512.6. Becker, Andreas

Becker

512.6.  Becker, Andreas
Sohn von Jacob Becker, Papiermacher-Meister in Klein Lengden.
Papiermacher-Meister in Kassel-Bettenhausen, [1]
vorher in Oberaula und Elmarshausen;
geb.  Klein Lengden ( um 1678)
gest. Bettenhausen 20.06.1747
verh. 1. Elmarshausen 18.10.1707 mit:
Scheurmann, Anna Catharina
Tochter des Papiermacher-Meisters Matthias Scheurmann (Papiermacher-Meister in Elmarshausen um 1689 – 1701)  und der Anna Gerdrut N.
get.  Elmarshausen 31.01.1692; Patin: “des Vaters Mutter”
begr. Bettenhausen 17.11.1722
verh. 2. Bettenhausen 03.01.1726 mit
Dorn, Johanna Magdalena
geb.  ..
gest. .Bettenhausen 06.07.1762. begr. Bettenhausen 08.07.1762
sie verh. 2. Ehe : in ..   (Bettenhausen nach 1747)
Weßelohe, Johann George
Papiermacher-Meister in Bettenhausen
geb.                gest. Bettenhausen   ..  1764

mind. 5 Kinder aus 1. Ehe:
davon nur zwei Söhne bei Tacke genannt, außerdem waren 3 Töchter vorhanden

aus 1. Ehe:
512.6.1. Becker, Johann Henrich  [2]
get. Bettenhausen 18.05.1719
Pate: Peter Johann Henrich Reiffenberg, Papiermacher zu Oberkaufungen

aus 2. Ehe:

512.6.2. Becker, Anna  Catharina
get. 30.10.1731 Bettenhausen
“Herr Andreas Becker, fürstl. Papiermacher, ein Töchterlein Anna Catharina”, Patin: “dessen H(errn) Bruder(s) (Johannes) Beckers, Papiermachers zu Lütgenlengden  Ehefrau” [3]

512.6.3. Becker, Andreas  (d.J.)
Im Jahre 1751 war er 17 Jahre alt und lernte als Papiermacher.
Er scheint kränklich und auch geistig beschränkt gewesen zu sein.  [4]
geb. Bettenhausen um 1734
gest. früh (nach 1767)

512.6.4. Becker, Anna Margaretha    [5]  (jüngste Tochter)
geb. Bettenhausen 19.06.1736 (err.)
gest. Bettenhausen 26.06.1810 (74 J., 7 T.); begr. ebd. 29.06.1810
verh. Bettenhausen 20.1.1752
Becker, Johannes [6]
Sohn von Johannes Becker, Schulmeister in Epterode *14.7.1687 (err.), Geburtsort nicht bekannt, +14.11.1773 in Epterode, 86 J., 4 M., 84.12.1724 in Epterode Dorothea Elisabetha Fülgrabe (=Füllgraf, Vollgrabe), ~16.6.1702 in Epterode, +vmtl. 1773 in Kassel (KB Epterode nicht vermerkt). Zweites Kind: Dorothea Elisabeth, *31.1.1736 in Epterode, ~5.2.1736 ebd., +18.6.1741 ebd. 5 J., 4 M., 18 T., ±21.6.1741 ebd.

[1] Hofkapellmeister Johannes Becker 275 Jahre. Ein Epteröder macht Musikgeschichte, von Hermann Nobel, Wiesbaden. http://www.hermannnobel.de/becker.htm
vermutl. bis 1761 Lehrer und Organist in Bettenhausen, 1770 Hof-Kapellmeister in Kassel

Kinder:

1) Becker, Johannes, *18.11.1752, Zwillinge , +November 1752.
2) Becker, George, *18.11.1752, +November 1752.
3) ? Becker, Heinrich, *um 1761, imm. Marburg am 22.10.1779 als Casselis Hassus

512.6.5. Becker, Johann Georg
1751 als 10-jähriger genannt, führte später den Betrieb der Papiermühle in Kassel-Bettenhausen – nach dem Tode des Stiefvaters (1764) fort. Erbleihebrief vom 30.3.1767;
geb. Bettenhausen um 1741
gest. Bettenhausen 02.05.1788
verh. in ..    .. (um 1766)    mit:
NN.
geb.                            gest.

einziger Sohn :

512.6.5.1. Becker, Johannes
Papiermacher -Meister in Bettenhausen
1788 bei Pachtübernahme der Papiermühle Bettenhausen
22 Jahre alt. Erbleihebrief vom 20.9.1788;      (Wasserzeichen)
geb. ..  (Bettenhausen um 1766)
gest. ..     1821
verh. ..

Kinder:
ältester Sohn:
512.6.5.1.1. Becker, Johann Heinrich Wilhelm
Papiermacher-Meister in Bettenhausen  ab 1821
Erbleihebrief vom 25.9.1821, erneuert 8.2.1834;
geb.
gest.     (vor Mai 1839)
verh.
Wachenfeld, Sophie Theodore Mathilde
Sie übernahm nach dem Tode ihres Mannes die Papiermühle Bettenhausen (Erbleihebrief vom 25.06.1839), stellte jedoch den Betrieb der Papiermühle 1841 ein.
geb.                    gest.

6 – 7. Töchter, weiteres nicht bekannt.

