30. Engelbert Secker

 

 

Secker

Engelbert und Margarita Secker

Engelbert und Margarita Secker

 

5. Generation  / 30.

Secker, Engelbert
Sohn von Ernst Secker (60.) und Margaretha Peiler
Kaufmann in Mamila, später in Hamburg
geb. Offenbach 08.02.1841
get.  Offenbach, St.Paul (kath.) 15.02.1841, (Reg.240/1841)
gest.  Hamburg 05.02.1916
begr. Hamburg, Ohlsdorfer Friedhof  10.02.1916 (Familiengrab Secker – Becker)
(Engelbert Secker : Beruf oder Stand: Privatier;  Letzte Anschrift: Eppendorferlandstr. 46
Konfession: luth.; Beisetzung: 10. Febr. 1916) [1]
verh. Hamburg 20.05.1880 ( Standesamt Hamburg 2, Nr.506/1880) mit
Secker, Margarita Magdalena  (31. )
Tochter von Franz Secker (62.) (Bruder v. Engelbert S.) und Juliana Friederika Alina Curjar;
geb.  Binendoe, Manila, Philippinen 26.11.1855
get.  Binendoe, Manila, Philippinen, kath. 1855; später evangelisch.;
gest.  Hamburg 15.12.1915
begr.  Hamburg, Ohlsdorfer Friedhof. 21.12.1915 (Familiengrab Secker – Becker)

Engelbert Secker wurde am 15.02.1841 in Offenbach kathol. getauft,

Ob er zunächst auch Hutmacher war, oder eine kaufmännische Lehre gemacht hat, ist nicht bekannt. Er war wie seine Brüder Franz und Michael auf den Philippinen tätig, ebenso wie der  Schwager von Franz Secker, Karl Heinrich Wulf, verh. mit Dorothea Georgina Johanna Curjar.

In Manila, auf den Philippinen, führten die drei Brüder Franz, Michael und Engelbert Secker die Exportfirma „Secker y Ca. Manila – Hamburg“. Der gelernte Hutmacher Franz Secker ging ursprünglich 1853 mit seiner Frau nach Manila, um eine Strohhutfabrik zu leiten oder zu gründen. Dort muss er sich dann aber selbständig gemacht haben, gründete eine Exportfirma und holte seine Verwandte nach Manila. Franz kehrte 1860 zusammen mit seiner Familie als wohlhabender Kaufmann aus Manila nach Hamburg zurück und meldete (erst) am 5. September 1867 in Hamburg das Handelsgeschäft „Franz Secker“ an.

Wann Engelbert nach Manila ging und wie lange er dort blieb, ist unbekannt.
Im Jahre 1872 wird Engelbert  Secker im Adressbuch von Manila unter den “Foreign Residents” in Manila genannt: [2]

 

Heiratsurkunde vom 20.Mai 1880 – Engelbert + Margarita Secker

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Die erste Nachricht über ihn in Deutschland haben wir vom 20.Mai 1880, als er in Hamburg seine Nichte Margarita, Tochter seines Bruders Franz Secker, heiratet. Sie war 25 Jahre ,
er 39 Jahre alt.

 

Am 8. Januar 1883 wird Engelbert Teilhaber von Franz . Am 2. Januar 1889 tritt Franz aus der Gesellschaft aus und Engelbert wird Alleininhaber. Am 6.März 1896 teilt Engelbert dem Landgericht Hamburg mit, dass die Firma Franz Secker per 31. Dezember 1895 erloschen sei.

Von ca. 1896 bis mind. 1898 sind Engelbert und Margarita in Lübeck. Offenbar Handel mit Münzen.

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Im Jahre 1887 verlegte Engelbert Secker unter seinem Namen eine Zinkmedaille  (42,7 mm, 26,2 g) mit dem Kopf von “Fürst von Bismarck” - ”Zur Erinnerung an die Denkwürdige Reichstagssitzung am 11.Januar 1887″ - ”Verlag v. E. Secker.Hamburg”

Gedenkmedaille 1887 – Verlag v. E.Secker.Hamburg

Im Jahre 2015 stand eine Medaille zum Verkauf im 145. Auktionskatalog der www.reinhardfischerauktionen.de  (leider zu spät gesehen)

