7.552. Küchenthal (Keuchenthal) Johannes II.

Küchenthal

13. Generation

7.552.           Küchenthal (Keuchenthal), Johannes II.
Sohn von Michael Küchenthal,1550 erster ev. Prediger in Ellrich
Prediger in St.Andreasberg
geb. Ellrich 1520;
gest. St.Andreasberg 1583
verh.
7.553.           Beckers, Christine
Tochter des Balthasar Beckers, Ratsherr in Ellrich
gest. St.Andreasberg um 1577

Kind:
1) Küchenthal, Johannes III. (Hans); Bäcker; begr. Nordhausen 22.10.1642
verh.1604
Bonsacks, Elisabeth; begr. Nordhausen, St.Jacobi 12.11.1626

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“Lutherischer Prediger in St.Andreasberg (vor 1552-1583); Er machte sich verdient durch Herausgabe der “Kirchengesenge; latinisch und deutsch”, Wittenberg 1573, in folio, eines jetzt sehr seltenen Buches, welches sich lange Zeit im Besitze des Hauptstammes Andreas befunden hat. In Andreasberg brach 1577 die Pest aus “und war bei dem allgemeinen Elende daselbst noch dieses, daß der bisherige Prediger Nahmens Johann Küchenthaler, nachdem seine Ehefrau sowohl als die Kinder an der Pest gestorben, ebenfalls damit befallen wurde. Nun kam zwar derselbe noch mit dem Leben davon; es begab sich aber hernach mit ihm zu einer langwierigen Krank- und Schwachheit, sodaß er die Kranken zu besuchen und zu einem sel. Abschiede zu bereiten, auch vielweniger zu predigen, nicht im Stande war.” (Q1)

Wikipedia:
“Über den Werdegang von Keuchenthal ist nichts bekannt. Als gesichert gilt nur, dass er als erster evangelischer Prediger bereits 1552 Prediger in St Andreasberg geworden ist. Seine Vorfahren sollen aus dem schwäbischen Kochertal stammen. Er selbst hatte sich mit der Tochter eines Ellricher Ratsherrn Christiane Becker verheiratet, die 1577 an der Pest verstarb. Bei jener Pestepidemie starben auch seine beiden jüngsten Söhne und er selbst war ab jenem Zeitpunkt einem körperlichen Verfall ausgesetzt. Darum wurde 1578 der Schulrektor von St. Andreasberg ihm zur Bewältigung seiner Amtspflichten als Diakon zugestellt, der auch sein Amtsnachfolger wurde.
Obwohl im Evangelischen Gesangbuch (EG 29) das Lied “Den die Hirten lobten sehre” gelegentlich sein Name steht, hat dieses Lied nichts mit ihm zu tun. Zwar hat sich Keuchenthal mit dem evangelischen Liedgut beschäftigt, jedoch die Melodie stammt aus der Moosburger Graduale (1354–1360) und der Text erschien erstmals ins Deutsche übersetzt im Gesangbuch bei Georg Rhau. Vielmehr erlangte Keuchenthal Bedeutung durch die 1573 erschienene Zusammenstellung der reichhaltigsten und vollständigsten Sammlungen von Kirchengesängen. Dafür nutzte er unter anderem das Gesangbuch des Joseph Klug, des Valentin Bapst und der böhmischen Brüder. Zudem griff er auf die Sammlung vonJohann Spangenberg, die Psalmodia von Lucas Lossius und anderen Autoren zurück.” (Q2)
Werke (Q2)
Cantica vsurpata Olim in Fetis, qvibvs celebratur Memoria Nativitaatis et Resvrrectioanis Christi, et missionis Spiritus Sancti, & c. Ad vsvm pverorum Excusa…, Wittenberg 1560, Georg Rhau
- Kirchengesänge Lateinisch und Deutsch sampt allen Evangelien, Episteln und Collecten auff die Sonntage und Feste nach Ordnung der zeit durchs ganze Jahr …, Aus den besten Gesangbüchern und Agenden so fur die Evangelischen Kirchen in Deutscher sprach gestellet und verordnet sind zusammengebracht. Und jtzund ernstlich auff diese Form im Druck ausgegangen., Wittenberg 1573, Lorentz Schwenck
- Musae Sioniae Michaelis Praetorij C., Darinnen Deutsche Geistliche Psalmen und Lieder wie sie durchs gantze Jar in der Christlichen Kirchen gesungen werden, in den vier Ersten mit 8. und mehr: im folgenden den Fünfften und Sechsten Theilen aber Anderweit mit 2, 3, 4, 5, 6,7. Stimmen gesetzt befunden werden., Jena 1607, Christoff Lippold   ”

