oo Keitel Elisabeth – Uelzen 10.11.1868

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19. Keitel Elisabeth – Taufe Uelzen 02.03.1847

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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