Platemester

 

15. Generation

29.401.          Platemester, Anneke
Ribbeke Pl. jüngste Tochter;
Q: Dr.E.Woehlkens;
verh.
29.400.          Luden, Lüdeke                                                                                  Luden – Uelzen

Kind:
1) Luden, Hans; gest. Uelzen um 1539
verh. mit NN.

16. Generation

58.802.          Platemester,  Ribbeke
Kaufmann in Uelzen
gest. Uelzen nach 1485
1470 (ca.) stiftet er mit den NORK und PEPERKORN zwei Commenden am Nikolaus-
und Katharinen-Altar zu St.Marien in Uelzen.
1474 Vorsteher des Gr.Heil.Geist-Hospitals.
1476 Vorsteher der Mariengilde der Fernhändler;
1485, 05.10. Testaments-Errichtung in Lüneburg;
Q: 1. Festschrift,500 Jahre Nork-u.Platenm.Lehen,Uelzen,1985

verh.
NN., NN.
gest. nach 1485

Ribbeke Platenmeister war ein recht frommer, reicher und angesehener Uelzener Bürger, der im Zusammenhang mit etlichen kirchlichen Stiftungen genannt wird, der 1474 (StU 369) und 1475 auch in einer Stiftungsurkunde als Vorsteher des Heilig-Geist-Hospitals bezeichnet wird und 1476 (StU 376) als Vorsteher der Liebfrauen- oder Marien-Gilde. Diese Gilde war der Zusammenschluß von Kaufleuten, die um 1400 die Bezeichnung „Bruderschaft der Vleminge“ führte, womit die Flandern-Kaufleute gemeint waren.

Zwischen 1470 und 1480, das genaue Datum ist nicht zu ermitteln, stifteten die Familien Peperkorn, Nork und Platemester, die untereinander verwandt waren, zwei Commenden in der Kirche „Unserer Lieben Frauen“ zu Uelzen und zwar eine am St.-Nikolaus-Altar und eine weitere am St.Katharinen-Altar. Von den Stiftern ist allerdings nur Ribbeke Platenmeister namentlich genannt.

Unter einer Commende versteht man die Verbesserung der Pfründe eines Geistlichen oder Vikars durch die Zinsen eines Kapitals, durch die Einkünfte eines Grundstückes oder durch eine Kornrente unter Vergrößerung seiner geistlichen Pflichten. Dem Vikar wurde „commendiert“, d.h. anbefohlen, für die Stifter und ihre Angehörigen an bestimmten Tagen Seelenmessen zu lesen. Die Stifter hatten aber ein Mitbestimmungsrecht bei der Besetzung der Vikarie. Bei der Reformation 1529 wurden diese beiden Commenden eingezogen, wie auch jede andere existierende, und an die Nachkommen der Stifterfamilien zurückgegeben.

Herzog Ernst der Bekenner wünschte aber eine Umwandlung aller Vikarien und Commenden in Stipendien, die besonders zur Förderung des evangelischen Nachwuchses dienen sollten, insofern also wieder einem kirchlichen Zwecke zugeführt wurden. So wurden 1541 die beiden Commenden zum Norkschen Lehen „conjugirt“, da es zwar noch Norksche, aber keine Namensträger Peperkorn oder Platenmeister mehr gab. Erst 1618, mit dem Tode des Knochenhauer-Amtsmeisters Bernd Nork am 17.Juni, stirbt auch die Familie Nork im Mannesstamme aus.

Die Bestimmung der Stiftung sah vor, daß die Nachkommen der drei Familien gefördert werden sollten, wenn sie studieren wollten. Da zu jener Zeit ausschließlich Männern das Studium vorbehalten war, kamen auch nur sie in den Genuß der Förderung durch die Stiftung. Daraus entwickelte sich die Bezeichnung „Mannes-Lehen“.

