147.116. Geverdes, Andreas

Geverdes

Siegel Andreas Geverdes

 

Siegel des Ratsmannes Andreas_(Andrewes)_Ghewerdi(e)s.
Das Siegel stammt aus der Zeit um 1457.
Siehe :Emil Ferdinand Fehling: Lübeckische Ratslinie, Nr. 529
(Andreas Geverdes).

 

 

18. Generation

147.116.        Geverdes, Andreas
Sohn von Andreas Geverdes II.
1475 Bürgermeister in Lübeck; Gewandschneider,
1451 Ratsherr, 1460 Zirkelbruder. Aus seinem Nachlaß wurde 1479 und 1480 das Siechenhaus zu Kl. Grönau gebaut.
Wohnung: Lübeck, Sandstr. 13 (jetzt Pferdemarkt).
geb.  Magdeburg
gest.  Lübeck (1477 Sabbato ante Jubilate =) 26.04.1477
begr.  Lübeck, Petrikirche
verh.  1. Ehe Lübeck  um 1440
147.117         von Vreyden, (Vreiden),Gesa
Tochter des Hans von Vreyden
geb.                  gest.
verh. 2. Ehe
Bilring, Anna
geb.                  gest.
verh. 3. Ehe
Kerkring, Anne; Tochter von Johann Kerkring

 

Kind:
1) Geverdes, Georg (Jürgen); geb.  Lübeck um 1440; gest. Lübeck vor 1504
verh. 1. Ehe
von Lüneburg, Adelheid (Taleke); gest. Lübeck
verh. 2. Ehe Lübeck  ca. 1494
Castorp, Anna
Tochter von Hinrich Castorp, Bürgermeister zu Lübeck, und Taleke Vickinghusen.

 

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Bau. u. Kunstdenkm. Bd. IV,2  S.395:
Er stiftete am 4. Dez. 1469 eine Vikarie in der ehemaligen St.-Jürgen-Kapelle am Mühlentor
S.497:
Wappen von Andreas Geverdes : vor einem Baum ein springender Hund.
Bd. III,1  S.153/154:
Der Lettner im Dom.
“Die Aufzeichnungen über die Wirksamkeit des Bischofs Heinrich Bocholt geben an, daß er den von ihm 1334/35 vollendete Chor auch „cum ambone …. et aliis necessariis aptavit“. Diese Nachricht wird vom Chronisten Heinrich Rehbein (gest.1629), dessen Werk, abgesehen von zahlreichen Nachträgen, bis zum Jahre 1619 reicht, aus einer unbekannten Vorlage erweitert. Er berichtet nämlich über die Bautätigkeit des Bischofs (1341 – 50) Johann von Mul: „Dieser hatt auch am kleinen Choor, so der forige Bischoff Bucholt angefangen, etwas gebawet und das Conterfait des forigen Bucholts zur rechten Handt ins Norden und sein eigen Conterfait zur lincken Handt ins Süden setzen lassen; über dieser Erbeit er auch gestorben, also das gemeltes kleyne Choor lange Jhaer unferttigt bestehende plieben, bis endtlich das es zuletzt, durch den Herrn Burgermeister Her Andres Geverdes (gest. 1477) geendigt worden, der auch sein Wappen drann hencken lassen, anno 1477.“

Dieser Bericht wird bestätigt durch die Angabe des Seniors Jacob von Melle, daß am Lettner „ein Geverdes Wappen zu sehen“ war. Für die angegebene Bauzeit spricht ferner die nahezu übereinstimmende Charakteristische Art der Krabbenbildung am Lettner und an dem vom Jahre 1477 datierten Triumphkreuz.

 

 

Ratslinie (529) Andreas Geverdes.                                                              Ratsmitglied 1451 – 1477.