————————————–

 

 

Die Taufe von Andreas Becker ist im Kirchenbuch von Kl.Lengden nicht verzeichnet. Die Jahre 1678 + 1679 fehlen im Taufregister. Aus der Kopfsteuerbeschreibung 1689 ergeben sich jedoch Namen und Alter.
1678, ca. geb. in Klein Lengden.
1689, in der Kopfsteuerbeschreibung für Klein Lengden wird als Sohn des Papiermüllers Jacob BECKER angeführt:   “Andreas (11 J.)”
..  -1707 offenbar in Oberaula
1707-1714 Papiermacher-Meister in Elmarshausen.
1707, 18.10. verheiratet sich in Elmarshausen der “Papiermachermeister Andreas Becker,
der  aus der Papiermühle in Oberaula stammte”  mit Anna Catharina Scheurmann.
1708, 25.11. ist bei Andreas Scheurmann Pate: Andreas Becker Papiermacher zu Elmarshausen”.
1714, 01.11. bis zu seinem Tode, am 20.06.1747 Papiermacher – Meister in Bettenhausen.
1716, 03.05. ist bei Anna Catharine Scheurmann Patin: “dessen Schwester, Andreas Beckers frau“.
1722, 17.11. wird in Bettenhausen seine Ehefrau Anna Catharina Scheurmann im Alter von
31 Jahren begraben.
1724, “Im Jahre 1724 wird Papiermüller Joh. Hermann Bastian zu Oberaula durch Papiermacher Andreas Becker zu Bettenhausen wegen Störung in seinem Lumpensammelbezirk verklagt.”
1726, 03.01. verh. 2. Ehe in Bettenhausen mit Johanna Magdalena Dorn.
1747, 20.06. Andreas Becker gestorben in Bettenhausen.

Über Andreas Becker wird im Genealogischen Jahrbuch 5/1965  im Rahmen einer Abhandlung über die Familie Scheurmann/Schürmann mehrfach berichtet:

S. 99: “Unter seinen Nachfolgern (Johann Friedrich Schürmann, 1697-1704 Papiermachermeister in Bettenhausen, 1704 ff Papiermachermeister in Oberaula) in Bettenhausen finden wir von  1712 -1714 den Papiermachermeister Johann Christoph Schoner und   vom 1.11.1714 bis 20.6.1747 den Papiermachermeister Andreas Becker, der von der Papiermühle Oberaula nach Bettenhausen kam.

Beide sind durch ihre Heirat mit Scheurmann-Töchtern mit unserer Papiermacherfamilie nahe verschwägert.”

S. 107: “Anna Catharina (Scheurmann) (To.d.Matthias Sch. u.d. Anna Gerdrut N. -um 1689-1701 Papierm-Meister in Elmarshausen) getauft 31.1.1692, Patin: ‘des Vaters Mutter’. Verheiratet Elmarshausen 18.10.1707 Papiermachermeister Andreas Becker, der aus der Papiermühle in Oberaula stammt. Er wird in diesem Eintrag als Papiermachermeister in Elmarshausen bezeichnet und leitet die Papiermühle anscheinend bis 1714 für den noch unmündigen Henricus Scheurmann. Am 1.11.1714 übernimmt Andreas Becker die Bettenhäuser Papiermühle und findet sich mit seinem dortigen Vorgänger Johann Christoph Schöner ab. Er stirbt dort am 20.6.1747. Seine Ehefrau ist schon am 17.11.1722 in Bettenhausen im Alter von 31 Jahren begraben worden; Andreas Becker wird dort in II. Ehe getraut 3.1.1726 mit Johanna Magdalena Dorn.

Von dieser Familie heißt es: ‘Andreas Becker hatte 5 Kinder hinterlassen. Als ihr Vormund erscheint 1751 Stephan Hattenbach zu Bettenhausen. Damals war der älteste Sohn, der wieder den Namen Andreas führte, 17 Jahre alt und lernte als Papiermacher.  Aber er war, wie wir später erfahren, kränklich und scheint auch geistig beschränkt gewesen zu sein. Er starb früh. Der zweite Sohn, Johann Georg, war damals zehnjährig, er führte später den Betrieb der Papiermühle fort. Außerdem waren noch drei Töchter  vorhanden’. -  Andreas Becker ‘begründete eine Papiermüllerdynastie, die durch rund fünf Viertel Jahrhunderte sich gehalten hat’. [7] Papiermachermeister seines Familien-Namens werden auch in Elberberg genannt.”

S.107 : “AndreasBecker – 1707 bis 1714 Papiermachermeister in Elmarshausen. -  Zwischen 1707 und 1714 hat er als Papiermachermeister in Elmarshausen gearbeitet, wohl ebenfalls wie sein Vorgänger für seinen Schwager und Nachfolger Henricus Scheurmann, der bei seiner Trauung 1708 noch ausdrücklich als Papiermachergesell bezeichnet wird.”

Nach diesen Ausführungen sind die beiden genannten Söhne aus seiner zweiten Ehe.

Über die Papiermühle in Bettenhausen -seit 1906 zu Kassel eingemeindet- und die dortigen Papiermüller BECKER hat v.Hößle umfangreiches Material veröffentlicht. [8]

Leider sind seine Angaben nicht immer zuverlässig.

