372.3. Cockerill, William jr.

Cockerill 

372.3. Cockerill, William
Sohn von William Cockerill und Elizabeth Charles
Tuchfabrikant, lebte zunächst in Reims, dann in Guben
get. Haslingden,  18.04.1784
gest. Guben,  16.06.1847

verh. 1. Ehe  …    …  .1810  mit:…
Scheibler, Ernestine Henriette, Edle von  [1]
Tochter von Bernhard Paul Edler von Scheibler, Tuchfabrikant
in Montjoie, und Karoline Eleonore Böcking aus Trarbach.
Sie erblindete als Kind an den Masern.
geb. Montjoie / Monschau,  28.01.1791
gest. Berlin 17.11.1824
begr. Berlin (Marienkirche 1824/S278) 20.11.1824

372.3. Cockerill, William – Taufe Haslingden, Parish Registers -18.04.1784

.

Sterbeeintrag Henriette Scheibler-Cockerill – Berlin 1824

 

verh.  2. Ehe Berlin -Marienkirche15.06.1829    mit:
von Maaßen, Johanne Wilhelmine Henriette
Tochter v. Karl Georg von Maassen, preuss. Generalsteuerdirektor
und Finanzminister, und Maria geb. Völcker
geb.  1797/1799
gest. Berlin, 01.09.1866 -St.Matthäi-Kirche,Berlin (Nr.143/1866)
begr. Guben, 05.09.1866

Hochzeit-Cockerill- Maassen – Berlin 1829

Sterbeeintrag 1866 – Cockerill-Maassen

 

(Kb der ev. Kirchgemeinde Guben, † 1850-1867, S. 888:† 1. Sept. 1866 Nachts 2 Uhr, 5. Sept. 1866 Ganze Schule, Verw. Frau Wilhelmine Cockerill geb. Maaßen, Nachgelassene Wittwe des hier am 16/6 47 verstorbenen Fabrikbesitzers Herrn Willam Cockerill, 69 J., Lungenlähmung, hinterl. Erben laut Testament) [9]

(KB Marienkirche Berlin: Laufende Nr. 143; Cockerill, Wilhelmine geborene Maassen; Wittwe des verstorbenen Rentiers William Cockerill;  67 J. 11 M.  16 Tg.

 

 

1 Sohn aus 1. Ehe:           (keine Kinder aus 2. Ehe)

372.3.1.   Cockerill, William Charles (Guillaume-Charles)
geb.  Reims,  25.06.1811
gest.  Spa,  05.07.1814
begr.  Spa im Familiengrab Cockerill
Der einzige Sohn ertrank in einem Springbrunnen.

 

William Cockerill jr.

William Cockerill jr.

Ernestine Henriette Scheibler Henriette geb. von Scheibler

 

Im Jahre 1797, im Alter von 13 Jahren, begleitete William, zusammen mit dem jüngeren Bruder James, den Vater nach Schweden und 1799 nach Verviers.

Im Mai 1803, als die Familien Cockerill und Hodson in Dünkirchen waren, da die französischen Behörden drohten, die englischen Zivilisten zu internieren, blieb William jun. in Verviers. Da er sich nicht durch den Vertrag gebunden fühlte, den sein Vater mit Simonis & Biolley eingegangen war, baute er nun Maschinen für andere Textilfabrikanten. Als Hodson aus Dünkirchen zurückkehrte, tat er sich mit William zusammen.

Zu einer Beschwerde von Simonis & Biolley  gab William jun. zurück: “Having never entered into any contract with Simonis & Biolley I am surprised that I am now accused of having broken such an engagement. The only contracts that I have made have been with Lecup & Meunier, Godar, and Jean Nicolas David.”

Im November 1810 läßt sich William mit seiner jungen Frau in Reims nieder. Dort hatte er eine Spinnerei angelegt, die aber durch ein Feuer zerstört wurde. 1816 wurde er Bürger in Guben [8]  und errichtete dort eine große Spinnerei mit Dampfbetrieb und legte so den Grund zur industriellen Entwicklung Gubens. Er verzog nach Guben und widmete sich fast ausschließlich seinen dortigen Betrieben.

Cockerill-Straße in Guben

Cockerill-Straße in Guben

Seine Verdienste um die Tuchindustrie in der Lausitz wurden u.a. auch dadurch anerkannt, daß man in Guben eine Straße nach ihm benannte.

