294.114. Pleskow, Jacob

 

Pleskow

19. Generation

294.114.        Pleskow,  Jacob
Sohn von Johann Pleskow, Ratsherr in Wisby, und  Margarethe Wise (Sapiens)
Ratsmitglied 1352 – 1381, Kämmereiherr 1365, Bürgermeister bereits 1363 zu Lübeck
geb. Wisby um 1324
gest. Rostock 1381  (Petri Kettenfeier = 01.08.1381)
begr. Lübeck, St.Marien im Chor.
verh. Lübeck nach 1347
294.115.        von Warendorp 1, Herdrade
Tochter des Wilhelm Warendorp, Schwester von Margarethe v. Warendorp
geb. Lübeck
gest. Lübeck 30.11.1405

Kinder:
147.057.  1) Pleskow, Herdrade (Herdeke) (?)
verh.  Lübeck
Kerkring, Gottfried (Godeke); gest. Lübeck vor 1429

2) Pleskow, Christina, gest. 1396

3) Pleskow, Godeke
geb. vor 1364;  lebt 1404
verh. 1. Ehe
Hachede, Elisabeth, Tochter von Hinrich Hachede, Ratmann in Lübeck
verh. 2. Ehe
Burmeisters, Wobbeke, Tochter von Hinrich Burmeister, Ratmann in Lübeck

4) Pleskow, Greteke
verh.
von der Molen, Marquard

5) Pleskow, Jakob, Kanonikus in Lübeck 1381
geb. vor 1364 ;

6) Pleskow, Johan
geb. vor 1364;  lebt 1404

7) Pleskow, Telseke (Elisabeth)
                                  verh.
Darsow, Johann, Ratmann in Lübeck

8) Pleskow, Willhelm
Geistlicher

9) Pleskow, Hinrich
erwähnt 1382

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Jacob Pleskow erwarb 1341 zusammen mit seiner Mutter das Bürgerrecht in Lübeck, wurde daselbst 1352 Ratsherr, 1364 Bürgermeister. Wohnung in Lübeck: zunächst Schüsselbuden 2, von 1366-1377 Königstr. 17, dann bis zu seinem Tode Mengstr. 4.

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Jacob Pleskow war der Nachfolger des Bürgermeisters Brun Warendorp, als dieser bei den Kämpfen gegen Waldemar von Dänemark 1368 fiel und pflückte die Früchte des Sieges im Frieden von Stralsund am 24. Mai 1370. Die Hansen erhielten zur Deckung ihrer Kriegskosten die Halbinsel Schonen auf 15 Jahre ausgeliefert, und die nachfolge Waldemars sollte an hansische Bestätigung gebunden sein.
(aus 800 J. Lübeck / Klöcking / IX – 1340 – 70 / Zur politischen Macht)

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Bau- und Kunstdenkm., Bd. II., S. 387: (St.Marien)
Ehemaliger Grabstein des am 1. August 1381 gestorbenen hochverdienten Bürgermeisters Jacob Pleskow und seiner Gattin Herdeke, im Altarraum. Umschrift:
„Anno domini MCCCLXXXI in die ad vincula Petri obiit dominus Jacobus Pleskowe proconsul Lubicensis. Anno domini MCCCV in die Andree apostoli obiit domina Herdeke, uxor ejus. Orate pro eis.”

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Ratslinie (373) Jakob Pleskow                                             Ratsmitgl. 1354 – 1381

Sohn des Wisbyer Ratsherrn Johannes Pleskow, erwarb er 1341 gemeinsam mit seiner Mutter das lüb. Bürgerrecht. 1364 ward er Bürgermeister. Auf den Hansetagen von 1363 – 1381 hat er regelmäßig Lübeck vertreten und scheint hier bei allen Verhandlungen den Vorsitz geführt zu haben. In den Jahren 1364 bis 1376 hielt er alle Fäden der lübschen Politik in fester Hand. Es sind in diesen 12 Jahren fast alle wichtigen Angelegenheiten von ihm persönlich geleitet oder doch instruiert worden. Verheiratet war er mit Wilhelm Warendorps Tochter Herdrade, die ihm 7 Kinder schenkte. Er starb in Rostock am 1. August 1381. Seine Leiche ward nach Lübeck gebracht und in der Mitte der Marienkirche beigesetzt. Gewont hat er von 1353 – 67 Schüsselbuden 2, von 1367 – 77 Königstr. 17, und dann bis zu seinem Tode, Mengstr. 4. –

Siehe die Abhandlung von W. Brehmer in den Hansischen Geschichtsblättern, Heft 11, S. 52 ff.