“Den nachfolgenden Einträgen im Währschafts-Protokoll der Gemeinde Bettenhausen muß vorausgeschickt werden, daß im Jahre 1699 das Wasserbett und zwei Stampfgeschirre neu gebaut wurden, was jedenfalls nicht erfolgt wäre, wenn die Papiermühle kurz zuvor neu da stand; immerhin kann der Bau des stattlichen Werkes schon einige Jahre gedauert haben, worüber kein Bericht vorliegt.

Vor 1702 war ein Schürmann (wahrscheinlich drei Jahre) Pächter. Als derselbe von einer neuen Verpachtung hörte, bat er, bis Johannistag 1703 bleiben zu dürfen, um sein Material aufzuarbeiten, was man ihm bewilligte. Seit 1702 bestand nämlich bei der fürstlichen Rentkammer die Absicht, “die herrschaftliche Papiermühle ohnweit von Kassel beim Messinghof” dem Hans Heinrich Scheidemantel zu Oberhaun (Schultheißenamt Petersberg) zu verpachten und Scheidemantel war auch ab 1703 neun Jahre Pachtinhaber.

1710 hat neuerdings Carl, Landgraf auch Fürst zu Hersfeld, Graf zu Catzenelnbogen, Dietz, Ziegenhain, Nidda und Schaumburg dem Johann Heinrich Scheidemantel “Seine Papiermühle über dem Messinghof” für drei Jahre pachtweise eingethan und verlassen; derselbe war also von 1703 bis 1712 ansässig.

Scheidemantels Nachfolger war ab 1712 wiederum drei Jahre Johann Christoph Schöner, welcher von der Papiermühle Wernigerode zugewandert war. Dieser zedierte sein Rechtsverhältnis am 8.Januar 1715 an den Papiermacher Andreas Becker von Oberaula.

Irreführend könnte manchmal die verschiedene Bezeichnung des Standortes der Papiermühle werden, wenn es heißt:

1714 oberhalb des Messinghof,

1774 beim Messinghof,

1782 beim Fischhaus,

1787 zu Bettenhausen,

1792 aufm Fischerhof,

umsomehr, als auch die 1572 eröffnete Papiermühle zu Oberkaufungen ebenfalls an Stelle einer Messingschlagmühle gegründet wurde.

 

Die Papiermühle zu Bettenhausen bei Kassel

An der Losse, einem rechten Nebenfluß der Fulda wurde in den Jahren 1680-99 durch den Landgrafen Carl von Hessen (reg.1677 bis 1730) ein Gebäude errichtet, in welchem derselbe eine Papiermühle einrichtete. Dieser Gründung folgte in einiger Entfernung noch ein kleinerer Bau zur Aufnahme einer Schneide- und Bohrmühle.

Wir verdanken Herrn Konrektor Strube in Kassel als Ergebnis seiner fleißigen Forschung im Special Währschafts-Protokoll von Bettenhausen (Band VIII,Seite 94) folgenden

 

Erbleihebrief

der zweiten Renterei Casse :

Wir Kurfürstlicher Ober-Finanz-Kammer zu Kassel verordnete Ober-Finanz-Kammer-Direktor Geheime Ober-Finanz-Räthe etc. thun kund und bekennen hiermit, nachdem ehemalige Papiermacher Andreas Becker und dessen Erben, vermöge Erbleihebriefes vom 16.November 1714 mit der zum Staatsvermögen gehörigen oberhalb dem Messinghof gelegenen Papiermühle, nebst der dabei angelegten Schneide- und Bohrmühle, auch der dazu gehörigen Stallung, Leimhaus, Garten und Wiesen (jedoch mit Vor- und Ausbehaltung der Fischteiche und des schmalen Strufs Landes, welcher zwischen denselben und dem Mühlengraben gelegen und nebst dem Fischhaus in einem Plankenzaun eingeschlossen ist) erblich beliehen, diese Erbleihe auch für dessen Sohn den  30.März 1767 und den 9.September 1786 und nachdem derselbe gestorben für seinen Sohn Johannes Becker den 20.September 1788 und den 25.September 1821 nach erfolgtem Ableben des letzteren aber für dessen ältesten Sohn Johann Heinrich Wilhelm Becker unterm 8.Februar 1834 erneuert dabei aber unter anderem vorbehalten worden, daß dieselbe bei den an beiden Seiten sich zutragenden Fällen und Veränderungen von Neuem empfangen und mit unten bemerkten Weinkauf recognosziert werden soll, daß Wir demnach da der bisherige Erbleihbeständer Johann Heinrich Wilhelm Becker inmittels gestorben und die gedachte Mühle auf dessen Witwe Sophie Theodore Mathilde geborene Wachenfeld testamentarisch übergegangen ist, nunmehr diese letztere auf deren Nachsuchen und dem darüber vom Rentmeister Weisenborn zu Oberkaufungen erstatteten Bericht, mit gedachter Papiermühle und Zubehör aufs Neue wieder erblich beliehen haben, Wir thun das auch hiermit und in Kraft dieses Briefs dergestalt, daß sie die gedachte Witwe des Johann Heinrich Wilhelm Becker, ihre Erben und Nachkommen diese Papiermühle fernerhin erblicherweise innehaben, nutzen und gebrauchen, dieselbe aber jederzeit bei Verpfändung Hab und Guts, auch bei Verlust der Erbleihe, mit aller In- und Zubehörung, sowie dieses alles den obengenannten ersten Erbleihbeständern beim Antritt zugeliefert worden, in guten baulichen Stande und Wesen, wie auch in ihren Gerechtigkeiten und Befugnissen erhalten, mithin alles Bau- und Reparationswesen, wozu jedoch das erforderliche Gehölze auf jedermaliges Anmelden und beigebrachte Bescheinigung aus den Staatswaldungen forstfrei hergegeben und angewiesen werden soll, auf ihre alleinige Kosten und ohne dazu irgend eine Beihilfe in Anspruch zu nehmen stehen und besorgen; sodann jederzeit gutes und tüchtiges Papier verfertigen, auch so wenig gegen die zur Unterhaltung der Fischbehälter eingelegte Wasserrinne etwas einwenden, als den dienstbaren Unterthanen den Rückweg aus dem Fischerhof über den ohnehin zur Papiermühle nicht gehörigen Rasenplatz zu legen oder zu versperren, sondern solchen stets offen lassen und sich in Allem, wie es eurer  treuen Erbleihbeständerin gebührt, betragen soll.