Wohnhaus-Cockerill-Guben-1999

Wohnhaus-Cockerill-Guben-1999

William jr. war zweimal verheiratet, in erster Ehe mit Ernestine Henriette Scheibler aus Montjoie = Monschau, einem jungen, hübschen Mädchen, die jedoch gänzlich erblindete. Von ihr gibt es einen Brief vom 12.11.1812 an die Schwiegermutter Cockerill (im Archiv Cockerill/Seraing). Aus dieser Ehe stammt ein Sohn, der infolge Unachtsamkeit seiner Wärterin, im Alter von 3 Jahren, am 5.7.1814 in Spa in einem Springbrunnen ertrank. In zweiter Ehe war William kinderlos verheiratet mit Wilhelmine von Maassen, Tochter des preußischen Handelsministers Maassen.[2]

Als sich im Jahre 1813 der Vater William Cockerill, nach der Hochzeit der beiden Söhne Charles-James und John mit den Schwestern Pastor, aus dem Geschäft zurückzog und den beiden jüngeren Söhnen den Betrieb übergab, hatte sich offenbar William jun. schon gänzlich vom Familienunternehmen getrennt und auf eigene Füße gestellt. Bei den Unternehmen von William jun. in Guben, Cottbus und Grünberg war der Bruder John aber finanziell, wahrscheinlich auch durch Maschinenlieferungen, beteiligt, wie auch aus dem Testament von John aus dem Jahre 1834 hervorgeht.

William erbte von seinem Vater den Grundbesitz in England, (Rawtenstall und Haslingden), den er im Jahre 1840 verkaufte. (Grundbesitz in England)

Williams jüngster Bruder, John Cockerill, verfügt in seinem Testament vom 6. April 1834, Berlin:
“I bequeath to my eldest brother William Cockerill domiciled at Guben and to his legitimate children:
1.o  The works of Cottbus, grounds, buildings, machinery and utensils appertaining to same and active
debts;
2.o  Anything I possess at Guben.
3.o  Anything he might owe to me as well as to the various factories in which I am interested.
4.o  The factory of Grünberg, grounds, buildings, machinery and utensils and generally everything I possess at Grünberg.
5.o  All my real estates at Sommersfield ;
6.o  All my buildings, machinery and furniture at Berlin.
Should my brother William be dead without legitimate issue the above bequest will be nul. .. ”

Briefkopf der ehemaligen Klostermühle in Guben

Briefkopf der ehemaligen Klostermühle in Guben

Der Briefkopf von 1919 zeigt eine Abbildung der ehemaligen “Klostermühle” in Guben, die das Herzstück der Fabrikation von William jr. war. [4]

—————-

Über die wirtschaftlichen Aktivitäten von William Cockerill jun. In Preußen wird ausführlich von C. Möckel berichtet :[3]. Weiterhin in einem Artikel im  Gubener Heimatkalender 1984 von Bernd Pilz über die Cockerillschen Unternehmungen in Guben und Cottbus. [6]

William  Cockerills  Unternehmungen in Cottbus und Guben

“Im Gegensatz zu seinen Brüdern John und Charles – James ließ sich der Älteste, William Cockerill, ganz in Preußen nieder. Vor allem mit seinem Namen sind Fabrikgründungen in Cottbus (1816) und Guben (1816) verbunden, (70) die in einen für ihn historisch günstigen Zeitraum fallen, Zu dieser Zeit befand sich das Textilgewerbe der Niederlausitz in einer Krise, deren Ursachen – ebenso wie für Berlin schon genannt – in den Produktions- und Absatzschwierigkeiten während der Napoleonischen Kriege und der englischen Konkurrenz nach Aufhebung der Kontinentalsperre zu suchen sind. Hinzu kamen überlebte wirtschaftliche Organisationsformen. Außerdem fehlten moderne Maschinen für die Produktion hochwertigen Maschinengarns, das wiederum das Tuchmachergewerbe voranbringen würde.

Durch den Wiener Kongreß 1815 kam die seit dem Dreißigjährigen Krieg unter sächsischer Hoheit stehende Niederlausitz zu Preußen. Die preußische Regierung war bestrebt, nicht nur in Berlin, sondern auch in den anderen Gebieten Preußens das Gewerbe zu fördern und zu modernisieren. Davon profitierte nun die Niederlausitz, zumal sie gute Vorbedingungen für eine industrielle Entwicklung im Textilsektor aufzuweisen hatte. wie das Beispiel Guben zeigt. Die Stadt konnte durch ihre Lage an der Neiße billige Wasserkraft nutzen. Sie verfügte über eine große Anzahl von erfahrenen Arbeitskräften, da man schon seit dem Mittelalter die Tuchmacherei in der Stadt kannte, und der Rohstoff Wolle war dank der in der Niederlausitz verbreiteten Schafzucht In ausreichender Menge vorhanden .(71)

