256.6. Becker Johann Gottfried

Becker I

256.6. Becker, Johann Gottfried
Sohn von Johannes Becker, Papiermacher in Klein Lengden, ab 1732 in Weende, und Anna Catharina Kabold.

Papiermacher-Meister zunächst in Waake, 1747 kaufte er die Wedemeyersche Oelmühle unter dem  Hagenberge bei Moringen, die er als Papiermühle ausbaute.     (Mühle in Moringen)
1753 in Konkurs.

get. Klein Lengden 08.05.1713
gest. ..
verh. Moringen  04.05.1745  mit
Griese, Marie Christine
To. des Bäckermeisters Caspar Griese in Moringen, und Dorothee Rosine geb. Nolte.
geb.  Moringen 13.2.1728 (evang.); Konfirmation 1741 in Moringen
(Anmerkung: Aus den Moringer Registerabschriften geht nicht hervor, ob es sich um Geburts- oder Taufdaten handelt.)
gest.

Kinder:   nicht bekannt

 

“Weder der Papiermeister Johann Siegmund Becker ‘zu Wehne’[1] noch ‘dessen jüngster Bruder’, der als ‘Johann Gottfried Becker, Papiermacher im Gerichte Waaken’, im Frühjahr 1747 zusammen mit seinem Schwiegervater, dem Bäckermeister Caspar Griese in Moringen, die `nahe bey dieser Stadt’ unter dem Hagenberge belegene Wedemeyersche Oelmühle kaufte, ‘um eine (eigene) Papiermühle daselbst anzulegen’[2], haben sich indessen auf dem Wege ihres tüchtigen Vaters gehalten.

Auch Gottfried Becker, dem die `neu anzulegende Papiermühle vor Moringen’ gegen schärfste `Protestation’ und ihm `angedungenen kostbahren process’ der benachbarten Papiermeister Justus Friedrich Spies zu Relliehausen, Johann Matthias Andrae zu Dorste, Rudolph Heinrich Kemna zu Uslar und Jacob Christoph Bastian zu Adelebsen-Eberhausen, denen sich zeitweilig ferner die Papiermeister Christoph Hüdepohl in Bodenfelde und Georg Philipp John in Volkmarshausen bei Hannoversch Münden anschlossen, ‘verstattet’ wurde, vermochte gegen seine ‘querulirende’ Gegner zwar mit Fug den ‘nach Anlegung der Universitaet Göttingen sich hervorgethanen großen Mangel an Pappier’ ins Feld zu führen. Außerdem konnte er geltend machen, daß ‘die Consumption des Pappiers’ wahrscheinlich nicht unbeträchtlich weiter zunehmen werde, ‘im Fall (auch) bey hiesigen Waisenhause die vermuthete Druckerey noch zu Stande kommen würde’.

Gleichwohl gelang es ihm nicht, mit der ‘neuen Anbauung bey Moringen’, wie er hoffte, zu ‘reüssiren’: Wenige Jahre nachdem ‘diese Mühle mit schweren Kosten in Stand gesetzet’ und zu einer bescheidenen Anfangsproduktion gebracht worden war, mußte im Frühjahr 1753  ‘die subhastation derselben Amtshalber verfüget’ werden und Becker, ‘nachdemmahlen er – wie ihm nunmehr nachgesagt wurde – zu Waake (schon einmal) eine Papiermühle ledig (hatte) stehen laßen’, sich erneut ‘von dannen wegbegeben’.

Mittlerweile war nun aber auch der ‘jetzige Papier Müller zu Weende’ längst ‘in Schulden gerathen’. Und mochte man dem Bruder in Moringen – trotz jener Nachrede – immerhin noch zugute halten können, daß der geführte ‘kostbahre process’ zu seinem Unglück beigetragen haben werde, so war es hier, ‘dem Vernehmen nach’, allein das ‘irregulaire Leben, so bey diesem Papiermacher (bereits) zur ohnveränderlichen Gewohnheit worden’ war, … ”

 

„Weder Gottfried Becker noch seine Frau sind im Zeitraum 1745-1778 im Moringer Kirchspiel gestorben. Vermutlich haben sie nach dem Konkurs 1753 Moringen verlassen. Da die Braut bei der Hochzeit erst gerade 17 Jahre alt war, hatte ich vermutet, es könne sich um eine “Muss-Hochzeit” gehandelt haben. Es gibt aber weder ein “Frühkind” Becker, das nach 1745 bei uns beerdigt wurde noch eine Konfirmation nach 1758, die bei uns dokumentiert wurde.“..[3]

 

Die Erbenzinsmühle in Moringen am Hagenberg war um 1817 im Besitz einer Witwe Dorothee Becker geb. Lemke. Die Mühle und Landwirtschaft blieben bis in die Neuzeit im Besitz der Familie Becker. Ein Zusammenhang dieser Familie Becker mit den Papiermachern Becker ist nicht nachgewiesen.

 

Im Hauptstaatsarchiv Hannover befinden sich Akten, die Beckersche Papiermühle in Moringen betreffend:[4]

http://aidaonline.niedersachsen.de/

1– Hauptstaatsarchiv Hannover; Hann. 68 B Nr. 522; Justizkanzlei Göttingen

“Das Amt Moringen gegen die Stadt Moringen wegen Zitation der Bürger zum Vor- und Landgericht Jurisdiktion über die Stadt-Feldmark und – Holzung Schäfereigerechtigkeit der Weidenbäume im Mann-Graben der Jurisdiktion über das Beckersche Bürgerhaus sowie Öl- und Papiermühle Enthält: Urteil d. Univ. Erfurt 1755;”

2– Hann. 74 Northeim Nr. 1043; Nr. 1043,

“Die dem Papiermeister Becker nachher Fuls erteilte Konzession zur Anlegung einer Papiermühle vor Moringen; 1747″

3– Hann. 74 Northeim Nr. 2597, Amt Northeim

“Die Ausscheidung des gewerblichen Teils der auf den Mühlen des Becker, Nolte und Körber zu Moringen ruhenden Erbenzinses und Ablösung des Erbenzinses”

4–  Hann. 74 Northeim Nr. 386, Amt Northeim

“Die Differenz mit dem Magistrat zu Moringen wegen jurisdictionis über die Beckersche Papiermühle.”

 



[1] Tacke, Papiermacher in Weende, Seite 95ff

[2] Hinweis auf St.A. Hannover, Hann.74 Northeim E Fach 50 Nr.8

[3] Wilfried Hartje” <wilfried.h@rtje.de  May 31, 2004