588.474. von Rentelen, Henning

von Rentelen

20. Generation

588.474.          von Rentelen,  Henning
Sohn von Henning (Bertram) von Rentelen u. Metta NN.
1396 Ratsherr, 1402 Bürgermeister in Lübeck, Mitglied der Zirkelgesellschaft;
gest.  Paris 06.10.1406
verh.  Lübeck um 1385
588.475.         Nienborg (Nyenborch), Taleke (Telseke)
gest.  Lübeck ; begr. Lübeck, Burgkloster, im Chor

Kinder:
1) von Rentelen, Taleke
verh. Lübeck 1427
Lüneburg, Johann IV.; Bürgermeister; geb. Lübeck; gest. Lübeck 25.11.1461;
begr. Lübeck, St.Catharinen

2) von Rentelen, Christian (Kersten)
Ratsmitglied in Lübeck; gest. 1431.

3) von Rentelen, Johan

4) von Rentelen, Elisabeth
verh.
Bruno Warendorp, Bürgermeister in Lübeck

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Bau- und Kunstdenkmale Bd. IV,1. S. 217:

1420 verpflichteten sich die Mönche zur Burg, „to S. Katharinen altare, dat beleghen is boven an unseme nighen  kore an der zuderziden.,“ für den 1406 in Paris gest.  Bürgermeister Henning von Rentelen als Stifter des Altares und des über dem Altar belegenen Fensters eine ewige Messe lesen zu lassen. Auf diesem Altar,  der noch einer sechs Jahre  jüngeren, genaueren Angabe der Mönche „boven an unseme nygen kore an deme sudosten“ lag, standen fünf Bildsäulen, „ alse Unser Leven Vrouwen belde,, S. Philippi und Jacobi, S. Katharinen unde S. Dorothea belde.“

S. 230

Zwei an der Ostwand der Kirche (Burgkloster) aufgehängte Wappenschilde der Familie von Rentelen, die jedenfalls das Andenken an den 1406 gestorbenen Bürgermeister Henning von Rentelen, den Stifter eines der im Chor angebrachten großen Glasmalereien, und an seinen Sohn, den 1431 gestorbenen Ratsherrn Kersten von Rentelen wach halten sollten, waren in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts noch vorhanden.

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Ratslinie (434) Henning von Rentelen                                                         Ratsmitgl. 1396 – 1406

ward 1402 zum Bürgermeister erwählt. Schon vor seinem Eintritt in den Rat verhandelte er 1389 als Lübecker Vertreter in Dorpat mit den livländischen Städten. 1395 befehligte er unter Jordan Pleskow die mit der Besetzung Stockholms beauftragten Truppen.

1398 in Kopenhagen bei den Verhandlungen mit der Königin Margarethe wegen Freilassung des von ihr gefangen gehaltenen Königs Albrecht. 1399 befehligte er die lübschen Kriegsschiffe an der ostfriesischen Küste. 1400 bekämpfte er gemeinsam mit dem Ratsherrn Johann Crispin die Vitalienbrüder. 1401 verhandelte er zu Lund mit der Königin Margaretha über Abschluss eines Bündnisses. Von 1400 – 1405 vertrat er auch die Stadt bei den Hansetagen zu Colmar und in Lübeck.

Im Chorumgang der Burgkirche errichtete er einen reich geschmückten Altar und stiftete das gemalte  Fenster, das hernach in der Sängerkapelle der Marienkirche seinen Platz fand. – Er war ein Sohn des Lübecker Bürgers gleichen Namens und seit 1385 mit der Tochter des lüb. Bürgers Berthold Nienburg verheiratet. Mitglied der Zirkelkompagnie.  Wohnung: Königstraße 39.

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Lutterbeck 190 / S. 348:

Ratsmitglied:   1396 – 1406

Aufgaben und Funktionen:    Vertreter des Rats auf Hansetagen in Lübeck (1402, April und Dezember 1403, 1404, 1405), bei Verhandlungen in Kopenhagen (1398) in Nyköbing (1399), Stade (1400), Kalmar (1400)  und Lund (1401), 1400 Befehlshaber im Kampf gegen die Vitalienbrüder in Ostfriesland, bereits vor dem Eintritt in den Rat: 1388 bei Verhandlungen in Dorpat und 1395 Befehlshaber bei der Einnahme  Stockholms

Bürgerrechtserwerb: Neubürger ?

