372.7. John Cockerill – Denkmale – Erinnerungen

 

Noch heute wird das Andenken an John Cockerill in Belgien in großen Ehren gehalten. Ein Denkmal für ihn steht in Seraing vor dem Rathaus, ein Denkmal im Schloß Seraing und eines in Brüssel vor dem Bahnhof Luxembourg.
Sein ehemaliges Arbeitszimmer im Schloß von Seraing steht unter Denkmalschutz.

 

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Statue im Schloß / Verwaltung in Seraing  (Q4)

 

 

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Statue und Grabstein von John Cockerill vor dem Rathaus von Seraing.

Die Statue  von John Cockerill vor dem Rathaus von Seraing von  (1871) Armand Cattier.

John Cockerill starb 1840 in Warschau und im Jahre 1867 wurden seine sterblichen Überreste überführt nach Seraing/Belgien.
Eine gute Beschreibung findet sich unter http://www.vanderkrogt.net/statues/object.php?webpage=ST&record=belg015
Auf der Rückseite des Sockels in Seraing ist ein Medaillonbild von Hubert Brialmont angebracht und bezeichnet:
“1807-1885   —  Hommage   de la société cockerill  a la mémoire de
Hubert Brialmont  -  ingenieur en chef  -  1842-1872″  (Q9)

 

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Statue John Cockerill in Brüssel  1872 von A. Cattier,
gestiftet von Wilhelm Rau

 

John Cockerill in Brüssel

 

 

Original Inschrift:
{Im Uhrzeigersinn  Face 1:}      

ERIGE
PAR
W. RAU.

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A
JOHN COCKERILL
LE PERE DES OUVRIERS

{Face 2:}                                        

G.PASTOR    M.PONCELET

INTELLIGENCE

{Face 3:}
H.MEMMINGER    H.L.ALEXANDER

               1790 – 1840

{Face 4:}
P.WERY      H.BRIALMONT

TRAVAIL

“Inaugurated in 1872, this is a close copy (authorised by the sculptor) of the monument erected in 1871 at Seraing, where Cockerill’s industrial empire was based. The four statues around the base of the pedestal represent the Glass-blower or Blacksmith (different sources give different descriptions), Mechanic, Coal-miner, Puddler. These were the first realistic statues of workers in Belgium. Four medallions are blank but were possibly intended to show relief profiles of some of Cockerill’s collaborators whose names are given on the plinth, one of who, Willem Rau, funded the monument.” (Q3)

In den Medaillons befanden sich noch Plaketten mit Abbildungen von Cockerills engsten Mitarbeitern. Es ist nicht mehr festzustellen, welche Plaketten hier angebracht waren. Auf alten Postkarten ist sind diese Plaketten noch zu sehen.

“Das in Brüssel auf dem Place du Luxembourg stehende John-Cockerill-Denkmal (Bronzestandbild) hat Wilhelm Rau sen. 1872 zu Ehren seines Lehrmeisters und Gönners nach dem Entwurf des Bildhauers Cattier  errichtet, und zwar auf eigene Kosten , da die Denkmalskommission, deren Vorsitzender er war, sich für einen anderen Entwurf entschieden hatte. ”  (Q7)

 

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Wer waren diese Mitarbeiter ?

