Müller 4

Müller 1 - Braunschweig
Müller 2 - Salzwedel
Müller 3 - Lobenstein
Müller 4 - Wolfenbüttel
Müller 5 - Heimingen

14. Generation

10.229.          Müller 4, Juliane
geb. Wolfenbüttel 04.08.1596;
gest. Wolfenbüttel 29.11.1664;
begr. Wolfenbüttel 09.12.1664
Q: 1. Samse, Zentralverw. in südwelf. Landen, 1940;
verh. nach 1617
10.228.           Ritter, Bartold
 Amtssekretär;
geb. Bielefeld 1579;
gest. Wolfenbüttel 16.03.1656;
begr. Wolfenbüttel 04.04.1656

Kinder:
1) Ritter, Anton; Amtmann
verh.
Haspelmacher, Elisabeth; geb. nach 1628; gest. 1681

2) Ritter, Heinrich Julius; Bürgermeister der Heinrichstadt; Amtsverwalter beim Fürstlichen Residenz-Amte in Wolfenbüttel.
verh.
Bockelmann, Anna Maria  

3) Ritter, Friedrich Ulrich; Advokat in Wolfenbüttel
verh.
Overbeck, Anna Catharina

4) Ritter, Catharina Margarete; gest. Wolfenbüttel nach 1677
verh. 1652
Lüning, Johann; Dr.jur.; geb. Schermbeck, bei Wesel 14.09.1609;
gest. Wolfenbüttel 01.05.1677

15. Generation

20.458.          Müller 4, Philipp
Fürstl. Braunschw.-Lüneb. Bauverwalter in Wolfenbüttel, Herzoglicher Baumeister.
geb. Kassel
gest. (Wolfenbüttel) 1609
Q: 1. Samse, Zentralverw.;
verh. vor 1596  mit NN.

“In der Langen Herzogstraße steht das Haus Nummer 63 – Bankhaus Seeliger – das erste steinerne Wohnhaus Wolfenbüttels, das 1586 – im Zuge der ersten Bebauung – von dem einflußreichen herzoglichen Baumeister Philipp Müller mit einem prächtigen Renaissanceportal erbaut wurde.”
Über Müller und seine Tätigkeit in Wolfenbüttel siehe Braunschweigisches Jahrbuch 41.1960 – Digitale Bibliothek [3]
Nach dreijähriger Ausbildungszeit bei Rochus de Lynar ab 1582 für Herzog Julius in Wolfenbüttel tätig. Am 04.04.1585 erfolgte die Bestallung als Bauverwalter für zunächst acht Jahre.

verh. um 1586  mit NN.

 Kind:
1) Müller 4, Juliane; geb. Wolfenbüttel 04.08.1596;
gest. Wolfenbüttel 29.11.1664; begr. Wolfenbüttel 09.12.1664
verh. nach 1617
Ritter, Bartold; Amtssekretär; geb. Bielefeld 1579;
gest. Wolfenbüttel 16.03.1656; begr. Wolfenbüttel 04.04.1656

16. Generation

40.916.          Müller 4, Christoph
Hofschreiner, später Bauverwalter in Kassel  [1]
geb.                  gest.
Die Schreinerarbeiten im ehem. Renaissanceschloss in Kassel stammten von Christoph Müller.
In einer Arbeit über die Marburger Schloß-Orgel wird über den Hofschreiner  Nicolaus Hagenmiller berichtet, “der seinerseits der Werkstatt des für seine Intarsienkunst berühmten Kasseler Hofschreiners Christoph Müller entstammte “.[2]
Im Auftrag des Landgrafen planen und bauen Rochus von Linar und Christoph Müller 1581 das Zeughaus in Kassel, “ der bei anderen Bauten später als Baumeister erwähnt wird. ”

Kinder:
1) Müller 4, Philipp
 Fürstl. Braunschw.-Lüneb. Bauverwalter in Wolfenbüttel.
geb. Kassel ;               gest. (Wolfenbüttel) 1609
verh. um 1586  mit NN.

