84.2. Prieger, Heinrich

Prieger

84.2.     PriegerHeinrich; Dr.med., Arzt;
Sohn von Johann Erhard Peter Prieger, Dr.med. in Kreuznach, und Maria Philippina geb. Ackva
geb. Kreuznach 15.12.1819;
gest. Kreuznach 05.04.1901
verh. 08.09.1854
Gutenberger, Catharina
geb. Kreuznach 08.09.1821;
gest.                  26.03.1861

Kinder:
84.2.1.    Prieger, Louise
geb. Kreuznach 28.05.1855
gest. Falkenstein 03.12.1929
verh.     31.08.1880
Rau, Theodor
geb. Winnenden 06.09.1838
gest. London 15. 04.1900

3 Söhne, 1 Tochter: ohne Nachkommen

84.2.1.1. Rau, Heinrich
geb. London 26.05.1881
gest. Falkenstein 16.12.1950
verh. 1920 ?

84.2.1.2. Rau, Antonie
geb.     07.07.1882
gest. Falkenstein 09.02.1964

84.2.1.3. Rau, Ernst
geb.     22.02.1885
gest.    18.10.1942

84.2.1.4. Rau, Herbert
geb.     27.07.1886
gest. Schönberg/Ts. 17.08.1947

84.2.2.        Prieger, Ernst
Artillerie-Offizier, später Natur-Arzt in Kreuznach. Häufiger Gast bei Roemers in
Groß Schönwalde. Die Briefe an seinen Vater in Kreuznach schildern das Leben auf
dem Gut.
geb. Kreuznach 25.02.1857
gest.                02.01.1945
verh.
Wohlgemut, Gisela
geb.
gest.  06.05.1954

2 Kinder

84.2.2.1.  Prieger, Auguste (Gustel)
geb.     05.11.1897;                gest.
lebte in Falkenstein/Ts

84.2.2.2.   Prieger, Erhard
Offizier, Rennreiter
Nachruf Sport-Welt 1939 [2]
geb.     1899
gest.    25.08.1939
verh.  mit
Pauly, Herta
lebte in Frankfurt
geb.     1903;
gest.

84.2.3. Prieger, Marie Catharine Jacobine
” Marie Schepeler-Prieger war eine sehr kluge Frau, aber immer sehr ernst und auch sehr religioes.”..(Eva Schepeler-08.2016)
geb. Kreuznach 01.10.1859
gest. Falkenstein 19.02.1953
verh.    04.08.1887
Schepeler, Johannes Carl Remigius -
Kaufmann in Frankfurt/M. Die Familie lebte in der Villa Heimfried in Falkenstein.
http://www.genealogy.com/ftm/s/c/h/Paulo-Schepeler-/WEBSITE-0001/UHP-0688.html
geb. Frankfurt/M. 18.071851
gest.    13.08.1924

Nov.-1895_Marie-Schepeler-Prieger-Remi-Schepeler-Lili-und-Hannah

Kinder:
84.2.3.1.  Schepeler, Elisabeth
geb. Frankfurt/M. 11.06.1888
gest. Frankfurt/M. 12.06.1888

84.2.3.2. Schepeler, Elisabeth (Lili)
geb. Frankfurt/M. 29.03.1892
gest. Falkenstein  22.05.1985 (93Jahre)

84.2.3.3.  Schepeler, Remi
geb. Frankfurt/M. 29.03.1892
gest.    30.03.1892

84.2.3.4.  Schepeler, Hannah
geb. Frankfurt/M. 27.06.1895
gest. Falkenstein 04.09.1997 (102 J.alt)
lebte in Falkenstein

 

Marie Schepeler-Prieger

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Prieger, Heinrich –  84.2.

„Im Herbst 1839 verliessen seine beiden ältesten Söhne Heinrich und Oskar das Gymnasium in Kreuznach, um zum medizinischen Studium nach Berlin in Begleitung ihres Freundes, des etwas älteren stud.theol. Reinhard zu reisen. Zum Abschied wurde ein grosser Ball, der alle ihre Freunde versammelte, auf Kiskys Wörth veranstaltet. Unter den Geladenen waren auch noch anwesende Kurgäste wie Gräfin Adlerberg mit Töchtern und Söhnen aus St. Petersburg, Generalin Soldain mit Tochter, der so liebenswürdigen späteren Frau von Espey und die befreundeten Mappes aus Frankfurt.