Ribbeke Platemester war noch an anderen kirchlichen Stiftungen beteiligt. Bekannt sind neun Urkunden, in denen er in einem Zeitraum von 13 Jahren erwähnt wird. Die letzte Nachricht von ihm ist sein in Lüneburg, er war aber Uelzener Bürger, hinterlegtes Testament vom 05.10.1485. Es ist nicht bekannt, warum er es in Lüneburg und nicht in Uelzen, seinem Wohnsitz, abfaßte; vermuten läßt sich aber, daß er eventuell krank von einer Reise zurückgekommen ist. Das Original – es befand sich 1660 noch im Besitz des Schuhmachers Dietrich Pennekendorp – ist nicht mehr vorhanden, wohl aber eine 1660 angefertigte Abschrift.

In diesem Testament ist ein Teil seines Vermögens als Aussteuer-Stiftung für die Nachkommen seiner Töchter bestimmt. Diese Stiftung führte in der Folgezeit den Namen „Frau­en-Lehen“.

1654, also nach dem Dreißigjährigen Krieg, werden beide Lehen zusammengelegt; auch weiterhin erhalten die berechtigten männlichen Angehörigen der drei Familien-Nachkom­men eine Studienhilfe, die Frauen aber bei ihrer Heirat ein „Schleiergeld“. Seit 1954 wird nun nicht mehr zwischen den beiden ursprünglichen Lehens-Bestimmungen unterschieden, es erhalten auch die studierwilligen weiblichen Mitglieder finanzielle Studienförderung.

Auszug aus den Bestimmungen der Satzung von 1972:

§   3       Lehensangehörige sind alle Nachkommen der Stifter des Lehens.

§10.1     Studienbeihilfen erhalten Lehensangehörige, die an einer Universität oder an einer Hochschule mit Promotionsrecht immatrikuliert sind.

§10.3     Der Antragsteller hat die Zugehörigkeit zum Lehen und zu einer christlichen Kirche nachzuweisen …

§11        Weibliche Lehensangehörige erhalten ein Schleiergeld … wenn sie den Nachweis einer kirchlichen Trauung erbringen und zuvor keine Studienbeihilfe in Anspruch genommen haben.

(nach G. Meinhard, Hoefft-Vorfahren)

Kinder:
58813.  1) Platemester 2,  Metke
verh. Uelzen 1470
58812. Nork 2, Kersten III.; gest. nach 1494

2) Platemester, Catharina
verh.
van Barum, Ludeke

29401.3)  Platemester, Anneke
verh.
Luden, Lüdeke

17. Generation

117.604.        Platemester, Werneke (auch Elers)
gest. Uelzen nach 1439
wird 1432,1433 und 1439 in den Uelzener StU 252a, 267a und 274 bei Renteverkäufen
genannt.
Q: 1. Festschr.500 Jahre Nork-u.Platenm.Lehen, Uelzen 1985,S.26; 2. Meinhard, Hoefft-Vorfahren.
verh. mit NN.

Kind:
1)   Platemester, Ribbeke; gest. Uelzen nach 1485
verh.
NN., NN.; gest. nach 1485

18. Generation

235.208.        Platemester, Elert (auch Rippke)
                      gest. Uelzen nach 1399
gen. 1395-1399 in Urkunden; siegelt mit einer Wolfsangel im Wappen (Kaufmanns-Marke);
Q: 1. Festschr.500 J. Nork-u.Platenm.Lehen,Uelzen 1985,S.26
verh. mit NN.

Kind:
1)  Platemester, Werneke (auch Elers); gest. Uelzen nach 1439
verh. mit NN.

19. Generation

470.416.        Platemester,  Ricbertus
gest. Uelzen nach 1376
zeugt 1376 bei der Stiftung des Johannis-Lehens der LEMBEKE.
Q: 1. Festschr.500 J.Nork-u.Platenm-.Lehen,Uelzen,1985,S.26;
verh. mit NN.

Kind:
1)  Platemester; Elert (auch Rippke); gest. Uelzen nach 1399
verh. mit NN.