2048. Becker, Heinrich

Becker

12. Generation
2048.          Becker, Heinrich (Hinrich)
Papiermacher-Meister in Wernigerode-Hasserode, in der Papiermühle vor dem Westerntor.
1597  Bürgerrecht zu Wernigerode, (“Papiermacher, von Erfurt”). (Q1)
geb.  (Erfurt ?)                 get.  ..
gest. ..                             begr. Wernigerode 02.03.1608 (S.Sylvestri) ”den 2. Meister Heinrich Becker Pappirmacher zu S.Sylvestri begraben undt ein mittel Leichtuch gegeben worden.”
verh. I. Ehe in .. (vor 22.1.1598)   mit:
NN., Maria
geb.                begr. Wernigerode 26.11.1600 (S.Sylvestri)  ”Den 26. Heinrich von Erffurdt des Papirmachers Fraw”.  Als Patin 22.1.1598 und noch am 13.3.1600 W/Sy. genannt.
verh. II. Ehe in ..  Anfang 1601   mit:
2.049.             NN., Maria  (Lutterodt ???)
geb. …             gest.

Kinder:  aus I. Ehe
2048.1.  Becker, Anna
get. Wernigerode 10.08.1600 (S.Sylvestri)
“Den 10. Am Tage Laurentii, Heinrich Becker den Papiermacher eine Tochter Anna, Die Paten Hans Plock, Anna, Martin Fronßpergs des Apotekers fraw, und Anna, Hans Biefeters (?) Dochter”
begr. Wernigerode, S.Sylvestri  26.11.1600  (ebenso die Mutter)

(Martin Fronsperg stammte sehr wahrscheinlich auch aus Erfurt. Unter den Vorfahren der Plock,  die v.Tutensodt, also zur oberen sozialen Schicht gehörig, kein helfender Hinweis zu sehen. Zu Biefeter ?? nichts.) (Q2)

aus II. Ehe :
2048.2.  Becker, NN.
get. Wernigerode 10.12.1601 (S.Sylvestri)
“Eodem die. Heinrich Beckers Pappiermachers In der Not getaufft worden.”
begr. Wernigerode 11.12.1601 (S.Sylvestri)
“Den 11. Heinrichen Beckers Papiermachers Kindt begraben worden Zu S.Georg.”

2048.3.   Becker, Ascha
get. Wernigerode 07.11.1602 (S.Sylvestri)
“den 7: Heinrich Becker ein Söhnlein getauft undt Ascha genannt worden. Die
Tauffbaten sindt deß Stadt Vogts Dochter, des Schössers Sohn und Elias Kihlman”.
“Ascha” von Ascanius, ein Name in der Familie v. Reiffenstein und Lutterodt, letztere stellten zahlreiche Schösser in Wernigerode. 1601 wird Matthias d.J. Lutterodt  Amtsschösser, sicher dieser. Sein Bruder ist Ascanius Lutterodt, Bürgermeister zu Magdeburg. Deren Vater Ascanius Lutterodt, ist ebenfalls Schösser zu Wernigerode und mit seinen Brüdern und anderen Gesellschafter der Papiermühle vor dem Westerntor.
Elias Kihlemann=Keilmann war Ratsherr und Vater der Catharina Keilmann, diese verheiratet  mit Bartholomäus Heidenreich, Schösser, aber er war noch nicht dieser Schösser. Keilmann war mit der bekannten Familie Plathner, Bürgermeister und Apotheker (auch in Halberstadt), verwandt. Lutterodt und Plathner im DGB.)

2048.4.    Becker, Eliseus
= 1024.    Papiermacher-Meister in Volkmarshausen
get. Wernigerode 14.11.1604 ( 14.10.??) (S.Sylvestri)
“Den 14: Heinrich Becker ein sohnlein getauft undt Eliseus genandt worden: Sindt Eliseus Trappe, Gabriel Kilmans Hausfraw undt Matthias Suestmans (?) fraw die gefattern.”
(Nichts zu Suestmann   (fälschl. bei Jacobs: get. Wernigerode-Hasserode 24.10.1604)
gest. vor 1669

2048.5.     Becker, NN. (Tochter)
get. Wernigerode 05.08.1606 (S.Sylvestri)
“den 5. Heinrich Beckers Töchterlein getaufft, die Tauffpaten sindt Jacobus Witte
Amptschreiber, Bürg:  Pauli Donats Hausfraw und Jungfer Margaretha Reiffensteins.”
(Jacobus Witte verheiratet mit Ursula, To. des Heinrich Lutterodt. Paul Donat verheiratet mit deren Schwester Anna Lutterodt, seine Mutter eine Hayn. Mutter von Ascanius v. Reiffenstein eine Hayn, also auch ein Verwandter des Paulus Donat. In den Aufzeichnungen des Paulus Donat findet sich u.a., daß am 20.2.1584 ein Andreß Begker gestorben sei.)

2048.6.      Becker, Justina
get. Wernigerode 10.07.1608 (S.Sylvestri)    (nach dem Tode des Vaters)
“den 10. Heinrich Beckers Wittiben ein dochterlein getaufft und genanndt worden (Justina)
die Taufpaten sein, Sabina  B.M. Pulmans H(aus)frau, Justina Eliseus Trappen Hfrau undt
Heinrich Gütte.”
(Bürgermeister Michael Pulman war mit Sabina Storkaw verheiratet, Johann Storkaw war mit der Schwester des Ascanius Reiffenstein verheiratet. Heinrich Gütte dürfte eher Chüden heissen, Patrizierfamilie aus Salzwedel, ebenfalls mit Storkaw und Reiffenstein verwandt.)

