58.5. Meyer 1, Johann Gottfried

Meyer 1

58.5.  Meyer 1, Johann Gottfried
Sohn von Johann Gottfried Meyer, Bürger und Kaufmann in Braunschweig,
und Emilie geb. Küchenthal.

Gottfried Meyer

Kaufmann in Amsterdam in/Fa. Gottfried Meyer & Co.
Inhaber der ”Mechanische Flachsspinnerei Meyer & Co.” in Wiesenbad/Erzgeb.
geb.  Braunschweig 1837;
gest. Amsterdam 1919
verh. Hamburg 1876
Viol, Bertha
Tochter von Paul Karl Friedrich Viol und Bertha Karoline Emilie (Viol)
Sie lebte später in Dresden.
geb. (Hamburg)
gest. 

Kinder:
1)  Mayer-Viol, Johann Gottfried;  Dr…
geb. Amsterdam 20.05.1878
gest. (Niederlande)  Mai 1944
verh. Berlin-Charlottenburg 25.12.1919
Warburg, Charlotte Marie
Tochter von Emil Gabriel Warburg und Elisabeth Warburg
geb.  Freiburg/Breisg. 20.11.1884
gest.  Bayreuth 03.01.1948
sie verh. 1. Ehe  Franz Schwarz  o/o

Kinder:
1)  Meyer-Viol, Elizabeth
geb.   1920
gest.  1975

2) Meyer-Viol, Peter Gottfried Hans
Vorstandsmitglied der Koninkliijke Nederlandse Papierfabriek, war Vorsitzender der Industrie- und Handelskammer Maastricht, Ehrensenator der Universität Bayreuth.
geb. 1924
gest. 2009

Peter Meyer-Viol – Lebendige Bilder vergangener Zeit …

https://www.youtube.com/watch?v=rTHOLDBoGsM
03.03.2013 – Hochgeladen von Martin Thiele-Schwez

Dokumentarische Reportage, 35 Minuten, D/B/NL/IL, 2008 Von Martin Thiele, Ramona Kambach …

2) Meyer, Willy
ab 1912 Mitinhaber der ”Mechanische Flachsspinnerei Meyer & Co.” in Wiesenbad;
Besitzer des Sanatoriums. Das 1922 eingeweihte Bettenhaus wurde nach seiner Ehefrau benannt.

Willy Meyer, Wiesenbad
geb. (Amsterdam)
gest.
verh. Wiesenbad/ Erzgeb. 05.10.1912
Rudolph, Charlotte
geb.
gest.

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Gottfried Meyer – Amsterdam und Enkel

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Im Jahre 1877 übernahm Gottfried Meyer eine stillgelegte Flachsspinnerei und gründete die “Mechanische Flachsspinnerei Meyer & Co.” in Wiesenbad, Amtsgerichtsbezirk Annaberg, Erzgebirge. (Q1)
bis 1897 war Gottfried Meyer Alleininhaber,
1897 – 1907 Gottfried Meyer und Otto Polemann,
1907 – 1912 Gottfried Meyer, Otto Polemann und dessen Sohn Georg Polemann.
1912 – 1919 Gottfried Meyer, Georg Polemann und Willi Meyer, Sohn von Gottfried
1919 – 1922 Georg Polemann und Willy Meyer
1922 –  …     Willy Meyer 

Über die Geschichte von Wiesenbad im Erzgebirge schreibt die Inhaberin des Hotels
und Restaurant Rosenau in Wiesenbad, Frau Elke Bernstein u.a.  (http://www.rosenaue.de/historie/historie.html)

“… Aber nicht vom Bad wollte ich Ihnen berichten, vielmehr war mir wichtig die Eisenstucksche Familie zu erwähnen, da sie indirekten Einfluß auf die geschichtliche Entwicklung unseres Hauses hatte. Denn während Rosenau seit 1501 nur aus den Häusern des Badekomplexes und der zum Rittergut Wiesa gehörenden Mühle und Schäferei bestand, entwickelte es sich im vergangenen Jahrhundert zu einem Industrieort. Am 26. August 1859 gründete Jakob Bernhard Eisenstuck das Annaberger Unternehmen der Flachsindustrie. Auf die Dauer erwies es sich jedoch als nicht lebensfähig und der Betrieb wurde 1875 wieder eingestellt.