Den auf dieser Papiermühle haftenden jährlichen Zins von Zweyhundert Thalern Kassengeld, hat sie sodann jedes Jahr zu Martinitag in die 2te Renterei Casse zu Oberkaufungen ungesäumt und ohne Nachsuchen einigen Erlasses, es geschehe unter welchem Vorwand es immer wolle, zu zahlen und daneben das zur Reparation dieser Mühle aus der Staatskasse verwendete Bau Capital, wie bisher, so lange dasselbe nicht abgetragen wird, zu verinteressieren, nicht weniger jährlich Zwey Ballen fein Schreibpapier an den jeweiligen Schreibmaterialien-Verwalter bei Kurfürstlicher Ober-Finanz-Kammer zur Berechnung unentgeltlich zu liefern, desgleichen das zum Behuf der hiesigen Behörden erforderliche Papier vorzüglich und in möglichst billigen Preisen gleich wie solches andere Papiermachern bezahlt wird, unweigerlich zu liefern und ausfolgen zu lassen.

Hierneben muß diese Erbleihe, so oft sich ein Fall von Seiten des regierenden Landesfürsten zu Hessen oder der Erbleihebeständerin begeben, oder diese ihr Erbrecht, welches jedoch nichts anderes als nach vorher bei der Ober-Finanz-Kammer ausgewirkten landesherrlichen Consens geschehen darf, an jemand anders überlassen und dadurch diese Papiermühle an einen andern Besitzer gelangen würde, jedesmal von Neuem empfangen und mit Zwanzig Fünf Thaler Weinkauf, welche sie die genannte gegenwärtige Besitzerin wegen ihres Antritts in die erwähnte 2te Renterei Casse zu Oberkaufungen zu zahlen hat, gehörig recognosziert worden. Da nun auch der erste Erbleihebeständer Andreas Becker wegen Erlangung dieser Erbleihe vorhin Fünfhundert und fünfzig Thaler zur damaligen Cabinets-Casse gezahlt hat, so soll auch der jetzigen Erbbeständerin deren Erben und Inhabern dieser Papiermühle, obiger Zins nicht gesteigert werden, wobei jedoch reserviert bleibt, daß sowohl nach Absterben der Erbbeständerin und deren Erben, als wenn die Staatsregierung diese Erbleihe auf der Mühle nicht länger stehen lassen wollte, sondern dieselbe gegen Erlegung der darauf bezahlten Fünfhundert und fünfzig Thaler wieder einzuziehen verfügen würde, alsdann die Erbbeständerin auch gehalten sein soll, dieselbe in oben beschriebenem guten Stande nach dem darüber errichteten Inventar wieder zurückzuliefern und abzutreten. Wenn aber die Erbbeständerin, deren Erben und Nachkommen Vorbeschriebenem in einem oder dem andern Punkt entgegen handeln oder mit Entrichtung des jährlichen Zinses zurückbleiben würden, so wird ausdrücklich vorbehalten, daß die Mühle in diesem Falle ohne einiges Entgeld von der Staatsregierung wieder zurückgenommen, eingezogen und damit nach eigenem Gefallen verfahren werden kann.

Nachdem die Erbbeständerin diesem Allen getreu nachzukommen zugesagt, und deshalb ihren Revers ausgestellt hat, so ist ihr auch dessen zu Urkunde dieser erneute Erbleihebrief ertheilt, und unter Beidrückung des Kurfürstlichen Ober-Finanz-Kammer-Siegels, ausgefertigt worden.

So geschehen zu Kassel am 14ten Mai 1839

Kurfürstliche Ober-Finanz-Kammer
gez. Meisterlein
Kassel, am 25. Juni 1839.

 

Außer oben genannten Bauten wurde 1814 noch ein drittes Gebäude aufgeführt, welches sich als das “Herrenhaus” präsentiert und es stehen alle drei Gebäude heute noch. Das größte und älteste der- selben (an welchem noch das hessische Wappen zu sehen ist) ist durch seinen stufenförmig aufragenden Dachstuhl als die Papiermühle kenntlich, welche mit ihren drei Stockwerken auf dem Briefkopf der heutigen Inhaberin mit abgebildet ist. Des letzten Besitzers Witwe hat recht gehandelt, daß sie den Betrieb schon 1841 einstellte.

