32. Becker, Ernst August

Becker, Ernst August u. Johanne geb.Söhlmann

Becker, Ernst August u. Johanne geb.Söhlmann

Becker I.

6. Generation
32.       Becker, Ernst August
Sohn von Dieterich Georg Becker und Luise Maria, geb. König
Textil-Kaufmann in Hannover, später zusammen mit seinem Schwager August Söhlmann Mitinhaber der Lederfabrik in Hannover-Linden. 1844 liess er sich auszahlen und kaufte das Gut Mönkhagen bei Reinfeld in Holstein.
geb. Uelzen 27.03.1798                     get. Uelzen 30.03.1798 (St.Marien)
gest. Hannover 26.10.1878               begr. Hannover 29.10.1878 (Engesohder Friedhof)
verh. Hannover 20.06.1826 (Marktkirche) mit:
 33.          Söhlmann , Johanne Henriette Charlotte
Tochter des Johann Christoph Söhlmann, Lohgerber–Amtsmeister zu Hannover u.seiner Ehefrau Antoinette Otten.
geb. Hannover 21.05.1806
get. Hannover 29.05.1806 (Marktkirche)
.      Paten: 1) Madame v, Bargen
.                 2) Madame W. Ebisch
.                 3) Madame Peppermüller
gest. Hannover 15.12.1878
begr. Hannover 19.12.1878 (Engesohder Friedhof)

32. Ernst August Becker – Taufe Uelzen 1798

32- Ernst August Becker – Taufe Uelzen 1798

.

Hochzeit E.A.Becker oo Johanne Söhlmann -1826 Hannover

.

33. Johanne Söhlmann – Taufe Hannover 29.06.1806 -Marktkirche

 

 

.

.

.

3 Kinder:

32.1. Becker, Marie Sophie Elisabeth (Elise)

Becker, Elise

Becker, Elise

(nach dem Taufschein der Neustädter Kirche zu Hannover)  oder: Maria Antoniette Elisabeth(Elise) Becker, (nach der Sterbeurkunde der Kirche zu Zarpen i.Holst.).
geb. Hannover 06.04.1827 (Calenberger Str.23),
get. Hannover 11.05.1827 (Neustädter Kirche);
gest.Mönkhagen 17.01.1848,
begr. Lübeck 24.01.1848 (Israelsdorf, Allgem. Gottesacker).

32.1. Elise Becker geb. 1827

 

32.2. Becker, Christian Ludwig Hermann
Dr. med., Regierungs- u. Medizinalrat in Hannover
geb. Hannover 11.10.1828 (Calenberger Str.23), get. Hannover 30.11.1828 (Neustädter Kirche)
gest. Hannover 04.05.1908 (Emmerberg 28), begr. Hannover 07.05.1908 (Engesohder Friedhof)
verh. Göttingen 10.10.1861 (St.Albani)  mit:
Louise Doris Therese Wedemeyer
Tochter des Johann Friedrich Adolph Ferdinand Wedemeyer, Königl. Hannoversch. Wirkl. Geheimer Rath und Staatsminister a.D., Exz., zu Hannover, und seiner zweiten Ehefrau  Anna Henriette Auguste Melsheimer.

Becker, Rudolph (sitzend) + Hermann
Becker, Rudolph (sitzend) + Hermann

aus Braunschweig.
geb. Hannover 03.12.1839 (Georgstr. 19e),
get. Hannover 19.01.1840 (Schloßkirche)
gest. Hannover-Kleefeld 25.6.1918 (Kantplatz 5),
begr. Hannover  28.6.1918
(Engesohder Friedh.)

 

 

 

 

 

32.3. Becker, Carl August Rudolf
Landwirt auf Mönkhagen bei Reinfeld/Holstein
geb. Hannover 17.08.1830 (Calenberger Str.23), get. Hannover 17.10.1830 (Neustädter Kirche)
gest. Mönkhagen 17.07.1879, begr. Lübeck 21.07.1879 (Israelsdorf, Allgem. Gottesacker)
verh. Lübeck 22.08.1865 mit
Achilles, Magdalena Karoline Sophie;  To. d. Heinrich Ernst Achilles, Gutsbesitzer in Winning bei Schleswig, u.s. Ehefrau Marie Mattern.
geb. Lübeck 01.04.1846,  get. Lübeck 03.05.1846 (Dom)
gest. Berlin 24.12.1917,   Berlin 27.12.1917 (eingeäschert)
begr. Lübeck 12.01.1918 (Israelsdorf, Allgem. Gottesacker)
7 Kinder