Wirtschaftliche Verhältnisse:

Tätigkeit und Vermögenslage:           Flandernfahrer und Stockholmhändler. Unternimmt 1366 im Auftrag von Bernard Pepersack (Nr. 178) eine Handelsreise nach Riga. Zieht sich mit dem Eintritt in den Rat aus dem Handelsgeschäft zurück. Besitzt 1383 mit seinem Bruder und Hartmann Pepersack (Nr. 179) 100 m.d. aus dem Zoll derLüneburger Saline und erwirbt 1385 ebenfalls mit denselben Personen in Lüneburg 200 m.d. Rente. Besitzt 1401 mit Arnold Sparenberch (Nr. 217) 40 m.d. Rente.

Grundbesitz in Lübeck:          …s.S.349/350

Wohnhaus: seit 1388 Königstr. 39 (JacQ 658)

Stiftungen:      Stiftete mit 20 m.d. Ewigrente einen Altar im Burgkloster

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Wikipedia : https://de.wikipedia.org/wiki/Henning_von_Rentelen
siehe auch Wikipedia:  https://de.wikipedia.org/wiki/Rinteln_(Adelsgeschlecht)

Rentelen, dessen Vater gleichen Namens um 1335 in Riga geboren wurde und von dort nach Lübeck gekommen war, heiratete um 1385 Elisabeth Nienborch (* um 1365 in Lübeck; † nach 1410 ebenda), die Tochter des Bertold Nienborch.

Er verhandelte bereits vor seiner Aufnahme in den Rat als städtischer Gesandter 1389 in Dorpat mit den Sendboten der Städte Livlands. Unter dem Ratsherrn und späterenBürgermeister Jordan Pleskow führte er 1395 das Kommando über die Besatzungstruppen in Stockholm und gehörte 1398 der Delegation an, die in Kopenhagen mit Königin Margarethe I. von Dänemark über die Freilassung von König Albrecht verhandelte.

Im Jahr 1399 war er Befehlshaber der vor den Küsten Ostfrieslands gegen die Vitalienbrüder operierenden Lübecker Kriegsschiffe. Auch im Jahr 1400 kämpfte er jetzt gemeinsam mit dem Lübecker Ratsherrn Johann Crispin auf den Lübecker Schiffen in der Deutschen Bucht.

1401 gehörte er erneut der Verhandlungsdelegation an, die diesmal mit Margarethe I. in Lund versuchte, den Abschluss eines Bündnisvertrages zu erreichen. Er vertrat die Stadt in der Zeit von 1400 bis 1405 auch auf Hansetagen.

Er bewohnte ein 1388 erworbenes Haus in der Königstraße 39. Der Maria-Magdalenenkirche (Burgkirche) stiftete er den Katharinen-Altar oben an der Südseite des neuen Chores und das darüber befindliche Chorfenster[1]. Eine eigene Kapelle wird dabei nicht erwähnt. Vor dem Altar, dessen Retabel fünf Heiligenstatuen enthielt[2], befand sich die Familien-Grablege, wo schon seine Ehefrau beigesetzt war, und die Mönche verpflichteteten sich 1420, an diesem Altar auf ewig eine Messe zum Seelenheil der verstorbenen Familienmitglieder zu feiern.[3] Das Fenster wurde beim Abbruch der Burgkirche 1818 in Verwahrung genommen und später in der Marienkirche eingesetzt. Bis ins 18. Jahrhundert hinein waren an der Ostwand der Kirche noch zwei Wappenschilde der Familie von Rentelen vorhanden, die wohl das Andenken an den Bürgermeister Henning wie auch an dessen Sohn, den Ratsherrn Christian (Kersten), wachhalten sollten, der 1431 starb, nachdem er noch am 17. Mai genannten Jahres testamentarisch einen kostbaren Kelch zum Gebrauch an ebendiesem Altar bestimmt hatte.[4]

Sein Sohn Christian von Rentelen wurde ebenfalls Ratsherr der Stadt. Von seinen Töchtern heiratete Elisabeth den Lübecker Bürgermeister Bruno Warendorp in dessen erster Ehe; Taleke (Adelheid) heiratete den Bürgermeister Johann Lüneburg († 1461) in dessen erster Ehe. Das Paar hatte drei Kinder, darunter Johann Lüneburg († 1474).[5]   ”

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