7.484. Kegel, Christian

Kegel

13. Generation                        

Christian Kegel

 7.484.            Kegel, Christian

Dr. jur., JUD., JCtus., Syndicus der Stadt Hildesheim; (Q.1);
geb. Goslar 11.12.1567;
gest. Hildesheim 25.02.1640
imm. Helmstedt, Gießen, Marburg, Jena; (Q.1);
1595, 24.05. JUD. (Juris utriusque Doctor) Marburg; (Q.1);
– größere Reisen, weiteres Studium, 1597/98 in Genf; (Q.1);
1608, 11.10. verh. in Hildesheim mit
Barbara OLEM; (Q.1); “Den dinstag den 11 October
war de hochzeit doct. Christian Kegel des syndici und Barbara Olems.” (Q.5);
1640, 25.02. gest. in Hildesheim; (Q.1);
verh.  Hildesheim 11.10.1608

7.485.           Olem (Ohlm – Ohlms), Barbara
Tochter von Wolter Olem und Anna von Damm
geb. Hildesheim 09.05.1587;
gest. Hildesheim 07.12.1626

Kinder: 5 Söhne (davon 3 +), 4 Tö.(davon 1 +) (Q.1);
1) Kegel, Anna; geb. Hildesheim 14.09.1610; gest. Hildesheim 24.02.1668
verh. Hildesheim 22.08.1626
Dörrien, Hans d.J.; Riedemeister; geb. Hildesheim 31.07.1601;
gest. Hildesheim 20.07.1661

2) Kegel, Christoph (Christoff)
Febr, 1640 mit Bruder Wilhelm “Juris Studioso zu Helmstet”
Ratsherr; gest. Hildesheim vor 1679
verh. um 1650
Bock 1, Ursula; gest. Hildesheim vor 1679

3) Kegel, Wilhelm
Febr, 1640 mit Bruder Christoff  ”Juris Studioso zu Helmstet”

4) Kegel, Leve; geb. Hildesheim 01.07.1616; gest. Hildesheim 13.02.1679
verh. Hildesheim 1639
Hoffmeister, Melchior; Syndicus

5) Kegel, Catharina Anna; geb. Hildesheim 30.11.1623; gest. Magdeburg
21.01.1680; begr. Hildesheim 07.03.1680
verh. Hildesheim 02.04.1649
Storre, Hermann; Dr.jur., Advokat, Fürstl.braunschw.-lüneburg.Rat und Hofgerichtsassessor zu Celle, zeitweise Gräfl. nassau-spiegelberg. Rat zu Coppenbrüggeund Kurfürstl. köln. Hofgerichtsassessor in Hildesheim; seit Nov. 1671 Syndicus des Domkapetels zu Magdeburg:
geb. Hildesheim 09.12.1621;    gest. Magdeburg 02.01.1681

6) Kegel, Catharina
1640 unverheiratet (LP 1640 für Christian Kegel)

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Christian Kegel hatte gegen die kaiserliche Besatzungsmacht in Gestalt der Pappenheimischen Soldateska laut protestiert. Deshalb wurde er am 8.10.1632 verhaftet und am 7.3.1633 auf Mistwagen als Geisel mit 20 anderen Bürgern, für 26 Wochen auf die Festung Hameln verschleppt. [Q11]

Hildesheim – Hoher Weg 5 (no. 391) / Roemer-Museum

Fries – Hoher-Weg

 

