36. Becker, Georg Wilhelm

Becker II.

6. Generation
36.               Becker, Georg Wilhelm
Sohn von Dieterich Georg Becker, Färbermeister in Uelzen, und Luise Maria geb. König.
Bürger und Kaufmann in Hannover
geb. Uelzen 25.11.1791;        get. Uelzen 27.11.1791 (St.Marien)
gest. Hannover 06.05.1874;   begr. Hannover 10.05.1874 (Engesohder Friedhof)
verh. Uelzen 12.06.1825 (St.Marien) mit:
37.                Flügge, Christine Charlotte
Tochter  des Joachim Christian Flügge, Ratsmühlenpächter zu Uelzen, u.s. Ehefrau Maria Elisabeth Plette
geb. Uelzen 05.12.1806;       get. Uelzen 12.12.1806 (St.Marien)
gest. Hannover 11.12.1889;  begr. Hannover 14.12.1889 (Engesohder Friedhof)

9 Kinder
Georg Wilhelm BeckerChristine Becker, geb. Flügge
Georg Wilhelm Becker                 Christine Charlotte Becker, geb. Flügge

36.1) Becker, Georg Christian; Kaufmann in Hannover;
geb. Hannover 03.03.1826;   get. Hannover, Neustädter Kirche 23.04.1826;
gest. Hannover 29.06.1901; begr. Hannover, Engesohder Friedhof 02.07.1901
verh. Hannover 25.05.1852
Römeling, Dorothea Elisabeth Marie;
geb. Hannover 14.11.1832; get. Hannover, Marktkirche 23.11.1832;
gest. Charlottenburg 18.11.1907; begr. Hannover, Engesohder Friedhof 22.11.1907

36.2) Becker, Gebhard Adolph Ernst; Brennereibesitzer in Uelzen;
geb. Hannover 27.12.1827;  get. Hannover, Neustädter Kirche 06.01.1828;
gest. Uelzen 15.09.1862;      begr. Uelzen 18.09.1862

36.3) Becker, Sophie Marie Elise
geb. Hannover 28.05.1829;  get. Hannover 01.07.1829;
gest. Hannover, Neustädter Kirche 11.04.1835;  begr.Hannover, St. Andreas-Friedhof 1835

36.4) Becker, Rudolph Christian Theodor; Mühlenbesitzer;
geb. Hannover 22.02.1831;  get. Hannover, Neustädter Kirche 12.04.1831;
gest. Uelzen 04.06.1914;      begr. Uelzen 06.06.1914
verh. Lüchow 06.12.1859
Flügge, Anna Margarethe Catharine;
geb. Lüchow 26.12.1838; get. Lüchow 28.01.1839;
gest. Uelzen 26.12.1917; begr. Uelzen 29.12.1917

36.5) Becker, Friedrich August Gerhard; Ökonomierat; Landwirt in Uelzen;
geb. Hannover 17.02.1835; get. Hannover, Neustädter Kirche 01.05.1835;
gest. Uelzen 24.03.1916; begr. Uelzen 28.03.1916
verh. Uelzen, St.Marien 10.11.1868
Keitel, Emilie Adelaide Dorothea Elise (Elisabeth)
geb. Uelzen 13.01.1847;  get. Uelzen, (St.Marien) 02.03.1847;
gest. Uelzen 14.10.1922;  begr. Uelzen 17.10.1922

36.6) Becker, Anna Dorothee Charlotte
geb. Hannover 27.11.1836; get. Hannover, Neustädter Kirche 15.01.1837;
gest. Hamburg 29.02.1912;  begr. Hamburg – Ohlsdorf 07.03.1912
verh. Hannover, Marktkirche 03.02.1874
Sander, Johann Friedrich Albrecht; Kaufmann in Hamburg und HongKong;
geb. Tostedt, bei Hamburg 18.10.1830; get. Tostedt, bei Hamburg 27.10.1830;
gest. Hamburg 11.10.1899;  begr. Hamburg, Ohlsdorf 28.04.1901