2) Müller 4, Hans
Baumeister im Dienste des Landgrafen am Kasseler Hof.
“Hans Müller (ca. 1560 – vor 1610)
Hans Müller gehörte zu einer Kasseler Familie, deren Mitglieder mit ihrer künstlerisch-handwerklichen Begabung über einen längeren Zeitraum für die Landgrafen Wilhelm IV. und Moritz tätig waren.
Geboren wurde er vermutlich um 1560 als Sohn von Christoph Müller, der zunächst als Hofschreiner, ab 1579 als Baumeister am Kasseler Hof beschäftigt war.  Dessen Bruder war der ebenfalls in gleicher Funktion tätige Adam Müller. Während dieser aber vor allem an Bauten in der Region (Waldau, Breitenau, Heydau) beteiligt war, scheint  sein Neffe eher mit Bauprojekten in der Residenz beschäftigt gewesen zu sein.
In den Akten erscheint Hans Müller erstmalig im Zusammenhang mit dem Neubau des Hessischen Badehauses in Ems, für den er 1580 den im Bestand vorhandenen Entwurf lieferte (2° Ms. Hass. 107 [96]). Beteiligt an den Bauarbeiten in Ems waren aber auch sein Vater Christoph Müller und Hans Wetzel.[41]
Weitere Zeichnungen von seiner Hand beschäftigten sich mit der Kanzlei im Renthof (1580)[42] und dem Neuen Tor (1583)[43] in Kassel.
Wiederum zusammen mit seinem Vater soll er auch an der Ausgestaltung der Wilhelmsburg in Schmalkalden beteiligt gewesen sein.[44]
1591 wird er als „Baumeister“ auf die Sababurg zur Überprüfung von Bauarbeiten gesandt[45].
Gemeinsam mit Hieronymus Müller, über dessen genaue verwandtschaftliche Beziehung (evtl. Bruder) bislang nichts bekannt ist,  arbeitete er an der Errichtung des Marstalls 1591-93, für den er ebenfalls Zeichnungen lieferte[46].
1593 wurde er kurzfristig zu  Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg gesandt, um Gebäude zu begutachten.[47]
1598 wird er noch einmal wegen einer Schlägerei in Eisenach erwähnt[48] – danach verliert sich seine Spur im Archiv. Nach Holtmeyer war er noch 1605 Eigentümer eines Wohnhauses in Kassel, das 1610 bereits Christof Jobst gehörte,[49] weshalb er in diesem Zeitraum verstorben sein dürfte.
Aufgrund seiner offensichtlichen zeichnerischen Begabung waren vor allem seine „Abrisse“ begehrt, während die anderen Mitglieder der Familie anscheinend eher für die praktischen Belange des Bauens zuständig waren.”   (http://www.ub.uni-kassel.de/2038.html)

17. Generation

81.832.          Müller 4, Michael
Hofmaler des Landgrafen Philipp des Großmütigen. Schüler von Lucas Cranach d.Ä.

Der älteste Kasseler Stadtplan von 1547, ist gezeichnet von Michael Müller.
geb.                gest. (Kassel)  1574
verh. mit NN.

Stadtplan Kassel von 1547

Stadtplan Kassel von 1547

“     Neben aktuellen Darstellungen legt die Vermessung und Geoinformation auch einen alten Stadtplan neu auf. Im Format DIN A3 wurde ein 1547 durch Hofmaler Michael Müller geschaffene Stadtplan neu reproduziert. Der sogenannte Müllerplan gilt als älteste Kartenzeichnung der Stadt. Die durch Müller gefertigte und mit Aquarellfarben ausgemalte Federzeichnung fällt vor allem durch ihre eigenwillige Perspektive auf. Der Plan zeigt die Stadt perspektivisch von den Toren aus gesehen, womit auch immer ein Teil der Gebäude “auf dem Kopf” steht. Cassel hat zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Planes 5000 Einwohner und besteht zu dieser Zeit aus drei Stadtteilen: Altstadt, Neustadt (später Unterneustadt) und Freiheit. Der reproduzierte Müllerplan ist zum Preis von einem Euro ebenfalls im Buchhandel, bei Kassel Tourist sowie im Kundenzentrum Geodaten im Kasseler Rathaus erhältlich. Eine in Kunststoff einlaminierte Version zum Preis von drei Euro wird im Kundenzentrum im Rathaus verkauft.”
(http://kassel-zeitung.de/cms1/index.php?/archives/802-Kassel-digital-Die-ganze-Stadt-auf-einer-Seite.html  - 30-10-2006, Kassel).
“ Der älteste Stadtplan von Kassel ist von Michael Müller (Hofmaler) aus dem Jahre 1547. Es ist eine Federzeichung über mehrere Bögen, die anschließend mit Aquarellfarben koloriert wurde. Auffällig ist die Perspektive. Die Stadt ist jeweils von den Toren aus gezeichnet, so daß man die Karte um 180° drehen muss, um die Gebäude in der richtigen Perspektive zu sehen.” (https://de.wikisource.org/wiki/Kassel)

