18.380. Plönnies, Hermann

 

Plönnies, (Plönies, Plonies, Plonyes)

15. Generation

18.380.          Plönnies,  Hermann
Sohn von Wilbrand Plönnies, Wandschneider in Münster/Westf. und Metta Lidermann.
Kaufmann in Lübeck, im Rat seit 1522, Bürgermeister seit 1529.
Q: C.Steinbicker,1989, Fehling, Ratslinie 613;

geb. Münster um 1476
gest.  Münster 17.06.1533 (vor Dinxtag na Viti mart. = 17.04.)
verh. 1. Ehe Lübeck, um 1505
Greverade, Ida (Ideke)
geb. Lübeck,  um 1480,  gest. Lübeck  … 1518,
T.v. Hinrich Greverade, Kaufmann zu Lübeck, gest. Viterbo in Italien, u.d. Margarethe Bere, – er dargestellt auf der Altartafel der Gregormesse von Bernt Notke 1504, gestiftet von seinem Bruder Adolf Greverade, Domherrn zu Lübeck und Kanoniker zu Löwen in Belgien.
.     sie verh. 1. Ehe   Lübeck
.     Papenborch (Papenbroke), Hermann
.     geb.             gest.  um/vor 1505

verh. 2. Ehe Lübeck um 1520
18.381.          Witte 2Anna

Hermann Pl. hinterließ ihr 1533 den Brautschatz von 2000 Mark lübisch, seine Morgengabe und 2000 Mark in Rentbriefen. T.v. Hinrik W., Bürgermeister zu Lübeck 1513-1523 (Fehling 578), stiftete nach 1508 Wappenfenster für Chor der Marienkirche, u.d. Catharina Nyestedt.
geb. Lübeck
gest.  Lübeck, (nach 13.4.) 1548

Kinder (sie wurden evangelisch)  1. Ehe:

1) Plönnies, Metta
geb. Lübeck  um 1508,          gest. Lübeck 14.08.1584
Nonne und seit 1574 Äbtissin des Klosters St. Johannis zu Lübeck, -
ihr Grabstein heute auf dem v. bothmerschen Gut Klütz in Mecklenburg: „Anno 1584 – 10 anno, ihres olders 76 – den 14. Augustij in d(em) here(n)  s(elig) entslape(n) de jun(gfraw) … Mari Plonnies, gewese(ne) ebdissin dieses Klosters”

2) Plönnies, Catharina
geb. Lübeck …,                      gest. …
Priorin zu St. Johanniskloster in Lübeck.

3) Plönnies, Hermann
geb. Lübeck um 1512, gest. Lübeck …
Universität Frankfurt / Oder 1529, Köln 1536, stud. jur., Dr. jur. utr. 1541, Richter und bischöflicher Rat zu Lübeck.
verh. Lübeck …
Lüneburg, Anna, geb. Lübeck …, gest. Lübeck …
T. v. Johann Lüneburg, (S.v. Joachim Lüneburg u.d. Anna v. Thünen), Ratsherr zu Lübeck 1530, gest. 1531 (Fehling 624), u.d. zweiten Frau Anna Brüskow.
verh. 1. Ehe  Lübeck … Elisabeth Castorp, T.d. Hinrich Castorp

4) Plönnies, Ida
geb. Lübeck …,                      gest.  …;
verh. Lübeck vor 1544 mit
Warneböke (Warmböke), Hieronymus; geb. …;
gest. Lübeck 26.07.1552,
Kaufmann und 1544 Ratsherr zu Lübeck (Fehling 654), wohnte Breite Straße 52; S.v. Hans W u.d. Barbara Kortsack

5) Plönnies, Adolf
geb. …,                       gest.  …

aus 2. Ehe:

9.190.  6) PlönniesHinrich; Bürgermeister
geb. Lübeck um 1520; gest. Lübeck 17.10.1580
verh. Lübeck um 1455
Kerkring, Anna; geb. Lübeck 1532; gest. Lübeck 1587

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auf Agneten 1522 Ratsherr, auf Petri 1529 Bürgermeister zu Lübeck, er befehligte zusammen mit Bürgermeister Bohmhofer 1522 die von Lübeck zur Unterstützung des Königs Gustav Wasa (Erichson) von Schweden entsandte Flotte gegen Christian II. Er setzte zusammen mit Bürgermeister Bernhard Bohmhofer 1523 Gustav Erichson zum König in Schweden ein.