W. RAU
Wilhelm Rau  (sen.) geb. Mainz 25.04.1810, gest. Bonn 30.08.1881
verh. Warschau 31.10.1841 mit Stephanie von Laska, Tochter des Bankiers und Gutsbesitzers in Warschau von Laska.
Wilhelm Rau wurde schon in jungen Jahren einer der führenden Mitarbeiter von John Cockerill in Seraing. Im April 1840 kam er  ”in Warschau an, um seinen Chef, der inzwischen nach Petersburg weitergereist war, in allgemeinen Geschäften zu repräsentieren….   Anfang Juni 1840 kehrte John Cockerill mit seiner Frau aus Petersburg zurück …Er starb am 19. Juni 1840 in Warschau….” (Q5)
Nach dem Tode von Cockerill übernahm Rau auf Wunsch der Polnischen Bank die kaufmännische Leitung der dortigen Maschinenfabrik SOLEC  deren Angelegenheiten schon mit Cockerill abgesprochen waren. Wilhelm Rau sen. holte viele Verwandte nach Polen, die es wie er, zu großem Wohlstand brachten. Rau kehrte später nach Belgien zurück und lebte in Brüssel
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G. PASTOR
Konrad Gustav Pastor, 10 Kind von Karl Philipp Pastor und Gertrud geb. Schmitz, geb. Burtscheid  02.06.1896, gest. 0.01.1890; verh. Verviers 09.08.1829 mit Adele Hodson, einer Tochter von  James Hodson und Nancy geb. Cockerill.
“.. wurde durch die Heirat seiner Cousinen mit den beiden Cockerills schon als junger Mann in deren industrielle Unternehmungen gezogen und gewann bald ihr ganzes Vertrauen, welches sich durch seinen Fleiss, seine in rastloser Arbeit erworbenen Kenntnisse und seine Umsicht derart befestigte, das er schon im Jahre 1822 mit den Vorbereitungen zum Bau von Dampfmaschinen und Eisenschmelzöfen nach englischen System auf dem Kontinent beauftragt wurde. …   Im Jahre 1829 wurde ihm die gesamte Leitung der Cockerillschen Werke in Seraing übertragen. …” (Q6)
Durch die schwere Finanzkriese in Belgien 1839 und den Tod von John Cockerill 1840 wurden die Cockerillschen Unternehmungen so sehr erschüttert, dass eine Neuaufstellung der Firma erfolgen musste, die durch Konrad Gustav Pastor massgeblich geführt wurde und zur Gründung der ” Societé anonyme des établissements John Cockerill” führte. Generaldirektor blieb Rau bis 1866.
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M. PONCELET
Martin Poncelet, wird 1839 als “ancien directeur” bei Cockerill in Seraing bezeichnet. (Q10)
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H. MEMMINGER
1846 Sekretär bei der SA John Cockerill (Brief 1846 mit seiner Unterschrift – zusammen mit Directeur  G.Pastor)
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H.L. ALEXANDER
Henry Leslie ALEXANDER  od. FRASER
Sohn von Alexander ALEXANDER, Brit. Marineoffizier und Gouverneur von Brit. Honduras, und Marcia (Maria) MEIGHAM
H.L.Alexander war britischer
 Marineoffizier und Ingenieur; er kam 1821 nach Belgien.
1845 Administrator (Verwalter) der Flachsspinnerei, “Société Linière Saint Léonard” am Quai St.Léonard in Lüttich.     Die Fabrik hatte 15.000 Spindeln, Antrieb durch 2 Stück 80PS-Maschinen.
Diese Fabrik gehörte ursprünglich massgeblich John Cockerill.
geb.  Belize, Honduras,  04.01.1806;  get. Belize, Honduras,  25.01.1806  (St.John)
gest.  Lüttich (Liege), 02.04.1867     (Quai De Fragnée)
verh.  London, Parish of St. George, Hanover Square, England,   21.06.1834
Marie Elizabeth COCKERILL ; geb. (Berlin, 11.10.1813) (?)
gest. Lüttich (Liege) 31.05.1879      (74, Rue des Guillemins)
oder  
 (30.5.1879, rue du port d´or 55    od. Rue des Guillemins 74
begr. Lüttich, Friedhof von Robermont
Die Herkunft von Marie Elizabeth Cockerill ist nach wie vor ein Mysterium.
Mit grosser Wahrscheinlichkeit ist sie eine uneheliche Tochter von John Cockerill. Das genaue Geburtsdatum und Geburtsort sind nicht bekannt. Bei der Hochzeit des Paares 1834 in London war John Cockerill Trauzeuge und bei den ersten drei Kindern Pate !
 
