84.3. Prieger, Oscar Eugen

Prieger

84.3. Prieger, Oscar Eugen
Sohn von Johann Erhard Peter Prieger, Dr.med. in Kreuznach, und Maria Philippina geb. Ackva
Dr.med., prakt. Arzt, 1859 Mitbesitzer von Gereuth, nach der Auseinander-Rechnung mit seinem Bruder Ferdinand lebt er in Bonn. Erbaute die „Villa Prieger“
geb. Kreuznach 05.12.1820;
gest. Bonn 17.10.1897
verh.  Frankfurt/Main   20.04.1848
de Vos, Friederike (Rika) Johanna Mathilde Louise
sie ist eine Stiefschwester von Auguste Sophie Prieger geb. Banck Tochter von Cornelis Leonardis de Vos, und Caroline Wilhelmine Dorothea geb. Hoff (verh. 2. Ehe Johann Erich Banck)
geb. Semarang, Java 22.10.1822
gest. Bonn 19.06.1899

Friederike Prieger geb. de Vos (1822-1899)

Oscar Prieger 1820 – 1897

Friederike Prieger geb. de Vos (1822-1899)

.

.

.

.

.

.

.

.

Kinder:

Erich Prieger – 1849-1913

84.3.1. Prieger, Erich
Dr.phil.,  Privatgelehrter, Musikwissenschaftler, Beethoven-Forscher, lebte als Junggeselle in Bonn in der “Villa Prieger”
geb. Kreuznach 02.10.1849
gest. Bonn 27.11.1913

84.3.2. Prieger, Ferdinand
geb.   25.01.1853
gest. Scheveningen 18.07.1874

84.3.3. Prieger, Caroline
geb. Kreuznach 17.06.1856
gest. auf der Flucht 08.07.1945
verh.        30.08.1876
von Naehrich, Paul,
Rittergutsbesitzer in Puschkowa, Krs. Breslau.
Am 10.8.1897 in den preuß. Adelsstand erhoben.

Ehepaar Naehrich mit Enkelkindern

Caroline von Naehrich, geb. Prieger auf Puschkowa

geb. Puschkowa 30.10.1852
gest. 12.01.1937

84.3.3.1. von Naehrich, Carl
zu Puschkowa.
geb. 29.06.1877
gest. 1927

84.3.3.2. von Naehrich, Rotraut
geb. 16.10.1885
gest. 1978
verh.
Speck, Bernhard
Dr.med., Kinderarzt in Wien, dann Gen.-Bevollmächtigter in Puschkowa.
geb. 23.05.1871
gest. 1959
.                                                             2 Söhne, 2 Töchter. – 2 Söhne in Rußland gefallen,1 Tochter 1945 auf der Flucht umgekommen.

84.3.3.2.1. Speck, Rotraut
geb. 1912 
gest. 1948
verh.
Schönwälder, Bruno; Dr. …
geb. 1897
gest. 1968

84.3.3.2.1.1. Schönwälder,

84.3.3.3. von Naehrich, Friederike (Rika)
geb. 03.09.1890
gest. 28.02.1947
verh. NN.NN. 
geb.
von den Polen verschleppt.

84.3.4. Prieger, Hans
Rentner in Bonn, keine Nachkommen.
geb 05.03.1858
gest. 1946
verh.
Schwakamp, Hella
geb. 1890  gest. 1974

Hans Prieger

„…Hans heiratete spät, hatte keine Kinder und adoptierte den Neffen seiner Frau als Universalerben. (Er war ein Sohn von Prof. Willmann, Leipzig ?)“ (Brief Louise Peltzer) „…Manchmal durfte ich auch das Foto-Album betrachten. Über die Bilder der Verwandten ging ich schnell hinweg, denn dererlei ,ab es auch genug unten in unseren Alben; nur ein Foto wurde von uns immer wieder betrachtet – das vom uns unbekannten Vetter Hans Prieger, der als moderner Lohengrin im Matrosenanzug (!) in einer Muschel saß, von einem Schwan gezogen wurde und dabei lustig mit der Peitsche knallte….“ (Louise Peltzer, geb. Roemer, Jugenderinnerungen an Groß Schönwalde)

http://www.afu.ping.de/hoehndorf/daten/1870/1878.htm
Lebenserinnerungen des Friedr.-Wilh.Bernhard Höhndorf (1849-1918) (Höhndorf war damals Lehrer in Düsseldorf)
“Am 1. Oktober 1878 hörte unser idyllisches Alleinsein auf, wir bekamen einen Pensionär, Hans Prieger, aus Bonn. Durch Prof. Krafft kam er zu uns. Seine Eltern hatten eine prachtvolle Villa an der Koblenzer Straße, hatten aber den Kummer, dass ihr Hans nicht dazu zu bringen war, das Nötige zu lernen, um das Einjährige zu machen. Er war so groß wie ich, wohl schon 18 oder 19 Jahre alt, ein tadelloser Turner, Schwimmer, Reiter etc., aber zum Caesar u. ä. war er nicht zu bringen. Er hatte allerlei mathematische Probleme im Kopf, die er zu lösen versuchte, kamen diese Gedanken über ihn, so war alles Lernen unmöglich. So kam er in der Schule nicht fort, und die Eltern sahen die Gefahr als Gespenst vor sich, dass ihr Sohn drei Jahre dienen musste. Das schreckte ihn aber wenig. Ich versuchte, ihn zum Arbeiten zu bringen, habe täglich stundenlang mit ihm gearbeitet. Das war eine Freude, solange er nicht seinen Rappel hatte, er war liebenswürdig und willig. Kam es aber über ihn, war alle Mühe vergeblich. Er wurde uns ein lieber Hausgenosse, ein guter Freund des kleinen Fritz, aber nach 1/2 Jahr zeigte sich das Vergebliche meines Bemühens, und er kehrte nach Bonn zurück. Er ist später aufgrund der Bescheinigung eines Nervenarztes als geistig nicht normal vom Dienen freigekommen. Was wohl aus ihm geworden sein mag?“