Am 8.4.1531 verließ er nach Absetzung des Rates in den Wüllenweberschen Unruhen heimlich, zusammen mit Bürgermeister Nicolas  Brömse Lübeck und begab sich zu Kaiser Karl V.  nach Wien, dort kaiserl. Rat, der ihn 1532 zum Ritter schlug (ritterlicher Reichsadelsstand), ging dann nach Münster, hier testiert er  „up Avent divisionis apostolorum“ = 15. Juli 1532.

Besitzer des Gutes Stecknitz, Wohnung in Lübeck: seit 1522 Königstr. 41

Die Vormünder der Kinder erster Ehe waren Goddert van Hovel und Gosswyn Butepage, sie erhielten im Testament des Hermann Plönnies jeweils 1 engl. Rosenobel verehrt.

Er war Gegner der neuen (lutherischen) Lehre und als sich die Stadt dem Schmalkaldischen Bunde anschloß, und damit auch politisch offen zu den Gegnern des Kaisers trat, vermochte er die Verantwortung nicht länger mitzutragen und verließ heimlich, zusammen mit Bürgermeister Broemse die Stadt und begab sich zum Kaiser.

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Ratslinie (613) Hermann Plönnies.               Ratsmitgl. 1522 – 8.4.1531

1522 Ratsherr, 1529 Bürgermeister. 1522 befehligte er zusammen mit Bernd Bomhover (599) die zur Unterstützung Gustav Wasas ausgesandten lübschen Schiffe. (Am 21. Juni 1523 wurde ihnen die Stadt Stockholm übergeben; Gustav bestätigt die hansischen Privilegien. Anm. 590).

Am 8. April 1531 verließ er die Stadt und begab sich zu Kaiser Karl V., der ihn 1532 zum Ritter schlug. –

P. stammt aus Münster. Verheiratet mit einer Tochter des lüb. Bürgers Heinr. Greverade, Witwe von Hermann Papenborch, in zweiter Ehe mit einer Tochter des Ratsherrn Heinr. Witte (578). Er war Eigner des Gutes Stecknitz. Wohnung: Königstr. 41.  + 1433 zu Münster. (605) 1530 war er mit dem Ratsherrn Joachim Gercken in Bremen zu Verhandlungen mit den Holländern und Kaiserl. Gesandten.

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siehe auch : Karl Pagel, Die Hanse, Westermann 1983, S. 235

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Gotha adel. Taschenbuch 1920

Plönnies.  Reichsadelsstand Regensburg 12. Juni 1532 (für Hermann Plönnies, 1522 Kaiserl. Rath, Bürgermeister von Lübeck, mit dem die Stammreihe beginnt, und dessen Brüder Willeprand und Walter Plönnies). Bestätig. des Reichsadel- und Ritterstandes mit „Edler von“ Wien 10. Juli 1740 (für Dr. jur. Georg Friedr. Plönnies, Kaiserl. Kammerger. Advokat in Wetzlar).

Wappen 1532:  In blau ein silberner Doppeladler, von einem mit drei goldenen Sternen belegten roten Schrägrechtsbalken überzogen. Auf dem Helme mit blau – silbernen Decken ein offener, rechts blauer, links silberner Flug, je mit einem goldenen Stern belegt. –

Stammreihe und ältere Genealogie s. Bd. VI., 1912 dieses Taschenbuches“.

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Hermann Plönnies hatte in Lübeck einen Altar gestiftet (ähnlich dem Kerckering-Altar, vom gleichen Maler), der bei Wikipedia (Jacob van Utrecht) wie folgt beschrieben wurde:

Verkündigungsaltar mit den Bildern des Stifters und Ratsherrn Hermann Plönnies und seiner Frau, früher in der Sammlung Reedtz-Thott auf Schloss Gavnø auf der Insel Gavnø bei Næstved auf Seeland, Verbleib nicht bekannt

Jacob van Utrecht (nach seiner Signatur Jacobus Traiectensis) (* um 1479 wohl in Utrecht; † nach 1525)

Nachforschungen in Lübeck blieben 2008 ohne Ergebnis – 2012 aufgetaucht !!