Landgraf “Philipp hatte kein gesteigertes interesse an Kunst und sah diese wohl eher als Geldverschwendung an. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das bedeutentste Gemälde von ihm, von keinem anderen als Tizian geschaffen, in kaiserlicher Gefangenschaft entstand. Dieses Gemälde ist heute verschollen und auch die anderen überkommenen Gemälde sind nur Kopien. Aufgeschwemmt und korpulent sehen wir den alten Landgrafen neben seiner Hauptfrau im Rahmen eines Ehepaarporträts. Dies ist eine posthume Kopie zweier Gemälde von seinem Hofmaler Michael Müller , durch diesen selbst entstanden um etwa 1585/90. (https://www.fair-hotels.de/Reisef%FChrer/Bundesland_(Deutschland)/Hessen/Nordhessen/Kassel/Kasseler_Bauwerk/Landgraf-Philipp-Denkmal_(Kassel).html)

“Neben den Hofbildhauern ist ab 1536 ein Hofmaler Michael Müller in Kassel nachweisbar. Er entwarf  unter anderm die Schmalkaldische  Bundesfahne aus dem Jahre 1542 und entwickelte Pläne für eine großformatige Ausmalung der Kasseler Schloßkapelle (Hinz 2004). Im Gefolge der Konversion des Landgrafen Moritz zum reformierten Bekenntnis wurden zwar in den Sakralbauten die Bilder abgeschlagen, gleichzeitig blieb das Interesse des Landgrafen auf dem Feld der weltlichen Kunst erhalten….” [4]

Eine Abbildung und Beschreibung des Gemäldes des Kasseler Hofmalers Michael Müller von Philip d. Großmütigen, Landgraf von Hessen , um 1570, (Gemälde aufgehängt in Raum 247 (Konferenzraum West) des Hessischen Staatsarchivs Darmstadt ) unter  https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/L4UFHGGJNOO5ETZU4WQUWLNNI753N62F

 

Kinder:
1. Müller 4, Christoph
Hofschreiner, später Bauverwalter in Kassel
geb.                  gest.
verh. mit NN.