 Oscar Prieger -1820 – 1897

Die Schwester Elise schreibt 1894:
“Im Herbst 1839 verliessen seine beiden ältesten Söhne Heinrich und Oskar das Gymnasium in Kreuznach, um zum medizinischen Studium nach Berlin in Begleitung ihres Freundes, des etwas älteren stud.theol. Reinhard zu reisen. Zum Abschied wurde ein grosser Ball, der alle ihre Freunde versammelte, auf Kiskys Wörth veranstaltet. Unter den Geladenen waren auch noch anwesende Kurgäste wie Gräfin Adlerberg mit Töchtern und Söhnen aus St. Petersburg, Generalin Soldain mit Tochter, der so liebenswürdigen späteren Frau von Espey und die befreundeten Mappes aus Frankfurt.

1840 machten die beiden Studenten eine grosse Fussreise durch Holstein über Kopenhagen nach Schweden und Norwegen bis hin nach Bergen, dort wurden sie von Kaufleuten, an welche sie empfohlen waren, sehr freundlich für einige Tage aufgenommen. Von Bergen segelten sie mit einem Stockfisch-Schiff zurück nach Rotterdam, von wo aus sie per Dampfschiff den Rhein herauf und von Bingen zu Fuss nach Kreuznach kamen. Auf ihrer Fussreise durch Norwegen übernachteten sie meist in Pfarrhäusern oder bei Beamtenfamilien, die sie wegen ihres schönen zweistimmigen Gesanges, der sie erfreute, immer weiter an Bekannte empfahlen, wo sie stets ausserordentlich freundlich aufgenommen wurden.“ …..

„Sein zweiter Sohn, Dr. Oskar Prieger (geb. den 5. Dezember 1820), der sich seit 1845 als Arzt in Kreuznach niedergelassen und eine bedeutende Praxis, besonders unter den englischen Kurgästen hatte, verheiratete sich 1848 in Frankfurt a.M. mit Fräulein Friederike deVos aus Java, die mit ihren Eltern gewöhnlich im Haag in Holland wohnte und mit denselben zur Kur nach Kreuznach gekommen war.“ …..

„In diesem (1854) oder dem folgenden Jahre reiste Priegers jüngster Sohn Carl (geb. den 10. Aug. 1831), der das Bergfach studiert hatte, nach Amerika, dort, auf Anraten seines Bruders Ernst, der seit seiner Verheiratung 1846 dort weilte, eine Beschäftigung zu suchen, doch kehrte er nach einigen Monaten zurück, ohne in seinen Erwartungen befriedigt worden zu sein. Bald darauf veranlasste er seinen Vater und seine Brüder, das Mangan-Bergwerk Löfflerhammer bei Ilmenau zu kaufen und später Eisengruben bei Singen und im Nassauischen, die ihm vollständige Beschäftigung und pekuniäre Befriedigung brachten und sowie ihm, seinen Brüdern grossen Vorteil.“     (Q1)

Im Februar 1862 erhielt Emil Moritz Stoehr, Manchester, für Ferdinand und Bruder Oscar Prieger ein Patent für „ Improvements in the manufacture of manganese and in the combination of manganese with other metals“ 2 . Bei Stoehr handelt es sich um Ferdinands Geschäftspartner in Manchester. Wie die Priegers zu diesem Patent gekommen sind, und was für Beziehungen sie zur metallurgischen Forschung oder Verarbeitung hatten, ist noch unklar. Erstaunlich ist ein Artikel in der Chemiker-Zeitung vom 3.5.1885 3 , in dem über moderne Metall-Legierungen berichtet wird:
„ .. c) Manganbronze. An deren Erfindung erscheinen betheiligt Alexander Parkes, J. D. Morries Stirling und Dr. P r i e g e r aus Bonn, welch Letzterer neben Ferromangan mit 80 Proc. Mn zuerst auch Cupromangan direct durch Reduction aus einer Mischung von Kupferoxyden mit Mangan dargestellt hat. Mit der billigen Erzeugung von Ferromangan im Grossen in Mitte der 70er Jahre ward die Darstellung der Manganbronze erheblich gefördert. ….“  (Q2)

Prieger – Patent England

.
Schweizerische Polytechnische Zeitschrift, Band 10 – 1865

http://www.e-periodica.ch/digbib/view?var=true&rid=spz-001:1865:10::160&id=hitlist#160

Manganlegirungen – Prieger – 1865

 

————

Quellen:
1. Prieger, Elise; Lebensbild J.E.P.Prieger, Bad Kreuznach 1894
2. Chronological index of patents applied for and patents granted … – Google Buchsuche-Ergebnisseite von Patent office – 1863 books.google.de/books?id=V9TSPdVTbm8C…

pdf – alt:   Prieger, Oscar