36.7) Becker, Christine Charlotte Elisabeth,
geb. Hannover 18.02.1839;   get. Hannover, Neustädter Kirche 28.04.1839;
gest. Hannover 06.06.1928;  begr. Hannover, Engesohder Friedhof 09.06.1928
verh. Hannover, Neustädter Kirche 04.06.1867
Bühring, Conrad Ludwig Friedrich; Kaufmann in Hannover;
geb. Jellen, Mecklenburg 18.03.1835; get. Kirchkogel, Mecklenburg 22.03.1835;
gest. Göttingen 04.08.1893; begr. Hannover, Engesohder Friedhof 09.08.1893

36.8) Becker, Caroline Ernestine Franziska
geb. Hannover 10.12.1843; get.  Hannover, Neustädter Kirche 04.02.1844;
gest. Hannover 20.12.1846; begr. Hannover

36.9) BeckerNamenloses Mädchen
geb. Hannover 27.01.1851; gest. Hannover, Neustädter Kirche 04.02.1851

 

Charlotte  Adolph  Gerhard  Theodor  Anna

Charlotte Adolph Gerhard Theodor Anna

 

 

 Georg Wilhelm Becker

-Aufzeichnungen des Enkels Rolf Becker
Georg Wilhelm Becker war das sechste Kind des Schönfärbermeisters Georg Dieterich Becker zu Uelzen. Es war eine zahlreiche Geschwisterschar, denn ihm folgten noch weitere fünf Kinder, von denen allerdings drei schon im zarten Kindesalter starben.

Als 15-jähriger Knabe, Ostern 1807, verließ er das Elternhaus, um als Kaufmannslehrling in die “Handlung von Seiden und Materialwaren” von Diederich Wentz zu Lüchow einzutreten. Von Ostern 1812 bis zum September 1818 war er als Commis bei der Tuch- und Manufakturhandlung Firma “Lach & Becker, von Essen Nachfolger” in Hamburg beschäftigt.
Die Inhaber der Firma waren Ernst Gottlieb Lach  und sein älterer Bruder Friedrich Rudolph Heinrich Becker.
(-  Im Jahre 1811 : In wenigen Stunden war 1811 nahezu die gesamte Stadt Lüchow niedergebrannt. In weniger als einem Jahr wurde sie mit völlig neuem Stadtplan wieder aufgebaut – )

Im März 1812 hatte er sich, da er inzwischen 20 Jahre alt geworden war, in Ülzen zum Militärdienst stellen müssen, war jedoch vom Kgl.Unter-Präfekten des Distrikts Ülzen von Düring wegen Mangel an Größe reformiert, d.h. zurückgestellt worden. Sein damaliges Signalement lautet:
Alter   21 Jahre
Größe   1 metre 526 millimetres
Haare   blond
Stirn   breit
Augen   dunkelbraun
Augebrauen  blond
Nase    spitz
Mund    klein
Kinn    breit
Gesicht oval
Gesichtsfarbe  gesund

In Hamburg mußte er am 30.Juni 1815 den Bürgereid, als Kommissionär, gebürtig aus Uelzen, schwören. Das von ihm unterschriebene Original, welches ihm offenbar beim Fortgange aus Hamburg wieder ausgehändigt wurde, befindet sich im Besitz seines Großsohns, des Seidenhändlers Franz Bühring in Hannover. Oberhalb des folgendermaßen lautenden Textes ist eine Schwurhand abgebildet.

Bürger – eyd.
Ick lawe und schwöre tho Gott, dem Allmächtigen, dat ick düssem Rahde und düsser Stadt will truw und hold wesen, Eer Bestes söken und Schaden affwenden, alse ich beste kan und mag, ok kenen Upstant wedder düssem Rahde und düsser Stadt maken, mit Worden odder Werken, und efft ick wat erfahre, dat wedder düssem 0Rahde und düsser Stadt wern, dat ick dat getrüwlick will vermelden. Ich will ok min Jährliches Schott, unglicken Türkenstüer, Tholaze, Tollen, Accise, Matten und wat sünsten  twischen Einem Ehrb. Rahde und der Erbgesetenen Börgerscop belewet und bewilliget ward, getrüw- unwiegerlick by myner Wetenshop, entrichten und bethalen.
Als my Gott helpe und syn Hilliges Wort.

            gez. Georg Wilhelm Becker
Hat obigen Eid abgestattet.
Actum Hamburg d. 30.t Juny 1815. gez. H.Graffen Dr.