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Der älteste uns bisher bekannte Vorfahre BECKER (Q3)  ist der “Meister Heinrich Becker” in Wernigerode-Hasserode.

Im Jahre 1597 erwirbt Heinrich Becker, Papiermacher von Erfurt, das Bürgerrecht zu Wernigerode. Er ist als Papiermacher auf der Papiermühle vor dem Westerntor tätig.(Q4) Gesellschafter dieser Papiermühle sind u.a. der Wernigeroder Schösser Ascanius Lutterodt mit seinen Brüdern.

In den Kirchenbüchern von Wernigerode wird er bezeichnet als
“Heinrich Becker”
“Heinrich Becker der Papiermacher”
“Heinrich der Papiermacher”
“Heinrich von Erfurdt”

Am 3.9.1598 wird begraben (W/Sy.)
“Eod. die   Heinrich des Papiermachers Magd”

Nach den Kirchenbüchern der Wernigeroder Oberpfarrgemeinde wird er von Eduard Jacobs (Q5) genannt. Danach ist er im Jahre 1600 als Papiermeister in Hasserode nachweisbar und am 2.März 1608 dort begraben worden.
Mit diesen Angaben stimmt gut überein, daß aus dieser Zeit zahlreiche Wasserzeichen stammen, die zweifellos auf Heinrich Becker zu beziehen sind. (Q6)
Das Zeichen A. mit dem vollen Namen HINRICH BECKER als Umschrift, enthält das Ortswappen von Hasserode, während das pfeildurchstochene Herz des Wasserzeichens B. mit einiger Wahrscheinlichkeit zugleich Heinrich Beckers Siegelbild gewesen ist (Q7)

Jacobs  beschreibt das Wasserzeichen B.: “..das in einem gekrönten Schilde ein flammendes, von rechts nach links schräg von einem Pfeile durchstochenes Herz und in dem oberen und dem linken unteren Ende des Schildes je einen Stern sehen läßt, rechts und links vom Schilde die Namensbuchstaben H.B. Wir werden dieses Papier als ein Erzeugnis der Fabrikation des Heinrich Becker anzusehen haben, der, wie wir schon sahen, im Jahre 1608 starb.”

Nach einer anderen Quelle (Q8)  werden zwei Kinder erwähnt. Es heißt dort:  ” … Am 24. Oct.1604 nennt der Papiermacher Heinrich Becker nach ihm (Elisaeus Trappe), als Gevatter, ein Söhnchen Elisaeus. Am 10.Juli 1608 aber hebt Elisaeus Trappes Frau Justina ein nachgeborenes Töchterchen desselben Papiermachers aus der Taufe, das nach ihr genannt wird.

Nach neueren Forschungen hat sich ergeben, daß Jacobs (Q9)  hier einem Irrtum erlegen ist. Die Taufe des Eliseus Becker fand am 14.11.1604 (nicht 24.10.) in Wernigerode, S.Sylvestri, statt.) (Q10)

Heinrich Becker war zweimal verheiratet. Die Traueintragungen sind beide nicht in Wernigerode zu finden. Seine erste Ehefrau heisst MARIA. Ihr Vorname ist nur aus einer Pateneintragung vom 13.3.1600 in Wernigerode, S.Sylvestri, bei der Tochter Anna, des Bergmanns Heinrich Regendantz angeführt, als “Heinrich des Papiermachers seine Frau Maria”.

Am 10.8.1600 lässt der Papiermacher Heinrich Becker eine Tochter Anna taufen und am 26.11.1600, nur dreieinhalb Monate später, wird sie in Wernigerode, S.Sylvestri, begraben , ebenso die Mutter:
“Den 26. Heinrich von Erffurdt des Papirmachers Fraw.”

Bereits kurz darauf muß Heinrich Becker sich wieder verheiratet haben, denn schon am 10.12.1601 ist ein Kind “Heinrich Beckers in der Not getauft worden” und am folgenden Tag, dem 11.12.1601 “Heinrichen Beckers Papiermachers Kindt begraben”.

Der Name seiner zweiten Frau lässt sich ebenfalls nur über eine Patenschaft feststellen. Am 8.7.1607 steht bei “Zacharias Baruerts Döchterlein” in der Kirche S.Sylvestri als Patin
“Maria Heinrich Beckers Hausfraw”.

Fünf Kinder aus zweiter Ehe werden zwischen 1601 und 1608 getauft, wobei die Familien der Paten auffallen. Es handelt sich um die Lutterodt, Hayn, v. Reiffenstein, Keilmann, Witte, Donat, Pulmann, Storkaw, alte Wernigeroder Familien. Die Vermutung liegt nahe, daß die Patenschaften nicht nur wegen der Gesellschafter-Beteiligungen der Lutterodt an der Papiermühle vor dem Westerntor angenommen wurden. Vielmehr ist anzunehmen, daß Maria, die zweite Frau von Heinrich Becker, aus einer dieser Familien entstammte.