(374) Er wurde zusammen mit dem Ratsherrn Bernhard Oldenburg 1366 auf Wunsch des Papstes Urban V. nach Livland gesandt, um einen Frieden zwischen dem Erzbischof von Riga und dem Deutschen Orden zu vermitteln.

(400) Auf einer gemeinsam mit Johann Lüneburg (s. d.) unternommenen Gesandtschaftsreise nach Novgorod ereilte J. L. in Reval am 2.4.1374 der Tod.

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Karl Pagel „Die Hanse“, Westermann 1983, S. 217: (Krisen des Nowgeroder Kontors)
„Es bedurfte meist langwieriger Verhandlungen, um den Arrest über Kaufmann und Ware aufzuheben und den Handel wieder in Gang zu bringen.
So ließ Nowgorod im Jahre 1367 hansische Kaufleute festsetzen, als die Ritter (Ordensritter von Livland) das Gebiet seiner „Beistadt“ Pleskau verwüstet hatten. Zur Vergeltung wurden russische Kaufleute in Livland arretiert und verboten der Orden und die Hanse die Ausfuhr von Salz und Hering nach Russland. Es dauerte bis 1371, bis eine vorläufige Verständigung erzielt wurde, und erst 1373 ging eine Gesandtschaft Lübecks und Wisbys unter Führung Jakob Pleskow und Johann Lüneburg an den Wolchow, um eine Klärung der Beziehungen für die Zukunft zu erwirken.“

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http://www.on-luebeck.de/~swessin/altstadt/budden.htm
Das Buddenbrookhaus, 1289 erbaut, ist ein barockes Gebäude in der Mengstraße 4 gelegen.

Das Gebäude gehörte den Bürgermeistern Bruno Warendorp und Jakob Pleskow sowie mehreren Ratsherren. .

Die Familie Mann erwarb das Haus im Jahre 1842. Die beiden aus Lübeck stammenden Schriftsteller Thomas (1875-1955) und Heinrich (1871-1950) Mann gehören zu den bekanntesten und berühmtesten Söhnen ihrer Heimatstadt. Thomas Mann machte das Haus Mengstraße 4 zum Schauplatz seines berühmten Romans “Buddenbrooks“, für den er 1929 den Literaturnobelpreis erhielt.

Nach 1890 beherbergte das Haus ein Restaurant, das den  Namen „Zum Münchener Kindl“ trug. Von 1895 bis 1900 wurde das Haus für gewerbliche Zwecke genutzt, danach war es Bibliothek und Archiv der Gewerbekammer.

Im Jahre 1942, während des zweiten Weltkrieges, wurde das Buddenbrookhaus beschädigt. Das Gebäude wurde mit Ausnahme der Fassade vollständig zerstört.

Nach dem Wiederaufbau zog zunächst eine Bank in die Räume ein. Seit Mai 1993 ist dort das „Heinrich-und-Thomas Mann-Zentrum Lübeck“ beheimatet, das das Leben der Familie Mann dokumentiert.

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Hinweis auf  http://www.hansischergeschichtsverein.de/download/hgbll1882_content.pdf
“Wilhelm BREHMER, Der Lübecker Bürgermeister Jacob Plescow [Jacob Plescow, Mayor of Lübeck], in: Hansische Geschichtsblätter Jg. 1882, p. 51 ”

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Lutterbeck 186 / S.340 f.:
Ratsmitglied 1352 – 1381
Aufgaben und Funktionen :