—-

Ernst August Becker  und  Johann geb. Söhlmann
Auszug aus den “Lebensbildern unserer Ahnen” von Rolf Becker. Handschriftliche Aufzeichnungen, 1916. (Q3)

” Ernst August Becker wurde als (10tes) Kind des Färbermeisters Dieterich Becker und seiner Ehefrau Maria geb. König am 27.3.1798 in Uelzen geboren. Von seinem Vater wußte er zu erzählen, daß dieser ein glühender Patriot gewesen sei, der seine jüngeren Söhne auf den Namen von preußischen und englischen Prinzen, seine Hunde aber nach französischen Generalen benannt habe.

Ernst August Becker
Ernst August Becker
Johanne Becker geb.Söhlmann
Johanne Becker geb.Söhlmann
Ernst August und Johanne Becker
Ernst August und Johanne Becker

Seine Schuljahre verlebte er in der dortigen Bürgerschule, bis er nach seiner Confirmation, im 15ten Lebensjahre, zum Förster Brandt in der Görde in die Lehre gegeben wurde. Aus dieser Zeit erinnerte er sich, daß er den Kanonendonner von der Schlacht bei der Görde gehört und daß die fliehenden Franzosen einen nachhaltigen Eindruck auf ihn gemacht hätten. Es ist nicht bekannt, welche Gründe ihn veranlaßten, die  Forstcarriere aufzugeben, er widmete sich, wie 3 seiner Brüder vor ihm, bald dem Kaufmannsstande. Nach absolvierten Lehrjahren trat er ein in das Manufacturwaren Engros – Geschäft von Samson auf der Brandstraße der Calenberger Neustadt und wurde später Reisender für dies Geschäft, indem er in einem einspännigen Korbwagen, das Königreich Hannover, Herzogthum Braunschweig und angrenzende kleine Staaten besuchte, seine Musterkoffer bei sich führte, und selbst als Kutscher fungierte. Nur zweimal im Jahre kehrte er nach Hannover zurück, um sich mit neuen Mustern und Farben auszurüsten. In einer solchen Zeit mußte er widerwillig dem Drängen seiner Prinzipalin nachgeben und diese in seinem Gefährt spazieren fahren. In der Herrenhäuser Allee riß ein Riemen des die Frau Prinzipalin tragenden Sitzes. Diese fiel, die Beine hülflos zum Himmel erhebend, in den Korbwagen zurück, und Ernst jagte, unbekümmert um das Mißgeschick der alten Dame, erbarmungslos nach Hause. -

Hannover, Calenbergerstrasse

Hannover, Calenbergerstrasse

Später wurde er Geschäftsführer der Witwe Ebisch und erwarb deren Geschäft und Haus an der Calenbergerstraße (für 12.000 Thlr.) im Jahre 1824. Dort verlobte er sich 1825 mit Johanne Söhlmann, einziger Tochter des Lohgerbermeisters Johann Christoph Söhlmann und dessen Ehefrau Elisabeth geb. Otten. Der Schalk in ihm zeigte sich oft, z.B. als er sich seinen Papierkragen – eine eben erschienene Neuheit, damals Vatermörder genannt – vom Halse riß, um seinem Schwiegervater die Pfeife damit anzuzünden. Die Hochzeit fand statt am 20.ten Juni 1826 und war das erste Fest, welches in dem damals neu erbauten Hansteinschen Saale an der Burgstraße gefeiert wurde.

Am 6ten April 1827 wurde ihm eine Tochter (Elise) geboren, am folgenden Tage starb plötzlich sein Schwiegervater, und dessen Frau hatte die große Geistesstärke, diesen Tod der Tochter zu verschweigen und während der ersten Wochen immer ihre Trauerkleider abzulegen, wenn sie zu derselben hineinging. Ihm wurde am 11.Oct.1828 der erste Sohn (Hermann) und am 17.Aug.1830 ein zweiter (Rudolf) geboren. Im Jahre 1834 verkaufte er (für 13.000 Thlr.) sein Haus und Geschäft an seinen älteren Bruder Carl, der mit einer Tochter der früheren Besitzerin (Dorette Ebisch) verheiratet war und bis dahin ein Tuchwarengeschäft, zusammen mit seinem Bruder George, 7 Häuser davon entfernt, auf derselben Straße, geführt hatte. Er gründete in diesem Jahr, zusammen mit seinem Schwager August Söhlmann, die Lederfabrik in Linden, unmittelbar neben der Ihme und besorgte hier die kaufmännische Leitung, während seinem Schwager die technische oblag. Diese Fabrik war für damalige Zeit ein großartiges Unternehmen; die für Hannover und Linden damals erste Dampfmaschine betrieb eine Lohmühle, eine Walkemühle und sonstige, für die Lederfabrication erforderliche Einrichtungen. -