Von 1841 bis 1873 wurde auf dem Werk von dem Kaufmann K. L. Hartwig ein Eisenhammer und eine amerikanische Mahlmühle betrieben, und seit 1873 hat sich unter Ludwig Rocholl und dessen Söhnen eine Stockfabrik als größte dieser Branche entwickelt.

Andreas Becker übernahm die Papiermühle 1714/15 mit drei deutschen Geschirren á vier, das sind zusammen 12 Stampfloch, eine immerhin nicht große Anlage und für die Lumpensammlung waren ihm nur die Residenz und drei Aemter angewiesen. Der Lumpenpreis betrug 1724  24 albus. Aus seiner 24jährigen (falsch – 33 Jahre) Wirkungszeit ist nicht viel zu berichten, als daß die fürstliche Renteikammer 1732 Anlaß hatte, über schlechtes Papier von Bettenhausen und anderen hessischen Papiermühlen Klage zu erheben.

Im Jahre 1738 [9] starb Andreas Becker, worauf sich seine Witwe – wie das früher üblich war – baldigst wieder verheiratete, und zwar mit dem Papiermacher Johann George Weßelohe, welcher in dem vorstehenden Währschafts-Protokoll gar nicht verzeichnet ist. Derselbe trat in das Beckersche Pachtverhältnis ein und aus seinem ebenfalls langen Wirkungskreis ist manches inter- essante zu berichten. Zuvor muß eine erst später (1774 !) erfolgte genaue Aufnahme der Immobilien und Werkstatt-Einrichtung hier eingeschaltet werden:

 I. Immobilien.

Der Platz worauf die Pappier Mühle stehet liegt zwischen der Lossa und der Wenkesternischen Wittib ihrer Wohnung und der Kauffunger Landstraß, sodann dem herrsch. Fischbehälter

Die Papiermühle und Wohnung

Die Werkstatt mit 8 Fenster und Schornstein

Die Schirrmühle im Keller mit 4 Säulen (Souterain wo die Stampfgeschirre laufen !)

Zum zweiten Stock eine Treppe; vom Gang zur großen Wohnstube so gedielet,1 Thür 2 Fenster
1 eysern Ofen 1 Cabinet 2 Fenster

1 dopp. Hinterthür 2 alte tannen Tische an den Wänden und Balken

2 pappier Trapeln (d.s.Stangen zum Papier trocknen!)

Die Stubenkammer mit 1 Thür 4 Fenster 1 Scheidewand 1 Fenster

In der Küche 1 Thür 2 Fenster 1 Herd mit Eißern Platte, der Rauchfang darüber, 1 Goßenstein; daran 1 kleine Stube mit 1 Thür 2 Fenster 1 Ofen 1 Sekretär (das war die Speiskammer!)

Eine Kammer für die Gesellen 1 Thür 4 Fenster, noch eine Eck- oder Schlafkammer 1 Thür 4 Fenster

Zum dritten Stockwerk eine Treppe. Oben je 1 Thür nach rechterhand zum gr. Boden für Lumpen
17  Fenster (niedr.) 1 Ausbreitebank von  eichen Bohlen linkerhand zum Lumpenboden,
beide getäfelt, hier 9 Fenster, daneben die Rauchkammer

Zwei Henkböden wo das pappier wird ufgehangen, zu jedem 1 Treppe, am ersten mit Fallthür.
Auf jedem im Dach 14 Fall Läden

Das Leimhauß hat 1 Thür 2 Fenster 1 Treppe ufm Gang 3 Fenster    1 Cammer 5 Schubfenster
1 Stube mit Ofen 3 Schubfenster 1 Cammer 1 Fenster, der Boden mit Treppe 3 Luftloch darunter
der Stall mit Kuh- und Pferdekrippe hat 2 Fenster

am Leimhaus daneben ein Badeofen mit Ziegeldach, auch ein Schweinstall mit 2 Trög. (Ob als
Badewanne vielleicht die Trög gedient haben, ist nicht gesagt.)

Bei den Akten liegt der Situationsplan Abb.13

 

Situationsplan der Papiermühle Bettenhausen   1774

 

 

  II. Das lauffende Geschirr und die Werkstücke:

 

Thlr   alb   hlr

Die drei Stampfgeschirr samt Wasserrad

eines neu                                                     132    24     8

das ander auch neu                                     132    24     8

das dritt abgenutzt                                         66    12     4

dabei ein neuer Zeugkasten                              5     -       -

ein Wassertrog mit zwey Rinnen                      3     -       -

sechs holtzene Rohr                                          4     -       -

eine Werkbütte mit Gautzstuhl neu                   9    28     -

die Feuerblase dazu                                           6     -       -

oben in der Werkstube ist eine zweite
Bütte aufgeführt                                             ?     ?     ?

eine neue pappier Preß                                  14     -       -

eine alte Preß in II.Stock ufm gang               10     -       -

eine dito im Leimhauß                                      2     -       -

ein alter Rührtrog                                              3     –       -

ein neuer Zeugkasten                                       5     -       -

ein alter Leimkößl 1 Ctr 50 Pfund schwer     52    21     4

ein Leimfaß mit 4 Eyßenband neu                  9    12     -

zu den Henkböden 1 Ctr 72 Pf. Haarstrang              30     -       -

das Fluthbett                                                 55    12     -

Bau und Schneidholz                                       7     -       -

.            ___________________________

Summa:                                                      .  548     7     -

 