1840 machten die beiden Studenten eine grosse Fussreise durch Holstein über Kopenhagen nach Schweden und Norwegen bis hin nach Bergen, dort wurden sie von Kaufleuten, an welche sie empfohlen waren, sehr freundlich für einige Tage aufgenommen. Von Bergen segelten sie mit einem Stockfisch-Schiff zurück nach Rotterdam, von wo aus sie per Dampfschiff den Rhein herauf und von Bingen zu Fuss nach Kreuznach kamen. Auf ihrer Fussreise durch Norwegen übernachteten sie meist in Pfarrhäusern oder bei Beamtenfamilien, die sie wegen ihres schönen zweistimmigen Gesanges, der sie erfreute, immer weiter an Bekannte empfahlen, wo sie stets ausserordentlich freundlich aufgenommen wurden.“   ….

„1854 verheiratete sich sein ältester Sohn Dr. Heinrich Prieger (geb. den 15. Dezember 1819) mit Fräulein Katharine Gutenberger, der Tochter angesehener und begüterter Eltern in Kreuznach. (Sie war geboren den 8. September 1821). Er hatte sich zwei Jahre vorher als Arzt in Kreuznach niedergelassen, nachdem er erst in Bacharach am Rhein, dann in Elberfeld praktiziert hatte und die Kriegszüge nach Hessen 1849 und 1850 als Militärarzt mitgemacht hatte.“ [1]

 

Heinrich Prieger mit Familie in Falkenstein

 

 

Heinrich-Prieger_Marie-Schepeler-Prieger_um 1899

 

Schriften von Heinrich Prieger:
1. Prieger, Heinrich. Kreuznach und seine Brom- und Jod-haltigen heilquellen. Kreuznach : L.A. Pütz’sche Buchdruckerei, 1861. 112 p

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über Heinrich Prieger :

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Walter, Richard / 1921-. – “Schroff, eigenwillig, verschroben” : Dr. Heinrich Prieger, der zweitälteste Sohn des Heilbad-Gründers, im Spiegel seiner Zeit. – 1992. – 1992. – 983933-1. - 
BEHANDELTE ORTE: Bad Kreuznach. -
SACHLICHE EINORDNUNG: Biographie. - Prieger, Heinrich ; Geschichte 1801-1900 ; Biografie. - 
Details…
Bad Kreuznach; Februar 1993
Rheinland-Pfälzische Bibliographie : Biographie        http://www.rlb.de/rpbgooi/sn100000/sn109000/sn109000_Z.htm

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” Stadt Bad Kreuznach  19.03.2015    [4]
Vater mit Sohn verwechselt
Von Dr. Martin Senner

STADTGESCHICHTE Rat würdigte Badgründer / Nachfahr Heinrich Prieger postulierte NS-Parolen
BAD KREUZNACH – In der NS-Zeit, am 8. Januar 1937, wurde das Kaiser-Wilhelm-Ufer in Prieger-Promenade umbenannt: “nach dem Begründer des Bades Erhard Prieger, der auch als erster Antisemit in der Stadt Bad Kreuznach bezeichnet wird”. Hier irrte der Stadtrat, und zwar doppelt: Als Judenfeind hervorgetreten ist nicht der alte Dr. Prieger, sondern sein Sohn Heinrich, und den hätte man schon allein aufgrund seiner politischen Zeitungsinserate getrost gleich zum ersten Nationalsozialisten der Stadt ernennen können. “Volksfreund Pr.”, wie er gern mal unterschrieb, fürchtete eine Vermögensumverteilung “in gewaltsamer Art” und warb darum für eine Reichensteuer: “Nehmts vom Zuviel, dann vielerlei Steuern fort!” Sein Ideal war eine Bewegung wie der “Bundschuh” des deutschen Bauernkriegs – die, so hoffte er, “stampft soz.-demokr. Irrwisch aus!” Für Prieger war “Trumpf: deutsch-christlich sein!” und hatte der Heiland vor allem das Schwert gebracht: “Christ peitscht Trödler fort. Ev. Joh., Kap. 2, V. 14-16.”