Im Bürgerbuch von Wernigerode sind keine Kinder des Heinrich Becker genannt. Ob seine Witwe nach 1608 sich wieder verheiratet hat, ist ungewiss. In den Kirchenbüchern von Wernigerode ist darauf kein Hinweis zu finden. Ob sie mit der “Vidua Berckers” identisch ist, die in W/Sy. 1.11.1618 den Andreas Lappe heiratet, ist nicht ersichtlich.

Bisher bekannte Patenschaften, die Heinrich Becker oder seine Ehefrauen übernommen haben:

Maria – die erste Frau von Heinrich Becker als Patin:

get. W/Sy. 22.1.1598
“Merten Creutzer Sägemüller vor dem Beerberge Eine Tochter Margaretha getaufft. Die Pathen die Müllersche zu Harßroda die Papiermachersche Heinrich von Erffordts fraw und Ein Gesell von Rethmars mühle.”
(Merten Creutzer nicht im Bübu, aber erw. 1617 mit Bruder Hans Kreutzer und Schwester Ilsabey oo Diderich Körber – üblich sind immer 3 Paten).

get. W/Sy. 13.3.1600
“Heinrich Regendantz ein Bergman fürm (?) Berberge (?) eine Dochter Anna, Die Pathen Merten Creutziger der Sägemüller daselbst, Heinrich des Papiermachers seine Fraw Maria und Hans Thomas (??) des Mollers zu Harßroda seine Dochter Anna”.
(Heinrich Regendantz nicht im BüBu. Harßrode = Hasserode oder Harzgerode ?  Das ist zweifelsohne Heinrich Beckers erste Frau Maria.)

Maria – die zweite Frau von Heinrich Becker als Patin:

get. W/Sy. “Amm X1.” (nach 16.1.!) 1.1602
“Kersten Mären Müller in d. Steinmühlen ein Döchterlein getaufft und Maria genant worden, die Tauffpaten sindt, Zacharias Lilien (?), Hans Rethmars Hausfraw und Heinrich Beckers pappiermachers Hausfraw.”
(Kersten Mären nicht im Bübu)

get. W/Sy. 8.7.1607
“Zacharias Baruerts Döchterlein getaufft undt …(fehlt) genandt worden die Taufpaden sein Frona Peter Spieses Haußfraw  Maria Heinrich Beckers Hausfraw und Vallenthin Rautten.”
(Einen anderen Heinrich Becker gab es zu dieser Zeit offensichtlich nicht. Zacharias Baruert nicht im Bübu).

Heinrich Becker als Pate :

get. W/Sy. 28.6.1599
“Valtin Rotten zwo Dochter, der Zwilling eines Catharina getauffet worden, die Paten waren, Heinrich N. von Erfurdt, Henning Rieffestals Frawen, und Valentin Sterzewins Dochter Catharina, das ander ungetauft und todt auf die welt kommen.”
(Valtin Rothe Bürger 1584, Steffen Thilen Schwager).

get. W/Sy. 20.11.1605
“Heinrich Regentanz döchterlein getaufft undt Margaretha genant worden, die Tauffpaten sein, die Müllerin zu Harschroda, Heinrich Becker, und Greger Thomas.”

get. W/Sy. 29.12.1607
“Hans Heyers Söhnlein getaufft worden undt …(fehlt) genandt worden  die taufpaden sein Meister Heinrich Becker Papiermacher, And. Cramer, Bahnß giltners dochter.”
(Bahnß wohl Kurzform von Tobanus, kommt vor, nicht im Bübu.
Hans Heyer Bürger 1583, von Dersem, hat Simon Hobeyes (=Howeges?) Tochter gefreit.)

(1609 + 1610 keine Eintragungen wegen Becker) (Q11)

Die Wasserzeichen  von     HEINRICH  BECKER

Wasserzeichen Heinrich Becker 1608

Das Zeichen A. mit dem vollen Namen HINRICH BECKER als Umschrift, enthält das Ortswappen von Hasserode, während das pfeildurchstochene Herz des Wasserzeichens B. mit einiger Wahrscheinlichkeit zugleich Heinrich Beckers Siegelbild gewesen ist. (Q12)

Wasserzeichen von Heinrich Becker 1608

 

 

 

 

 

Das Gebiet vor dem Westerntor nach dem Plan von 1749 (Q13)
“Für die Geschichte der einzelnen Papiermühlen in Hasserode bildet das heute noch stehende
Westerntor, welches der Geologe seinem Plan obenan gesetzt hat, einen historisch wertvollen Richtpunkt, und die Abb.8, eine Teilskizze des Planes von 1749, zeigt uns gleich die erste Papiermühle; daß sie die untere Papiermühle genannt wurde, war jedenfalls logisch und korrekt, wie auch die Bezeichnung “Vordermühle” ebenso verständlich ist.  Nach Bericht .. gilt dieses Werk, welches schon 1544 vorhanden war, als älteste Papiermühle an der Holtemme, … Vor dem Westerntor lag nur ein schmales Stück gräfliches Gebiet, an welches sich sogleich königliches Territorium anschließt (siehe Plan) und zur Zeit Friedrich des Großen finden wir die untere Papiermühle bereits als Königliche Papier- u. Sägemühle mit zwei Wasserrädern verzeichnet.”