Von 1815 – 1818 war er in Hamburg auch beim Bürger-Militair und zwar beim Artillerie Bataillon in der
1t. Compagnie eingestellt.
Bei seinem Fortzuge aus Hamburg erhielt er am 5.Sept. 1818 seinen schriftlichen “Abschied”, der von seinem Hauptmann Marten und dem Major und Chef des Bataillons, sowie dem Obrist-Lieutnant und Chef des Bürger-Militärs unterschrieben war.

In diesem “Abschied” heißt es, er habe seine Dienstpflicht treu erfüllt, er sei jedoch verpflichtet, bei seiner etwaigen Rückkehr dem Bürger-Militärdienst wieder Genüge zu leisten.

Im Herbst 1818 kehrte er nach Hannover zurück, um dort, zusammen mit seinem Bruder Carl, ein Tuch- und Manufakturwarengeschäft auf der Calenbergerstr. 22 zu begründen.

Der dort von ihm geleistete Bürgereid ist nachgeheftet.

Bürgereid Hannover Januar 1819

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Inzwischen hatte er das dreißigste Lebensjahr überschritten, und manches leise mahnende, halb vorwurfsvolle Wort seiner Mutter wird er über sich haben ergehen lassen müssen, daß er noch immer Junggeselle war. Umsonst ! Dem für damalige Verhältnisse weitgereisten Manne, der in Hamburg den Geist weltbeherrschenden Kaufmannstums gespürt hatte, fiel es schwer eine gleichgestimmte Lebensgefährtin zu finden.
Da war er eines Tages zur Feier eines Familienfestes in Ülzen bei seiner Mutter. Auch das Ehepaar Ratsmühlenpächter Joachim Christian Flügge und Frau waren geladen. Sie hatten ihr 18jähriges Töchterchen Christine Charlotte mitgebracht. Und wie Schuppen fiel es dem gereiften Manne von den Augen, daß dieses junge, heiter glückliche und doch so tief ernste Menschenkind , das ganz nahe seinem Vaterhause erblüht war, ihn zu einem glücklichen Manne würde machen können. Ich habe meine damalige Großtante Stinchen hauptsächlich in ihren letzten Lebensjahren gekannt. Sie war der Typus einer feinen, alten Dame und ich kann mir wohl denken, daß sie als junges Mädchen das Herz des damals 33jährigen mit einem Schlage in Flammen gesetzt hat.
Als er abends in das Elternhaus zurückgekehrt war, soll er sich, ganz gegen seine Gewohnheit, still in sich gekehrt, abseits vom fröhlichen Familienkreise niedergesetzt haben, sodaß seine Schwester Lisette zu ihm sagte: “Na Georg, wat is deck denn? Du büst jo so trübsinnig. Ick glöbe, de lütte Möllersdochter hett di de Oogen stecken.”
Als er dann in den nächsten Tagen um die Hand Stinchen Flügges bat, sagte ihm der alte Ratsmühlenpächter: “Ja, min Jung, ick hebbe nix gegen di intowennen un wenn Ji Jug alle beide leiw hebbet, denn sallst du se ok hebben. Awer nu geh man irst wedder nah Hannover taurügg. Nah en Jahr, da kannst du mal wedder anfragen. Un denn noch eins. Ick will nich, dat Ji Jug in düssem Jahre schriewen dauht.” Damit schob er ihn aus der Tür.

Proclamationsschein - 04.Juni 1825

Proclamationsschein – 04.Juni 1825

Georg Becker hat den Wunsch seines Schwiegervaters streng erfüllt. Aber im nächsten Jahr hat er sich sein Stinchen geholt und am 12.Juni 1825 zum Traualtar geführt.
9 Kinder stammen aus dieser Ehe.  (Aufzählung der Kinder)
Die zur Trauung damals notwendigen Einwilligungserklärungen der Eltern sind erhalten. Bemerkenswert ist, daß die damals allerdings schon 67jährige Mutter des Bräutigams, Louise Marie Becker geborene König durch drei Kreuze unterzeichnete, also des Schreibens wohl unkundig war.
Im Jahre 1846 setzte er sich mit seinem Bruder Carl geschäftlich auseinander. Er behielt das Tuchgeschäft Kalenbergerstraße 22, während sein Bruder Carl das Mode- und Manufakturwarengeschäft Kalenbergerstraße 29, in dem Geburtshause meines Vaters, das Carl von meinem Großvater gekauft hatte, allein weiterbetrieb.

