4.604. Mundt, Carsten I.

Mundt

13. Generation

4.604.            Mundt, Carsten I.
Sohn von Dietrich Mundt Prediger in Mölln, dann Domprediger zu Lübeck.
(Vermutl.) Bruder von Diterich (Dirick) I. Mundt.
Bürger und Goldschmied in Hamburg.
geb. Lübeck 03.01.1576;
gest. Hamburg 04.12.1651;
begr. Hamburg, (St.Petri) 14.12.1651 (zusammen mit seiner Frau)
Bürgersohn, lernt 1594 – 1600 in Lübeck bei Tönnies RASCHKE,
wird am 15.3.1610 Meister,
am 11.7.1610 Bürger in Hamburg, Bürge ist  Matthias Schele;
am 11.06.1630 Bürge für Nicolaus ( Claus) Bekensohn, Goldschmied in Hamburg, dem 2. Ehemann der Witwe seines Bruders Diterich (Dirick) I. Mundt.
Am 22.3.1631 Ältermann der Goldschmiede in Hamburg;

verh. Hamburg 22.07.1610

4.605.           Schele, Margarethe
Tochter von Hermann Schele, Patrizier in Hamburg.
geb. Hamburg 14.04.1594;
gest. Hamburg 09.12.1651;
begr. Hamburg, (St.Petri) 14.12.1651 (zusammen mit ihrem Mann)

Kinder:
1) Mundt, Matthias; Goldschmied; geb. Hamburg 1622; gest. um 1656
lernte ab Ostern 1638 bei seinem Vater Carsten I. Mundt, wird als Goldschmied am 16.03.1649 Bürger, Bürge ist sein Vater;  am 20.03.1649 Meister. Bis 1656 (Hüs.)
Hat ab Ostern  1649 einen Lehrjungen (“David Schowenburg, Sohn des gest. Johan alhier.”)
Werke: a) Deckelkanne graviert, mit biblischen Szenen, Moskau, Ausst. 1903-04 (R3 2377; Hüs.) Scheffler, Nr. 124; S. 462.
Offenbar keine weiteren Werke erhalten.

2) Mundt, Christian III. (Carsten); Goldschmied; geb. Hamburg 27.10.1624;
get. Hamburg, (St.Petri) 29.10.1624; begr. Hamburg, (St.Petri) 24.03.1685
verh. Hamburg 1652
Leetz, Dorothea; geb. Hamburg 1631/1632; begr.  Bergedorf 18.01.1705

3) Mundt, Didrich II.; Goldschmied; geb. Hamburg ; gest. um 1668

4) Mundt, Margarete
geb.         gest.
verh. 1. Ehe
Schlüsselburg, Georg; Magister zu Rellingen b/Pinneberg
gest. um 1635
verh. 2. Ehe Hamburg 01.05.1636
Bauknecht (Buknecht), Nicolaus (Clawes); Goldschmied
Sohn von Heinrich Bauknecht, Pastor in Sittensen;
lernt 1630 – 1635 bei Carsten Mundt Goldschmied; 21.09.1636 Bürger in Buxtehude;
Bürger in Hamburg 01.06.1649; heiratet To. s. Lehrherrn.

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Die Punzen von Carsten I. Mundt 1630

Werke von Carsten I. Mundt
nach Scheffler :
” 36 CARSTEN MUNDT I
(Hüs. 139) Bürgersohn, lernt 1594-1600 in Lübeck bei Tönnies Raschke (Warnecke  ), wird am 15.3.1610 Meister, am 11.7.1610 Bürger (Bürge: Matthias Schele) und 22.3.1631 Ältermann. Gestorben mit seiner Frau 1651 (Petri). Hüseler (Ä-I. 21) weist ihm das BZ Nr. 837 zu. “

a) Oblatendose, zwölfeckig, als Knauf Doppelkopf (Frauen- u. Totenkopf). Bergedorf (Inv. S. 56 Abb. 18. MT; Hüs. 139, 1)   (Nr. 839)   (845)

