84. Prieger, Johann Erhard Peter

 

J.E.P.Prieger

J.E.P.Prieger

Prieger

 

7. Generation

84.       Prieger, Johann Erhard Peter  
Sohn von Cornelia Catharina Pauli - unehelich  – nach Familienüberlieferung ist der Vater
168.     von Hessen-Kassel, Wilhelm IX. Landgraf;

Dr.med., Arzt; Entdecker der Heilquellen in Bad Kreuznach. Arzt und Begründer des Bades Kreuznach. 1820 kgl. preuß. Kreisphysicus; 1837 kgl. preuß. Hofrat; Das Wohnhaus PRIEGER in Bad Kreuznach, Badeallee 14;

siehe auch: www.Bad-Kreuznach.de ; Prieger, Johann Erhardt Peter, Dr.

geb. Wiesbaden 17.09.1792;  get. Wiesbaden 19.09.1792;
gest. Bad Kreuznach 04.06.1863;begr. Bad Kreuznach   .06.1863
auf dem Hauptfriedhof unter Nr. 18/2 als “Ehrengrab”.

Maria Philippina Prieger, geb. Ackva

Maria Philippina Prieger, geb. Ackva

verh. Bad Kreuznach, (29./31.10.) 29.10.1817
85.       Ackva, Maria Philippina
Tochter von Johann Ackva, Mehlhändler in Kreuznach,
und Anna Margareta geb. Schneegans.
geb. Bad Kreuznach 25.10.1796;
get.  Bad Kreuznach, (ev.-luth.) 27.10.1796;
gest. Bad Kreuznach 27.10.1850; begr. Bad Kreuznach

Kinder:
84.1.              Prieger, Rudolph
 geb. Kreuznach 01.09.1818; gest. Kreuznach 24.06.1828
„Am 24. Juni 1828 starb, zum grossen Schmerz seiner Eltern, Priegers ältester Sohn
Rudolph (geb. 1. September 1818) am Nervenfieber. Es war ein schönes geistig und
körperlich wohl entwickeltes Kind. Sein Grab war das erste auf dem neu angelegten
Kirchhofe an der Hackenheimer Chaussee.“[1]

84.2.               Prieger, Heinrich
Dr.med., Arzt; geb. Kreuznach 15.12.1819;
gest. Kreuznach 05.04.1901
verh. 08.09.1854
Gutenberger, Catharina; geb. Kreuznach 08.09.1821; gest. 26.03.1861

84.3.               Prieger, Oscar Eugen
 Dr.med., Arzt; geb. Kreuznach 05.12.1820;
Erbauer der “Villa Prieger” in Bonn
gest. Bonn 17.10.1897
verh. Frankfurt 20.04.1848  (Q3)
de Vos, Friederike Johanna Mathilde Louise
Tochter von Cornelis Leonardis de Vos, und Caroline Wilhelmine Dorothea geb. Hoff (verh. 2. Ehe Johann Erich Banck)
geb. Semarang, Java 22.10.1822; gest. Bonn 19.06.1899
(zu den Söhnen Erich und Hans siehe auch: http://www.rlb.de/cgi-bin/wwwalleg/goorppd.pl?s1=-ps01069- )

84.4.= 42.       Prieger, Ferdinand Carl
Kaufmann; Gutsbesitzer Schloss Gereuth
geb. Bad Kreuznach 06.12.1821; get. Bad Kreuznach 31.12.1821;
gest. Bamberg 14.12.1887; begr. Schloß Gereuth, Unterfranken
verh. Paris, Dtsch-ev-Pfarrkirche , Billettes, Paris, Frankreich 26.05.1855
BanckAuguste Sophie; geb. Soerabaja, Java 25.07.1831;
get. Soerabaja, Java 08.12.1837; gest. Schloß Gereuth, Unterfranken 14.07.1911;
begr. Schloß Gereuth, Unterfranken 1911

84.5.               Prieger, Elisabeth (Elise)
geb. Kreuznach 01.02.1823; gest. 26.02.1902
Unverheiratet; sie schrieb 1894 ein Lebensbild ihres Vaters.