Das Gebiet vor dem Westerntor - 1749

Das Gebiet vor dem Westerntor – 1749

Namensträger BECKER in und um Wernigerode, die nicht eingeordnet werden können:

Ein möglicher älterer Sohn von Heinrich Becker könnte der Papiermacher MORITZ BECKER (Q14) sein, um 1627 Papiermacher in Heiligenstadt, später dann, bis zu seinem Tode 1663, in Mühlhausen in Thüringen. Moritz Becker war “bürtig vom Andreasberge aufm Hartze”. Das würde dann bedeuten, daß Hinrich Becker vor seiner Tätigkeit in Hasserode – 1597 Bürgerrecht in Wernigerode  – als Papiermacher in Andreasberg arbeitete. Hierfür fehlen aber noch, abgesehen von den Angaben in der Leichenpredigt für den Sohn von Moritz Becker, Christoph Becker – Papiermacher in Mühlhausen, alle Daten.

MORITZ BECKER
1627, Papiermacher in Heiligenstadt, später als Papiermacher in Mühlhausen/Thür.
Abb. seines Wasserzeichens bei Weiß (Q15)  aus Heiligenstadt und Mühlhausen nachstehend.
geb.  Andreasberg (“bürtig vom Andreasberge aufm Hartze”) (Q16)
begr. Mühlhausen/Thür. 1663  (Q17)
verh. in    (vor 1627) mit
ANNA SCHMALTZ
geb.  Rammenspring;          gest. Mühlhausen/Thür.  1664

Sohn:
1. CHRISTOPH BECKER  (Q18,19)
Papiermacher in Mühlhausen, Papiermühle Reiser;
geb.  Heiligenstadt/Thür. 22.11.1627;
get.  Heiligenstadt (Pate: Christoff GERWIN, Bürger u. Gastwirt in Heiligenstadt)
gest. Mühlhausen 08.04.1707;     begr. ebd. 10.04.1707 (“auf dem Gottesacker B.M.V.”)
verh. I. Mühlhausen  “di Martini” 1646 mit
REBECKA WEHRMANN  (Q20)
Tochter  von Jobst Wehrmann, Bürger und Handelsmann in Mühlhausen
geb. Mühlhausen 21.11.1625
gest. Mühlhausen 31.07.1671        begr. Mühlhausen 02.08.1671
verh. 2. Ehe. Mühlhausen 07.05.1672 mit
EVA SUSANNE ENGELHARDT
Tochter des Georg Engelhardt, Bürgermeister von Mühlhausen
geb.  Mühlhausen;           gest. nach 1713  (Q21)

Tacke  (Q22)  führt als Vergleich zu den Wasserzeichen des Heinrich Adam Becker (siehe Seite 1024.3.1.) PM an der Papiermühle zur Arensburg, unter den laufenden Nummern 63A) bis  63C) drei Wasserzeichen aus der PM Mühlhausen-Reiser unter dem Meister Christoph Becker an. Diese Wasserzeichen sind nachstehend abgebildet.

PM Mühlhausen-Reiser

Wasserzeichen von Christoph Becker - Mühlhausen

Wasserzeichen von Christoph Becker – Mühlhausen

 

Wasserzeichen des Heinrich Adam Becker (siehe Seite 1024.3.1.)
Heinrich Adam war ein Enkel von Elisäus Becker.

Wasserzeichen von Heinrich Adam Becker

Wasserzeichen von Heinrich Adam Becker

 

 

 

 

 

Die Wasserzeichen des Meisters in Heiligenstadt              MORITZ BECKER     (….-1663)
                                                            

 

Moritz Becker - Heiligenstadt 1624

Moritz Becker – Heiligenstadt 1624

 HEILIGENSTADT 1624
Das “Martinspapier” von Heiligenstadt zeigt im Wasserlinienbilde St.Martin, den volkstümlichen Heiligen und Schutzpatron des ehemaligen Erzstifts Mainz. Das Wasserzeichen ist von 1622 bis Ende der 1680er Jahre in drei verschiedenen Gestaltungen gebraucht worden. 1622-1625 erscheint Martinus hoch zu Roß als streitbarer Bischof mit Schwert und Sporen, die Radfahne weist auf die Zugehörigkeit zu Kurmainz. Vor dem Pferde kniet der Bettler. Dem Papier- und Formenmacher diente als Vorlage wohl das Stadtsiegel, das heute noch diese Darstellung – ohne den Bettler – zeigt. Im Wasserzeichen aus der Zeit von Moritz Becker aus Mühlhausen, dem Pächter der damals v.Zwehl’schen Papiermühle geführt.
In allen Fällen fehlt ein Gegenzeichen. Es war auch nicht erforderlich, da es weit und breit nur eine Papiermühle gab, die dieses Wasserzeichen führte.

23)REISER BEI MÜHLHAUSEN UM 1670   -  Moritz Becker
Postreiter-Wasserzeichen kommen bei verschiedenen Papiermühlen vor. Die Besonderheit dieses Wasserzeichens liegt darin, daß neben der Mühlhaue, die als Wahrzeichen aus dem Stadtwappen auf Mühlhausen weist, das Wort PAX steht.

