18.382. Kerckring 1, Hinrich

Kerckring

15. Generation

                                                                                                  

18.382.          Kerckring 1, Hinrich
Ratsherr in Lübeck; Altarbild 1520, zusammen mit seiner Ehefrau Catharina Joris. Maler Jacob van Utrecht ( Jacobus Claess Trajectensis).im St. Annen-Museum in Lübeck.(Q1)
Kurze Beschreibung in Wikipedia (Q2)
geb. Lübeck 1479;
gest. Lübeck 12.01.1540
verh. 1. Ehe Lübeck ca. 1515 mit:
Millies, Anna
Tochter des Simon Millies
verh. 2. Ehe Lübeck vor 1520
18.383.        Joris, Catharina
geb. Lübeck um 1495;
gest. Lübeck nach 1537

 

Kinder: 18 Kinder aus 2. Ehe;
die erste Ehe war kinderlos.

1) Kerckring 1, Anna; geb. Lübeck 1532; gest. Lübeck 1587
verh.  Lübeck um 1455
PlönniesHinrich; Bürgermeister; geb. Lübeck um 1520; gest. Lübeck 17.10.1580

 

Ratslinie (609) Heinrich Kerkring                              Ratsmitglied 1518-April 1534 u. Nov. 1534-1540

1518 Ratsherr. Kämmereiherr 1529 bis 1531 und 1535 – 1537. Am 11. April 1534 mußte er ausscheiden, trat aber am 12. November wieder in den Rat ein. Geboren 1479. Sohn des Ratsherrn Johann Kerkring (572). Verheiratet mit einer Tochter des Ratsherrn Friedrich Joris (588). An der Ostseite des zweiten Süderpfeilers der Marienkirche befindet sich ein von ihm gestiftetes Bild, das den Stifter vor dem gekreuzigten Heiland kniend zeigt. (L. Bau- u. Kunstdenkm. Bd. II, 322)  +1540.

 

Bau. u. Kunstdenkm. Bd. IV,2; S. 396:
Heinrich Kerkring war seit 1536 Vorsteher der St. Jürgen-Kapelle.

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Aufzeichnungen Prof.Dr.med.Adolph Becker – 1934:
„ Hinrich Kerkring, Ratsherr zu Lübeck.
Die Kerkrings sind eine der Patrizierfamilien, die sehr zahlreich im Rathe von Lübeck vertreten gewesen ist. Im ganzen haben 14 Mitglieder der Familie im Rathe gesessen. Der erste des Geschlechts, Berthold Kerkring, der aus Münster eingewandert war, wurde 1385 erwählt, der letzte desselben war Heinrich Diederich Kerkring, der am 12.4.1703 starb.

Hinrich Kerkring, der Sohn des Lübecker Ratsherrn Johann Kerkring, war 1479 zu Lübeck geboren und starb daselbst am 12.1.1540. Am 1.9.1518 wurde er in den Rath gewählt, aus dem er am 11.4.1534 ausscheiden mußte, aber bereits am 12.11.1534 wieder eintrat. Von 1529 – 1531 und von 1535 bis 1537 war er Kämmereiherr. Seit 1515 gehörte er der Zirkelgesellschaft an.

Hinrich Kerkring wohnte Mengstr. 12, welches Haus über 100 Jahre im Besitz der Familie war. Verheiratet war er in erster (kinderloser Ehe) vor 1515 mit Anna Millies, und in zweiter Ehe mit Catharina Joris (* ca. 1495 und + nach 1537), Tochter des Lübecker Ratsherrn Friedrich Joris, mit der er 18 Kinder, nämlich 6 Söhne und 12 Töchter zeugte.

An der Außenseite des südlichen Seitenschiffes der Marienkirche zu Lübeck befindet sich das 1540 in der Nürnberger Werkstatt des Peter Vischers gefertigte Epitaph von Hinrich Kerkring. Es ist auf Holz gemalt. Der verstorbene kniet vor dem gekreuzigten Heiland, den eine Schar von Engeln und Engelsköpfen umgibt. 18 zum Erlöser aufschauende weiße Schafe, deren Zahl symbolisch seine 18 Kinder darstellen soll, umdrängen das Kreuz oder springen auf dasselbe zu. Eine unten angefügte Schrifttafel enthält zwischen den Wappenschildern des Rathsherrn und seiner Ehefrau Catharina Joris den aus 4 lateinische Distichen bestehenden Nachruf und das Todesdatum.