Ratsherr 1451, Bürgermeister 1475. 1468 bei den Münzrezeßverhandlungen mit Hamburg. 1469 bei den Friedensverhandlungen. 1472 in Mölln zu Besprechungen mit Hamburger Ratsherren. 1475 im Schiedsgericht für den Streit des Kaufmanns in Bergen mit den dortigen Schuhmachern und Schneidern. 1476 in Lüneburg zu Verhandlungen über Aufhebung des dort eingeführten Zolles. – Er war aus Magdeburg eingewandert und verheiratet in erster Ehe mit einer Tochter des Johann von Vreiden, in zweiter mit Anna Bilsing. 1454 kaufte er mit dem Ratsherrn Overdyck (532) von Herzog Adolf von Schleswig für 500 Mk. eine Rente von 30 Mk. in den Dörfern Wakendorf, Schlamersdorf und Dreggers; 1457 für 200 Mk. eine Rente von 14 Mk. im Dorfe Hemmelsdorf; 1458 einen Ackerhof in Wesenberg; 1461 gemeinsam mit dem Gewandschneider Gerhard von Lenten für 1450 Mk. das Gut Westerau.

Letztwillig bestimmte er, daß der Ertrag der ihm zustehenden Hälfte des Gutes Westerau und die Rente eines Kapitals von 400 Mk. verwendet werden sollten, für das Begräbnis unbemittelter Personen auf den Kirchhöfen zu St. Jürgen und St. Gertrud, sowie zur Besserung schadhafter Wege in der Umgebung von Lübeck. Seine Wohnung: Sandstraße 13. Seit 1460 Mitglied der Zirkel-Gesellschaft. Wappen L.B.S. 7,54. +1477.

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Wikipedia : https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Geverdes
” Der Gewandschneider Geverdes wanderte um 1442 aus Magdeburg nach Lübeck zu. Seine drei Geschwister blieben in Magdeburg. Er wurde 1451 in den Rat der Stadt Lübeck gewählt und 1475 zum Bürgermeister der Stadt bestimmt. Er vertrat die Stadt 1468 bei den Verhandlungen über den Münzrezess mit Hamburg, 1472 bei Gesprächen mit Hamburger Ratsherren in Mölln, 1475 als Schiedsrichter in einem Streit des Kontors der Hanse in Bergen, (Bryggen), mit den in Bergen außerhalb des deutschen Kontors in der Stadt tätigen Schneidern und Schuhmachern, 1476 bei Verhandlungen mit der Stadt Lüneburg wegen eines dort neu erhobenen Zolles.

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Siechenhaus in Grönau                         Lettner im Lübecker Dom

Er erwarb 1458 einen Bauernhof in Wesenberg und 1461 gemeinsam je zur Hälfte mit dem Gewandschneider Gerhard von Lenten das GutWesterau. Beide vermachten das Dorf Westerau einer Stiftung zu ihrem Gedächtnis und zur Unterstützung Bedürftiger. Seit der Reformation wird diese Stiftung von der Stadt Lübeck verwaltet; das Dorf wurde so zu einem der Stadtstiftsdörfer. Noch heute gehören etliche Hektar Wald dieserWesterauer Stiftung.

Andreas Geverdes ist nach der Überlieferung der Rehbein-Chronik (1619) weiter der Stifter der von Bernt Notke 1477 gefertigten spätgotischenLettnerverkleidung im Lübecker Dom. Das Stifterwappen befand sich auch noch zu Zeiten des Seniors Jacob von Melle zu Anfang des 18. Jahrhunderts noch am Lettner. Vorbild für die Gestaltung war der Lettner im Magdeburger Dom; Andreas Geverdes Bruder Johann war in der Heimatstadt Ratsherr und hatte wohl die als Vorlage benötigten Skizzen für Notke übersandt.[1]

Weiter stiftete er das Siechenhaus für Lepröse in Klein Grönau vor den Toren südlich der Stadt. Es wurde 1480 aus Mitteln seines Nachlasses erbaut.

Geverdes wurde 1460 Mitglied in der Zirkelgesellschaft. ”

 

Siechenhaus in Klein Grönau

 

Klein Grönau – Erinnerungstafel

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Die Westerauer Stiftung

“Die Westerauer Stiftung wurde im Jahre 1463 durch den in Lübeck tätigen Ratsmann und späteren Bürgermeister Andreas Geverdes und durch den Lübecker Bürger und Wandschneider Gerd van Lenthen gegründet. Ihr Name ist nach dem kleinen Dorf Westerau im Kreis Stormarn benannt, dass sich im gemeinschaftlichen Eigentum der beiden Stifter befand.”

Diese Stiftung besteht noch heute unter der Stiftungsverwaltung der Hansestadt Lübeck. http://www.stiftungsverwaltung-luebeck.de/westerauer-stiftung.html