84.6.              Prieger, Ernst Ludwig
Jurist;
geb. Kreuznach 12.12.1824;      gest. 07.06.1877
verh. Landstuhl 03.11.1846
Didier, Emma Franziska
Tochter von Heinrich Didier und Magdalena Benzino
geb. Landstuhl 25.08.1825; gest. München 08.12.1886

84.7.               Prieger, Caroline
geb. Kreuznach 23.10.1826; gest. London 17.10.1890
verh. 25.11.1852
Rüffer, Alphonse Charles Jacques Alexandre
 geb. Genf 15.12.1819; gest. Sydenham, London 04.04.1896

84.8.               Prieger, Marie
geb. Kreuznach 19.04.1829, gest.
verh. 07.04.1863
Knobloch, Valentin
geb. Kreuznach 08.12.1826

84.9.               Prieger, Auguste
geb. Kreuznach 06.05.1830; gest. 19.04.1834

84.10              Prieger, Carl
geb. Kreuznach 10.08.1831; gest. Wiesbaden 19.11.1892
verh. 24.11.1872
Kovatsch, Flora; geb. Wien 28.12.1852; gest.
sie verh. 2. Ehe     ..  1896
Bauer, NN.,  Wiesbaden
geb.     gest.

84.11.            Prieger, Max
geb. Kreuznach 01.01.1834; gest. 02.08.1835

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Joh.Erh.Peter Prieger

Johann Erhard Peter Prieger – 1792 – 1863
Kirchenbuch Wiesbaden, Taufen 1792 “Cornelia Catharina PAULI’in dahier liess den 19. September 1792 ein uneheliches Söhngen taufen, so den 17.(siebzehn) September 1792 (siebzehnhundertzweiundneunzig) geboren worden. Zum Vater wurde ein Perückenmacher-Geselle, Benjamin Gottlieb BRÜGER, aus dem Magdeburgischen, angegeben. Das Kind wurde genannt: Johann Ehrhart Peter. Der Taufzeuge war des Kindes Großvater, Johann Ehrhart Peter PAULI, Bürger und Perückenmacher dahier. “[2]

Nach der Familienüberlieferung ist der Vater: Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel;

Laut Konfirmandenbuch als Joh. Ehrhart Peter BRIEGER 1807, XIX. p. Trinitatis konfirmiert. [2] Nach Absolvierung des Gymnasiums in Wiesbaden, ging er 1811 nach Frankfurt auf die Karlsuniversität, 1813. Während der Freiheitskriege liess er sich als Lazarettgehilfe aufnehmen. „Als sich im Jahre 1814 die Lazarette wieder leerten, dachte Prieger an seine weitere Ausbildung. Während der schweren verflossenen Zeit hatte er den Entschluss gefasst, wirklich Medizin zu studieren, und nicht nur Chirurg zu werden. Ein Stipendium von der Nassauischen Regierung erleichterte ihm die Ausführung dieses Entschlusses. ….. Er begab „sich zunächst auf die bayrische Universität Landshut, die ihn besonders deswegen anzog, weil hier der damals bedeutende und berühmte Augenarzt und Professor Dr. von Walter dozierte, den sich Prieger in seinem ganzen späteren Leben als Vorbild hinstellte. Doch seine Ausbildung, für die er im weitesten Sinne besorgt war – er wollte durchaus nicht einseitig bleiben – trieb ihn im folgenden Jahre 1815 auf die Universitäten von München, Erlangen, Bamberg, die als gute ärztliche Bildungsanstalten zur Zeit sehr besucht waren und von hier im Jahre 1816 nach Würzburg, woselbst er seine medizinischen Studien zu beschliessen wünschte und promovierte hier am 6. März desselben Jahres als Doktor der Medizin, Chirurgie und Geburtshilfe. Er sagte dann selbst: „Nachdem ich nun meine Studien zu meiner Ehre und zum Nutzen der Menschheit vollendet glaubte, keine Mittel mehr besass, noch gelehrte grössere Anstalten besuchen zu können, kehrte ich nach meiner Geburtsstadt Wiesbaden zurück.“ [1]

Dissertation J.E.P. Prieger

Im Hessischen Hauptstaatsarchiv liegt unter  der Nr. HHStAW Bestand 3005 Nr. 1748 : [7]
A.D.O.M. Auctoritate gloriosissime regnantis … [Zeugnis über die Erwerbung des Dr. med. des Johann Erhard Petrus Prieger aus Wiesbaden in Würzburg unter dem Prorektor Gallus Aloysius Kleinschrod und Professor Johann Spindler. 15. März 1816]. … … o.O. u. Verl.. 1 Bl.

