588.444. Reyner von Calven

von Calven 

20. Generation

588.444.        von Calven, Reyner (Reynerus, Reiner)
                      Ratsherr 1393 – 1421, zwischen 1408 und 1416 mit dem Alten Rat außerhalb Lübecks.
                      geb. Stendal um 1350
                      gest. Lübeck, (Exalt. crucis) 14.09.1421;
                      begr. Lübeck, St.Katharinen, Grabstein erhalten
                      verh. Lübeck 1396
588.445. 
       von Schepenstede, Margarethe
                      gest. Lübeck, nach 1438

                      Kinder:

1) von Calven, Wilhelm; Bürgermeister; geb. Lübeck ; gest. Lübeck 28.12.1465; begr. Lübeck, St.Aegidien, Grabstein
verh. 1. Ehe Lübeck 1424
vom Sode, Anna
geb.      gest.
verh. 2. Ehe
von Attendorn, Kunigunde (Kunneke); geb. Lübeck ; gest. Lübeck 1452

2) von Calven, Benedict

„Nobilis Marchins“ ; 1393 – 1408 und 1416 – 1421  Ratsherr zu Lübeck, Mitglied der Zirkel-Gesellschft. Besitzer des  Gutes Gross  – Schenkenburg und des halben Dorfes Stöckeldorf. Wohnung : 1388 Breitestraße, später Königstr. 75.

Schnobel:
“Er kam aus der Mark.
Er wurde 1408 nebst anderen aus der Stadt vertrieben. Zog mit Jordan Pleskow 1409 nach Heidelberg zu Kaiser Ruprecht und von dannen aufs Concilium zu Costnitz, er ward 1416 wieder eingeholt.”

Zettelkatalog im St.-A. Lübeck:

1388 Querhaus : Breitestr. 776
1393 verk.

1388 Breitestr. 784
1388 verk.

1390 Königstr. 868
1410 wird das Grundstück vom Neuen Rat beschlagnahmt und verk.
1416 erhält er das Grundstück zurück
1432 erbten es die Ww. und der Sohn Wilhelm, der
1452  Alleinbesitzer wird.

1393  Mengstr. 10
1393  verk.
1411  aufgeführt in der Liste der Beschlagnahmung durch den Neuen Rat: Glockengießerstr. 259

1420  verk. er aus dem Nachlass seiner Schwiegermutter Haus und Hof; St. Annenstr. 805,806,807

1425  war seine Ww. Miterbin des Hauses genannt „ad ancam“, Fleischhauerstr. 103 und des
            Hauses No. 105.  (Erblasserin: Gheseke, Ww. des Ratm. Thidemannus Vorrat,)

1425  war seine Ww. Margarethe Miterbin des Kornhauses Trave 684 A.
1429  verk.

1425  war seine Ww. durch ihre Mutter Miterbin des oberen Hofes in der Aegidienkirche 694 A.
1438  verk. an den Sohn Wilhelm.  (Erblasserin: Gheseke, Ww. des Ratm. Thidemannus Vorrat,)

1438   erhält seine Ww. Engelswisch 605 (Bude)
1441  verk.

Bau- und Kunstdenkm., Bd. IV,1
S. 134 : Wappen : drei Sterne
S.135: Sein Grabstein in der St. Katharinen-Kirche 1,54 x 2,52 m groß .
Von der in den Ecken durch unkenntliche Medaillons unterbrochene Umschrift sind nur noch die Worte
„Anno : dni : m : ccccx : (XI in  o die ex altacionis  sancte crucis obiit dominus Reynerus de) *
o caluen : consul : lub : eodem o anno …  lesbar. Auf der Mittelfläche zwischen zwei Inschriften von 1665 und 1789. Zwischen dem 2. und 3. nördlichen Mittelschiffpfeiler.

* Ergänzt nach dem Todesdatum in der älteren Ratslinie.