Auch er hatte, ebenso wie sein Bruder Ernst, dem jüngsten Bruder Friedrich Wilhelm, als dieser nach Amerika ging, ein Darlehen von 3000 Mark gegeben.
Als der älteste Sohn Georg sich am 25.Mai 1852 verheiratete, übertrug er ihm sein Geschäft und lebte als Rentier in Hannover. Am (6.5.1874) starb er infolge Altersschwäche.
Calenberger Straße in Hannover

Calenberger Straße in Hannover

Wohn- und Geschäftshaus von Georg Wilhelm Becker - Hannover, Calenberger Str.22

Wohn- und Geschäftshaus von Georg Wilhelm Becker – Hannover, Calenberger Str.22

Seine Frau überlebte ihn volle 15 Jahre. Sie lebte fast andauernd im Hause ihrer Tochter Charlotte, verehelichte Bühring, der Lieblingsschwester meines Schwiegervaters. ”
(Ende der Aufzeichnungen)

 

 

 

1824, 16. Juli
Bei dem Kauf des Hauses und des Geschäftes der Witwe Ebisch in Hannover durch den Bruder Ernst August Becker, am 16.07.1824, tritt Georg Wilhelm Becker neben seinen Brüdern und Schwager Keuffel als selbstschuldnerischer Bürge auf.
Unterschriften

1824: Die Unterschriften der Bürgen.

 

 

 

 

 

Nach dem Tode des Sohnes Adolph Becker am 15.09.1862 in Uelzen übernahm kurzzeitig Georg Wilhelm Becker die Brennerei, bis der jüngere Sohn Gerhard den Betrieb fortführen konnte. Während dieser Zeit wurde die Brennerei unter der Firma Georg Becker, Adolph Becker  Nachfolger in Uelzen geführt. Hierzu mußte Georg Wilhelm Becker Bürger von Uelzen werden.

Im Bürgerbuch ist vermerkt:           Uelzen – Neubürgerbuch 1844 – 1896 , S. 120
8. Juni 1863 : “In der heutigen Sitzung des Magistrats wurden zu Bürgern aufgenommen
Der Kaufmann Georg Wilhelm Becker aus Hannover, gebürtig aus Uelzen, ein Bürgersohn.
Nach abgelegtem Bürgereide; um das ihm von seinem verstorbenen Sohn erblich zugefallene
Bürgerwesen und Geschäft annehmen und fortführen zu können.

Im Jahre 1837, in den Monaten August und September, fand in Hannover die zweite vom Gewerbe-Verein für das Königreich Hannover veranstaltete Ausstellung inländischer  gewerblicher Erzeugnisse statt. Georg Becker gehörte zu den zwölf Herren der zur Beurteilung der ausgestellten Fabrikate ernannten Kommission.

 

Gewerbe-Ausstellung - Kommission 1837

 

 

 

 

 

 

 

 

In dem Bericht über diese  Ausstellung wird auch ein  besonders gegerbtes Leder der  Lederfabrik von den Herren
Söhlmann und Becker  hervorgehoben. (Georgs Bruder Ernst August Becker  und dessen Schwager August
Söhlman waren die Inhaber).

Georg Wilhelm Becker

Georg Wilhelm Becker

Georg Wilhelm Becker
Georg Wilhelm Becker
Christine Ch.Becker, geb. Flügge
Christine Ch.Becker, geb. Flügge

                                      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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  Grabstein Becker in Hannover – Engesohder Friedhof

Grabstein Georg W. und Christine Ch. Becker

Christine Becker, geb. Flügge

Christine Becker, geb. Flügge

 

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1. OFB Hamburg; HHC4-413379   Becker, Quelle: Hamburger Bürgerbuch 1799 – 1844 (Register)
2. Becker, Adolph :  Die Vorfahren und Nachkommen des Dieterich Georg Becker, Färber in Uelzen
und seiner Ehefrau Luise Maria König aus Veerßen bei Uelzen. Hannover 1934.