Aus dem Wirkungskreis des Papiermüllers Weßelohe ist festgestellt, daß das Lumpensammelgebiet für die Papiermühle im Lauf der Zeit auf sieben Aemter und die dazwischen liegenden Herrschaftsgebiete erweitert wurde; der Zentner Lumpen kostete einen Reichsthaler bis zwei Gulden. Im Jahre 1750 beschwerte er sich, daß ein Sammler Kohler im Amt Eschwege alle Lumpen aufkaufe, ihm aber keine liefere.

Im gleichen Jahre beschwerte sich der Fischer auf dem herrschaftlichen Fischerhof (siehe den Plan) über die die Fischbehälter schädigende unregelmäßige Wasserführung des Weßelohe.

Im Jahre 1760 erbrachte Weßelohe vor der fürstlichen Renten-Kammer den Nachweis, daß der Homberger, wie auch der Wolfshager Papiermüller längst höhere Papierpreise bezahlt bekomme und er- reichte auch die Genehmigung höherer Preise laut dieser Tabelle:

 

der Ballen Propatria      bishero  30  anjetzo   25 Rthlr.

“   “      Stern                        “     17.1/2  “        20    ”

“   “      Brief u. Post             “     15      “          18    ”

“   “      Register                   “     10      “          14    ”

“   “      blau Register           “     10      “          12    ”

“   “      blau Pack                 “      5      “            5    ”

“   “      grau Pack               ”      2.1/4  “           2.1/2 ”

 

Als Weßelohe im Jahre 1764 verstorben war, bat seine Witwe, die geborene Becker [10] um Übertragung der Erbleihe auf einen ihrer zwei Söhne erster Ehe. Diesem Ersuchen wurde entsprochen und im gleichen Jahre erhielt der sehr gut beleumundete Johann George Becker die fürstliche Papiermühle für Erbleihe-Bestand.

 

In die Uebergangszeit fielen jedoch jahrelange Verhandlungen der fürstl. Rentkammer wegen Umwandlung der Erbleihe in eine Temporalpacht, wobei die Beamten erwogen, welches Verhältnis der Staatskasse nützlicher sein könnte. Zur Klärung dieser Frage fand sich ein Herr Beamter in der Papiermühle ein, um einen Altgesellen des verstorbenen Weßelohe, wie auch den neuen Pächter über die Leistungsfähigkeit des Werkes zu vernehmen und es ergab sich folgende Kalkulation, die wir den Lesern in ganzem Umfang nicht vorenthalten möchten.

Weßelohe machte in einem Jahr:

2 Ballen  Sternpapier      à 17.1/2 Rtlr.      35   -    -

90  “          Schreibpapier  à 12        ”      1080   -    -

6  “          blau Konzept   à 10.5/6  “          65   -    -

25  “         Konzept           à   7.1/2   “        187  16 al

100  “        Druck               à   3.1/2   “        350   -    -

30  “         Makulatur        à   2.1/2   “          75   -    -

2 Zentner steife Pappe  á   3         “            6   -    -

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253 Ballen, das sind 2530 Ries, macht   1798  16  -

oder rund 1300 Ries aus einer Bütte, was unter Berücksichtigung wasserarmer Zeit normal genannt werden kann.

 

Ausgaben dagegen:

200 Ctn. Lumpen die er abholen muß   à   1.1/3      266 10  8

220 Ctn. Lumpen von Sammlern           à     3/4      165  -    -

6 Gesellen Wochenlohn zusammen           5.1/2      286  -    -

denselben wöchentlich 2mal Braten

Fleisch und Bier à 21 albus 4 heller                        208  -    -

3 Lehrjungen                                                               33  -    -

deren Eßen und Trinken wöchentlich     16 alb       78  -    -

2 Hauß Knecht zum Lumpenhacken        12 alb.        39  -    -

vor Eßen und Trinken solcher wochentl.

1 Rthlr.              52  -    -

3 Mägde zum Pappier Aufhängen jährlich                 21  -    -

wegen solcher wochentlich Kostgeld                        78  -    -

Extra Tagelohn                                                          30  -    -

Vor dem Pappierer Meister sowie Frau

und Kind nebst 30 Clafter Holz                               200  -    -

jährliche Reparaturen am lauffenden Geschirr          20  -    -

1/4 Centner harene Strick vor die Häng-
Traplen à Pfund 7 albus                                             5    15   -

Filztücher zum gautzen                                              20  -     -

vor Formen zum pappier                                             8  -     -

jährl. 3 Centner Alaun à 6 Rthlr.                                 18  -     -

jährl. Schafbein und Hirschläuffe                                20  -     -

Pachtgeld                                                                    200 -     -

Intereße von 50 Rthlr vor die Erbleyhe                         27  16  -

.———————–

Summa:                                                                     .  1773  9  8

 

 

Diesem nach blieben übrig von der

Pappier-Mühle                                                         23. 6. 4 Rthlr.

