2.534. Hoffmann, Johann Heinrich (Henrich)

Hoffmann 1

12. Generation

2.534.           Hoffmann, Johann Heinrich (Henrich)
Münzmeister; 1671 “Reichsmünzer”
get. Rinteln, (St.Nikolai) 27.03.1644
gest. Northeim, (St.Sixti) 15.04.1686

Münzmeister in Northeim, Kassel, Bückeburg und Northeim;
1671 Reichsmünzer;  1671, 12.2. – 1676 Münzmeister in Northeim und Bürger das.;
1677 in Bückeburg;
1680-1681 in Kassel;

Letzter Münzmeister in Northeim, da die Münze 1676 in Northeim einging. Sein Bewerbungsschreiben als Münzmeister in Northeim vom 12.1.1671 und eines von ihm und seinem Bruder Johann unterzeichneten Reverses ist abgedruckt in DGB 30, Anh. Hoffmann.

Trauregister Northeim, St.Sixti 1672:
1672: “Januar 16. Herr Johann Henrich HOFMANN, Müntzmeister, mit Jungfrau Margarethe TORNEMANN, Seeligen Herrn Jeremias Wilhelm TORNEMANNS Tochter.”

Sterberegister Northeim, St.Sixti 1686:
1686: “April 15. Herr Johann Henrich HOFMANN, Müntzmeister, ein rechtschaffender Bürger und frommer Christ, alt 42 Jahre und 3 Wochen.”

1689 Kopfst.Beschr.,Teil 7,S.111 (Stadt Northeim):
“Brauerin Johann Heinrich HOFMANN Witwe NN.(30 Mg.;4Th.18Gr); Kinder: Maria Elisabeth (14 J.,9 Gr.), Johann Andreas (13 J.; 9 Gr.), Catharina Margareta (9 J.), Johann Wilhelm (6 J.).; Großmägde: Anna Vahlbusch (12Gr.), Catharina Elisabeth N.; (12 Gr.). – (7)
Q: 1. KB Northeim;  2. DGB 30,S.129 ff.;  3. Hess.FamKde.1960/61,S.396;  4. Kopfsteuerbeschr.1689, Teil 7,S.111 (Stadt Northeim);

verh. Northeim, St.Sixti 16.01.1672
2.535.          Tornemann, Anna Margarethe
geb.  Northeim, Ende 1654;  konfirmiert 1667
gest. Northeim 10.03.1720; begr. Northeim 11.03.1720
Am  11.11.1703 in Northeim Patin bei ihrem Enkel Henrich August Becker.

Kinder:
1) Hoffmann, Catharina Margarethe (Hofmann); get. Northeim, (St.Sixti)
08.07.1681; gest. Northeim, (St.Sixti) 27.08.1721
verh. 1. Ehe Northeim 19.10.1701
Becker 5, Johann Christian; Leutnant; geb. Schellenberg, bei Donauwörth,
(gefallen) 02.07.1704
verh. 2. Ehe Northeim 05.08.1710
König, Georg Henrich; Bürger und Apotheker in Northeim
gest. vor 27.08.1721

2) Hoffmann, Johann Wilhelm; Bürger und Brauer zu Northeim;
geb. Northeim 13.06.1684;  gest.    vor 1721
verh.  Northeim 11.04.1709
Hasenwinkel, Maria Hedwig; Tochter von Johann Hinrich Hasenwinckel, Rückingwirt
geb. Northeim 28.12.1686
sie verh. 2. Ehe  Northeim 29.10.1721
Otto, Henrich Philipp, Sergeant
http://gedbas.genealogy.net/person/show/1135688731 – Dörry)

Kinder:
2.1) Hoffmann, Andreas Wilhelm
geb. Northeim

2.2) Hoffmann, Anna Marie Juliane
geb. Northeim 09.05.1713;  gest. Northeim 27.12.1717

2.3) Hoffmann, Magdalene Elisabeth
geb. Northeim 12.01.1715;  gest. Northeim 07.10.1715