Wasserzeichen Mühlhausen 1670 - Moritz Becker

Wasserzeichen Mühlhausen 1670 – Moritz Becker

Wasserzeichen von Moritz Becker auf der Papiermühle Reiser bei Mühlhausen. Das redende Zeichen des Mohrenkopfes ist von seinen Namensinitialen begleitet, dem Schriftband mit verstümmelten Buchstaben ist eine Bretzel angehängt. Das Filigran ist in der Zeit zwischen 1658 und 1680 wiederholt belegt. (Q24)

SAMUEL (SALOMON) BECKER
1622 erwirbt SALOMON BECKER das Bürgerrecht in Wernigerode, ohne Herkunftsangabe. (Q25)
1624 Siegelnachweis für Salomon Becker (ein Kessel=Becken (ß) auf drei Beinen mit drei darin          steckenden Gerätschaften, darüber Buchstaben S.B.) sowie einen von 1632 (Siegelbild  unkenntlich -ein Tier ? – darüber eine Krone (?). Es ist in Wernigerode durchaus nicht  ungewöhnlich, daß eine Person verschiedene Siegel benutzte.
1624 auf der Papiermühle Wernigerode erwähnt. (Q26)
1631,  21.01.1631 W/J. “hat Samuel Becker Ein unechtes Tochterlein Teuffen Lassen”.
1634,  27.10.1634 W/J. “Salomon Becker Kind Andreas (get.) eine Unechte geburdt.”
1652,  23.08.1652 W/J. Maria, “Samoel Beckers” (so!) Tochter Patin,
am 23.08.1657 dieselbe ebenda als seine nachgelassene Tochter Patin.
Sein Tod in Wernigerode 1652-57 in allen drei Kirchen nicht verzeichnet. Seine Trauung 1605-1626 nicht in W/Sy. oder W/J.
In W/Sy. 1620 – 1657 keine Kinder von ihm getauft.
geb. – ? -    ;    gest. (vor 23.08.1657)

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JOHANNES BECKER
get. Wernigerode (S.Sylvestri) 1629  -  Name des Vater verblichen.

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CURT BECKER
1614 erwirbt er das Bürgerrecht in Wernigerode, dabei als Müller bezeichnet.
verh. Wernigerode 20.09.1612 (St.Johannis) mit
LUCIA (?) FEWERHANEN    (Curt Fewerhanen nachgelassene Tochter)
(1612 sein Name da nicht zu lesen, aber 1624 beim Hausverkauf von Curt Fewerhanens Witwe erwähnt).

21.01.1618 in W/J. “Catharina, Curt Beckers des Newen Müller To.”  getauft.

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JACOB BECKER
1699, 12.06. läßt Jacob Schönert in Wernigerode für seine vier Söhne einen Geburtsbrief beschwören. 1. Zeuge ist hierbei

“JACOB BECKER, Bürger und Conventual aufm S.Nicolai Hofe”
Er könnte der Jacob Becker sein, der 1649 das Bürgerrecht in Wernigerode erwirbt. Vermutlich identisch mit dem Jacob, der für die Kinder seines Bruders Jürgen einen Geburtsbrief beschwören läßt, beide aus Osterwieck, Söhne des Bürgers und Böttchers ebd. Hans Becker.

Außerdem  gibt es aber noch einen Jacob Becker, der 1682 das Bürgerrecht in Nöschenrode erwirbt, der aber sicher ausscheidet, da vermutlich zu jung, um als Zeuge für einen GBr. zu agieren.

Weitere Jacob Becker nicht im Bürgerbuch.

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PAUL BECKER
Die Familie Becker, Nachtrag zum Jahrbuch XVII S.125ff.  (Q27)

“Vor fast einem halben Jahrhundert habe ich im Jahrbuch der Männer vom Morgenstern Bd.XVII s.125ff eine Darstellung der Geschichte der Familie des Hadeler Gerichtsverwalters Paul Becker (geb. Wernigerode 1587, gest. Otterndorf 1644) in schematischer Form gegeben. Nachdem ich in neuerer Zeit meine genealogischen Studien wieder aufgenommen habe, sei mir gestattet, auf jene kleine Darstellung zurückzukommen und dabei auf eine Frage einzugehen, die für die Hadeler Familiengeschichtsforschung von einiger Bedeutung ist: Wer war Paul Beckers Ehefrau?

Nach den Personalien zur Leichenpredigt auf die Ehefrau des Pastors Joachim von Seth (von Seht) zu Nordleda, Catharina geb. Becker, war deren Großmutter, eben Paul Beckers Ehefrau, eine geborene Neukamp. Schmeelke hat in seinen Nachrichten über die Familie Becker den Namen Dorothea als ihren Namen nachgetragen. Demgemäß habe ich als Ehefrau des Paul Becker Dorothea Neukamp bezeichnet.

Zwar schien dieser Annahme zunächst eine Eintragung im Verzeichnis der Getrauten von St.Sylvestri zu Wernigerode von 1614 des Wortlauts “cop. July den 11. Paul Becker und Lucia Lutterorts” zu widersprechen. Indessen ließ sich der Widerspruch beseitigen, wenn man mit dem Wernigeroder Archivrat Dr.Eduard Jacobs in dem Paul Becker dieser Urkunde einen Namensvetter des späteren Otterndorfer Gerichtsverwalters, nämlich den Sohn des Hofpredigers Nikolaus Becker (+1610) von der Wernigeroder Kirche St.Johannis sieht. Doch ließ sich nicht übersehen, daß auch gegen diese Lösung der Frage Einwände erhoben werden können, worauf ich schon a.a.O.S.130 hingewiesen habe. Zum einen muß Bedenken erregen, daß die Eheschließung nicht zu St.Johannis, sondern zu St.Sylvestri erfolgt ist, an der der Vater des späteren Otterndorfer Gerichtsverwalters tätig war. Zum anderen bleibt die Frage offen, warum einer Enkeltochter des Gerichtsverwalters der Name Lucia beigelegt wurde.