Einnahme von der Schneidemühl                           40. -   -  ”

thut zusammen                                     .                   63. 6. 4. Rthlr. Ueberschuß

Weil man dieser Kalkulation bei der Rentkammer wenig Vertrauen entgegenbrachte, wurde im Jahre 1766 eine Examinierung durch Werkskundige verlangt. Man berief drei Meister von auswärtigen Papiermühlen, welche unter Mitwirkung des Oberbaumeisters die Verhältnisse untersuchen und begutachten sollten. In dem Gutachten der Meister kommt zum Ausdruck, daß sie ihrem Fachgenossen nicht weh tun wollten, hauptsächlich schätzten sie die Produktionsmöglichkeit der Papiermühle und damit den Umsatz niedriger ein. Immerhin wurde festgestellt, daß die oben detaillierten Geschäftsunkosten zu hoch angeschlagen waren.

Aus ihren Erklärungen finden sich jedenfalls die vergleichenden Angaben über die Leistung des alten Stampfgeschirrs und des (auch hier eingeführten) Holländers das besondere Interesse unserer heutigen Papiertechniker!

Sie rechnen per Stampfloch als jährlichen Ertrag 17 bis 18 Ballen Papier und geben an, daß ein Holländer 6 Stampflöcher ersetze. Demnach war damals, d.h. 1766, mit der fürstlichen Papiermühle herzustellen möglich:

mit 2 Stampfgeschirr à 4 = 8 Loch

mit 1 Holländer         à        6 Loch

zusammen 14 Loch

14 x 18 = 252 Ballen oder 2520 Ries Papier, was mit der in obiger Kalkulation stehenden Erzeugung genau stimmt.

..

Vorstehend geschilderte Verhandlungen sind im Sand verlaufen und erst aus dem Jahre 1767 liest man in einem Extrakt aus geheimem Ratsprotokoll vom 20.März der Kriegs- und Domainen-Commission:

“Die Pappier Mühle soll auf eine Erbleyhe unter dem vorigen Vorbehalt und mit der Condition, gut und fein pappier zu machen, gegeben werden.”!

Also konnte der neue Pächter Johann George Becker fortan in Ruhe Stampfen, Mahlen und Schöpfen. Er kam aber oftmals mit Zahlung der Pachtbeträge in Rückstand, Sowohl der Landesfürst wie auch die Rentkammer bezeigten ihm gegenüber eine Engelsgeduld, wenn er versprach, die Rückstände mit Papierlieferungen gut machen zu wollen. Als er aber auch damit nicht Wort hielt und 1782 seine Schuld auf 252 Rtlr. stehen geblieben war, sollte er ausgepfändet werden, und diesem Ereignis verdanken wir die von einem Taxator gemachte Inventaraufnahme. Im Verhältnis zu den in der Immobilienbeschreibung enthaltenen bescheidenen Wohnräume lernen wir nun eine ganz nette Einrichtung des Papiermüllers kennen. Unsere Hausfrauen beneiden ihn vielleicht wegen der reichen Zinn- und Kupfervorräte in der Küche, wie auch alle Preise, besonders der Haustiere, höchst interessant sind.

Inventaraufnahme des Papiermüllers  Becker vom Jahre 1782

1. ein Bett in einer Spanne, ein Oberbett mit zwei
Kissen so mit Cottun Ziechen bezogen, ein Pful,
zwei Bettlachen, zwei Unterbetten und

annoch zwei Küssen ohne Zieche                                   20   -   -

2. ein dito mit altem Vorhang von grünem Taft,
1 Oberbett, 2 Küssen mit gestreiften Linnen
bezogen, 1 Bettuch, 1 Pful  2 Unterbetten
und 1 Spanne                                                                  20   -   -

3.u.4. 1 Kleiderschrank 16.-.-. ein dito
alt 5.-.-.                                                                           21   -   -

5.u.6.  1 mit Oelfarbe gestrichener

Tisch 2.-.-. 1 kl.Schränkgen 1.16.-.                                   3  16   -

7.u.8 eine Uhre  5.-.-. eine Comode 6.-.-.                         11   -   -

9. Annoch 6 complette Gesinde- und  Gesellen-
betten wovon jedes in einer Spanne, 2 Küssen,
1 Pful, einem Ober- und einem Unter Bette und
schlechten Linnenziechen bestehend  à 7.-.-.                        42   -   -

10. 6 Zinn Schüsseln                                                             4   -   -

11. 4 Zinn Näppe   (4)                                                            4   -   -

12. 4 Leuchter     (4)                                                              1   -   -

13. 4 Duzzend Zinn Teller                                                     12   -   -

14. Annoch 7 Zinn Schüsseln                                                3  16   -

15. 2 Zinn Suppen Näppe                                                      1  10   8

16. 2 Kupfer Caßrolle                                                            3   -   -

17. 2 Kupfer Keßel                                                                 3   -   -

18. 1 Messing Pfanne                                                            1   -   -

19. 20., 21. 1 Kuh 10.-.-.  1 Rind 3.-.-.

1 Pferd 10.-.-.                                                                    23  -   -

22. Uf dem Boden angeblich 6 Ballen

ufgehangen ohngeleimt Register

Pappier à 10.-                                                                   60  -   -

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233  10  8

 

sodann sind so wenig Lumpen als fertiges Papier vorrätig, jedoch ist annoch etwas Maße in arbeit. Linnen und Kleider sind nur zur höchsten Nothdurft da und das übrige Haußgeräth besteht in schlechten Gerümpel von wenigen Werth.