Die Lederfabrik an der Ihmebrücke in Hannover – Linden
Die Lederfabrik an der Ihmebrücke

Das Originalfoto stammt aus der Sammlung unseres Großvaters Rolf Becker und hat inzw. auch Eingang in eine Beschreibung der Ihmebrücke in Hannover-Linden bei Wikipedia gefunden.
 Die dortige Bildbeschreibung ist insofern interessant, als danach der bekannte Baumeister Laves die Villa für sich baute:
 " An der Stelle des heutigen Capitol-Hochhauses am Schwarzen Bären in Hannover-Linden hatte sich der königlich hannoversche Hofarchitekt Georg Ludwig Friedrich Laves seine erste eigene Villa erbaut, direkt an der Ihme-Brücke am Eingang der seinerzeit vor der Industrialisierung als Villen-Vorort geplanten, späteren Industriestadt Linden. Nach dem Bau des - heutigen - Laveshauses wurde die erste Villa ab ca. 1833 von der Lederfabrik August Söhlmann genutzt und war Schauplatz der Aufstellung der ersten Dampfmaschine im Königreich Hannover - noch vor Georg Egestorff. Die Villa diente später auch als "Photographisches Atelier" verschiedener Fotografen. Hier im Bild ist eine der älteren Vorläuferinnen der heutigen Benno-Ohnesorg-Brückezu sehen, im Hintergrund die Schornsteine der Mechanischen Weberei ... "

 

 

Ernst August BeckerJohanne Becker, geb. Söhlmann

“Der körperlichen Ausbildung seiner Söhne widmete Ernst August sein besonderes Interesse, er lehrte sie persönlich Schwimmen, Schlittschuhlaufen (er selbst hatte als Junge das Schlittschuhlaufen gelernt, indem er sich Schweinerippen unter die Füße band) und veranlaßte sie, sich an einem Turnklub zu betheiligen, der seinen Übungsplatz neben Schelp’s Garten am Zusammenfluß der Ihme und Leine hatte. Dorthin ruderten sie der Ihme entlang auf einem Boote. Eines Tages erfreuten sie den Vater durch ein Schauspiel, welches sie im Turnzeuge, dicht unterhalb der Ihmebrücke, zum Erstaunen des zahlreich zuschauenden Publikums ausführten. Sie schaukelten nämlich so lange in dem Kahn, bis dieser umkippte, die Jungens herausfielen und nun schwimmend das väterliche Grundstück erreichten.
Söhlmann - Becker - Lederfabrik an der Ihme

Eine schwere Zeit der Trennung der Eheleute brachte der Umstand, daß ihre einzige Tochter an einer Rückgradverkrümmung zu leiden begann, deretwegen die Mutter in Göttingen den Chirurgen Prof. Marbin Langenbeck consultirte, der Elise 3/4 Jahr lang auf einem Streckbette liegen ließ. Während dieser Zeit benutzten die Söhne die Sommerferien zu einer 3-tägigen Fußtour, in der sie Göttingen erreichten und einen Eindruck des bunten Studentenlebens in sich aufnahmen, der vielleicht bei Hermann zu späterer nachhaltiger Wirkung gelangte. -

Im Jahre 1844 kaufte Ernst Becker (für 43.000 Thlr.) das Gut Mönckhagen in Holstein; dasselbe war etwa 900 Morgen groß, besaß außer guten Ackerländereien und Wiesen, auf denen eine größere Milchwirtschaft betrieben wurde, auch noch eine Ziegelei, die gute Erträge lieferte und sich im Jahre 1854 im eigenen Interesse hülfreich erwies, als sämtliche Wirtschaftsgebäude und noch ein größerer Theil des daneben liegenden Dorfes durch Feuersbrunst zerstört wurde. Durch den zweckmäßigen und hübschen Wiederaufbau wurde das Gut wesentlich im Werthe gesteigert.”
Mönkhagen - vor 1870

