7. Becker, Margarita

 

Becker III.

7. Becker, Margarita * 1903 + 1982 Hamburg
14. Becker, Bruno * 1866 + 1922 Hamburg
28. Becker, Gerhard -Hbg * 1822 + 1896 Hamburg
56. Becker, Heinrich * 1784 + 1867 Hamburg

 3. Generation

7.                   Becker, Sylvie Francis Margarita
Tochter von Bruno Becker, Kaufmann in Hamburg und Kamerun, und Aline geb. Secker.
Fürsorgerin/Sozialarbeiterin;
geb. Hamburg 25.03.1903;   get. Hamburg 03.10.1903;
gest. Norderstedt, 09.04.1982;  begr. Hamburg, Ohlsd.Friedhof 17.04.1982

Margarita Lillelund, geb. Becker

Margarita Lillelund, geb. Becker

verh. Hamburg 02.11.1938
6.                  Lillelund, Peter Andersen
Sohn des Andreas Andersen-Lillelund, Kesselschmied in  Flensburg, u. s. Ehefrau Maria Christina Margarethe Hartwigsen.
Kapitän auf Großer Fahrt, CapHornier;
geb. Flensburg 15.09.1889;   get.Flensburg, St. Petri 03.11.1889;
gest. Garstedt, (Norderstedt) 03.12.1963;  begr. Hamburg, Ohlsd.Friedhof 09.12.1963
er war verh. 1. Ehe in Flensburg 20.07.1918
mit
                    Henriksen, Bertha Marie; Putzmacherin.
Tochter des Hans Christian Henriksen,
Tischler in Flensburg, u.s. Ehefrau
Inger Marie Cath. Boysen
geb. Flensburg 24.02.1889;
gest. Hamburg 15.10.1936,
begr. Hamburg-Ohlsdorfer Friedhof

( 2 Kinder aus der Ehe Lillelund-Henriksen,
1 Tochter aus der Ehe  Lillelund-Becker)

Peter Lillelund
Peter Lillelund

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Am 25.3.03 kam ich als 7 Monatskind in der Wohnung meiner Eltern Hamburg – Harvestehude, Schlüterstr. 77a  IV. Etage zur Welt. Ich war das 1. Enkelchen meiner Großeltern mtl. und das 1. Urenkelchen meines Urgroßvaters mtl.seits und erhielt daher deren Vornamen,  1. Margarita u. 3. Franz, im Standesamt eingetragen als Franzis -. Als 2. Rufnamen erhielt ich den Vornamen Silvie, nach meiner Großmutter väterlicherseits. Die Geburt fand, wie damals üblich, im Hause statt!

Der Hausarzt der die Geburt leitete, war Dr.med. Emil Dehn, der übrigens nicht nur Hausarzt sondern  auch Freund des Hauses war, und zu jeder Familienfeier geladen.

Zunächst soll man allgemein befürchtet haben, daß ich nicht lange leben würde, weil ich so zart u. schwach war, die Taufe wurde daher auch bis Okt. 03 verschoben. Der ehrwürdige Pastor Hanne vollzog die Taufe in der alten Eppendorfer Kirche, in der von ihm ein gutes Jahr vorher die Eltern des Täuflings getraut wurden. “

Soweit die eigenen handschriftlichen Aufzeichnungen aus den 1970er Jahren, die leider nicht weitergeführt wurden.

Margarita Becker

Margarita Becker

Margarita BeckerMargarita Becker

 

Margarita Becker

Margarita Becker

Margarita Becker
Margarita Becker

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Der recht ausführliche Lebenslauf von Margarita Lillelund findet sich im Schreiben der FDP, Ortsverband Norderstedt (Kurt Mölk, stellv. Ortsverbandsvorsitzender und Fraktionsvorsitzender) vom 9.9.1970 an den Innenminister des Landes Schleswig Holstein über den Bürgervorsteher der Stadt Norderstedt:

 

 

„Betr.: Vorschlag für die Verleihung der Freiherr-vom-Stein-Gedenkmedaille
Sehr geehrter Herr Innenminister!
Der Ortsverband Norderstedt der Freien Demokratischen Partei schlägt
Frau Margarita L i l l e l u n d, Fürsorgerin
geb. am 25. März 1903 in Hamburg
wohnhaft: 2 Norderstedt 3, Hempberg 47
für die Verleihung der Freiherr-vom-Stein-Gedenkmedaille in Würdigung ihrer beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeit und besonderen Verdienste um Volk und Heimat im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung vor. Frau Lillelund erfüllt die Voraussetzungen, die in den Richtlinien für die Verleihung der Freiherr-vom-Stein-Gedenkmedaille gesetzt sind.