Herr Johann Gottfried Meyer zu Amsterdam, ein geborener Braunschweiger, der schon seit Jahren enge Beziehungen zu Sachsen unterhielt, erstand am 27. Februar 1877 den stillgelegten Betrieb.
Unterstützung bekam er von seinen engsten Freunden, dem Dresdner Kaufmann Eduard Lohse und seinem Vetter Otto Polemann, ebenfals ein Braunschweiger später in Annaberg lebend als Garnhändler. Otto Polemann war der Besitzer der Leinengarnbleiche in Wiesenbad. Diese brachte er als Sacheinlage mit in das neue Unternehmen ein.
In den letzten Jahren ihres gemeinsamen Schaffens entwickelte sich das Unternehmen zu einem der Größten im oberen Erzgebirge.
Da in Wiesenbad kaum Menschen wohnten, wurde es notwendig, immer mehr Arbeitskräfte nach Wiesenbad zu ziehen. Sie sollten auch in Wiesenbad ansässig werden und für die Fabrik einen festen Arbeiterstamm bilden. Zuerst wurden in der “Mühle” Arbeiterwohnhäuser errichtet, dann die “Roten Häuser” und an der Schulstraße einige, wobei unser Haus 1883 als ein Beamtenhaus erbaut wurde.
Die Unternehmer schickten Agenten nach Polen und Böhmen um Mädchen als Spinnerinnen für die Flachsspinnerei anzuwerben. So entstanden eine Reihe neuer Familien und auch die Kinderzahl nahm zu.
In alten Aufzeichnungen fand ich diese einfache Bemerkung:
Seit dem 07. November 1889 hat der Ortsteil Wiesenbad (bis 31. Dezember 1955 Ortsteil von Wiesa) eine Filialschule. 45 schulpflichtige Kinder hatte Wiesenbad, als der damalige Schulausschuß von Wiesa die Einrichtung einer Filialschule beschloß. In dem Haus Schulstraße Nr. 5 wurden ein Schulzimmer und die Hilfslehrerwohnung eingerichtet. Laut Vertrag hatte die Flachsspinnerei für Subsellien (Bänke) und sonstiges Inventar zu sorgen. An dieser Filialschule war als Hilfslehrer, neben einigen anderen Herren, von 1893 bis 1896 der Adam – Ries – Forscher Fritz Deubner tätig. Fritz Deubner schrieb die Biographie unseres großen Rechenmeisters Adam Ries. Im Jahre 1896 setzte man sich bereits wieder zusammen, weil die Zahl der Schulkinder auf 100 angewachsen war. Der Ortsteil hatte damals 500 Einwohner. Der Bau eines Schulhauses, gegenüber des Hauses Schulstraße 5, wurde beschlossen. Das neue Schulgebäute wurde 1897 eingeweiht und war bis 1981 die Oberschule Wiesenbad.
Noch einmal zurück zur Geschichte des Bades. Sie merken schon beim lesen, daß man beides nicht trennen kann. Die Besitzer der Flachsspinnerei Meyer und Co. traten nämlich an die 24. Stelle als Besitzer des Bades. Sie erwarben es im Jahre 1896 käuflich. Da das Bad durch die hohe Heilkraft weit und breit von Jahr zu Jahr immer mehr bekannt wurde, so daß es schließlich für den beständig größer werdenden Antrang von heilungssuchenden Kranken nicht mehr ausreichte, modernisierte die Firma Meyer und Co. das Bad weiter und ließ 1919 durch den Wünschelrutengänger Otto Edler von
Graeve, Gernrode am Harz nach einer weiteren Erschließung von Thermalwasser forsche. Gleich nach der Besitznahme wurde die alte Quelle in einen gemauerten Brunnen von kreisrunden Querschnitt und 12 Metern Tiefe neu gefaßt. Die Ergiebigkeit der Quelle betrug nach der Neufassung 226 Liter pro Minute.”