Mönkhagen – vor 1870

das älteste von Mönkhagen erhaltene Bild. 
Das Gutshaus in Mönkhagen wurde um 1870 unter dem Besitzer Ernst August Becker vervollständigt.Es gilt als Beispiel für den frühen Historismus im Land.(Q1)

“Schon vorher, im Jahre 1848 hatten die Eltern den Kummer, ihre Tochter Elise an einer Lungenentzündung zu verlieren. Der Aufstand der Herzogthümer Schleswig-Holstein in diesem und den folgenden Jahre brachte neben den politischen Aufregungen allerhand bedrückende Lieferungen an Geld, Pferdegestellung und extraordinären Kriegs-Steuern mit sich, ohne daß das erstrebte Ziel erreicht wurde.

Nachdem sein zweiter Sohn, Rudolph, sich in der Landwirtschaft ausgebildet und zuletzt bei seinem Vater als Verwalter fungiert hatte, übergab er diesem bei dessen Verheirathung das Gut als Pächter und zog selbst nach Hannover zurück. Hier verlebte er noch viele schöne Jahre mit seiner Frau im engeren und weiteren Familienkreise und konnten beide am 20.Juni 1876 in körperlicher und geistiger Frische und Fröhlichkeit das seltene Fest der goldenen Hochzeit auf dem Limmerbrunnen feiern, zu der sich 65 der nächsten Verwandten eingefunden hatten. Ihre letzten Lebensjahre waren durch das Heranwachsen ihrer Großkinder hier und in Mönckhagen verschönt, bis Beiden ein sanftes und rasches Ende beschieden war – er starb durch einen Schlaganfall am 26.Oct.1878; und sie folgte ihm nach einigen Wochen am 15.Decbr. desselben Jahres. Sie haben ihre letzte Ruhestätte auf dem Engesohder Friedhof gefunden.”

———————-

33. Johanne Becker geb. Söhlmann

“Johanne Becker geb. Söhlmann war mit scharfem praktischem Verstande und überreicher Herzensgüte ausgestattet, unermüdlicher Fleiß und peinliche Ordnungsliebe zeichneten sie aus und ihr ganzes Denken und Schaffen war dem Wohle von Mann und Kindern gewidmet. Von Haus aus fröhlich, fast übermütig veranlagt, hatte der frühe Tod der einzigen Tochter, ihrem ganzen Wesen einen Ernst und Wehmut beigelegt, mit der sie meist die schwere Seite des Lebens zuerst annahm. Ihr warmes lebhaftes Interesse für Jeden, der ihr nahe trat, ihre Opferfreudigkeit wo es zu helfen gab, sichert ihr für alle Zeit ein liebevolles Andenken. ”

Vorstehende Zeilen sind von meiner Mutter niedergeschrieben nach dem Diktat meines Vaters. Ich war 14 Jahre, als meine Großeltern starben. Gekannt habe ich somit meine Großeltern sehr wohl. Trotzdem ist es schwer für mich, ein zutreffendes Charakterbild von ihnen zu entwerfen. Nach allem, was ich später erfahren, ist meine Großmutter die energischere von beiden gewesen.

Sie war eine ausgezeichnete Hausfrau und führte ein strenges Regiment. Auch den unternehmenden Sinn der Söhlmanns hatte sie ererbt. Auf ihr Drängen besonders geschah es, daß mein Großvater sich an der neu zu gründenden Gerberei seines Schwagers in Linden beteiligte und daß er später sich sogar ein Landgut kaufte. Trotz dieses mehr dem Realen zugewandten Sinnes war sie eine sehr gefühlvolle Natur, die häufig im Überschwang der Gefühle gradezu schwelgte, während mein Großvater eine viel ausgeglichenere Gemütsverfassung zeigte, die sich mit Humor in allen Lebenslagen zurechtfand. Die nachgehefteten Briefe, insbesondere die ersten vom Jahre 1860, welche an meine Mutter gerichtet sind, die sich am  2. Sept.1860 mit meinem Vater verlobt hatte, sind charakteristisch.

Auch die übrigen Anlagen geben ein Bild vom Leben meiner Großeltern.