Nach Abschluß der Schulausbildung in Hamburg (1919 – Primareife) hat Frau Lillelund die Apothekerlehre begonnen, die jedoch wegen des frühen Tod ihres Vaters abgebrochen wurde. Als Bankangestellte verdiente sie sich das Geld für den Besuch der soz. Frauenschule, die sie von 1926 bis 1928 in Hamburg besuchte. Die Tätigkeit von 1928 bis 1929 beim Jugendamt Hamburg endete mit der Anerkennung als Wohlsfahrtspflegerin. Von 1929 bis 1931 war Frau Lillelund Lernschwester im Westend-Krankenhaus in Berlin-Charlottenburg mit dem Abschluß als stattlich anerkannte Krankenschwester. Der weitere Weg führte Frau Lillelund über das Jugendamt Halle/Saale (1931-1932) zur Familienfürsorge nach Altona bei Hamburg 1932-1938). Durch die Heirat wurde der Berufsweg unterbrochen.

1926 trat Frau Lillelund in die Demokratische Partei (Hamburg) ein und war später in Jugendkreisen der Staatspartei in Halle und Berlin-Charlottenburg aktiv tätig. Auf Grund ihrer Verbindung zu Gertrud Bäumer sollte sie ins Reichsinnenministerium – Referat Sozialarbeit – . Dieser Plan zerschlug an der Machtübernahme durch Hitler und die Absetzung von Gertrud Bäumer. Nach Auflösung der bestehenden Parteien wurde Frau Lillelund Mitglied der Frauenfront, in der sich alle politischen Frauen (außer KPD und NSDAP) zusammenschlossen. Als Gegnerin des totalitären Systems war sie in der Zeit von 1935 bis 1945 politisch nicht tätig.

1945 hat Frau Lillelund die Freie Demokratische Partei in Garstedt (heute Norderstedt) mitgegründet und ist seit dem 1.10.1946 ununterbrochen Mitglied der Gemeindevertretung Garstedt gewesen. Gleichzeitig war sie langjährig Fraktionsvorsitzende und auch Ortsverbandsvorsitzende der FDP. Vom 23.5.1955 bis zum 26.1.1958 war sie stellvertretender Bürgermeister, vom 24.1.1958 bis Herbst 1959 Bürgervorsteherin und vom 10.4.1962 bis zu 11.4.1966 zweiter stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Garstedt. Frau Lillelund ist im Laufe der Zugehörigkeit zur Gemeindevertretung in verschiedenen Ausschüssen, u.a. Finanz-, Schul-, Haupt-, Kassenprüfungs- und Sozialausschuß tätig gewesen.

Von 1962 bis 1966 ist sie Mitglied des Kreistages Pinneberg gewesen und hat im Kreissozialausschuß und im Kreisgesundheitsausschuß mitgearbeitet. Als Schöffe hat sie in der Kleinen Strafkammer beim Landgericht Itzehoe mitgewirkt. Sie war 1954 Vorsitzende des Elternbeirates der Realschulen und Mitglied des Landeselternbeirates. Ferner Mitglied des Landesverwaltungsgerichtes Schleswig-Holstein.

Ihr besonderer Einsatz liegt in der ehrenamtlichen Tätigkeit im Deutschen Roten Kreuz. In dieser Eigenschaft ist sie nicht nur Vorsitzende des Ortsverbandes des DRK in Norderstedt, sondern auch Mitglied der Freien Wohlfahrtsverbände Norderstedt. Hier gilt ihre Tätigkeit den Alten und Fürsorgebedürftigen. Die Tatsache, daß der Ortsverband Norderstedt des DRK der größte in Schleswig-Holstein ist, ist nicht zuletzt der Verdienst von Frau Lillelund. 1954 hat sie eine Gemeindepflegestation auf privater Grundlage (Verein) gegründet, die später von der Gemeinde Garstedt übernommen wurde. Ferner wurde auf ihre Initiative 1964 die 1966 vom DRK eröffnete Kindertagesstätte in Garstedt geplant und gebaut.