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P. WERY
Pierre Wery war 1846 Administrateur bei der SA John Cockerill (Unterschrift auf der Aktie)
In seinem Testament bedenkt John Cockerill:  ” to Monsieur Pierre Wery, husband of Madame Poncelet or to his assigns the sum of ten thousand frs.”
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H. BRIALMONT
“Den Hubert Brialmont gebuer zu Seraing de 6. November 1807, an och do gestuerwen de 17. Juli 1885 war e belschen Ingenieur. Hie war de Brudder vum belsche Generol Henri-Alexis Brialmont.

De Brialmont deen 30 Joer zu Seraing op der Cockerill als Ingenieur geschafft huet, war als Ingenieur um Bau vun der Hänkbréck iwwer d’Meuse tëscht Seraing a Jemeppe bedeelegt. Hien hat och d’Machine du Haut-Pré bei Ans 1842 gebaut. Dat war eng grouss Dampmaschinn déi en Treuil schaffe gedo huet, fir d’Zich vun der SNCB-Linn 36 aus der Gare vu Léck iwwer de Plan incliné vun Ans, deen eng Iddi vum Henri Maus war, op d’Kopp vun Ans ze zéien.” (Q8)

Auf der Rückseite des Sockels in Seraing ist ein Medaillonbild von Hubert Brialmont angebracht und bezeichnet:
“1807-1885   —  Hommage   de la société cockerill  a la mémoire de
Hubert Brialmont  -  ingenieur en chef  -  1842-1872 ”  (Q9)

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Im Jahre 1868 schuf der Bildhauer Leopold Noppius(1834-1906). Bruder des Architekten Lambert Noppius, eine kleine Gips-Statue von John Cockerill. Diese kleine Statue entspricht der Statue im Schloß Seraing. John Cockerill starb 1840 in Warschau und im Jahre 1867 wurden seine sterblichen Überreste  überführt nach Seraing/Belgien. Die Grabplatte liegt dort vor der Statue.
Die Figur ist mit Standplatte ca. 45 cm hoch, die Standplatte ca. 15 x 15,5 cm
 
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Gedenk-Medaillen  
 

John Cockerill – 1847

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1847
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Bronze
Medailleur C. JEHOTTE  - 1847
Durchmesser 5 cm
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 1871
Die gleiche Medaille in einer Zinn-Ausführung aus dem Jahr 1871
Auf der Rückseite wird als Geburtsort fälschlich
Hasligton  angegeben, richtig ist Haslingden in Lanc., England

Zinn-Medaille von 1871

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1927
Diese Bronze-Medaillen gibt es in zwei Ausführungen:
1. 3,8 x 2,4 cm   und
2. 8,2 x 5,2 cm
Medailleur : LEMAIRE
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John Cockerill – 1927

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1929
Bronze-Medaille
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Medaille-1929

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Medaille-1929

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1947
Bronze-Medaille
3,8 x 2,4 cm
Medailleur : LEMAIRE

John Cockerill – 1947

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John Cockerill -1947

John Cockerill -1947

1947
Bronze-Medaille
7,2 cm Durchmesser
Medailleur : LEMAIRE
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4. Statue im Schloß Seraing : https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Seraing_john_cockerill.jpg
5. Richard Falck: Familienbuch Rau, Geschichte einer kurmainzischen Schiffersippe..;W.Rau Verlag, Düsseldorf, 1956, S. 77
6. Herm.Friedr. Macco: Beiträge zur Genealogie rheinischer Adels- und Patrizierfamilien. IV. Band,1905.  Geschichte und Genealogie der Familie Pastor.
7. Richard Falck: Familienbuch Rau, S. 157
8. Hubert Brialmont :  http://www.wikiwand.com/lb/Hubert_Brialmont mit Abb.  und https://lb.wikipedia.org/wiki/Hubert_Brialmont
9. zu H.Brialmont : Medaillon:  http://www.vanderkrogt.net/statues/object.php?webpage=ST&record=belg015   und  https://geolocation.ws/v/W/File%3ABrialmont%20Hubert%20Seraing.jpg/-/en
10. Biographie contemporaine de la province de Liège, von Antoine G. de Becdelièvre-Hamal, 1839, Seite 8
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