Weniger entschieden zeigte sich das Orakel aus der Elisabethstraße (Badeallee) 4 am 11. August 1894: “Korn tief, Brot hoch! Schuld der Händler od. Bäcker?” Wieviel leichter war es da, Feindbilder anzubieten, die sich der Leser nach Belieben ausmalen konnte: “Deutsch wahr gegen Schmus!”, “Deutsch kusch Fremdtum!”, “Deutsch dulde nicht Fremdprotz!” Die rätselhafte Parole “Hauskosterei undeutsch!” wurde am nächsten Tag in “-knechterei” berichtigt. Schwerlich meinte sie den ehrenwerten Beruf des Hausburschen, sie meinte eher eine Geisteshaltung, denn “Stets u. allwo deutsch grad – nicht Protz noch Knecht heilt uns!”

Nebenbei trat der Erfinder des Wortes “Stänkerroßtäuschung” gegen Schädlinge auf. “Kellerlaus der Hauptfeind”, heißt es am 25. August, und am 2. November: “Gift für Kellerlaus?” Das galt wohl den Weinpanschern. Hatte Prieger doch noch am 1. November auf das Stadtratsprotokoll vom 3. Juli 1824 verwiesen “gegen Verfälschung des Weins mit Äpfel- und Birnw.”!

Hinter einem öfters genannten Schreckgespenst endlich (“Der Talmudlöb wühlt!”, “Der Talmudlöb geht um!”) dürfte sich der frühere Abgeordnete für den Wahlkreis Bingen-Alzey verbergen, Ludwig Bamberger, Jude und Gegner des von Prieger als “deutscher Leitstern nach Innen u. Außen” verehrten Altreichskanzlers Otto von Bismarck. ”

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Stadt Bad Kreuznach    .    12.02.2015     [5]
 Schilder angebracht, Bußgeld verweigert
Von Dr. Martin Senner

STADTGESCHICHTE Badearzt Prieger erstattet Anzeige gegen Gruppe junger Männer

BAD KREUZNACH – Mitte Juli 1886 hatte ein Leserbrief im “Kreuznacher Tageblatt” gefordert, “das Publikum” möge den Inschriftentafeln des Dr. Heinrich Prieger “auf die eine oder andere Weise ganz energisch entgegentreten”. Energie genug hatten acht Burschen, 15 bis 17 Jahre jung, ein “Kaufmannslehrling”, zwei Schüler, drei Realschüler und zwei Gymnasiasten. Am 29. September waren sie nach Ebernburg gewandert, “um dort zu zechen”. Auf dem Altenberg rissen sie zunächst ein Schild “Winzerverein, gesunder Naturwein” ab, dazu zwei auf dem Rückmarsch “an der Carlshalle” und in der Luisenstraße (Kaiser-Wilhelm-Straße). Letzteres, “welches gegenüber dem Oranienhof angebracht gewesen, trug einer auf der Schulter und in dem Augenblicke an der Badebrücke vorbei, als Hr. Dr. Prieger mit seiner Tochter dieselbe passierte, wobei der Träger des Schildes unter Hurrahrufen seiner Begleiter dasselbe in den Mühlenteich warf”. Der darob ergrimmte Badearzt forderte “von dem Vater eines Haupträdelsführers 3000 Mk. als ‚Schmerzensgeld und Buße‘” – 500 Mark mehr, als etwa das Jahresgehalt von Stadtbaumeister Hartmann betrug! “Der betreffende Vater”, es dürfte der Fabrikant Emil Jacob (Salinenstr. 83) gewesen sein, “veranlaßte die Wiederanbringung der Schilder”, verweigerte jedoch das Bußgeld.

Nun erstattete Prieger Anzeige. Immerhin fiel vor dem Schöffengericht, am 27. Dezember, “nach der eigenen Aussage des Herrn Dr. Prieger der erschwerende Umstand der Anklage fort, daß die jungen Leute jenen triumphierend umtanzt hätten”! Wegen “Sachbeschädigung” und (teils groben) “Unfugs” ergingen Geldstrafen zwischen drei Mark (Philipp Wirth, Schuhgasse 7) und 25 Mark (Adolf Jacob); Heinrich Fouquet (Schloßstr. 8) und Eduard Simson (Kurhausstr. 28) wurden freigesprochen. Zu einem bloßen “Verweis” hatte das Gericht deshalb nicht gegriffen, weil “die jungen Leute den gebildeten Ständen angehören und daher das Bewußtsein der Strafwürdigkeit ihrer That hätten haben können”; zudem war erschwerend ins Gewicht gefallen, dass “die Angeklagten zu jung sind, um sich erlauben zu dürfen, durch Vernichtung der Schilder über die Handlungen eines Dritten zu urtheilen”.