Zunächst ist da sein Lehrbrief vom Juli 1824, eine Erlaubnis sich als Bürger in Hannover zu besetzen. Er hatte diese Bescheinigung nötig, um das Geschäft seiner bisherigen Prinzipalin, der Ww. Ebisch, zu kaufen. Dieser Kaufvertrag vom 19.Juli 1824 und eine dazu gehörige Hypothekenbestellung vom 24.Juli 1834 sind ebenfalls erhalten.
Dann folgt sein Taufschein de dato Ülzen 2.VI.1826, die concessio veniae aetatis für seine Frau geb. Söhlmann. Ein Schuldschein über 3000 Mark, die er seinem jüngsten Bruder Friedrich Wilhelm, der nach Amerika ging, gab. Ein Kaufvertrag, durch den er sein von der Ww. Ebisch gekauftes Haus an der Kalenbergerstraße an den älteren Bruder Carl, der inzwischen Schwiegersohn der Ww. Ebisch geworden war, zurückverkaufte. Zwei Quittungsbücher über gezahlte Hypothekenzinsen mit den Unterschriften der Ww. Ebisch und seiner Schwiegereltern Söhlmann. Ein Kapitalschein vom 1.1.1842, nach der er in der Gerberei in Linden einen Anteil von 28.954 Louisdor hatte. Der Vertrag, durch welchen er sich mit seinem Schwager auseinandersetzte, als er aus der Gerberei ausschied und Mönckhagen kaufte .1844.

Ein Blatt aus seinem Hauptbuche in Mönckhagen, aus dem hervorgeht, daß Mönckhagen 43.000 Thlr gekostet hatte, von dem er 20.000 Thlr baar anzahlte. Des besseren Vergleichs halber habe ich hier den Vertrag hintergeheftet, durch den mein Vater das Gut im Jahre 1884 für 425.000 Mark wieder verkaufte.

Im Jahre 1854 brannte das ganze Gut ab. Es mußte völlig neu aufgebaut werden. Die Kostenanschläge sind erhalten.”
–Rolf Becker – 1916 -

Aus den Aufzeichnungen von Prof. Dr. med. Adolph Becker (ca. 1930): (Q4)
“E. A. Becker etablierte selbst ein Manufakturwarengeschäft auf der Calenbergerstr. 23 in Hannover und leistete am 2.8.1824 den Bürgereid als Krameramtsgenosse. Auf die Dauer befriedigte ihn diese Tätigkeit nicht und da sein Schwager August Söhlmann sen. auch die von ihm betriebene Lohgerberei in der Brückstrasse (Schloß – Str.) vergrößern wollte, so tat er sich mit ihm zusammen und sie gründeten 1833 in Linden an der Ihmebrücke eine größere Lederfabrik.

Beide Familien zogen in das auf dem Grundstück befindliche Haus, an dessen Stelle heute das Capitol-Hochhaus steht. Da das Geschäft aber nicht besonders gut ging, und die Einkünfte nicht zur Existenz von 2 Familien ausreichten, so trat Ernst August Becker aus der Firma aus, und kaufte sich Mönckhagen. 1854 musste er hier erleben, dass die Wirtschaftsgebäude des Gutes, infolge eines Grossbrandes, das durch das mit Streichhölzer spielende Tagelöhnerkinder entstanden war, abbrannte. Zum Glück war das Gut gegen Feuer versichert, sodass er es von neuem aufbauen konnte. 1864 zog er sich in den Ruhestand zurück, verpachtete das Gut an seinen 2ten Sohn Rudolf und nahm wieder seinen Wohnsitz in Hannover, zunächst in der Siebstrasse, dann in der Marienstr. gegenüber der Gartenkirche und schliesslich in der Sextrostr. 3, wo am 26.10.1878 ein Gehirnschlag seinem Leben ein Ende setzte.

33. Johanne Becker geb.Söhlmann

Zu seiner Ehe hat ihn die Unglückszahl 13 geführt, indem er als Lückenbüsser in eine Mittagsgesellschaft von seinem späteren Schwiegervater gebeten wurde, wo er die Tochter des Hauses als Tischdame bekam und sie kennen und lieben lernte.”

 

Seine Wohnung in Hannover war
1868 :  BeckerE. A. Gutsbes.,  Siebstr. 2 (Q2)

————–

(Q1)aus: http://www.kreis-stormarn.de/freizeit/herrenhaeuser/moenkhagen.html  Herrenhäuser im Kreis Stormarn. Das Gut Mönkhagen
2.  Adreßbuch der Königlichen Residenz-Stadt Hannover 1868, Seite 213
3.  Auszug aus den “Lebensbildern unserer Ahnen” von Rolf Becker. Handschriftliche Aufzeichnungen, 1916.
4.  Aus den Aufzeichnungen von Prof. Dr. med. Adolph Becker (ca. 1930)