” Erster Bewohner des im Renaissance-Stil mit reichlich figürlichen Schmuck am Hohen Weg erbauten “Syndicus-Hauses” war der aus Goslar stammende Dr. iur. utr. Christian Kegel (11.12.1567 - 25.2.1640). Er hat Hildesheim vor allem in Notzeiten immer wieder unschätzbare Dienste geleistet. Auch er war ein weitgereister und studierter Mann, Professor in Kassel und Marburg. Von dort wurde er 1604 zum Stadtsyndikus gewählt. Sofort verhinderte er, daß Hildesheim in die “Braunschweiger Revolution” (1602 – 1604) hineingezogen wurde, wo der Bürgerhauptmann und Advokat Henning Brabant und andere Bürger bereits durch den auch für Hildesheim zuständigen Herzog Heinrich Julius grausam hingerichtet worden waren. Es gelang Kegel durch geschicktes Taktieren, die formelle Stadtfreiheit und die damit verbundenen Privilegien zu erhalten. 1625 machte er den Kriegsparteien klar, daß Hildesheim neutral bleiben wollte. Das gelang bis 1631, dann mußte er zusammen mit Ulrich Willerding für ein halbes Jahr als Geisel auf die Festung Hameln (“Gibraltar des Nordens” genannt), weil er gegen die Truppen des Kaisers “rebelliert” hatte. Bereits seit 1604 hatte er die Bearbeitung der Rechtssachen der Stadt als Anwalt von dem Kollegen Dr. Sebastian Treschow (25.11.1569 – 22.10.1615) übernommen, der von 1612 – 1614 dann noch Bürgermeister wurde. Kegel war von 1630 – 1640 nur noch Anwalt, mußte als solcher aber z.B. noch die Interessen der Stadt beim “Leipziger Konvent” der evangelischen Stände (Februar – April 1631) gegenüber dem vom Kaiser verkündeten Restitutionsedikt (Rückgabe aller Kirchengüter) vertreten. Ihm wurde die außergewöhnliche Ehre zuteil, in der St. Andreas-Kirche beigesetzt zu werden.”  [Q11]

„Das Haus wurde für den Syndikus der Stadt Hildesheim, Christian Kegel, gebaut. Kegel wurde am 11. Dezember 1567 in Goslar geboren. Er studierte den Angaben seiner Leichenpredigt zufolge in Helmstedt, Gießen, Jena, Leipzig, Wittenberg (1585), Marburg (1586), Frankfurt/Oder (1589) und Köln sowie in Frankreich, in den Niederlanden und in England. Am 24. Mai 1595 wurde er zum Lizentiaten beider Rechte promoviert, am 3. September 1601 erhielt er in Marburg den Doktorgrad. Im selben Jahr hat ihn Landgraf Moritz von Hessen als Professor an das Mauritianum in Kassel berufen, später erhielt er einen Ruf nach Marburg, blieb aber wohl in Kassel. Am 11. Mai 1604 trat er das Amt des Syndikus in Hildesheim an. 1608 heiratete er am 11. Oktober die aus einer Hildesheimer Familie stammende Barbara Olem. 1633 wurde Kegel im Rahmen der Belagerung Hildesheims durch die kaiserlichen Truppen zusammen mit Angehörigen des Rats als Geisel nach Hameln verschleppt. Er starb am 25. Februar 1640.5) In der für ihn gehaltenen Leichenpredigt heißt es, er habe sein Epitaph selbst geschrieben. Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß er auf die Anbringung der selbst für einen gelehrten Syndikus außergewöhnlichen Inschrift C am Syndikushaus Einfluß genommen hat. Der Bezug auf Solon, den Gesetzgeber Athens, der die strengen Gesetze Drakons durch mildere ersetzte, und auf Lykurg, den Gesetzgeber Spartas, entspricht der Funktion des Hauses als Wohnung für den Ratssyndikus.“[12]

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Leichenpredigt Christian Kegel

Leichenpredigt Christian Kegel

Leichenpredigt-S.2- Chr. Kegel

Leichenpredigt-S.2- Chr. Kegel

 

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Quellen:
Q: 1. Hildesh.LP., S.134 (f. Christian Kegel);
2. Hildesh.LP., S.135 (f.Christian Herm. Kegel), Nr.4;
3. Hildesh.LP., S.189 (f.Barbara Olem, Ehefrau);
4. Hildesh.LP., S.134 (f.Anna Kegel, To.);
5. M.Buhlers, Joachim Brandis’ d.J. Diarium, S.542;
6. Hildesh.LP., S.73 (f.Melchior Dörrien),No.6;
7. Hildesh.LP., S.190 (f.Ilse Leve Oppermann),No.14;  (“Dr.Christian Kegel, Consiliarius u. Synd. d.Std.Hi.”);
8. Hildesh.LP., S.246 (f.Hans Christian Storre),No.6;
9. Hildesh.LP., S.123 (f.Anna Catharina Hoffmeister);No.6;
10.  DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 714 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0071406.
11. www.hildesheimer-anwaltsverein.de
12. Christine Wulf, DI 58 / Nr. 585, Hoher Weg 5 (no. 391) / Roemer-Museum, in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0058505
13.