2.4) Hoffmann, Johann Henrich
geb. Northeim

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In einem Brief, Rinteln 12.1.1671, an den Rat der Stadt Northeim, Archiv Northeim Nr. 65, schreibt Johann Heinrich Hoffmann:

“Ew. Edlen geruhen Ihre hochgünstig zu erinnern wissen, welche Gestalt ich in abgewichener Zeit mich bei derselben in Northeimb aufgehalten und bei dem Münzwesen gebrauchen lassen auch, ohne Ruhm zu melden mich solchergestalt verhalten, dass verhoffentlich Niemand sich über mich zu beklagen oder zu beschweren haben würde. Alldieweil ich nun wohl weiss, dass dero vorher gewesener Münzmeister abgedankt und ich also wohl gedenken kann, dass Wohlweiser Rath dero Münze in keiner Decadence kommen lassen , sondern vielmehr gleich andern dero gleichen Regalien habenden damit fortfahren werde und da ich nichts lieberes wünschen möchte als meine Profession zu verfolgen und zu treiben, so habe ich Ew. Edlen, wohlehrwerten und Wohl-Herren hiemit unterdienlichst ersuchen und bitten wollen mir die hohe Gunst und Gewogenheit, welche ich all und jedes Mal erfahren zu erweisen und mich als Münzmeister anzunehmen und zu bestellen. Gestalt ich mich dann dahin verpflichte, nicht nur allein nach des heiligen Reichs-Ordnung gemessene Arbeit redlich und aufrichtig zu verfertigen und zu münzen und es also zu machen, dass sowohl die Stadt Northeimb Ruhm als auch ich keinen Verweis und Nachrede wegen Schrot und Korn haben solle, sondern auch damit die Stadt u. Gemeide ratione cautionis gesichert sein möge, vorerst zweihundert Rth.  bar darstellen, auch falls ein Mehres von mir gefordert werden sollte, demnächst ein Mehreres (weil ich jetzo meine Mittel noch unter den Leuten habe) präsentieren wolle. Auch dahern ich diese hohe Gunst und Beforderung, woran ich jedoch nicht zweifleerhalten werde, bitte ich mich zu avisieren und dero geneigtem Belieben nach von einigen Münzsorten und Gepräge von Dreiern, Mattieren, Guten Groschen, 2gr., 4gr., 6gr., Thaler, halben Thalern, und Ortsthaler auf gute aufrichtige Glaube zu senden, alsdann ich dahin bedacht sein und mich bemühen werde, dass das Gepräge gut, untadelhaft und ohne Falsch befunden werde, auch der Stadt Northeimb Ruhm und Ehre davon haben soll.”
Er unterschrieb sich in diesem Bittgesuch als “Reichsmünzer”. Bald darauf beschloss der Rat der Stadt Northeim, Johann Heinrich als Münzmeister anzustellen. Am 17. Februar 1671 wurde er als solcher vereidigt.

Revers zum Bewerbungsschreiben von Johann Henrich Hoffmann als Münzmeister in Northeim vom 17.Februar 1671:
Northeimer Archiv Nr. 67;  abgedruckt in DGB 30, Anh. Hoffmann.