b) Abendmahlskanne, datiert 1643. Flensburg, Marienkirche (Hüs. 139, 2; Inv. S. 126, Abb 58 B; MT 16)
 Abendmahlskanne von 1643, (Silber, vergoldet, h. 39,5 cm); am bauchigen Körper Ohrmuschelwerk – Kartuschen mit Darstellung des Abendmahls und der Sitzmadonna;  Marienkirche Flensburg ” (Q.3)

c) Traubenpokal, von stehender Diana getragen, geschenkt am 28.1.1644. H. 53 cm. Moskau, Rüstkammer (Filimonow Nr. 1072; Martin, Dän. Silber, Tafel 19, 1)  (Nr. 836)
“Gold und Silber aus dem Moskauer Kreml: Meisterwerke Hamburger Goldschmiedekunst; Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg, 1986″, S. 108, no. 17, Farbabb. S. 14)

d) Kelch, Lokstedt, Kr. Wesermünde II (Inv. S. 77, Abb. Tf. 8b; MT 14)  (Nr. 837 ?)

e) 2 Becher, Moskau, Rüstkammer (Filimonow Nr. 1622 u. 1623)  (Nr. 826)

f) Rosenwasserschale, oval im Spiegel Streit Apoll-Marsyas. Auf der knorpeligen Fahne 8 plastische Fruchtbündel; graviertes Wappen. Bremen, Roseliushaus (Inv.-Nr. 805) Mitteil. Dr. Dreier; Phot. F754).  BZ – R§ 2346?; Hüs. Ä-L. 24.  (Nr. 846)

g) Kelch, Güstrow, Pfarrkirche (Inv. Mecklenburg-Schwerin, Bd. IV, S. 246 mit Abb. auf S. 245; Hüs. 139, 3)   (Nr. ? )
Vgl. Christian Mund III Nr. 145

weitere Werke – nicht bei Scheffler :

H - Weinkanne, Silber, vergoldet. Auf dem achteckigen Fußring mit Schweifwerkdekor sitzt der zylindrische, achtseitige Gefäßkörper mit Darstellungen von acht Tugenden; unterhalb dieser Darstellungen sind vier Vögel, ein Hase, ein Hund, ein Reh und ein Hirsch zu sehen. Die Inschrift ist umlaufend auf dem von einem Eros bekrönten Deckel angebracht. Die beiden Namen sind so eingraviert, daß die unteren Hastenenden ins Zentrum des Deckels weisen, nur bei der Jahresangabe weisen sie zum Rand des Deckels. In den Kannenboden sind eine Meistermarke (M54) und ein Beschauzeichen eingestempelt. MaßeH. 26 cm, Du. (Fuß) 14 cm, Bu. ca. 0,3 cm. Goslar, St. Peter und Paul zum Frankenberge (Deutsche Inschriften Online; DI 45: Stadt Goslar (1997), Nr. 162)(Q5)

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zu a)

Carsten I. Mundt – Oblatendose Bergedorf

 Oblatendose, zwölfeckig, als Knauf Doppelkopf (Frauen- u. Totenkopf). Bergedorf

zu b)

Carsten I. Mundt – Abendmahlskanne

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“ Abendmahlskanne von 1643, (Silber, vergoldet, h. 39,5 cm);
am bauchigen Körper Ohrmuschelwerk – Kartuschen mit Darstellung des Abendmahls und der Sitzmadonna; Marienkirche Flensburg ” (Q.3) . Foto: “Städtisches Museum Flensburg”

zu c)

Carsten I. Mundt, Traubenpokal, von stehender Diana getragen, Moskau, Rüstkammer

 Traubenpokal, von stehender Diana getragen,  H. 53 cm. Moskau, Rüstkammer

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zu H -

Weinkanne – 1637 – Goslar

Weinkanne, Silber, vergoldet. Goslar, St. Peter und Paul zum Frankenberge.
Foto: Deutsche Inschriften Online – Goslar (Q5)

 

Deckel von oben

 

 

 

 

 

 

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Die Älterleute der Hamburger Goldschmiede einigen sich 1635 wegen der Jahres-Zeichen: (Q4)