Eine neuere, gründliche Beschäftigung mit der Genealogie Becker hat nun zu folgendem Ergebnis geführt:

Paul Becker hatte einen Sohn, Augustus Becker, Pastor in Nordleda (geb. Otterndorf 1619, gest. Hamburg 1676), der mit Catharina Langenbeck, einer Tochter des Pastors Jürgen Langenbeck, in Nordleda und seiner Frau Catharina, einer Tochter des Altenbrucher Diakons Johann Turban verheiratet war. Da die Kirchenbücher der Gemeinde Nordleda verhältnismäßig weit zurückreichen, sind wir über die Namen der Kinder dieses Ehepaars bestens unterrichtet. Von ihnen erhielt der älteste Sohn (geb.1654) den Namen Paul, die älteste Tochter (geb.1655) den Namen Catharina, die zweite (geb.1657) den Namen Lucia und der zweite Sohn (geb.1661) den Namen Jürgen. Zieht man in Betracht, daß zu der in Rede stehenden Zeit der Brauch bestand, die ältesten Kinder nach den Großeltern zu benennen, wird man zu dem Ergebnis kommen müssen, daß der erste Sohn nach dem väterlichen Großvater, der zweite nach dem mütterlichen Großvater und die älteste Tochter nach der mütterlichen Großmutter benannt worden ist. Alles spricht dafür, daß die zweite Tochter den Namen der väterlichen Großmutter erhalten hat, einen Namen, der dann übrigens wieder einer Tochter der ältesten Tochter des Pastors Augustus Becker, der Catharina von Seth (von Seht) geb. Becker, beigelegt wurde.

Danach müssen sowohl die Angaben der erwähnten Leichenpredigt wie die Angaben Schmeelkes über den Vornamen der Ehefrau Paul Beckers unrichtig sein. Entgegen Jacobs und mit der Verfasserin der Familiengeschichte Lutteroth wird man vielmehr als Ehefrau des Otterndorfer Gerichtsverwalters Paul Becker Lucia Lutteroth anzusehen haben. Die erwähnte Eintragung im Kirchenbuch von St.Sylvestri zu Wernigerode bezieht sich mithin auf den Gerichtsverwalter.

Eine gewisse Stütze findet diese Beurteilung der Dinge auch in dem Vornamen Johannes den einer der Söhne des Gerichtsverwalters trug. Wir erfahren von seiner Existenz durch die Akten über einen Rechtsstreit Wernigeroder Bürger gegen den Rat zu Wernigerode. Im Verlauf der Auseinandersetzung bezeichnet am 1.April 1636 der junge Wernigeroder Organist Johannes Becker “die Kinder des Organisten Paul Becker des Aelteren zu Otterndorf im Lande Hadeln” als seine Geschwister (Mathilde Lutteroth, Das Geschlecht Lutteroth. Hamburg 1902,S.128). Offenbar hat dieser Sohn den Vornamen des mütterlichen Großvaters erhalten, war doch Lucia Lutterodt eine Tochter des Wernigeroder Stadtvogts Johan Lutterodt (geb.1557, gest.1608). …”

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BERCKER : (Q28)
1618, am 01.11., heiraten in Wernigerode, S.Sylvestri,
ANDREAS LAPPE u. Vidua (?) BERCKERS
Andreas Lappe ist nicht im Bürgerbuch Wernigerode und Nöschenrode verzeichnet.  Kein passender Tod BERKER dazu, aber:
1615  läßt ein MORITZ BERKER ein Kind begraben, vielleicht ist die “Vidua Berckers” dessen Witwe ?.

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BEGKER
“In den Aufzeichnungen des Paulus Donat findet sich u.a., daß am 20.2.1584 ein Andreß Begker gestorben sei.)

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 Wernigerode,            Taufen S.Sylvestri, 1596 – 1610
Begraben S.Sylvestri, 1597 + 1598
mit Bezug auf Papiermacher bzw. wenn sie im weiteren Sinne mit der Familie Becker im Zusammenhang stehen könnten.

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 get. W/Sy. 23.11.1596
Berndt Otten Papiermachers einen So. … (fehlt)    -          (Bürger 1594, von Gifhorn)

get. W/Sy. 21.3.1597
Valtin Planur So. Jürgen      (Pate.3.: Lorentz rinckharts (?) Papiermachers fraw (dieser nicht im Bübu))

get. W/Sy. 8.5.1597
Henning Rimann ein So. Albrecht    –      P.1. Albrecht Duderstadt Papiermacher (dieser nicht im Bübu)

get. W/Sy. 19.5.1597
Jurgen Marnholtz 2 Kinder, So. u. To.;   zur To.:      P.1. Lorentz der Papiermacher uff der Heide

begr. W/Sy. 25.8.1597
“den 25. Dem Papirmacher vorm Western Thor im Tum wonhafftig eine Tochter uff S.Georgen (?) Hofe begraben. Ist die Erste gewesen so aus der Stadt hinaus getragen. ” (Dieser letzte Satz ist durchgestrichen)  (-Pestzeit-).

begr. W/Sy. 14.9.1597
“Hansen Rethmer Papiermacher Eine Tochter begraben zu S.Jorgen. Ein leichtuch Habe ich nicht bekohmen.”