Seine Doktorarbeit liegt im Original vor: “Inaugural-Abhandlung über das Hypopium “, Würzburg den 26.März 1816.
Widmung Seiner Excellenz, dem Herzogl. Nassauischen Staatsminister Freyherrn von Marschall “Mit dem Gefühle tiefster Verehrung und gehorsamster Dankbarkeit , Gewidmet von dem Verfasser.” 10,5 x 17,5 cm, Vorblatt mit Widmung und 54 Seiten

Oktober 1817 wurde Ehrhard BRIEGER (PRIEGER), Doctor der Medizin, alt 25 Jahre, ledig, mit Einwilligung seiner noch lebenden Mutter, welche dieselbe schriftlich ertheilte, und Jungfer Maria Philippine ACKVA von hier, alt 21 Jahr, mit Einwilligung ihres noch lebenden Vaters, der bey der Trauung zugegen war, kirchlich getraut.”[3]

1850, 27.10. gest. in Kreuznach, Vormittags 4 Uhr; (54 Jahre alt; Taufe auch am 27.10.-1796);

von Prieger: Kreuznach und seine Heilquellen, 1827; Reprint 1976;
über Prieger: 1. Wie Kreuznach ein Bad wurde. Naheland-Kalender 1953, S.94 ff, 2. Naheland-Kalender 1967, S.32 ff; 3. 150 Jahre Heilbad Bad Kreuznach”, Bad Kreuznach, Aufl. 1968; 4. Vorläufige Beiträge: 1. zur Geschichte der Gründung des Bades Kreuznach durch Dr. J.E.P.Prieger, 2. zur Geschichte der Errichtung des Prieger-Denkmals.., Verfaßt von Dr.med. (Heinrich) Prieger in Kreuznach, 1868 5. Lebensbild, erstellt 1894 von der Tochter Elise Prieger.

Ein sehr ausführliches berufliches Lebensbild von Prieger geben die Schriften von Heinrich Prieger, 1868, und von Elise Prieger, 1894, die auch sehr ausführlich über die Familie berichtet. Nach wie vor ist ungeklärt, wer wirklich der Vater des Johann Erhard Peter Prieger gewesen ist. Es existieren mehrere Versionen, ein urkundlicher Nachweis konnte bisher nicht gefunden werden.

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Im Jahre 1894 schrieb die Tochter Elisabeth (Elise) ein Lebensbild ihres Vaters und berichtete auch über einige Mitglieder der engeren und weiteren Familie. Ganz offensichtlich ist aber die beschriebene Abstammung ihres Vaters nicht richtig ! Der beschriebene  Brieger oder Prieger ist nicht nachweisbar. Die von verschiedenen Personen durchsuchten Kirchenbücher in Wiesbaden haben keinen Nachweis über die Existenz eines Brüger / Prieger in Wiesbaden gefunden.

Von dem Lebensbild – 1894 liegt mir nur ein sehr schlecht zu lesendes, kopiertes Schreibmaschinen-Manuskript vor. Ob diese Geschichte jemals gedruckt wurde ist unbekannt.

Hier geht es zu dem Manuskript:  Lebensbild-1894

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Louise Peltzer geb. Roemer schreibt u.a.[4] „Der Urgrossvater studierte Medizin und wurde der Arzt, dem Kreuznach seinen Ruf als vorzügliches Heilbad für Frauenleiden, auch Kinderkrankheiten verdankt, er studierte die chemische Zusammensetzung, schrieb darüber, und tat alles, um den Ruf der guten Quelle bekannt zu machen. Darum steht auch sein Denkmal auf der Kurpromenade, und er war von König Friedrich Wilhelm IV. sehr geschätzt, der ihm eine kostbare Nadel schenkte (sehr ähnlich der Nadel, die Goethe auf dem bekannten Porträt von Kügelgen trägt). Ein besonders grosser, ganz klarer Granat (Seltenheitswert) gefasst von Brillanten. Er ist jetzt in Aennys Besitz. Dieser Urgrossvater Prieger muss ein reizender Mann gewesen sein, ich habe in Gereuth Briefe an meinen Grossvater Ferdinand gelesen, Ermahnungen voll schlichter Frömmigkeit und Bescheidenheit. Auch Grossmutter Prieger hing mit viel Verehrung an ihrem Schwiegervater.“

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Johann Erhard Peter Prieger

„Als Prieger nach Kreuznach kam, um sich daselbst niederzulassen, mietete er sich im Mössinger´schen Hause in der Neustadt über dem Ellerbach ein; doch als er sich am 31. Oktober 1817 verheiratete, bezog er eine Wohnung auf der Hochstrasse im Frank´schen Hause. Diese bewohnte er nur fünf Jahre, denn 1822 erwarb er das von Major und Bürgermeister Rupprecht schöne, neu erbaute Haus im Hofe neben der Post gegenüber dem Pfälzer Hof und dort wurden ihm die meisten seiner elf Kinder geboren. …… Im Herbst 1845 bezog Prieger das neu erbaute Haus in der Königsallee (jetzt Elisabethstrasse Nr. 4) nahe dem Badewörthe, damals das dritte Haus, das in der Gegend zwischen dem Oranienhof und der Stadtmauer, errichtet war. Alles Übrige bestand aus Gärten und Feldern.“ [1]