Den Gebrüdern Cockerill, vor allem William, kommt für Guben und für Cottbus die Rolle von Pionieren der Industriellen Revolution zu (72); sie verhalfen auch hier “maßgeblich dem historischen Fortschritt sukzessive zum Durchbruch … Das Cockerillsche Unternehmen hatte gewichtigen Anteil am Niedergang des alten Gubener Tuchmacherhandwerks und an der Herausbildung der Gubener Textilindustrie.” (73) Der Gubener Tuchfabrikant Gottfried Böhme, ein Zeitgenosse William Cockerills, urteilt über dessen Wirken In Guben: “Er hat sich ein ewiges Denkmal in Guben gestiftet so daß der Name Cockerill stets mit Lob und Dank anerkannt werden wird.” (74) In dieses überschwengliche Urteil spielten möglicherweise persönliche Gefühle und Dankbarkeit Böhmens hinein. Böhme war der erste Gubener Tuchmacher, der ein Assortiment Cockerillscher Maschinen erhalten hatte. Im September 1815 hatten drei Staatsbeamte seine Tuchmacherei besichtigt und “Weberei, Appretur, Walke, Waschwerk und Färberei mangelhaft befunden.” (75) Daraufhin wurde Böhme nach Berlin zur Besichtigung der neuen Cockerillschen Fabrik eingeladen: Böhme und der Tuchmacher Driemel reisten nach Berlin und kauften ein Maschinensortiment für 3 000 Taler. nachdem Staatsrat Kunth und Fabrikenkommissionsrat Weber befürwortet hatten, daß der Staat sie mit 1500 Talern unterstützen solle. Zur Aufstellung dieser Maschinen fuhr William Cockerill Anfang 1816 nach Guben. (76) Er hatte anfangs wie seine Brüder in der väterlichen Textilmaschinenbauanstalt gearbeitet, dann ab 1807 eine Tuchfabrik In Reims geleitet. (77) Während seines Aufenthaltes in Guben wurde er auf die alte Klostermühle aufmerksam, die ausgezeichnet für die Anlage einer Spinnerei geeignet schien vor allem durch die mögliche Nutzung der Wasserkraft als Antriebsenergie. Die preußische Regierung war offenbar an seiner Niederlassung sehr Interessiert, denn schon zwei Wochen nach seiner Abreise aus Guben begaben sich Kunth und Weber gemeinsam mit John Cockerill, der die Kaufverhandlungen führte, nach Guben. Mit einem Kredit der Königlichen Seehandlung in Höhe von 20 000 Talern wurde von dem Salzhändler Friedrich Gast die Klostermühle erworben. (78) Rücksichtsvoll wurde mit dem Pächter der Klostermühle, Johann Samuel Knöschke, dabei nicht verfahren. Innerhalb von sechs Wochen, und nicht – wie Im Pachtvertrag vereinbart – nach einem Vierteljahr, mußte er alle Gebäude räumen und erhielt lediglich eine Abfindungssumme von 300 Talern. (79) Der Kaufvertrag wurde am 5. Juli 1816 von Gast, John Cockerill und Weber unterschrieben. (80) Der preußische Staat genehmigte wiederum die zollfreie Einfuhr aller Maschinen für William Cockerill. “Er bringt hierzu eine Menge Maschinenteile, Werkzeuge und Modelle aus den Werkstätten mit, die er bereits in Frankreich und den Niederlanden besessen, und bezieht zugleich die Hauptteile zu zwei Dampfmaschinen aus England.”(81) William Cockerill kam erst Ende des Jahres nach Guben. Die Einrichtung der Spinnerei erfolgte innerhalb eines Jahres; danach, also ab 1817, konnte er schon für die Gubener Tuchmacher spinnen. 1818 wurde in der Spinnerei eine erste kleine Dampfmaschine  übrigens die erste und für lange Zeit einzige der Stadt – aufgestellt (82)

1819 ließ sich William Cockerill endgültig in Guben nieder. 1830 hatte er die Maschinen-Lohnspinnerei gewissermaßen für sich monopolisiert, versorgte die Gubener Tuchmacher ausschließlich und die der Umgebung zum großen Teil mit seinem Maschinengarn, konnte dadurch die Preise bestimmen und ließ sich seine Arbeit teuer bezahlen. (83) So gab der Fabrikant Matschke aus Sommerfeld bis 1818 seine Wolle in Cockerills Fabrik zum Spinnen. Da er den Preis aber zu hoch fand, hielt er sich später an seine kleinen Maschinen. (84) Über die Beeskower Tuchfabrikanten bemerkt Kunth, daß “Strasser und alle besseren Fabrikanten zur guten Ware in Berlin bei Cockerill spinnen ließen. Man freut sich der näheren Gelegenheit In Guben.” (85)

Kunth hat die Entwicklung der Fabrik von Anfang an verfolgt und. wo nötig, unterstützt. Er besuchte sie auf seinen Reisen im Auftrag des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe mehrmals, so 1818, 1821 und 1825, und durch seine Berichte – in bezug auf die Cockerills stets sehr wohlwollend – erfährt man Genaueres über den Zustand des Betriebes und die Aktivitäten Cockerills. Mitte des Jahres 1818, also zwei Jahre nach Unterzeichnung des Kaufvertrages, gibt Kunth seine Eindrücke folgendermaßen wieder: ,,Die entscheidendste Unterstützung, welche dem Tuchgewerbe in Guben und seiner Umgebung zu Theil geworden, ist die Cockerillsche Spinnanlage … Ob der kleine Bach zu allen Zeiten für zehn Assortiments Wasser genug liefern kann, wird die Erfahrung lehren. Erweitert sich die Spinnerei über 10 Assortiments, wie ich nach einigen Jahren gewiß vermute, und muß eine Dampfmaschine zur Hilfe genommen werden (was, wie bereits erwähnt, im gleichen Jahr schon geschah – C. M.), so ist Raum zu neuen Gebäuden vorhanden. Für jetzt hat Cockerill das Wasserrad konstruiert, und vom Giebel auf die Mitte einer langen Seite in die Mitte der Maschinerie gelegt, wodurch man die doppelte Kraft zu gewinnen sich verspricht … Im Innern herrscht die bekannte Ordnung. Doch waren nur noch vier Assortiments im Gange, an denen auch die Streichmaschinen durch Menschen getrieben wurden, da das Mühlenwerk noch nicht vollendet war. Da der W. Cockerill schon im August vom Rhein wieder zurückerwartet wird, so hoffe ich, daß dieses Gubener Etablissement alsdann schnell zur Vollendung kommen wird. Ich habe es, wie mir nöthig schien, der Aufmerksamkeit des Landvogts und des Bürgermeisters besonders empfohlen, und wie mir seitdem gemeldet ist, nicht ohne Erfolg.” (86)