 

Kerkring,Epitaph – Marienkirche Lübeck – verbrannt

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Ins Deutsche übertragen lautet die Inschrift:

„Grabmal des Herrn Hinrich Kerkring, Patriziers und Senator in Lübeck. Heinrich Kerkring ein verehrungswürdiger Senator in der Stadt seiner Vorfahren, war durch einen erlauchten Stammbaum rühmlichst bekannt, wurde hier ein ausgezeichneter Freund des Friedens und der Frömmigkeit und wurde ein großer Schutz für die Armen. Vor vielen anderen mit einer zahlreichen Nachkommenschaft gesegnet, sah er dankbare Pfänder seiner heiligen Ehe. Und zuletzt im Sterben rief er Dich allein, o Christus, an, und jetzt freut er sich, im Chor der Engel zu sein. Er starb 1540 am 12. Januar.“

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Der Volksmund kennt folgenden Vers zu diesem Epitaph:

„Hie ligt de lew her Kerkering,
De scheep up sine Beene ging.
Oh Herr, mak em de Schinken liek
Un nimm en in Dien Himmelrik,
Du nimmst ja all sin Lämmer an,
So lat den buck doch ok metgahn“ !

Kerkring-Altar – Stifterpaar

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Kerkring-Altar

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Kerkring-Altar

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Die Marienkirche besitzt 19, sämtlich aus Bronze gegossene Glocken. Elf derselben hängen in der Glockenstube des Süderturmes, sieben weitere im Dachreiter des Mittelschiffes, dem Spielturm. Sie sind sämtlich vom Lübecker Glockengießer Hinrich von Kampen in den Jahren 1508 – 1510 bei der Neuerrichtung des Spielturmes („1509 do wart dysse torme maket“) nach dem Brande vom Ostermontag 1508 gefertigt. Den Hals dieser Glocken umgibt je eine einreihige Minuskelumschrift, die beiderseits durch drei Reifen begrenzt wird., an diese schließt sich nach oben und unten hin je ein Kranz  stehender und hängender Blüten spätgotischen Charakters an. Die in der Mitte hängende, 1510 gegossene  große Stundenglocke (Ton: cis) hat einen Durchmesser von 1,46m und Höhe von 1,10 m. Ihr Schriftband wird am Anfang und in der Mitte nach oben und unten überragt durch das 9 cm hohe Reliefbild Johannes des Täufers mit dem Lamm im linken Arme. Zu seinen Füssen ist ein gelehnter Schild mit einem Löwen, dem Kerkringschen Wappentier, angebracht. Danach scheint diese Glocke vom Ratsherrn Johann Kerkring, dem Vater von Hinrich Kerkring gestiftet zu sein. Johann Kerkring  war 1508 – 1516 neben dem Bürgermeister Tidemann Berk Vorsteher der Marienkirche. „

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Bilder:

1. An der Außenseite des südlichen Seitenschiffes der Marienkirche zu Lübeck befand sich das 1540 in der Nürnberger Werkstatt des Peter Vischers gefertigte Epitaph von Hinrich Kerkring. Es ist auf Holz gemalt. Der verstorbene kniet vor dem gekreuzigten Heiland, den eine Schar von Engeln und Engelsköpfen umgibt. 18 zum Erlöser aufschauende weiße Schafe, deren Zahl symbolisch seine 18 Kinder darstellen soll, umdrängen das Kreuz oder springen auf dasselbe zu. Eine unten angefügte Schrifttafel enthält zwischen den Wappenschildern des Ratsherrn und seiner Ehefrau Catharina Joris den aus 4 lateinische Distichen bestehenden Nachruf und das Todesdatum. Im 2. Weltkrieg verbrannt.
Wikipedia: Kerckrings Epitaph mit Stifterbild befand sich an der Ostseite des zweiten Süderpfeilers in der Lübecker Marienkirche und wurde beim Luftangriff am Palmsonntag 1942 zerstört. Es war das erste Epitaph Lübecks, das speziell zur Anbringung an einem Kirchenpfeiler geschaffen worden war.
(schw.-weiss-Bilder – eigenes Archiv)

2. Altarbild – Kerkring – Altar von 1520, gemalt von Jacobus Trajectensis = Jacob von Utrecht.
.-  schw.-weiss-Bilder – eigenes Archiv,
-  Farbbild Wikipedia : Jacob van Utrecht.- mit Geschichte des Bildes