294.236. von Lüneburg, Johann IV.

 

von Lüneburg

19. Generation

294.236.        von Lüneburg, Johann IV.
1428 Ratsherr, 1442 Bürgermeister zu Lübeck; Eigentümer von Lachswehr, Padelügge u. Sierksrade, Zirkelbruder;
geb. Lübeck
gest. Lübeck 25.11.1461(Catharinae Virginis = 25.11.);
begr. Lübeck, St.Catharinen (Grabplatte)
verh. 1. Ehe Lübeck 1427
294.237.        von Rentelen, Taleke (Adelheid)
gest. vor 1437
verh. 2. Ehe Lübeck  1437 kinderlos mit
von Wickede, Elisabeth ; Tochter von Gottschalk von Wickede
geb.                  gest.
sie verh. 1. Ehe
Schworm (Sworne), Nikolai (Claus)
geb.                  gest.

Kinder aus 1. Ehe:
1) von Lüneburg, Johann V.; Ratsherr; geb. Lübeck ; gest. Lübeck   .08.1474;
begr. Lübeck, St.Catharinen
verh. Lübeck
Steinbeck, Agnes (Agneta)

2) von Lüneburg, Bertram
gest.  1484 ; begr. Lübeck, St. Catharinen
verh. 1425
Eeckhoff, Margarete, Tochter des Christian Eeckhoff
sie verh. 1. Ehe
Herentrey, Berthold;  gest. vor 1425

3) von Lüneburg, Heileken
verh.
von Wickede, Johannes
Ratsmitglied in Lübeck

4) von Lüneburg, Bernhard

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1428 Ratsherr, 1442 Bürgermeister zu Lübeck. 1430 – 1434 Amtmann zu Riepenburg, 1434 –1438 Amtmann zu Bergedorf. Mitglied der Zirkelgesellschaft. Wohnung : Beckergrube 10.

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Grabplatte von Johann V. von Lüneburg

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Grabplatte:

Erzgrabplatte von ihm mit seinem Bilde in ganzer Figur im Unterchor der ehemaligen Catharinenkirche (jetzt Museum) zu Lübeck. Der Entwurf der Grabplatte ist von Hermen Rode.

Grabplatte Joh. von Lüneburg – Ausschnitt

In den 2,17 x 3,39 m grossen Grabstein des Bürgermeisters Johann Lüneburg ist eine 1,55 x 2,85 m große, in Flandern gefertigte, prächtig gravierte Bronzeplatte eingelassen, auf deren Mittelfläche in einer von reichem Tabernakelwerk eingefaßten, fein gemusterten gotischen Nische die lebensgroße Gestalt des Verstorbenen dargestellt ist. Er ist gekleidet in einem langen, am Halsausschnitt, an den Ärmeln und am unteren Rande mit Pelz verbrämten Brokatrock mit locker umgeschnallten Gürtelriemen, an dem die Tasche und das Dolchmesser hängen. Das unbedeckte, glattrasierte Haupt, an dem die Bartwurzeln zum Ausdruck gebracht sind, ruht auf einem Kissen. Die betend zusammen gelegten Hände halten einen Rosenkranz. Zwischen den in Schnabelschuhen steckenden Füssen lehnt der von 2 kleinen rauhhaarigen wilden Männern gehaltene Lüneburg´sche Wappenschild. Die von vierpaßförmigen Eckstücken mit den Evangelistenzeichen (Adler, Löwe, Stier, Engel) unterbrochene Umschrift ist in gotischer Schrift und stark gekürzt ausgeführt. Ins hochdeutsche übertragen lautet sie:

„Im Jahre des Herrn 1461 am Tage der Jungfrau Catharine starb der Lübecker Bürgermeister Johannes Lüneborch. Bittet für ihn. Im Jahre des Herrn 1474 am Tage Mariae Himmelfahrt starb derRatsherr Johannes Lüneborch. Betet für ihn. O Welt, du hast mich betrogen.“

Umrahmt wird das ganze von einer Wurzel Jesse: der beiderseits in einer Wellenlinie aufstrebende Baum trägt in seinem Rankenwerk in den äusseren Zwickeln je 7 gekrönte bärtige Köpf, während binnenseitig als Zierstücke ebenso viele kleine Drachengestalten angebracht sind. Den oberen mittleren Abschluß bildet das von einem Nimbus umstrahlte Haupt der Himmelskönigin.

Unter dieser Grabplatte ruhen nicht nur die Gebeine des Bürgermeisters Johann Lüneburg und seines Sohnes , des Ratsherrn Johann Lüneburg, sondern auch noch andere Mitglieder der Familie Lüneburg, wie die in den Stein, in den die Bronzeplatte eingelassen ist, eingehauenen Namen und Daten beweisen., nämlich:

Bertram Lüneborch (+ 1484), der 2. Sohn des Bürgermeisters Johann Lüneborch sen., sowie drei Enkel, Söhne des Ratsherrn Johann Lüneborch jun., Heinrich Lüneborch (+ 1484) , Johann Lüneborch (+ 1493) und Thomas Lüneborch (+ 1498.)