” Ich Johann Henrich Hoffmann, Bürger der Stadt Northeinb, bekenne und zeuge hiermit und in Kraft dieses für mich, meine Erben und jedermann; Als und nachdem ein wohlweiser Rat der Stadt Northeimb, und meine grossgünstige Liebe Herrn, für ihren Münzmeister vermöge meines geleisteten Eides und inhabender Bestallung mich bestellt und angenommen hat, so obligiere und verpflichte ich mich hiermit, wie solches am kräftigsten und beständigsten geschehen sollte, könnte oder möchte, bei Verpfändung aller meiner Haab und Güter, wo dieselben gelegen und anzutreffen, solch mir anvertrautes und befohlenes Münzwerk also und dergestalt vermittels abgelegten Eides zu verrichten, dass die Münzsorten an Schrot, Stücken und Korn des heil. römischen Reiches Kreis Abschieden gemäss und gleichförmig seyn undbefunden werden sollen. Ich will auch bei den nächstkünftigen Probationstagen davon Rede und Antwort geben, Euch wohlgedachten Rat und gemeine Stadt, solches Münzwerkes halber gänzlich schadlos halten, Vertrauen und Rat haben,wie dann zu Versicherung dessen allen ich E.E.Rate Zweihundert Reichsthaler einliefern und  ohne Verzinsung bei demselben stehen lassen will, auch lobe, dass mein Bruder zu einem selbstschüldigen Bürgen gesetzet habe, alles getreulich und ohne Gefehrde steht fest und aufrichtig wohl zu halten, dessen eine Urkunde habe ich Johann Heinrich nicht alleinsondern auch ich Johann Hoffmann als selbstschuldiger Bürge diesen Revers Obligation und Caution mit eigenen Händen unterswchrieben und mit unseren gewöhnlichen Petschaften konfirmieret und befestigt.
So geschehen Northeimb, den 17.Februarii, ao. 1671.  ”

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Das Meisterzeichen von Johann Henrich Hoffmann :  

Den Northeimer Münzen ist den von Joh.Henrich Hoffmann geschlagenen Münzen ausser seinem Meisterzeichen, das allgemeine Münzzeichen, der gekreuzte Zainhaken, aufgeprägt. Die gekreuzten Zainhaken zeigen den Münzmeister an, im Gegensatz zu den Gesellen, die den einfachen Zainhaken als Wahrzeichen haben. Johann Heinrich entfaltete in Northeim eine rege Tätigkeit. Er schlug den einzigen Northeimer Gulden (24 Mariengroschen) im Jahre 1674, der heute einen erheblichen Wert hat. Über den Schlagschatz, der von den Münzen gegeben werden kann, äussert er sich einmal dahin:
“Von einer Mark Dreier 4 Gr.; es können wöchentlich 100 Mark verfertigt werden;
Gutegroschen 120 Mark, die Mark 3 Gr.;
Mattier 110 Mark, die Mark 3.1/2 Gr.:
Viergroschenstücke 120 Mark, die Mark 3 Gr.;
Sechsgroschenstücke 130 Mark, die Mark 3 Gr.;
zwölfgroschenstücke 150 Mark, die Mark 3 Gr.;
Mariengroschen 130 Mark, die Mark 3 Gr.;
worüber der Rat sich erklären möge.”

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Northeim_24_Mariengroschen 1674

 

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J.H. Hoffmann schlug den einzigen Northeimer Gulden (24 Mariengroschen) im Jahre 1674.
Diese Münze ist offenbar bei Sammlern sehr beliebt, da selten. Inzwischen ist im Handel ein Replikat erhältlich. Allerdings sind hier das Meisterzeichen HH und die Zainhaken seitenvertauscht.

Northeim_Replikat-24Mariengroschen-1674

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Stadt Northeim, 2 Taler, Doppeltaler 1671. Münzstätte: Northeim, Münzmeister: Johann Heinrich Hoffmann.
Maße:  45 mm; 58,24 g; Technik:Silber, Prägung

 

Northeim 1671 – Doppeltaler

 

 

 

 

 

 

 

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Northeim – 1671

 

Northeim – 1671

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Northeim – 1672

Nordheim – 1672

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Northeim- 1673

 

Northeim – 1674

 

Northeim – 1676

Bückeburg - 1677 -

Bückeburg war Münzstätte der Grafen von Schaumburg 1660 bis 1677 und Mitte 18. Jhdts., besonders für Mariengroschen und Kleinmünzen.
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Kassel – 1680

 

Kassel – 1681

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Einbeck 1672 – in Northeim geschlagen ( ?)

Einbeck – 1672

 

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Quellen
1. Münzstätte Bückeburg:  http://wiki-de.genealogy.net/GOV:BUCURGJO42MG  (15.12.2016)