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Im Jahre 2004 wurde vom Historischen Wertpapierhaus AG, Zorneding eine Aktie der Annaberg AG in einer Auktion angeboten.
http://www.hwph.de/historische-wertpapiere/fa9_1.html

Los 60 EF
Annaberger AG für Flachsindustrie
Annaberg, 31.12.1860, 100 Thaler im 30 Thaler Fuße, #2053, KQF, KR, schwarz/braun, dekorativer Unterdruck, KR, Original-Signatur von Emil Christian Hänel als Verwaltungsrat und Herr Eisenstuck als ausführender Direktor.
Die Gesellschaft wurde am 26.08.1859 von Jakob Bernhard Eisenstuck gegründet. Der Betrieb erwies sich jedoch als nicht lebensfähig und wurde daher 1875 wieder eingestellt. Am 27.02.1877 kaufte Johann Gottfried Meyer, ein in Amsterdam lebender Braunschweiger, der schon seit Jahren enge Beziehungen zu Sachsen hatte, den stillgelegten Betrieb. Unterstützt wurde er dabei von seinem Freund, dem Dresdner Kaufmann Eduard Lohse und seinem Vetter Otto Polemann. Letzterer stammte ebenfalls aus Braunschweig und betrieb später in Annaberg einen Garnhandel. Polemann war zudem Besitzer der Leinengarnbleiche in Wiesenbad, die er später als Sacheinlage mit in das neue Unternehmen einbrachte.
Ausruf (E017) 200,00 €

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Der Bismarckturm in Thermalbad Wiesenbad
Bauplanung

Otto Polemann aus Wiesenbad und Fabrikant Johann Gottfried Meyer regten den Bau dieses Bismarckturmes als Aussichtsturm ohne Feuerschale am 17.01 1899 an. J.G. Meyer war von 1877 bis 1897 alleiniger Inhaber der Flachsspinnerei zu Wiesenbad, von 1897 bis 1907 war Otto Polemann gemeinsamer Inhaber dieser Fabrik.

Fabrikant Meyer stellte den felsigen Grund im Zschopautal kostenlos für den Bau des Turmes zur Verfügung.

Bereits am 25.01.1899 wurde die Baugenehmigung für den Turm erteilt.

Die Gesamtkosten für den Turmbau betrugen 5.000 Mark.

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zu Bertha Meyer-Viol:
http://www.vandersteur.nl/manuscripten/cat27_online.php?page=29&search=&letter=

VIOL, DUITS ZAKENMAN IN AMSTERDAM
Copie-boek (register met kopieën van uitgaande brieven, afgedrukt op dun papier) 1911-1915 van de te Amsterdam wonende Carl Viol, ca. 450 brieven, in het Duits en in het Nederlands, gebonden.
Carl Viol schreef het grootste deel van de brieven in zijn kwaliteit van executeur-testamentair van zijn vader, C.A.E. Viol uit Hamburg. Hij werkte in Amsterdam bij de firma Gottfried Meyer & Co., Keizersgracht 139. Deze Meyer was gehuwd met Carl’s zuster Bertha Viol. De erfenis werd in 4 porties gedeeld: Arthur Viol te Hamburg, Bertha Meyer-Viol te Dresden, Martha Viol, wonende aan de Marie Louisestrasse te Hamburg en Carl in Amsterdam. Carl woonde Weteringschans 225 maar in 1913 verhuisde hij naar Joh. Vermeerstraat 67 waar hij zes kamers ter beschikking kreeg, w.o. een bibliotheekkamer. Te weinig ruimte voor zijn bibliotheek was de reden voor de verhuizing. Hij heeft bemoeienissen met de Deutschen Verein, de Deutschen Hilfsverein en de Deutschen Ferienkolonie, alle te Amsterdam. Voorts was hij lid van Doctrine et Amicitia te Amsterdam. In 1912 bestelde hij een vat wijn bij het Casino te Koblenz.
Bestelnr: 6001 € 190

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Quellen:
1. Festschrift zum 50jährigen Bestehen der ”Mechanische Flachsspinnerei Meyer & Co.” in Wiesenbad im Erzgeb.  17.3.1927