Prieger hat in Kreuznach Weinberge besessen. Seine Tochter Elise schrieb: „ Im Herbst, wenn Weinlese in Priegers Weinbergen war, zogen die Kinder mit den Lesern dort hin, und besonders den Knaben wurde teilweise die Beaufsichtigung der Arbeiter übertragen.“ Diese Weinberge erbten der Sohn Heinrich und später dessen Sohn Ernst Prieger, der die 105 Ar große Rebfläche “am Kauzenberg (unterm Tempelchen und im Belz)” 1899 verkaufte. Ernst Prieger, der in den Wintermonaten häufiger Gast auf dem Gut Groß Schönwalde in Westpreußen, bei Louis Roemer, verh. mit Auguste geb. Prieger war, orderte in seinen Briefen an den Vater Heinrich mehrfach einige Fäßchen Wein, auch für die Nachbargüter.

Über dieses Weingut wird berichtet:[6] „„Auch Weingutsbesitzer Christian Ferdinand Eccardt (Salinenstraße 42-46) wählte wohlklingende, aber eher unpräzise Bezeichnungen wie ,Blume der Nahe´, oder selbst solche, die – ein Schelm, der Böses dabei denkt! – an bekanntere Marken erinnerten. 1899 hatte Eccardt von Ernst Prieger, dem Enkel des Heilbad-Gründers, “eine der vorzüglichsten Weinbergslagen des Nahethals” erworben, nämlich eine Rebfläche von rund 105 Ar “am Kauzenberg (unterm Tempelchen und im Belz)”. Stolz verkündeten alsbald Werbe- und Ansichtskarten: “Eccardts Kauzenberg”. Vermarktet wurde sein Ertrag freilich als ,Kreuznacher Doktorberg´, und zwar, wie Eccardt treuherzig erklärte, den Vorbesitzern Johann Erhard und Heinrich Prieger zu Ehren, die schließlich beide Titel und Würde eines Dr. med. geführt hatten. Wohingegen das Haus Deinhard & Co. argwöhnte, man habe sich an den Erfolg seines ,Bernkasteler Doktors´ anhängen wollen. Die Firma klagte. Vor Gericht nun argumentierte der Pionier des Naheweins, der Staat als Besitzer der Lage ,Steinberger Kabinet´ nehme es doch auch hin, dass Mitbewerber ,Niederhäuser Steinberg´ oder ,Kreuznacher Weinberg´ im Sortiment hätten. “Kein Mensch werde ,Bernkasteler Doktor´ und ,Kreuznacher Doktorberg´ miteinander verwechseln, ebenso wenig wie Wasser und Tinte.” Dem widersprachen die Richter durch mehrere Instanzen, weil “der Inhalt des Warenzeichens den tatsächlichen Verhältnissen nicht entspricht”. Ein ,Doktorberg´ sei weder im Kreuznacher Kataster verzeichnet noch “im Volksmunde” verbreitet. ““
Foto und Geschicht siehe unter Sohn Heinrich Prieger. [8]

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J.E.P. Prieger

 

Weinberg – Im Belz

 

 

 

 

 

Denkmal J.E.P. Prieger

Denkmal J.E.P. Prieger

 

 

 

 

 

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Prieger-Denkmal vor dem Kauzenberg

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Bilder: 1. Pastell [5],    2. Druck 1839 (?),     3. Foto , stehend, ganze Figur;     4. sitzend, offenbar nach einem Gemälde, das auf No. 3 basiert. 5. diverse Bilder des Denkmals.
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Quellen:

[1] Prieger, Elise; Lebensbild J.E.P.Prieger, Bad Kreuznach 1894
[2]  KB-Auszug Wiesbaden
[3]  Ausz. Traureg. der vorm. luther. Gem. Kreuznach; S.47/1817;
[4]  Brief von Louise Peltzer, geb. Roemer an GBs vom 8.12.1959
[5]  Abb. in “150 Jahre Heilbad Bad Kreuznach”, Bad Kreuznach, Aufl. 1968, S.201;
[6]  Senner, Martin; Doppelter Doktor in der Flasche, vom 05.04.2008 “Damals in Kreuznach” im Internet unter
.      www.azbadkreuznach. de/region/serie/damalsinkh/
[7]  Zeugnis über die Erwerbung des Dr.med. …https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=v1208292&icomefrom=search
[8]  Allgemeinen Zeitung , Lokales – Bad Kreuznach 24.04.2015   – Foto mit freundl. Genehmigung vom 01.09.2016
 http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/bad-kreuznach/stadt-bad-kreuznach/der-vergessene-weinberg-in-bad-kreuznach_15253531.htm

- pdf – alt : Prieger, Johann Erhard Peter