Am 4. Januar 1889 wird Adolf Jacob einen Mitschüler “aus der Gefahr des Ertrinkens” retten und erhält “eine öffentliche Belobigung” des Regierungspräsidenten.

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Die „Schaukelbrücke“ –
Historie der Kreuznacher Hängebrücke
von Rolf Schaller, Bad Kreuznach

” …..
Um für die Kurgäste auch das linke Naheufer zu erschließen, richtete man in Höhe der heutigen Hängebrücke einen Fährbetrieb zur Haardt ein. Die Fährrechte nahmen die Fischer Engelsmann wahr. Auf der linken Naheseite in der Nähe der Anlegestelle ließ Dr. Heinrich Prieger, Sohn des Badbegründers Dr. Johann Erhard Peter Prieger, ein Restaurant mit dem Namen „Königsau“ (ein Gebäude aus Holz) errichten. 1870 verpachtete er Gelände und „Etablissement“ an Eduard Rabel. Anfang 1872 richtete Dr. Heinrich Prieger ein Gesuch an die Stadt Kreuznach auf Errichtung einer „Laufbrücke“ an dieser Stelle. Bürgermeister Heinrich Küppers (1851-1875) befürwortete das Vorhaben in seiner Stellungnahme an Landrat Agricola am 9.01.1872: „Die Brücke soll auf beiderseitigem Eigentum des Antragstellers errichtet werden und bedeutet … zur Kurzeit eine große Annehmlichkeit für die Kurgäste, da dieselben aus den Bade-Anlagen nach der Haardt promenieren und zu dem Zwecke [derzeit] die Fähre am Oranienhof benutzen“. Weiter schrieb Küppers: „Das Fährgeld beträgt ebenfalls 3-4 Pfennige pro Kopf“. Außerdem meinte er: „Da die Stadt im Besitz des Fährrechts ist, fällt auch die Conzessionierung der Brücke in ihre Zuständigkeit. Die Haltbarkeit und Sicherheit, insbesondere bei den jährlich auf der Nahe stattfindenden Feuerwerken, muß jedoch gewährleistet sein“. ”
http://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/texte/aufsaetze/schaller-schaukelbruecke.html
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Schon der Geheimrat Prieger hat in Kreuznach Weinberge besessen. Seine Tochter Elise schrieb:
„Im Herbst, wenn Weinlese in Priegers Weinbergen war, zogen die Kinder mit den Lesern dort hin, und
besonders den Knaben wurde teilweise die Beaufsichtigung der Arbeiter übertragen.“

Diese Weinberge erbten der Sohn Heinrich und später dessen Sohn Ernst Prieger, der die 105 Ar große Rebfläche “am Kauzenberg (unterm Tempelchen und im Belz)” 1899 verkaufte.
Ernst Prieger, der in den Wintermonaten häufiger Gast auf dem Gut Groß Schönwalde in Westpreußen, bei Louis Roemer, verh. mit Auguste geb. Prieger war, orderte in seinen Briefen an den Vater Heinrich mehrfach einige Fäßchen Wein, auch für die Nachbargüter.

Über dieses Weingut wird berichtet:

„„Auch Weingutsbesitzer Christian Ferdinand Eccardt (Salinenstraße 42-46) wählte wohlklingende,
aber eher unpräzise Bezeichnungen wie ,Blume der Nahe´, oder selbst solche, die – ein Schelm, der
Böses dabei denkt! – an bekanntere Marken erinnerten. 1899 hatte Eccardt von Ernst Prieger, dem
Enkel des Heilbad-Gründers, “eine der vorzüglichsten Weinbergslagen des Nahethals” erworben,
nämlich eine Rebfläche von rund 105 Ar “am Kauzenberg (unterm Tempelchen und im Belz)”. Stolz
verkündeten alsbald Werbe- und Ansichtskarten: “Eccardts Kauzenberg”. Vermarktet wurde sein
Ertrag freilich als ,Kreuznacher Doktorberg´, und zwar, wie Eccardt treuherzig erklärte, den
Vorbesitzern Johann Erhard und Heinrich Prieger zu Ehren, die schließlich beide Titel und Würde
eines Dr. med. geführt hatten. Wohingegen das Haus Deinhard & Co. argwöhnte, man habe sich an
den Erfolg seines ,Bernkasteler Doktors´ anhängen wollen. Die Firma klagte. Vor Gericht nun
argumentierte der Pionier des Naheweins, der Staat als Besitzer der Lage ,Steinberger Kabinet´
nehme es doch auch hin, dass Mitbewerber ,Niederhäuser Steinberg´ oder ,Kreuznacher Weinberg´
im Sortiment hätten. “Kein Mensch werde ,Bernkasteler Doktor´ und ,Kreuznacher Doktorberg´
miteinander verwechseln, ebenso wenig wie Wasser und Tinte.”
Dem widersprachen die Richter durch mehrere Instanzen, weil “der Inhalt des Warenzeichens den
tatsächlichen Verhältnissen nicht entspricht”. Ein ,Doktorberg´ sei weder im Kreuznacher Kataster
verzeichnet noch “im Volksmunde” verbreitet. ““