 

Ratslinie (432) Reyner von Calven                                             Ratsmitgl. 1393-1408 und 1416-1421

“befehligte 1396 die lübschen Truppen  im Kriege gegen die Herzöge Heinrich und Bernhard von Lüneburg. 1401 als Gesandter in Lüneburg, um mit dem dortigen Rate einen Vergleich über Zahlung der den Salzbegüterten zuständigen Rente zu schließen. 1405 Schiedsrichter  im Streite des Bischofs mit dem Domkapitel. Als Gesandter der Hansestädte 1406 in Amsterdam. -  Nach Ausbruch der Unruhen im Herbst 1408 am Hof des Königs Ruprecht in Heidelberg im Interesse des Alten Rates tätig. 1409 beim Rate in Lüneburg, dann bei Verhandlungen vor dem Hofgericht in Heidelberg. 1412, einer Aufforderung des Königs Sigismund folgend, an dessen Hof in Ofen. – 1416 in Kopenhagen bei König Erich. Im Juli 1417 zu Verhandlungen mit König Sigismund nach Konstanz gesandt. Auf einer Reihe von Hansetagen der Jahre 1416 und 1417 vertrat er die Stadt. -  Calven war Eigner des Gutes Groß Schenkenberg und des halben Dorfes Stockelsdorf. Verheiratet mit einer Tochter des Ratsherrn Johann Schepenstede (367). Wohnung: Königstr. 75. Mitglied der Zirkelkompagnie.
Sein Wappen (drei Sterne)  L.S.d.M. 15, 102.  ”

 

Reyner von Calven  in Wikipedia

                             Siegel des Reyner von Calven um 1408

Reyner von Calven (* um 1350 in Stendal; † 14. September 1421 in Lübeck) war ein Ratsherr der Hansestadt Lübeck.

Reyner von Calven entstammte einer Familie von Gewandschneidern in Stendal. Gemeinsam mit seinem Bruder Merse, später Bürgermeister von Stendal, nahm er an den Kämpfen an der Deetzer Landwehr 1372 gegen die Harzgrafen teil. Um 1386 ließ er sich als Kaufmann in Lübeck nieder, wurde Bürger der Stadt und heiratete 1388 Margarethe, die Tochter des Lübecker Ratsherrn Johann Schepenstede. Nach dem Tod seines Schwiegervaters gelangte Calven über das Erbe seiner Frau an das Gut Groß Schenkenberg und einen halben Miteigentumsanteil am Dorf Stockelsdorf. Er wurde Mitglied der Zirkelgesellschaft und 1393 wurde er in den Rat der Stadt Lübeck gewählt. Er war 1396 Befehlshaber über die Truppen der Stadt Lübeck im Satekrieg mit den Herzögen Bernhard I. und seinem Bruder Heinrich I. von Braunschweig-Lüneburg. Der Kriegszug führte über Bergedorf nach Vereinigung mit den dort dazugekommenen Hamburgern über die Elbe und Lübeck besetzte das Gebiet um Uelzen. Im Ergebnis kam es zu einem Einlenken der Herzöge und einem für Lübeck günstigen Friedensschluss. 1401 war er in Lüneburg als Schiedsrichter zwischen den Salzbegüterten und dem Rat tätig, 1405 war er als Schiedsrichter zwischen dem Lübecker Bischof und dem Lübecker Domkapitel gefragt. 1406 reiste er in diplomatischer Mission als Gesandter der Hansestädte nach Amsterdam. In Lübeck brachen 1408, wie in anderen Städten auch, bürgerliche Unruhen aus, die zur Absetzung des Alten Rates durch einen Neuen Rat führte. Reyner von Calven nahm die Interessen des Alten Rates beim Hofe des Kaisers in Heidelberg und beim dortigen Reichshofgericht wahr. 1416 wurde durch den Kaiser die alte Ordnung wiederhergestellt und die 1408 vom Neuen Rat abgesetzten, noch lebenden Ratsmitglieder wieder eingesetzt. In den folgenden Jahren kümmerte Calven sich um die politischen Außenbeziehungen der Stadt. Er besuchte 1416 den Königlich Dänischen Hof, suchte Kaiser Sigismund zu Verhandlungen in Konstanz auf. Auch vertrat er Lübeck in den Jahren 1416/17 auf den Hansetagen.

Er wurde in der Katharinenkirche in Lübeck begraben. Seine mehrfach wiederbenutzte Grabplatte ist erhalten; sie liegt zwischen dem zweiten und dritten nördlichen Mittelschiffspfeiler.[1] Sein Sohn Wilhelm von Calven wurde ebenfalls Lübecker Ratsherr und Bürgermeister. ”