42.1. Prieger, John

Prieger

42.1. Prieger, John
Sohn von Ferdinand Carl Prieger, Kaufmann und Gutsbesitzer, und Auguste Sophie Banck
Gutsbesitzer;

42.1. John Prieger 1859 – 1899

geb. Manchester 23.04.1856;
gest. Schloß Gereuth 17.11.1899;
begr. Schloß Gereuth
unverheiratet

Gutsbesitzer, Landtagsabgeordneter u. Kreisvertreter. Mitbesitzer von Gereuth. Rittmeister d. Reserve; Familienobmann. Sein Grabstein auf dem Friedhof in Gereuth.
Im Bauernbunds-Kalender für 1901 [2] steht folgender Nachruf:
„Der für Alle unvergeßliche Mann, welchem in kurzer Zeit die Herzen aller Bündler zugeflogen waren, wurde am 23. April 1856 als ältester Sohn des Rittergutsbesitzers Ferdinand Carl PRIEGER auf Gereuth und seiner Gemahlin geb. BANCK zu Manchester in England geboren. Seinen ersten Unterricht erhielt derselbe durch Privatlehrer im elterlichen Hause, bis er im Jahre 1868 auf das Gymnasium in Coburg kam. Er verließ dasselbe im Jahre 1872 und besuchte die landwirtschaftliche Akademie zu Worms. Von da bezog er die Universität Genf, um National-Ökonomie zu studieren. Im Anschlusse hieran machte er Reisen in England und Schottland und trat am 1.Oktober 1875 als EinjährigFreiwilliger beim 1.Ulanen-Regiment in Bamberg ein, in welchem er mit der Zeit zum Rittmeister der Reserve avancirte. Nach beendigter Dienstzeit bezog er die Universität Halle a.S., die er zwei Jahre besuchte. Hierauf trat er als Praktikant bei dem Inspektor SCHREYÄG auf dem väterlichen Gut Schloß Wiesen ein, wo er ein Jahr lang blieb. Dann siedelte er nach Gereuth über, um seinen Vater in der Verwaltung der Güter zu unterstützen, bis er nach dessen Tod von seinen Geschwistern zum Familien-Obmann gewählt wurde. In dieser Stellung, die bei dem ausgedehnten Besitz große Umsicht und Gewandtheit erforderte, blieb er bis zu seinem Tode. Die Liebenswürdigkeit seines Wesens, sein klares Urteil auch in verwickelten Fragen, seine schöne männliche Erscheinung, verbunden mit einer großen Sicherheit des Auftretens sicherte ihm überall, wo er erschien, eine gute Aufnahme und verschaffte ihm viele Freunde in allen Ständen. Seine genauen Kenntnisse der wirthschaftlichen Verhältnisse in Deutschland und sein rechtlicher Sinn machten ihn zu einem Anhänger des fränkischen Bauernbundes, als dieser in den auf die unglückseligen Handelsverträge folgenden Nothjahren 1892 u. 1893 durch Karl Freiherrn v.THÜNGEN zu Würzburg gegründet wurde. Mit diesem zusammen, mit dem ihn eine innige persönliche Freundschaft verband, wirkte er seit dem Jahre 1894 im unter fränkischen Landrath u. auf den verschiedenen Zusammenkünften des Bauernbundes . Leider gelang es seinem Einfluß nicht, den Freiherrn von THÜNGEN zu bewegen, trotz seiner angegriffenen Gesundheit an der Spitze des Bauernbundes auszuhalten. Im März des Jahres 1899 wurde P. zu Schweinfurt als Kreisvertreter des Bauernbundes für Unterfranken gewählt und im Juli desselben Jahres als Abgeordneter für den Wahlkreis Schweinfurt in die Kammer der Abgeordneten. Leider war seinem Wirken in dieser Körperschaft nur ein kurzes Ziel gesteckt. Als Mitglied in die Kommission für die Bereisung der durch das furchtbare Hochwasser des September 1899 geschädigten Gegenden Oberbayerns gewählt, zog er sich auf diesen Wasserfahrten, die oftmals Morgens bei Eis im offenen Nachen angetreten wurden, eine Unterleibsentzündung zu, der er am Abend des 17.November 1899, nach  fünftägigem Krankenlager, zu Gereuth in den Armen seiner Brüder erlag. ….“

 

42.1. Prieger, John -Grabstein Gereuth ca.1965-

 

 

 

 

 

 

 

 

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