 

I.G.Becker starb am 2. Mai 1788 und im gleichen Jahr übernahm sein einziger 22jähriger Sohn Johannes Becker die Pacht, welchem es trotz seines jugendlichen Alters in vier Jahren gelang, die Rückstände seines Vaters vollständig zu tilgen. Derselbe erbaute 1802 eine neue Scheuer; ob er das oben erwähnte, 1814 neu gebaute Wohnhaus als Eigentum schuf, geht aus dem Aktenmaterial, welches mit 1806 abschließt, nicht hervor.

Nach seinem 1821 erfolgten Ableben hielt als letzter der Familie Johann Heinrich Wilhelm Becker seinen Einzug in die Papiermühle, dessen Witwe, wie oben bereits erwähnt ist, auf eine Verlängerung der von den Vorfahren ein und einviertel Jahrhundert genossenen Existenz verzichtete.

Ueber die Qualität der in der herrschaftlichen Papiermühle zu Bettenhausen erzeugten Papiere kann man wenig Lobenswertes sagen; wenigstens ist in dem Aktenmaterial an den Papiermustern kaum ein wesentlicher Preisunterschied zu erkennen, indem sie durchweg aus ungenügend gemahlenem Stoff geschöpft sind und deshalb ihre Wasserzeichen undeutlich ausgeprägt sind. Dieses Urteil findet Bestätigung in einer Gewerbe-Statistik von Landau, wonach sich in den 1840er Jahren noch ein halbes Hundert Papiermühlen in Tätigkeit befanden, welche in allen Teilen des Hessenlandes zerstreut lagen. “Sie lieferten allerdings nur mittleres und gröberes Papier.” ”

 

Soweit die Aufzeichnungen von v.Hößle.

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In zwei Listen aus den Jahren 1825 und 1836 werden aus der Umgebung zehn bzw. 14 Papierfabrikanten angeführt:[11]

 

Vom Jahre 1825:

Becker, Kassel,

Röper, Oberkaufungen,

Sprang, Witzenhausen,

Discher, Rengshausen,

Schreiber, Malsfeld

Asmus, Homberg,

Witwe John, Ellarberg,

Steinberg, Wolfshagen,

Scheurmann, Hofgeismar,

Scheurmann, Elmarshausen.

 

Vom Jahre 1836:

Becker, auf der Papiermühle bei Kassel,

Witwe Röper, Oberkaufungen,

Sprank, Witzenhausen,

Runge, Vockerode,

Kauffmann, Berneburg,

Scheurmann, Elmarshausen,

Scheurmann, Hofgeismar,

Schreiber, Malsfeld,

Discher, Oberkaufungen,

Sonne, Rengshausen,

Röper, Rothemühle,

Lovis, Dorfgeismar,

Asmus, Homberg,

Becker, Elmarsberg.

 

Tacke II. führt unter der Nr. 273A) bei den Wasserzeichen der Papiermühle Rohden (- von Heinrich Wilhelm Weitenauer -) ein Wasserzeichen des Johannes Becker von der Papiermühle Kassel- Bettenhausen (um 1822)  als Vergleichsmuster an.

 

Das Wasserzeichen ist nachstehend abgebildet.

 

Das Wasserzeichen des Meisters in Kassel-Bettenhausen

512.6.4.1. JOHANNES BECKER

 

 

 

 

 

 

No. 273)  Wasserzeichen von Meister Heinrich Wilhelm Weitenauer (und Erben)

1821, 22.März. Rinteln (20538) A

Gekröntes Monogramm des Kurfürsten Wilhelm II.; Gegenmarke HW. Mehrere Kopien und Nachweise (von verschiedenen Schöpfformpaaren) 1818-1832, alle Rinteln. Unreine, graue, z.T. sehr geringwertig Konzeptpapiere.

 

 

Hierzu im Vergleich:

 

No. 273A) Wasserzeichen von Johannes Becker

1822, 28.März. Kassel (20770)

Dasselbe Motiv von gleichzeitiger Schöpfform der PM Kassel-Bettenhausen; Gegenmarke I B (= Johannes Becker). Leicht geschöntes,

gutes Velin-Schreibpapier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



[1] Genealogisches Jahrbuch Nr.5/1965, Seite 99,107,108,112;

[3] Tacke, 21.2.1972

[4] Genealogisches Jahrbuch Nr.5/1965, Seite 107,

[5] Hofkapellmeister Johannes Becker 275 Jahre. Ein Epteröder macht Musikgeschichte, von Hermann Nobel, Wiesbaden. http://www.hermannnobel.de/becker.htm

[7] Offensichtlich wußte derVerfasser nicht, dass schon Vater, Großvater und Urgroßvater von Andreas Becker mindestens 100 Jahre vor ihm schon als Papiermacher-Meister tätig waren.

[8] Hößle, Friedr. v. : Papiermühlen d. hess. Länder, 1928

[9] falsch 1747 !

[10] falsch – geb. Dorn, verw. Becker, verw.Weßelohe

[11] Hößle, Friedr. v. : Papiermühlen d. Prov. Hannover, 1932