get. W/Sy. 1597
Hansen Becker So. Andreas
P.1. Matthias Lutterodt
2. Hans Matern
3. Pauell Donathen Hausfraw

get. W.Sy. 3.2.1598
Hansen Hildebrand eine To. (NN)    /  P.2. Hansen Beckers frawe

begr. W/Sy. 8.7.1598
Laut Reg. “ein Papiermacher-Kind”  –
(Seite beschädigt, zwei Einträge am 8.7., aber in der Kopie nicht mehr leserlich).

get. W/Sy. 21.7.1598
Meister Balzer Glaser Papiermacher zu Häßroda eine To. Veronica
P. 1. Daniel Borchardt
2. Lorenz Trosts To. Anna
3. des Kesselmüllers fraw

get. 2W/Sy. 3.8.1598
Henni Boteger So. Laurentius
P.1. Lorenz der Papiermacher

get. W/Sy. 17.3.1599
Johannis Telemanni gewesenen Medicus seligen nachgelassene Wittwen einen Sohn Ascha
P.1. Ascha Reiffenstein
2. Mattias (?) Lutterodt
3. Elias Keilemans Hausfraw Magdalena

get. W/Sy. 27.10.1600
George Pauß Papiermacher So. Caspar
P.1. Meister Balthasar Schöner Papiermacher
2. Paul Donats Fraw
3. Elisabeth Hans Krüpern (?) s.n.Dochter

“in Höltenklinken bei Bad Oldesloe gab es ab 1593 eine Papiermühle, die von dem Werningeroder Papiermacher Georg Paust mit aufgebaut wurde  Offenbar hatte er sich dabei finaziell übernommen, so das er im folgenden Jahr wieder Höltenklinken verließ und wieder nach Werningerode ging.” (Q33)

get. W/Sy. 20.10.1600
Hans Ritmer den Papiermacher eine dochter Matthias (so !??)
P.1. Baltzer Glasern Papiermacher
2. Cort Wiese junior
3. Matthias (?) Hafferungs Frawe

get. W/Sy. 24.6.1601
Brand Bosse ein Discher So. Conrad
P.1. Jacob Steinmeissel Papiermacher  –  (Jacob Steinmetz, Papiermacher, 1584 Bürger, wohl derselbe)

get. W/Sy. 5.12.1601
ward getaufft    (fehlt) Bärwekens (?) papiermachers S. Andreas     (nicht im Bübu)

get. W/Sy. 17.9.1607
Hansen Schuemans Sö.  … (fehlt)
P.1.  Jost Wyman (?) der Kupper Schmitt
2.  Maria Stattvogedes (darüber: Lutterodes)
3.  Curt Schönertt

begr. W/Sy. 27.8.1613
“ein pappirmacher welchen der Schlag gerühret begraben”

Anschriften und Unterlagen die noch zu überprüfen sind: (Q29)
Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Außenstelle Wernigerode
Lindenallee-Orangerie,  38855 WERNIGERODE

Rep. H.Stolb.-Wern. H.A.Wern. B 86:
u.a. Erbbriefe über Mühlen bei Wernigerode           Oft mit Siegeln und Original-Unterschriften)

Rep. H.Stolb.-Wern. H.A.Wern. C – A VI. :    Mühlen

Rep. H.Stolb.-Wern. H.a.Wern. F 2 :             u.a. Erbsachen, Tausch- und Kaufverträge

Rep. H.Stolb.-Wern. H.A.Wern. F 13 usw. :             Stadtvogteigericht: Parteisachen
(ganz hervorragende Quelle, Erb- u. sonst. Auseinandersetzungen, alphabetisch, 1593 – ca. 1670)

Stadtverwaltung Wernigerode  – Stadtarchiv, 38855 WERNIGERODE
Rep. XVII.7. Nr.778-782 :          Mühlen 1561 – 1922
Rep. XXVI.9. Nr.7757 : Prozesse, Nachlässe, Vormundschafts-, Ehe- und andere Sachen    1570 – 1640
Rep. XXXV.1. Nr.4281:             Ratshandelsbuch 1597-1604
Rep. XXXV.1. Nr.4282:             Ratshandelsbuch 1604-1614
(Die beiden Ratshandelsbücher sind besonders wichtig.
Vielleicht nach dem Tod der ersten Frau eine Auseinandersetzung um den Nachlass ?
Sehr wahrscheinlich sind nach dem Tod des Ehemanns 1608 Vormunde für die Witwe und die Kinder bestellt worden, das war üblich und findet sich kurz darauf in den Ratsprotokollen, die hier offensichtlich mit in den sogen. Ratshandelsbüchern aufgenommen wurden. Sie sind ohne  Register!

Bibliothek u. Archiv des Ev. Ministeriums
Comthurgasse 8,  99084 ERFURT          (Tel. 0361-64615146)
KB der Barfüßerkirche  (ab 1572/1573 vorhanden).

PATENFAMILIEN          die evtl. für weitere Forschungen von Interesse sein könnten

TRAPPE:
Elisäus Trappe erwirbt 1599 das Bürgerrecht, ohne Herkunftsangabe.
Kein Geburtsbrief zu Trappe.
Nichts zu Trappe in Erg.-Kartei, nichts in W/J., nichts in W/L. (Q30)
In W/Sy. : † 3.3.1620 Walborch Trappen,
Taufe 1626 Maria, Jochim Trappen Tochter,
Taufe 1638 eine Tochter der Witwe des Ernst Trappe von Benzingerode getauft. (Q31)

Bei Jacobs  findet sich über TRAPPE:   (Q32)
(Erläuterungen zu den Siegeltafeln) – XIV, 111. Elisaeus Trappe 1615.