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Schnobel:

Er brachte 1436 die Hälfte des Lachswehr an sich und kaufte 1456 die Lüneburgkapelle zu St. Catharinen für 80 Mk. War Admiral zur See und Abgesandter nach Stockholm etc. Die Schlösser Riepenburg und Bergedorf wurden ihm auf 8 Jahre verpfändet; so hatte er auch das Gut Behlendorf auf 5 Jahre gemietet, jährlich für 200 Mk.

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Bau- und Kunstdenkm. Bd. IV,1. S. 66:

Am 16. Februar 1456 gestatteten die Franziskanermönche dem Bürgermeister Johann Lüneburg als Entgelt für eine ihnen zugewiesene Spende von 60 Mark lüb., „eine tafelen to hengenden under unseme kore, almissen darvan to geven, na zinem unde ziner erven willen, unde desgliken datmuerde graff vor deme hoghen kore to brukende em unde zinen erven, datsulve graff to tzirende, alse yd em behaghed, sunder ansprake enes jewelken“.

Auf Grund dieser Ermächtigung ist später die diesem Raum noch zierende große bronzene Grabplatte der Familie Lüneburg dorthin gelegt. Am 22. Nov. 1487 verpflichteten sich die Mönche gegenüber den Enkeln des vorerwähnten Bürgermeisters, den Brüdern Hans und Thomas Luneburg, um der vielfachen Förderungen willen, die sie von diesem Geschlechte erfahren hätten, „unde besundern umme der groten ere willen, dese to lave deme, werdigen hilligen sacramente myt dercapellen unde chore in unser kerken gedan unde de mechtigen geziret hebben“ am Altar dieser Kapelle jeden Morgen eine Messe zu lesen, sofern keine „singende misse“ gehalten würde.

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Ratslinie (511) Johann Lüneburg.                                                    Ratsmitglied 1428- 1461.

1428 Ratsherr, 1442 Bürgermeister.  1440 bei den Verhandlungen in Kolding mit König Christoph. Befehlshaber in der hansischen Flotte, die den Sund gegen die Holländer absperren sollte.  1441 Mitglied der Gesandtschaft an König Christoph, um die Bestätigung der hansischen Privilegien und Abschluß eines zehnjährigen Waffenstillstandes mit den Holländern zu erlangen. 1443 Vertreter Lübecks in der Versammlung einer größeren Zahl von Hansestädten, in der sich diese verpflichteten, wenn eine von ihnen angegriffen werde, den Angreifer nicht zu unterstützen. 1445 in Soest, um Ausgleichsverhandlungen zwischen Soest und dem Erzbischof von Köln zu betreiben.  1447 vertrat er die Stadt in einem Streit mit dem Herzog Heinrich von Mecklenburg. Im selben Jahre in Kopenhagen, um über die Beschwerden der Kaufleute in Bergen zu verhandeln.  1449 als Gesandter Lübecks beim dänischen König Christian. 1450 bei den wiederholt zitierten Verhandlungen über einen Münzrezeß zwischen Lübeck, Hamburg, Lüneburg und Wismar. 1455 verhandelte er in Flensburg mit den Rittern des Königs Christian über die Bestätigung der hansischen Privilegien in Dänemark und Norwegen. 1458 in Danzig zum Ausgleich der Streitigkeiten zwischen den Königen Dänemark und Polen;  1459 bei Fortsetzung dieser Verhandlungen in Lübeck. Im selben Jahre auch in Lüneburg zur Beilegung dort entstandener bürgerlicher Unruhen.  1460 mit anderen Ratsherren in Segeberg, um in Anlaß des Ablebens des Herzogs Adolf von Schleswig mit König Christian zu verhandeln. –

Sohn des lüb. Bürgers gleichen Namens. Verheiratet mit einer Tochter des Ratsherrn Henning von Rentelen (434), in zweiter Ehe mit einer Tochter von Gottschalk von Wickede. Wahrscheinlich ist, daß er mit Hinr. Rapesulver eine Reise nach Jerusalemunternommen hat. Ihm gehörte die Lachswehr und das Dorf Sierksrade, das Gut Padelügge, das er 1451, und die Brandenmühle, die er 1454 veräußerte.  1456 kaufte er Geschendorf und die Hälfte von Obernwohlde.  1430 hatte ihm er Rat für ein Darlehen von 4000 Mk auf 8 Jahre die Verwaltung des Schloßes Riepenburg und Bergedorf überlassen. Letztwillig vermachte er die Erträgnisse von Geschendorf und Obernwohlde „für ewige Zeiten zur Unterstützung der Armen“.  Wohnung : Beckergrube 10. Mitglied der Zirkelkompagnie.  + 1461.

(503) 1444 kaufte er zusammen mit dem Ratsherrn Johann Gerwer für 4000 Mk. eine Rente von 240 Mk in mehreren lauenburgischen Dörfern.

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