16.6. Becker, Adolph

Becker I.

Becker, Erwin August Adolph
Sohn von Hermann Becker, Dr.med. in Hannover, und Therese, geb. Wedemeyer
Prof.Dr.med. in Hannover;
geb. Hannover, (Emmerstr.11) 02.04.1871; get. Hannover, Gartenkirche 25.07.1871;
gest. Hannover 09.09.1947; begr. Hannover, Engesohder Friedhof 13.09.1947

Adolph Becker

Adolph Becker

Prof. Dr. med., Facharzt für Chirurgie, Chefarzt der Hannoverschen Kinderheilanstalt.
Mitgesellschafter der “Privatklinik Berthastrasse GmbH” in Hannover.

Anlässlich des 70sten Geburtstages, 1941, hatte seine Schwester Käthe ein Lebensbild von Adolph geschrieben.
Adolph Becker „durchlitt“ seine Schulzeit in Hannover und machte im Herbst 1891 sein Abitur, begann sein Medizinstudium in Marburg und zog dann nach kurzer Studienzeit in Berlin nach Jena. Dort studierte er von 1894 – 1896 an der medizinischen Fakultät der Universität Jena und erhielt am 1. Juli 1896 nach bestandenem Staatsexamen die ärztliche Approbation und die Promotion unter dem 21.12.1896  (Q1)Unter dem 8.2.1947 bedankt sich Adolph Becker bei dem Dekan der Medizinischen Fakultät der Friedrich –Schiller – Universität  zu Jena „für die Erneuerung meines am 21. Dezember 1896 erworbenen Doktor-Diplomes anlässlich der 50. Wiederkehr dieses Tages“.

In einem Schreiben vom 22.XI.1946 seiner Schwester Käthe Becker an den Dekan der Med. Fakultät  der Universität Jena teilt sie einige nähere Stationen seines beruflichen Lebens mit:
„Nach Verlassen der Universität Jena hat er sich weiter fortgebildet als Assistent am Städtischen Krankenhause zu Hildesheim, am Augusta Hospital zu Bochum, an der Provinzial Hebammen Lehranstalt zu Oppeln, am Louisen Hospital zu Aachen, an der chirurgischen Universitätsklinik zu Rostock i/M. (Direktor: Geh. Rat Professor Dr. W. Müller). Hier habilitierte er sich 1907 für das Fach der Chirurgie unter Einreichung seiner Habilitationsschrift : „Die Verbreitung der Echinokokkenkrankheit in Mecklenburg“ (Q2) ,und wurde 1908 Oberarzt der Klinik. Zum 1.1.1912 verliess er Rostock, um die ihm angetragene Stelle als Chefarzt und Chirurg an der Kinderheilanstalt in seiner Vaterstadt Hannover zu übernehmen. Er beteiligte sich an der Gründung und Erbauung der „Privatklinik Bertastrasse G.m.b.H.“ und übte hier eine umfangreiche chirurgische Praxis aus. Im ersten Weltkriege war er von 1915 bis 1920 als Chirurg am Kiefernlazarett zu Hannover tätig und hat dabei eine sehr grosse und erfolgreiche Tätigkeit (vorzugsweise Knochenplastiken) entwickelt.

Am 31.12.1940 legte er sein Amt an der Kinderheilanstalt nieder und am 9.10.1943 gab er seine ärztliche Tätigkeit ganz auf, als durch einen feindlichen Flieger-Grossangriff Hannover auf´s schwerste zerstört wurde, der auch sein Haus und Eigentum vernichtete. Auch die Privatklinik traf das gleiche Schicksal, sodass sie für viele Monate stillgelegt werden musste. Er lebt seitdem im Ruhestande hier in einer Notwohnung Schopenhauerstrasse 10 bei seinen Geschwistern. “

Adolph Becker

Adolph Becker

Adolph Becker
Adolph Becker

 

 

 

 

 

 

 

 

Adolph Becker

Adolph Becker

 

 

 

Adolph und Käthe Becker

Adolph und Käthe Becker

 

 

 

 

 

 

 

 

Adolph und Käthe Becker

Adolph und Käthe Becker

 

 

Adolph Becker + Nora König

Adolph Becker + Nora König

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Adolph  Becker “hat sich besonders um die Ahnenforschung verdient gemacht. Auch fanden in seinem Hause alljährlich (mit wenigen kriegsbedingten Ausnahmen) die “Familientage” statt, an denen die Nachkommen seiner Eltern – und zwar im allgemeinen an einem dem 10.Oktober am nächsten gelegenen Sonntage – teilnahmen. Diese Familientage haben dazu beigetragen, bei den Vettern und Cousinen das Zusammengehörigkeitsgefühl wachzuhalten. Adolph hatte ein Haus in der Königstr.30 (im 2.Weltkrieg ausgebombt), in dem er mit seiner Schwester Käthe zusammen lebte. Nach dem Tode (seines Schwagers) Georg König zogen Tante Gretchen und Nora ebenfalls dorthin. Adolph und Käthe hatten in der oberen Etage des Hauses ein “Ahnenzimmer”. In diesem Zimmer, das etwa 10 qm gross gewesen sein mag, war an Bildern und Büchern nur, was mit Ahnenforschung zu tun hatte. Ausserdem wurden dort die sehr kostbaren “Ahnentassen” aufbewahrt. Als Kuriosität befand sich dort auch die Affenkapelle (Meissener Porzellan-Figuren) als Abbilder unserer “ältesten Vorfahren”. Die Ahnentassen sind gerettet worden, die meisten anderen Bilder etc. wurden im 2. Weltkrieg vernichtet.
Nach der Ausbombung zog Adolph mit Käthe, Gretchen König und Nora nach Kleefeld zum Bruder Rolf Becker.” (Q3)
1934 Verfasser des  “Becker-Baedeker” (Q4)

Adolph Becker war Besitzer des Hauses Hannover, Königstr.30; das Haus brannte am 9.10.1943 nach einem Fliegerangriff mit allen gesammelten Familienpapieren und zahlreichen Original-Ahnenbildern aus. Das Grundstück erbte seine Schwester Käthe,  die es als Erbbau-Grundstück verpachtete und nach ihrem Tode an ihre 9 Neffen und Nichten zu gleichen Teilen vererbte. Der Neubau wurde Mitte der 1950er Jahre von Architekt Dipl.Ing. Fritz Becker geplant und die Bauausführung überwacht.

Haus Königstraße 30 in Hannover

 
 Esszimmer in der Königstraße 30
An der Wand die Originalgemälde von
Jobst Friedrich Voigt und seinen drei Frauen.
(nach 1932 – der Auflösung der Familienstiftung
Gut Neuhof bei Schlüsselburg/Weser)
 
 
Königstraße 30, Hannover, 1959

Königstraße 30, Hannover, 1959

Königstraße 30, Hannover, 1959

 

1.  Inaugural-Dissertation „Pemphigus conjunctivae“
2.  Becker, Adolf: Die Verbreitung der Echinokokkenkrankheit in Mecklenburg. Eine Fortsetzung der
Madelung´schen Sammelforschung. Tübingen, Med. Hab. Schr. v. 1907, 191 S. (Rostock Hab.Schr.
Med / 3)      (Staatsbibl. Hamburg und [Münster] : UA 74843)
3.  Gernot Becker sen., Handschr. Aufzeichnungen, ca. 1960
4.  Becker, Adolph :  Die Vorfahren und Nachkommen des Dieterich Georg Becker, Färber in Uelzen
und seiner Ehefrau Luise Maria König aus Veerßen bei Uelzen. Hannover 1934