Durch den Zusammenschluß der Gemeinden Friedrichsgabe, Garstedt, Glashütte und Harksheide zu der Stadt Norderstedt ab 1.1.1970 löste sich die Gemeindevertretung Garstedt auf. Seit dieser Zeit ist Frau Lillelund mit erhöhtem Eifer beim DRK und in der Parteiarbeit tätig.

Daß Frau Lillelund in geordneten Verhältnissen lebt und ihre Lebensführung nicht nur unbescholten, sondern als vorbildlich angesehen werden kann, braucht nicht besonders erwähnt zu werden. Im Norderstedter Raum, sowie in den Kreisen Pinneberg und Segeberg genießt Frau Lillelund die allgemeine Achtung aller politischen Kreise.
Die Verleihung der Freiherr-vom-Stein-Medaille kann daher nur von allen Seiten unterstützt werden.“

1970, 30.10. erfolgte die Verleihung der Freiherr vom Stein Gedenkmedaille (Höchste Auszeichnung für Verdienste um die gemeindliche Selbstverwaltung, verliehen durch den Innenminister des Landes Schleswig-Holstein)
1970, nach der Gründung der Stadt Norderstedt, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Norderstedt
- bis zu ihrem Tode 1982
1970 – 1974 bürgerliches Mitglied des Sozialausschusses der Norderstedter Stadtvertretung
1973, 08.05.   Ehrenzeichen des DRK
1974, März,    Wahl zur Gemeindevertreterin in Norderstedt, FDP. Am 09.04.  eröffnet sie als ältestes Ratsmitglied der neuen Stadtvertreter die Gemeindevertreter – Sitzung und nimmt die Wahl und Vereidigung des Bürgervorstehers vor.
1976, 15.09.  Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
1978, 25.03.  – 75 Jahre alt. Empfang im neuen DRK-Heim in der Ochsenzoller Straße.
(DRK-Kreisgeschäftsführer ) “.. von Mohl, der seit dem Zusammenschluß des DRK
Norderstedt mit dem Kreis Segeberg vor neun Jahren mit Margarita Lillelund
zusammenarbeitet: “Sie war immer eine der wenigen, die das richtige Wort zur
richtigen Zeit sagten - auch wenn das manchen nicht paßte. Manchmal haben Sie
deswegen ganze Tagesordnungen durcheinandergebracht.” (Heimatspiegel 30.3.1978)
1980, 07.11.  Preis der Stadt Norderstedt. (1. Preisträgerin – 1980 erstmals verliehen -
zu gleichen Teilen  an Margarita Lillelund und Dr. Hermann Zietz).
Die Laudatio hält Probst Willi Rogmann.
1981, Juli,     Schlaganfall, dadurch Pflegefall; (rechtsseitig gelähmt, kann nicht mehr schreiben,
lesen, sprechen).
1982, 09.04. gestorben Hempberg 47, Norderstedt. Urnenbeisetzung auf dem Friedhof Ohlsdorf.
–  Das DRK – Haus in der Ochsenzoller Strasse in Norderstedt wird in
„Margarita-Lillelund-Haus“  umbenannt.
1982, 29.04. “Heimatspiegel”, Lokales, Seite 8, Bericht über die Jahreshauptversammlung des DRK
Kayhude / Itzstedt / Nahe :
“….. Nach einer Gedenkminute würdigte die Kreisbereitschaftsführerin
Renate Medow die verstorbene Vorsitzende des DRK Norderstedt, Margarita
Lillelund, und ihre Verdienste beim Aufbau des DRK Nahe – Itzstedt -Kayhude
vor vielen Jahren.  ….”
2001, Oktober. Die Stadtvertretung Norderstedt beschließt, die neue Strasse zwischen
Ulzburger Strasse und Dunantstrasse „Margarita-Lillelund-Weg“ zu benennen.
Rechts und links dieser neuen Strasse wird seit 2002 die Wohnanlage
„Lillelund-Park“ gebaut.