Bei seinem zweiten Besuch 1821 fand Kunth die Spinnerei Klostermühle mit zehn Assortiments, von denen sieben in Betrieb waren, vollendet.(87) Das beweist auch die Tatsache, daß die Fabrik bis 1847 – Williams Todesjahr – in der Lage war, alle Gubener Tuchproduzenten mit Garn zu versorgen. Über die von Cockerill in dieser Spinnerei gezahlten Löhne gibt Kunth in dem gleichen Bericht Auskunft. Die meisten Arbeiter standen Im Zeitlohn. Die Frauen an den Schrobbel- und Streichmaschinen erhielten täglich 6 Groschen, die Männer an den Vorspinn- und Feinspinnmaschinen 12 Groschen. Besonders gute Spinner wurden auf Akkordlohn gesetzt und konnten wöchentlich bis zu 4 Taler verdienen. Innerhalb eines Jahres kam demzufolge eine Frau auf ungefähr 50 Taler, ein Mann auf etwas über 100. ein besonders guter Spinner vielleicht auf etwas mehr als 200 Taler. (88) Der Profit William Cockerills hingegen betrug aus der Gubener Spinnerei mit nebenher weiter betriebener Mühle über 4 000 Taler. (89) Dabei beschränkte sich Cockerills Tätigkeit bei weitem nicht nur auf diese Spinnerei. Gleichzeitig betrieb er eine Walke. Außerdem entfaltete er eine recht erhebliche Landkauf – und Bautätigkeit. über die Karl Gander detailliert Auskunft gibt. (90)

Zeitlich parallel zu seiner Niederlassung in Guben wurde William Cockerill auch in Cottbus aktiv. 1816 wurde ihm durch ,,Allerhöchste Kabinettsordre” (91) das Cottbuser Fürstenhaus mit dem Turm des Schlosses zur Einrichtung einer Wollgarnspinnerei überwiesen, das – ebenso wie im Falle der Kunheimschen Kaserne in Berlin – erst nach 10jähriger ununterbrochener Benutzung In sein Eigentum überging. (92) Auch das Schloß in Spremberg stand offensichtlich zur Wahl. “Das alte Schloß hat eine angenehme Lage; ist groß. sehr fest, sehr geräumig, aus diesem Grunde dem Cockerill zur Spinnerei angeboten worden, so ist zu verwundern, daß man es dem engen Cottbuser Gemäuer nicht vorgezogen hat.” (93)  Mit dem Cottbuser Schloß habe Cockerill ,,kein erhebliches Geschenk” erhalten, urteilt Kunth. (94) Doch trotz seines Unmutes über die Standortwahl unterstützte er Cockerill. ,,Da ich nicht weiß, wie weit die Sache unter Eurer Exzellenz Einwirkung bis jetzt gediehen Ist, so bleibt mir nichts übrig, als sie Ihrer Wichtigkeit wegen der besonderen gnädigen Aufmerksamkeit angelegentlich zu empfehlen. Für die sehr bedeutende Tuchfabrikation in Cottbus kann zunächst nichts wichtigeres geschehen, als daß die Spinnanlage in möglichst größter Ausdehnung bald zu Stande komme”, schreibt Kunth in seinem Bericht im Juni 1818. (95) Probleme gab es offensichtlich mit dem Platz und den Gebäuden um das Fürstenhaus. William Cockerill hatte die Absicht gehabt, zehn Assortiments aufzustellen, der Platz reichte aber nur für ,sechs, höchstens sieben. Auch der als Direktor vorgesehene Kontorbediente Haftermann äüßerte gegenüber Kunth, daß bisher nur alles so langsam vorangegangen sei, weil man nicht wisse, wie sich die Gebäudefrage entwickeln würde. Dabei seien alle Spinnmaschinen und eine Dampfmaschine schon in Cottbus angekommen. (96) Durch den Finanzminister von Bülow  war bereits 1817 bestimmt worden. “daß dem Unternehmer bei dem Erwerb der das Fürstenhaus umgebenden Gebäude und Grundstücke jede Unterstützung und Erleichterung gewährt werden müsse.” (97) Doch erst im September 1818 erhielt er den Hofraum des Schlosses, und Anfang 1819 konnte er das Hofpredigerhaus für 6 000 Taler kaufen. Dann aber hatte auch dieses Cockerillsche Unternehmen Erfolg. 1821 beschäftigte die Spinnerei 250 Arbeiter.