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KirchenGesenge Latinisch vnd Deudsch, sampt allen Euangelien, Episteln, vnd Collecten, auff die Sontage vnd Feste, nach Ordnung der zeit, durchs gantze Jhar, Zum Ampt, so man das Hochwirdige Sacrament des Abendmals vnsers HERRN IHESV CHRISTI handelt, oder sonst Gottes wort prediget, Jn den Euangelischen Kirchen breuchlich, Aus den besten Gesangbüchern vnd Agenden, so fur die Euangelischen Kirchen in Deudscher sprach gestellet vnd verordnet sind, zusamen gebracht. Vnd jtzund erstlich auff diese Form im Druck ausgegangen 

Autor / Hrsg.: Keuchenthal, Johannes
Verlagsort: Wittenberg | Erscheinungsjahr: 1573 | Verlag: Samuel Selfisch d. Ä.
Signatur: 1935697 2 Liturg. 431 c 1935697 2 Liturg. 431 c
Permalink: http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10147761-1
-Das Buch hat über 1.200 Seiten -

 

 

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Neue Deutsche Biographie  11/1977
https://www.deutsche-biographie.de/gnd102560838.html#ndbcontent_literatur

Keuchenthal (Kochenthal, Küchenthäler), Johannes
lutherischer Pfarrer, * um 1522 Ellrich (Harz), † 1583 Sankt Andreasberg (Harz).

  • Die Fam. soll aus d. Kochertal/Württ. stammen; V Michael (1489–1550), aus Bleicherode, 1519 Leutpriester in Niedersachswerfen, seit 1521 letzter kath. u. erster ev. Prediger in E.; M N. N. v. Berholz; ⚭ Christine Becker († 1577), Ratsherrn-T aus E.; 3 S.
    Leben
    Über Kindheit und Studium K.s ist nichts bekannt. Nach Hamelmann hat K. schon vor 1552 in Sankt Andreasberg Luthers Lehre verkündet und die deutschen Kirchenlieder mit den Bergleuten unbeirrt gesungen, obwohl der Landesherr Graf Ernst von Hohnstein ein entschiedener Gegner der Reformation war. Diese Kirchenlieder mit ihren Melodien hat K. gesammelt und mit einigen lateinischen Stücken sowie vielen deutschen Altargesängen, darunter einer Passionshistorie nach Matthäus, herausgegeben. Seine „Kirchengesänge …“ (1573) sind die reichhaltigste und umfassendste Sammlung ihrer Art im Jahrhundert der Reformation, die erste, welche das gesamte gottesdienstliche Leben der deutschen lutherischen Gemeinden berücksichtigt. Der Wittenberger Theologe Christoph Pezelius nennt in seiner Vorrede vom Michaelistag 1573 K. als denjenigen, der dieses Werk zusammengestellt hat, und würdigt die Bedeutung dieses Cantional-Buches, in dem Pfarrer und Kantoren alles finden, was sie für einen deutschen Gottesdienst brauchen. Für die liturgische und hymnologische Forschung ist die Sammlung bis heute eine wichtige Quelle, weil sie ein getreues Bild des Kirchengesangs jener Zeit vermittelt.
  • Literatur
    ADB 15; H. Hamelmann, Pars prima Hist. renati evangelii per inferiorem Saxoniam et Westphaliam, 1586; W. Küchenthal, Gesch. d. Geschl. Küchenthal, 1925, S. 39 ff.; K. Ameln, in: Mschr. f. Gottesdienst u. kirchl. Kunst 44, 1939, S. 94 ff.; ders., in: Jb. f. Liturgik u. Hymnol. III, 1957, S. 121-24; ders. u. Ch. Mahrenholz, Hdb. d. dt. ev. Kirchenmusik I, Der Altargesang, 3. T., Die bibl. Hist., 1974, S. 174 ff. u. ö.; MGG VII (W, L).
    Autor
    Konrad Ameln
    Empfohlene Zitierweise

    Ameln, Konrad, “Keuchenthal, Johannes” in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 559 f. [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd102560838.html#ndbcontent

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auch in ADB – Algemeine Deutsche Biographie – ADB 15, 1882  https://www.deutsche-biographie.de/gnd102560838.html#adbcontent

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Quellen:
1. Geschichte Küchenthal,1928,
2. Wikipedia: Johannes Keuchenthal
3.Artikel „Keuchenthal, Johannes“ von Otto Kade in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 15 (1882), S. 689–691, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Keuchenthal,_Johannes&oldid=2499817 (Version vom 8. November 2016, 11:46 Uhr UTC)

 

 

 

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Quellen:
1. Geschichte Küchenthal,1928,
2. Wikipedia: Johannes Keuchenthal – 08.11.2016
3.Artikel „Keuchenthal, Johannes“ von Otto Kade in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 15 (1882), S. 689–691, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Keuchenthal,_Johannes&oldid=2499817 (Version vom 8. November 2016, 11:46 Uhr UTC)
4.    http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10147761_00021.html