In der Allgemeinen Zeitung , Lokales – Bad Kreuznach – vom 24.04.2015   wird über den “vergessenen Weinberg” berichtet:
 

Weinberg – Im Belz

Inzwischen wird der Weinberg nicht mehr bewirtschaftet.                 auszugsweise:
Das war bis in die Zeiten des Wirtschaftswunders noch anders. In Wein-Fachbüchern des 19. Jahrhunderts wurde der “Belz” noch als eine der besten Weinlagen neben dem benachbarten Kauzenberg und dem Brückes gehandelt. So schrieb Wilhelm Hamm (“Das Weinbuch”, 1874): “Die vorzüglichsten Gewächse sind in Kreuznach: Kautzenberg, Belz, Kalenberg, Brückes.” Benedikt Hölges bestätigte diese Einschätzung: “Die beste Lage in Kreuznach ist der Schloß- oder Kautzenberg, dann folgt der Belz, der Brückes, Kahlenberg.” (“Vollständiges Handbuch der deutschen Weincultur”, 1837).

Zur damaligen Zeit war der “Belz”, der heute in städtischem Besitz und als Verlängerung der städtischen “Hardt” vollkommen bewaldet ist, Eigentum einer in Kreuznach sehr angesehenen Familie. Der Gründer des Kurbades, Johann Erhard Prieger, besaß hier 10,5 Hektar (10 500 Quadratmeter), die sich auf die Lagen “Kauzenberg” und “Belz” verteilten. Die Priegers wohnten seinerzeit in der “Königsallee” (heute Badeallee). Tochter Elise beschrieb, dass die gesamte Prieger’sche Kinderschar zur Lese in den Hang zog.

Von Priegers Sohn Heinrich ging die Lage an dessen Sohn Ernst. Der verkaufte sie im Jahre 1899 an den Kreuznacher Weinhändler C.F. Eccardt, dessen Hauptsitz in der Salinenstraße lag (heute Volksbank). Wie es weiterging, ist schwierig zu rekonstruieren. Es kam in der Folge zu einer Übernahme durch das Kreuznacher Weingut Carl Finkenauer – wann genau, ist nicht bekannt. Das Weingut befindet sich derzeit im Besitz von Egbert Graf von Plettenberg, und der weiß auch nicht so genau, warum es zu einer Aufgabe der Bewirtschaftung der Lage “Im Belz” gekommen ist. Er habe nur gehört, dass Finkenauer die Flächen an die Stadt verkauft habe und darüber ziemlich froh gewesen sein soll. …”

 


[1] Prieger, Elise; Lebensbild J.E.P.Prieger, Bad Kreuznach 1894
[2] Den Nachruf aus der Sport-Welt 1939 verdanke ich Herrn Gert von Ende
[3] Senner, Martin; Doppelter Doktor in der Flasche, vom 05.04.2008 “Damals in Kreuznach”
.     im Internet unter www.az-badkreuznach. de/region/serie/damalsinkh/
.     http://www.allgemeine-zeitung.de/index.htm
[4] Allgemeine Zeitung – Rhein-Main Presse http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/bad-kreuznach/stadt-bad-kreuznach/vater-mit-sohn-verwechselt_15115627.htm
[5]  Allgemeine Zeitung – Rhein-Main Presse    http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/bad-kreuznach/stadt-bad-kreuznach/schilder-angebracht-bussgeld-verweigert_15012461.htm .
6.   Allgemeinen Zeitung , Lokales – Bad Kreuznach 24.04.2015   – Foto mit freundl. Genehmigung vom 01.09.2016
 http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/bad-kreuznach/stadt-bad-kreuznach/der-vergessene-weinberg-in-bad-kreuznach_15253531.htm