Nach Einschätzung Kunths hat die Tuchfabrikation In Cottbus nach 1815 durch den Einfluß der Cockerillschen Fabrik gute Fortschritte gemacht. (98) Daraus läßt sich schließen, daß einerseits das Vorbild der Cockerillschen Betriebe und andererseits die Möglichkeit, von ihnen Maschinen kaufen zu können, ihre Wirkung getan haben. Abschließend weist Kunth darauf hin. daß “nach Vollendung der Cockerillschen Spinnerei für Cottbus nichts zu wünschen bleibt, als mehr und bessere Walken.” (99) Dazu gab es 1818 erste Pläne. Der Cottbuser Schönfärber Mundt beabsichtigte gemeinsam mit dem Tuchfabrikanten Mathesius, und zwar unter Cockerills Leitung, eine Walke anzulegen. Kunth empfahl auch dieses Vorhaben ,,dem Schutze Eurer Exzellenz (Minister von Bülow – C. M.) für den Fall, daß Schwierigkeiten gemacht werden sollten.” (100) Ob es sich hierbei um die Walke handelt, für die der Minister von Bülow 1820 eine Unterstützung von 2000 Talern unter der Bedingung bewilligte. daß die Walke nach niederländischer Art gebaut würde, ist nicht eindeutig. Fest steht, daß im März 1821 durch Cockerills Vermittlung der Walkenbauer Driesen mit seinem Bruder aus Verviers kam und innerhalb eines halben Jahres eine leistungsfähige Walke baute, die ab Dezember 1821 in Gang war. (101)

Außerdem richtete Cockerill 1822 in Kutzeburg bei Cottbus eine Tuchappreturanstalt ein, für der er, ebenfalls zollfrei, Maschinen und Maschinenteile aus den Lütticher Werkstätten bezog. (102)

Nach dem Vorbild der Cockerillschen Maschinenspinnerei entstanden in Cottbus seit den 20er Jahren weitere mechanische Spinnereien. 1833 gab es neben 5 Walken 9 Maschinenspinnereien, von denen 5 mit Pferden, 2 mit Wasserkraft und 2 durch Dampfmaschinen angetrieben wurden. Die Dominanz der Cockerillschen Dampfspinnerei war auch zu der Zeit nicht beeinträchtigt. (103) Die zweite Spinnerei, die mit Dampfkraft arbeitete, war wahrscheinlich die der Gebrüder Lutze, da Kunth bei der Beschreibung ihrer Tuchfabrik 1818 schon “eine Dampfmaschine zu vier Pferden von Cockerill”, damals allerdings für den Betrieb einer Appreturmaschine mit einer Walke, erwähnt. (104) 1843 erhöhte sich die Zahl der Spinnereien auf 17, von denen 11 durch Wasserkraft, 4 durch Pferde und noch immer nur 2 mit Dampf betrieben wurden, und zwar die Cockerillsche und die der Gebrüder Lutze. (105)

Das in den Cockerillschen Spinnereien produzierte Garn war weithin als “Cockerillscher Faden” bekannt und begehrt und wurde als Qualitätsmaßstab benutzt. So äußert der Tuchhändler und Fabrikant Müller aus Sorau, “daß eine neue Zeit der Tuchfabrikation anfange, und das Cockerillsche Garn ‘Seide’. sei.” (106)

Nach seinem Besuch in .Sommerfeld 1818 schreibt Kunth: “Es bestätigt sich auch hier, daß solche Fabrikanten, bei ihrem Fleiß und dem guten Material sehr viel bessere Preise erhalten würden, wenn das Garn durchaus von Cockerillscher Art und die Appretur sorgfältiger wären.” (107)

In Kunths Berichten von 1818 und 1821 finden sich zahlreiche Belege dafür, daß die Cockerillschen Maschinen in der Niederlausitz weite Verbreitung gefunden hatten. (108)

Der Einfluß der Cockerills, sowohl durch ihr Vorbild als auch durch ihr Maschinengarn und Ihre Maschinen, auf das Gewerbe der Niederlausitz bzw. Preußens ist beachtlich. “Die Cockerillschen Maschinen schufen nicht nur dadurch die Vorbedingungen für eine Entwicklung zur Großindustrie, daß sie viel mehr und besseres Garn produzierten, als bisher möglich war, sondern sie gaben auch da, wo sie zu besonderer Entwicklung und Ausdehnung gelangten, in Kottbus , Guben, Sorau den Impuls zu verbesserter Technik in den anderen Arbeitsprozessen der Industrie, besonders in der Weberei, deren Leistungen ja ganz und gar von der Beschaffenheit des erforderlichen Garnes abhängen.” (109)

Mit der Einführung der maschinellen Produktion in der Spinnerei war eine weitgehende Vernichtung der Handspinnerei und ein Zurückdrängen des Kleingewerbes zugunsten verstärkter Fabrikarbeit verbunden. Viele bis dahin selbständige Meister und Manufakturisten waren dem Konkurrenzdruck nicht gewachsen.