»1635 den 8. August haben sich die 4 Altersleute Eberhard Kettwich, Heinr. Becker, Carsten Mundt und Nie. Sulssen mit einander wegen des Zeichen verglichen, daß es nach dato und hinfüro dergestalt soll gehalten werden, daß der eine Altermann nach dem andern ein Jahr-Zeichen, auch ein jeder Altermann sein sonderlich Buchstab mit schlagen soll, dannenhero beliebt, daß Eberhard
Kettwich den Buchstab A. auch nunmehr bis auf künftige Amtsrechnung 1636 zeichnen, der Altermann Heinrich Becker aber den Buchstab B. und folgends nach Ablegung Eberhart Kettwichs” Zeit gleichfalls ein Jahr und bis des Amtes Rechnung anderweit abgeleget, zeichnen und dann ferner Carsten Mundt das (!) Buchstab C, ingleichen Nie. Sülssen den Buchstab D. ebenfalls also ein Jahr um das ander, und wann des Amtes Rechnung abgelegt, nach ihrer Ordnung zeichnen sollen. Und kann um mehrerer Richtigkeit und Ordnung willen der Altermann, so des Amtes Rechnung gehalten, wenn er dieselbe ableget, in das Zeichen wiederum eintreten und dergestalt continuiret werde.« Hamburger Stadtarchiv, Memorialbuch II 2 Fol. 36 a.
Rosenberg schreibt weiter: ”Trotz dieser Vereinbarung von 1635 finde ich Jahresbuchstaben erst nach der Mitte des I7.jhs”

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Die Goldschmiede-Familie Mundt in Hamburg

Dieterich Mundt    - Stammvater
Domprediger Lübeck
+  1594

Mundt, Carsten I.  (1576 – 1651)
.              Mundt, Matthias (1622 – 1656)
.              Mundt, Christian III.  (1624 -1685)
.              .             Mundt, Christian IV. (1685 Meister)
.              .             Mundt, Henrich  (Lehrj.1674-78)
.              .             Mundt, Vincent   (Lehrj.1678-83)
.              Mundt,
 Didrich II. (+ um 1668)

Mundt,  Diterich (Dirick) I.  ( .. – 1627)
.              Mundt, Diterich II (Dietrich)  (* 1607, Meister 1649)
.              .             Mundt, Johann Dieterich  (Lehrj. 1665)
.              .             Mundt, Jodocus Hinrich  (Lehrj. 1666)
.              Mundt,  Peter  (Lehrj. 1622)
.              Mundt,  Christian II.  (1612 – 1658)
.              .              Mundt, Dietrich IV. 
(Meister 1685 – 1708)
.              .              .             Mundt,
 Johan Jochim  (Lehrj.1714/19 + 1730)

 

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Quellen
1. AL Ad.Becker;
2. W. Scheffler, Goldschmiede Niedersachsens , 1965; Hamburg Nr. 36;
3. Kunst-Topographie Schleswig-Holstein, Wachholz-Verlag, Neumünster, 1979, S.4/5;
4. Rosenberg, Marc  Der Goldschmiede Merkzeichen (Band 2): Deutschland D – M — Frankfurt a.M., 1923; Seite: 131 Zitierlink:  http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/rosenberg1923bd2/0142
5. Deutsche Inschriften Online: DI 45, Stadt Goslar, Nr. 162 (Christine Magin), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di045g008k0016204.
6. W. Scheffler, Goldschmiede Niedersachsens , Buxtehude Nr. 2, S. 229. Digital
7. (a)  
Oblatendose, zwölfeckig, als Knauf Doppelkopf (Frauen- u. Totenkopf). Bergedorf. 

(c) Traubenpokal, von stehender Diana getragen,  H. 53 cm. Moskau, Rüstkammer. ”Gold und Silber aus dem Moskauer Kreml: Meisterwerke Hamburger Goldschmiedekunst; Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg, 1986″, Beide Fotos  mit freundl. Genehmigung der Stiftung Historische Museen Hamburg-01.02.2016