“Was in Nr.111 der Bürger E.Tr. im Schilde führe, ist nicht schwer zu bestimmen. Es ist, als redendes Wappenzeichen, der in Deutschland und dem mittleren Europa nicht seltene Strichvogel, die Trappe otis tarda. Als Schildhalter steht, wie um diese Zeit häufig, eine Engelsgestalt mit ausgebreiteten Flügeln dahinter, und der Schild ist von den Anfangsbuchstaben des Namens E T beseitet. Von der Familie gilt dasselbe, wie von den Kruper, dass sie nämlich aus Halberstadt in der 2.Hälfte des 16.Jahrh. einwanderte. Am 7.April 1573 gestattete das S.Paulsstift daselbst, nachdem es vor Jahren Herrn Tilemann Tr., seiner Frau Margarete und deren Kindern Anna und Elisaeus auf Lebenszeit eine neu zu bauende wüste Hausstätte verkauft hatte, dass Margarete und die genannten Kinder Haus und Hof verkaufen. Die Urkunde lässt in Tilemann Tr. auch erst einen Einzögling der Bischofsstadt annehmen, und dürfen wir wohl mit Sicherheit in ihm dieselbe Person erkennen, die in den Halberstädter Kirchen-Visitation von 1589 gelegentlich als Pfarrer zu Wegeleben erwähnt ist. Elis.Tr., der 1573 jedenfalls noch minderjährig war, zog bald nach 1587 in das benachbarte Wernigerode. Am 24.Oct.1604 nennt der Papiermacher Heinrich Becker nach ihm, als Gevatter, ein Söhnchen Elisaeus. Am 10.Juli 1608 aber hebt E.Tr.s Frau Justina ein nachgeborenes Töchterchen desselben Papiermachers aus der Taufe, das auch nach ihr benannt wird.

Elisaeus Tr. starb 1620 und seine Witwe schenkte 100 Gulden an die U.L.Frauenkirche, wo sie wohl wohnte. Eine Wolborch Trappen wurde allerdings am 3.März 1620 zu S.Silvestri begraben. Am 18.Dec.1626 steht hier Marie, die Tochter eines Joachim Tr. und vermutlich Elisaeus’ Enkelin, Gevatter. Hiermit verschwindet die Familie schon wieder aus unserer Stadt, wo sie also etwa nur ein Menschenalter gewohnt hatte. Nicht unerwähnt mag bleiben, dass ums Jahr 1470 ein Hans Tr. in Wern. als Mitbürge bei einer Urfehde erscheint: Hans Trappe, Clauwes Rokol, Hans uth der Molen hebben gheloveth von der orfeyde Jurgen Wisschepels unde Jurgen Bonen.

“Als Papiermarke findet sich das hasserödische Wappen auch auf einem von einer Hand des ausgehenden 16.Jahrh. geschriebenen Auszuge… . Der Zinnenbalke, der auch zwischen zwei Straussenfedern aus dem Helme hervorwächst, steht auch hier in dem senk- recht getheilten Schilde, während links ein wohl die Buchstaben F und T verbindendes Monogramm zu sehen ist. Da wir einen Elisaeus Trappe unter den Papiermachern fanden, so möchte man wenigstens an seine Familie denken.”

Quellenangaben:

1.  Alle Forschungen in Wernigerode: Alexander Niemann, Berlin,
2.  Niemann, Alexander : 2. + 23.7.1996
3. Tacke, 7.2.1972
4.  Niemann, Alexander, 4.6.1996
5.  Jacobs, Papierfabrikation, 1882
6.  Tacke, 7.2.1972
7.  Tacke, 7.2.1972
8.   Jacobs, Urkundenbuch
9.   Jacobs, Urkundenbuch
10. Niemann, Alexander : 2.7. und 23.7.1996
11. Niemann, Alexander : 2. + 23.7.1996
12. Tacke, 7.2.1972
13. Hößle, Friedr. v. : Papiermühlen Provinz Sachsen, 1929
14. LP Christoph Becker, St.L.P.S.4386
15. Weiß, Karl-Theodor : Wasserzeichenkunde, 1962
16. LP Christoph Becker, St.L.P.S.4386
17. Mitteilung von Dr. Walter Kästner, Hamburg
18. LP Christoph Becker, St.L.P.S.4386
19. TACKE I.; Seite 213-214,223;
20. LP Rebecka Becker, St.L.P.S.44495
21. TACKE I.; Seite 213-214,223;
22. TACKE II.
23. Weiß, Karl-Theodor : Wasserzeichenkunde, 1962
24. Weiß, Karl-Theodor : Wasserzeichenkunde, 1962
25. alle Angaben zu Wernigerode: Niemann, Alexander : 2. + 23.7.1996
26. Zeitschr. d. Harzvereins, Jg. 24
27. Siebs, Benno Eide : Familie Becker
28. alle Daten zu Wernigerod von Niemann, Alexander : 2. + 23.7.1996
29. Niemann, Alexander : 2. + 23.7.1996
30. Niemann, Alexander : 2. + 23.7.1996
31. Niemann, Alexander : 2. + 23.7.1996
32. Jacobs, Urkundenbuch
33. Mitteilg.Guido Levin Weinberger 28.12.2014