Die Niederlausitz verdankte den Cockerills auch die Einführung der Dampfmaschine. Es dauerte jedoch noch Jahrzehnte, bis es zu einem breiten Einsatz der Dampfkraft als Antriebsenergie kam. In der Dampfmaschinenzählung von 1830 sind für, den Regierungsbezirk Frankfurt nur drei Dampfmaschinen angegeben, (110) die zwei von Cockerill in Guben und Cottbus und die dritte ebenfalls innerhalb des Textilgewerbes. 1860 sind dann allein in der Textilindustrie 95 Dampfkessel vorhanden.

Mit dem Aufschwung des Textilgewerbes war auch in der Niederlausitz ein Fortschritt im Maschinenbau einhergegangen. (111) Über Einflüsse der Cockerills durch die Exporte ihrer in Berlin hergestellten Textilmaschinen auf andere deutsche Staaten ist nichts bekannt. Drei oder vier Dampfmaschinen Sachsens allerdings stammen von Cockerill. (112) Es ist jedoch wahrscheinlich, daß diese Dampfmaschinen nicht über Berlin, sondern direkt aus Seraing bezogen worden sind, zumal in der den Sachsen vorliegenden Preisliste die Lieferung ab Dampfmaschinenbauanstalt Seraing angegeben ist. (113) Außerdem verhielt sich Preußen, was den Export von Maschinen betraf, besonders im dritten Jahrzehnt sehr reserviert. Man wußte um die Bedeutung des Technologietransfers für die Entwicklung der Industrie und war bereit, sich auf illegalem Wege das zu beschaffen, was man benötigte Folgerichtig reagierte man dann ähnlich wie in England und versuchte, Einblicke in die eigene Industrie zu erschweren oder gar zu verhindern. Das bekam z. B. der sächsische Legationsrat Reyer zu spüren, als er im Herbst 1827 in Berlin war, um sich mit der preußischen Textilindustrie bekannt zu machen und Neuerungen mit nach Sachsen zu bringen. “Wie bereits bemerkt, stellten sich dem Vorhaben, Werkzeugmaschinen aus Preußen zu beziehen, seit einer Englandreise des preußischen Geheimen Oberfinanzrat Beuth Schwierigkeiten in den Weg. Der preußische Staat suchte die Ausfuhr neuer und zweckmäßiger Fabrik-Maschinen entweder ganz zu verhindern, oder ihre Nachbildung im Auslande durch preußische Inländer möglichst zu erschweren.” (114)

Auch im Aachener Raum lassen sich Einflüsse der Cockerillschen Familie nachweisen, begünstigt durch die räumliche Nähe zu den Werken der Cockerills in den Niederlanden. Der Aachener Raum profitierte zeitlich schon früher als Berlin von der Energie, der Erfahrung und dem Kapital der Cockerills, (115) Die Aachener Tuchfabrikation bezog 1808 ihre ersten Spinnmaschinen zu je 60 Spindeln von Cockerill in Lüttich. (116) Über die Verbreitung der Cockerillschen Maschinen in der Textilindustrie dieses Gebietes schreibt Kunth in seinem Reisbericht Ende 1816: “lch glaube den Zustand derselben am besten zu bezeichnen, wenn ich sage: er bestehe wesentlich und im Ganzen in der vollkommensten und konsequentesten Anwendung  a l l e r  der trefflichen Maschinen, wodurch die Cockerills – darüber ist nur eine Stimme von Kochheim bis Crefeld und Lennep … – die Tuchfabrikation so durchaus verändert und gehoben hat, daß die älteren Methoden nach und nach überall unausbleiblich verlassen werden müssen.” (117)

James Cockerill betrieb in Aachen ab Mitte des zweiten Jahrzehnts eine Wollspinnerei mit angeschlossener Maschinenbauanstalt. 1825 erwarb er eine Steinkohlenkonzession in Stolberg. Sein Bruder John ließ 1832 eine Blei-Zink-Erzgrube und weitere Hütten errichten.

3.  Z u s a m m e n f a s s u n g

Geographisch gesehen waren es also drei Zentren, auf die sich die Aktivitäten der Cockerills in Preußen konzentrierten: Berlin, Cottbus / Guben und der Aachener Raum. Hier verkörperten sie jeweils den produktionstechnischen Fortschritt. Hier waren sie die ersten oder gehörten zumindest zu den ersten, die die Dampfkraft in die Produktion einführten. Allein in der Dampfmaschinenzählung von 1830 taucht kein anderer Name so häufig auf wie der der Cockerills. So befanden sich ihre Dampfmaschinen in Berlin, Aachen, Burbach bei Aachen, Herzogenrath, Stolberg, in der Grube Abgunst, in Guben, Cottbus und Grünberg: zusammen 10 Dampfmaschinen mit 254 PS, Das entspricht 6 % der Gesamt – PS – Kapazität der preußischen Dampfmaschinen.