2. Müller 4, Adam
zunächst Salzschreiber, später Baumeister und Landmesser  in Kassel
“Adam Müller (ca. 1550 – vor 1627)
Adam Müller gehörte zu einer Kasseler Familie, die unter Landgraf Wilhelm IV. und Landgraf Moritz mehrere Baumeister zu ihren Mitgliedern zählte. Sein Vater war der Hofmaler Michael Müller während sein älterer Bruder Christoph Müller zunächst als Hofschreiner und später als Baumeister am Kasseler Hof tätig war.[27] Dessen Sohn wiederum war der mit einem Plan des Badehauses in Bad Ems ebenfalls im Bestand vertretene Hans Müller.
Der wahrscheinlich noch vor 1550 geborene und zwischen 1622 und 1627 verstorbene Adam Müller ist nicht identisch mit dem gleichnamigen späteren Vogt von Heydau, der auch als Vermesser  tätig war und als Sohn des Hofschreiners(?) Hieronymus Müller gilt, der vermutlich ebenfalls dieser handwerklich-künstlerisch begabten Familie entstammte.[28]
Erstmalig 1581 als Salzschreiber zu Kassel aktenkundig[29] erhielt Adam Müller 1593 die Bestallung als Salzschreiber in Allendorf.[30] 1596 verlieh ihm Landgraf Moritz aufgrund seiner langjährigen (32 Jahre!) Verdienste ein Grundstück in Erbpacht[31]. 1605 wird er als Eigentümer eines Hauses an der Schlagd in Kassel  genannt,[32] das auch im Plan 2° Ms. Hass. 107 [57] recto verzeichnet ist. Zu dieser Zeit fungierte er in den Akten bereits als Baumeister: nachdem er noch 1602 Berichte als „Salzschreiber“ unterzeichnet hatte,[33] wurde er 1603 in einer Bauanweisung zur Aue erstmalig als „bawmeister bawschreiber und Landmesser“ [34] bezeichnet und signierte fortan als Baumeister.
Neben der durch die signierten Zeichnungen belegten Beteiligung an den Bauarbeiten im ehem. Kloster  Breitenau (1607-1611) erscheint er nicht nur in den Kasseler Bauakten (u.a Ahnaberger Kloster, 1608), sondern zudem ab 1605 auch bei den Bauten in Heydau, Rotenburg und Spangenberg. 1609 berichtete er von der Kartause Eppenberg, 1610 von  Schloss Weißenstein.[35] Im gleichen Jahr  wurde er wegen einer Konsultation in Bausachen nach Sondershausen zu Graf Anton Heinrich von Schwarzburg geschickt[36]. In der Korrespondenz zur Errichtung der „Neue Müntz unter der Kanzlei“ im Kasseler Renthof erscheint er namentlich 1611 erwähnt,[37] 1612 unterzeichnete er Bauabrechnungen in  Waldau.[38]
Seine Aufgaben umfassten offenbar einen großen Teil des höfischen Bauwesens. Die häufig in den Dokumenten vorzufindenden gemeinsamen Unterschriften mit Hans Heinrich Siegerodt und Dr. Hermann Wolff  verweisen darauf, dass er zumindest zwischen 1603 und 1612 eine verantwortliche Position in der landgräflichen Bauverwaltung innehatte. Vermutlich wurde er um 1615 von Johann Wiedekindt abgelöst, der nach Rommel[39] 1619 die Baustube anführte.
Sein genaues Todesdatum ist unbekannt. Am 5. Januar 1622 taucht sein Name  in einer Aktennotiz zu Kaufungen auf, wo er eine Taxation vornehmen sollte.[40] Im Plan des Nassauer Hofes und seiner Umgebung von 1627 (2° Ms. Hass. 107 [207])  ist  sein Haus mit der Beischrift  “Adam Müller s. / witwe” versehen. Er dürfte demnach also zwischen Januar 1622 und 1627 verstorben sein.
Die erhaltenen Zeichnungen und Dokumente zeigen ihn als vielgefragten Praktiker, der wie viele seiner Kollegen seine Karriere am Kasseler Hof als Schreiber und Landvermesser begann.
-https://www.uni-kassel.de/ub/ueber-uns/projekte/dfg-landgraf-moritz-online-praesentation/andere-zeichner.html

 


[1]  Kassel, ehem. Schloss – Burgen & Schlösser   schloesser.gnm.de/wiki/Kassel,_ehem._Schloss‎
[2] Fakten und Fragen zur Herkunft der  Marburger Schloss-Orgel* von Gerhard Aumüller
vhghessen.de/marburg/Orgel_Fakten
[3] Hans Vredeman de Vries in Wolfenbüttel. Von Friedrich Thöne
Braunschweigisches Jahrbuch 41.1960 – Digitale Bibliothek 
     www.digibib.tu-bs.de/dfg-files/00042496/Ha-116-41.pdf
     http://digisrv-1.biblio.etc.tu-bs.de/dfg-files/00042496/Ha-116-41.pdf

[4] Wolfgang Adam, Siegrid Westphal; Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 01.01.2013 - 2464 Seiten//S.1072
Handbuch kultureller Zentren der Frühen Neuzeit: Städte und Residenzen im alten deutschen Sprachraum.
https://books.google.de/books?id=spvoBQAAQBAJ&pg=PA1072&lpg=PA1072&dq=%22Michael+M%C3%BCller%22+Hofmaler+Kassel&source=bl&ots=3fLMdphl5W&sig=EGl1iWpjAA4LpJlgTA-Ody-oKUA&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiKhNWmzY3MAhXMEiwKHfZNCNMQ6AEINzAD#v=onepage&q&f=false