Altar Plönnies - Greverade

Altar Plönnies – Greverade

 

Glückliche Heimkehr  

(http://www.kulturstiftung.de/aktuelles/meldungen/detail/glueckliche-heimkehr/

(10.02.2012) Das St. Annen-Museum in Lübeck erwirbt ein zentrales Werk der Lübecker Malerei des frühen 16. Jahrhunderts: das Gavnø-Retabel, einen Verkündigungsaltar von Jacob Claesz van Utrecht. Die Kulturstiftung der Länder unterstützte den Ankauf.

Verkündigungsaltar von Jacob Claesz van Utrecht

Als „Königin der Hanse“ erreichte die Stadt Lübeck zu Beginn des 16. Jahrhunderts ihre Blütezeit. Die florierende Handelsmacht an der Ostsee zog nicht nur Kaufleute, sondern auch Künstler an, die in Lübeck großzügige Auftraggeber fanden. So ließ sich zu dieser Zeit auch der aus Antwerpen stammende Jacob Claesz van Utrecht (um 1480 bis nach 1530) in der Hansestadt nieder und avancierte zu einem der bekanntesten Maler der Stadt. In der angesehenen Leonhardsbruderschaft, einer Vereinigung reicher Kaufleute, traf van Utrecht auf Auftraggeber aus den wohlhabenden Kreisen der Lübecker Gesellschaft: Um 1520 beauftragte der Ratsherr Hermann Plönnies zusammen mit seiner Frau Ida Greverade van Utrecht mit einem Triptychon – einer dreigeteilten Tafelmalerei. Wie damals nicht unüblich, ist das Stifterpaar in einer Szene auf dem Flügelaltar verewigt: Die Innenseiten ziert in strahlender Farbigkeit das ehrfürchtig kniende Paar in prachtvollen Gewändern nach der damaligen Zeitmode, begleitet von seinen Schutzpatronen – den Heiligen Matthäus und Katharina. Das Retabel erweist sich als ein selbstbewusstes Stück bürgerlicher Repräsentation. Plönnies gehörte als Ratsherr zu den politisch profilierten Kaufleuten der Hansestadt. Auf der Mitteltafel ist vor einer südalpinen Stadtkulisse das eher seltene Thema der Verkündigungsszene dargestellt, die als Hinweis auf einen Kinderwunsch der Eheleute gedeutet werden kann. Bereits kurz nach ihrer Vermählung 1522 verstarb Plönnies’ Frau Ida. Der Schicksalsschlag verhalf jedoch später der Kunstwissenschaft zu einer genaueren Datierung und neuen Zuschreibung des Flügelaltars, der noch bis ins 20. Jahrhundert für eine Arbeit Lucas Cranachs gehalten wurde. Mit dem Nachweis der Lübecker Provenienz konnte das Werk Jacob van Utrecht zugeschrieben werden. Das Gavnø-Retabel muss Mitte der 1520er Jahre entstanden sein, kurz bevor sich auch die Spur van Utrechts in den Wirren der Reformation verliert. Aus der Sammlung des dänischen Sammlers Otto Tagesen Thott (1703–1785) stammend, wird der Aufsatz heute nach dem Herrensitz der Familie Thott als Gavnø-Retabel bezeichnet.

Aufgrund der großen Bedeutung des Werkes für die Geschichte der Stadt Lübeck freuen sich die Lübecker Museen besonders, dass der Ankauf des Retabels jetzt mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder für das St. Annen-Museum gelang. In den vergangenen 10 Jahren hat es in den Museen der Hansestadt keinen solch bedeutenden Neuerwerb gegeben. Das ehemalige St. Annen-Kloster beherbergt seit 1915 sakrale Kunst und bietet den größten Überblick über die kirchlichen Kunstwerke des Mittelalters in Lübeck.

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