Die Cockerills waren erfahrene Fabrikanten in der Textil- und Maschinenbaubranche und gehörten 1830 zu den bekanntesten Maschinenproduzenten Preußens. (118)

Da “die einzelne Maschine zwergmäßig bleibt, solange sie nur durch Menschen bewegt wird, wie das Maschinensystem sich nicht frei entwickeln konnte, bevor an die Stelle der vorgefundenen Triebkräfte – Tier, Wind und selbst Wasser – Dampfmaschine trat “, (119) besteht die Bedeutung der Cockerills vor allem darin, daß sie wesentlich zur Einführung und Verbreitung der Dampfmaschine und moderner Maschinensysteme beigetragen haben. Man kann die Cockerillschen Niederlassungen als Fortschrittskerne innerhalb eines noch schwachentwickelten Umlandes bezeichnen, von denen sich die Industrielle Revolution ausbreitete. Die Cockerills waren also – wie eingangs gesagt – für diesen konkreten historischen Zeitraum wichtige Akteure. die die industrielle Entwicklung Preußens beschleunigt haben.

Quellenangaben und Anmerkungen zu Carola Möckel, Die Cockerills in Preußen.

66  Stadtarchiv Berlin, Acta des Königlichen Polizei Präsidii, Bl. 95.
67  Ebenda, BI. 123.
68  Ebenda, BI. 129.
69  Ebenda, BI. 140.
70  In etwa die gleiche Zeit fällt auch die Gründung der Spinnerei Cockerill, Förster et Comp. in Grünberg -  (Zielona Gora), in der 1825 8 Assortiments mit Dampfmaschine für die umliegenden Orte arbeiteten.   Reiseberichte des Kunth vom 29. 9. 1925(: 1825?), ZSA Merseburg, Rep. 120, A V, 2, Nr. 3,Bl.261 f.
71  Gunia, Gerhard, Guben als Industriestadt in der Niederlausitz um 1900, in: Gubener Heimatkalender
1985, S. 77.
72  Pilz, Bernd, Die Cockerillschen Fabrikgründungen in Guben und Cottbus  -  Vorposten der industriellen  Revolution in der Niederlausitz, in: Gubener Heimatkalender 1984, S. 36.
73  Ebenda, S. 36.
74  Gander, Karl, Geschichte der Stadt Guben, Guben 1925, S. 543.
75  Ebenda, S. 544.
76  Ebenda.
77  Fremdling,Rainer. John Cockerill: Pionierunternehmer der belgisch-niederländischen Industrialisierung, in: Zeitschrift für Unternehmensgeschichte,  3/1981, S. 184; Pilz, S. 36.
78  Gander, S. 543,’ Pilz, S. 34.
79  Ebenda, S. 35.
80  Das Original der Kaufakte und der Bestätigung des Kaufvertrages befindet sich im Kreismuseum
Guben.
81  ZStA Merseburg, Rep. 120, C, VII, 2, Nr. 65, Vol. 1, BI. 1.
82  Pilz, S. 34.
83  Gander, S. 545.
84  ZStA Merseburg, Ministerium für Handel und Gewerbe, Acta betreffend die Reiseberichte des Kunth
1816 – 1818, Rep. 120, A, V, 2, Nr. 1, BI. 50.
85  Ebenda, BI. 70.
86  Ebenda, BI. 46.
87  Pilz, S. 34
88  Ebenda, S. 35.
89  Ebenda. S.36.
90  Gander, S. 286, 288.
91  Schmidt. Fritz, Die Entwicklung der Cottbuser Tuchindustrie. Cottbus 1928. S. 172.
92  Gander, S. 545.
93  ZStA Merseburg, Acta betreffend die Reiseberichte des Kunth 1816 – 1818. BI. 53.
94  Ebenda.
95  Ebenda, Bl. 60.
96  Ebenda.
97  Schmidt, S. 172.
98  ZStA Merseburg, Acta betreffend die Reiseberichte des Kunth 1816 – 1818, Bl. 17.
99  Ebenda, BI. 67.
100 Ebenda, BI. 63.
101 Vgl. Schmidt, S. 185.
102 ZStA Merseburg, Rep. 120, C, VII, 2, Nr. 65. Vol. 1, Bl. 34.
103 Schmidt, S. 190.
104 ZStA Merseburg, Acta betreffend die Reiseberichte des Kunth 1816 – 1818, BI. 61.
105 Schmidt, S. 175.
106 ZStA Merseburg, Acta betreffend die Reiseberichte des Kunth 1816 – 1818, BI 52.
107 Ebenda, B. 50.
108 Ebenda, Bl. 21, 50, 52. 61 f. , 127 f. , 136 f.
109 Quandt, Georg, Die Niederlausitzer Schafwollindustrie in ihrer Entwicklung zum Großbetrieb und zur modernen Technik, Leipzig 1895, S. 182.
110 ZStA Merseburg, Rep. 120, A, V, 5, Nr. 12, BI. 27.
111 Ebenda, Acta betreffend die Reiseberichte des Kunth 1816 – 1818, BI. 23.
112  1 oder 2 der 17 Dampfmaschinen, die bis 1830 in der nichtextraktiven Industrie Sachsens eingesetzt
waren, und 2 der 7 Dampfmaschinen der extraktiven Industrie Sachsens. (Forberger, S. 252 ff., 258 ff.)
113 Ebenda, S. 122 ff.
114 Ebenda, S. 150.
115 Treue, Wilhelm, Wirtschafts- und Technikgeschichte Preußens, Berlin / New York 1984, S. 394.
116 Blumberg, Horst, Die deutsche Textilindustrie In der Industriellen Revolution, Berlin 1965, S. 74.
117 Goldschmidt, S. 203.
118 ZStA Merseburg, Rep. 120, D, XIV, 1, Nr. 35, Vol. 1, Bl. 85.
119 Marx, Karl. Das Kapital, Bd 1, in: Marx/Engels, Werke, Berlin 1956 ff., Bd. 23, S. 403.

 

Cottbus 

Fabrikgebäude in Cottbus, Am Amtsteich 18

Fabrikgebäude in Cottbus, Am Amtsteich 18

 

Ehemaliges Fabrikgebäude mit Gedenktafel der Arbeiterbewegung  [5]
“Die baugeschichtliche Bedeutung dieses ehemaligen Fabrikgebäudes liegt in seiner Verwendung als eine der ersten mit Wasserkraft betriebenen Spinnereifabriken in Cottbus. Bauherr war von 1830 bis 1835 William Cockerill, welcher im damaligen Raum Preußens die industrielle Entwicklung im Bereich der maschinellen Tucherzeugung stark forcierte. 1835 übernahm Ernst Rodig die Fabrik, nach 1840 wechselten die Eigentümer häufig.

1917 wurde die Fabrik Stadteigentum und war bis 1927 Sitz der „Märkischen Volksstimme“ (brandenburgische Tageszeitung der SPD). 1970 wurde eine Gedenktafel am Gebäude mit folgender Inschrift angebracht: „In diesem Gebäude hatte während der Novemberrevolution der Soldatenrat und die Redaktion der Märkischen Volksstimme ihren Sitz – eingeweiht anlässlich des 6. Pioniertreffens durch die Bezirksdelegation Suhl”. Seit 1991 befindet sich das Museum für Natur und Umwelt sowie die Lausitzer naturkundliche Akademie e.V. dort. Das in schlichter Form gehaltene, ehemalige Fabrikgebäude ist ein dreistöckiger, ziegelsichtiger Putzbau mit einer längsseitigen Trauffassade. Im Erdgeschosses sieht man feine Quaderungen und die Fenster wurden in Rundbogennischen eingelassen. Die Fenster in den beiden Obergeschossen sind eingefasst von Lisenen. Die Schließung der Wandöffnung für die Antriebswelle des Wasserrades (westlichen Außenseite) und der Umbau der ursprünglich in dreischiffige Produktionssäle unterteilten Geschosse stellten bauliche Veränderungen dar.”

Die Wollspinnerei im Schloß Cottbus

Die von den Cockerills 1816 im Cottbuser Fürstenhaus und Turm des Schlosses eingerichtete Wollgarnspinnerei  wurde wie auch die anderen Unternehmen, nach dem Tode von William Cockerill verkauft. Bei einem Großbrand im Jahre 1857 wurde Schloß und Turm vernichtet. Über diesen Brand Schloß Cottbus 1857 berichtet der “Cottbuser Anzeiger” [7]

Schloßbrand 1857  in Cottbus

Schloßbrand 1857 in Cottbus

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[1] Dipl.Kfm.Bernhard Georg Scheibler, Monschau,Brief 9.11.1994
mit Familiengesch.Scheibler
[2] Als ihm die Erhebung in den Adelsstand angetragen wurde, schlug er für sie für seine Person zwar
aus, nahm sie aber für seine Kinder an.
[3] Carola Möckel,  Die Cockerills in Preußen. Jb. f. Wirtschaftsgeschichte 1987/3, S.9ff.
[4] Kopie des Briefkopfes und Foto des Wohnhauses von 1999 verdanke ich
Herrn B.Pilz, Städtische Museum, Guben
[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Baudenkmale_in_Cottbus ; Nr.27
[6] Gubener Heimatkalender 1984/28.Jg.;S.32f.: Bernd Pilz:Die CockerillschenFabrikgründungen in
Guben und Cottbus.
[7] „Cottbuser Anzeiger” vom Sonnabend, den 24. August 1907
[8]  William C. Bürger in Guben 1816 :  http://forum.ahnenforschung.net/archive/index.php/t-24144.html
[9]  Hinweis und Daten von Herrn G. Kriependorf, 18.02.2016