Medaille 1887 von Bismarck- Verlag.E-Secker-1887-Auktion-2015

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Warum Engelbert Secker von ca. 1896 bis mind. 1898 nach Lübeck ging, ist nach wie vor ein Rätsel. Ende 1895 hat er seine Handelsfirma in Hamburg abgemeldet.
In den Jahren 1896 und 1897 ist er viel auf Reisen, er schreibt eine Reihe von Bildpostkarten an sein Frau, zunächst noch nach Hamburg, und ab der zweiten Hälfte 1896 nach Lübeck.
Das sind offensichtlich Geschäftsreisen, auf denen er etwas verkauft. Was ? das ist nicht ersichtlich, vermutlich aber Münzen. Er scheint auch einen Mitarbeiter gehabt zu haben, der für ihn verkaufte und vermutlich auch kaufte. Dieser Herr Hans Meuss schreibt auf einer Karte  aus Pinneberg vom 26.7.1897 –nach Lübeck: ” ..von der großen Reise zurückgekehrt, habe leider nichts für Sie erwerben können.” Herr Meuss schreibt auf einer Karte aus Rostock vom 19.10.1896 – noch nach Hamburg –: “..  Heute habe ich einen Baron auf dem Lande besucht und dem Herrn für M. 2450.- Mecklenburg. Münzen verkauft. ..”
Das Münzgeschäft scheint  einigermaßen geblüht zu haben.  Was in dem ursprünglichen Handelsgeschäft in Hamburg gehandelt wurde, ist unbekannt. Da er in Manila mit Strohhüten zu tun hatte, ist anzunehmen, dass er diese nach Deutschland importierte, zumal ein Bruder noch auf den Philippinen war. Das Sammeln der Münzen war jedenfalls zunächst wohl “nur” ein Hobby, zu dem er offensichtlich auch den nötigen finanziellen Hintergrund hatte. Vielleicht wurde er dann durch seinen Schwager, den Hamburger Briefmarken- und Münzhändler Eugen von Krakau zum Münzhandel angeregt.

In den Jahren 1886 und 1890 hat Engelbert Secker seine Sammlung bei dem Auktionator Adolph Hess in Frankfurt zur öffentlichen Versteigerung gestellt.
Die Kataloge waren über das Internet bisher nur in amerikanischen Bibliotheken zu finden :
Kreuzfahrer Münzen des Fürstlich montenuovo’schen münzcabinets; Thalersammlung des Herrn Engelbert Secker, Hamburg..” von 1886;  40 Seiten (ca. 1.000 Münzen werden von Secker angeboten)
-”Thaler-Sammlung des Herrn Engelbert Secker, Hamburg, enthaltend eine der reichhaltigsten Suiten moderner Münzen, darunter die grössten Seltenheiten” -
(ein Katalog der Kreuzf+Thaler-Sammlung-Secker stand 2016 bei einer Versteigerung in Hamburg zum Verkauf)
und
 “ Engelbert Secker’sche Thaler-Sammlung” von 1890
–Die Engelbert Secker’sche Thaler-Sammlung: enthaltend: a) Die Gelegenheitsmünzen b) Thaler und Medaillen aller Länder ; Die öffentliche Versteigerung findes statt: Mittwoch den 23. April 1890 und folgende Tage im Lokale und unter der Leitung des Experten Adolph Hess, Westendstrasse 7, Frankfurt ..”
Der Katalog oder eine Kopie davon, fehlt noch -

In den Jahren 1886 bis 1890, als Engelbert Secker in Lübeck wohnte, hatte er eine Liste der Münzen drucken lassen, die er zum Verkauf stellte:
“Verzeichnis verkäuflicher Münzen und Medaillen auf die Reformation und Luther bezüglich.
Zu beziehen durch  E.Secker, Lübeck, Friedrich-Wilhelmstrasse 36″       Kopie:  PL-E_Secker_Lübeck

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1841  geboren in Offenbach 08.02.1841
1872  im Adressbuch von Manila unter den “Foreign Residents” in Manila genannt
1880, 20.05. verh. mit Margarita Secker, seiner Nichte, Tochter von Franz Secker. „.. er war der jüngste Bruder von Franz Secker, der dann auch sein Schwiegervater wurde.“
1880 Wohnung Admiralitätsstrasse No. 34 (Hochzeit) – bei seinem Bruder und zukünftigen Schwiegervater Franz Secker
1882 Wohnung Hallerstr. 42 ( – noch 1885);
1883, 8.1.; Mitgesellschafter d. Fa. FRANZ SECKER;
1889, 2.1.; Alleingesellschafter d. Fa. FRANZ SECKER;
1891 Wohnung Parkallee 10 (II.) – noch 1896;
1895, 31.12. Fa. FRANZ SECKER ist erloschen.
1896 Wohnung in Lübeck, Friedr.-Wilhelm-Str.36 – noch 1898; (heute Stresemannstraße)
1902 Wohnung Hamburg, Schürbecker Str. 3 (Hochzeit To. Aline); -noch 1908 (Hamb.Adressbuch)
1911 Wohnung Eppendorfer Landstr. 46 -(Hochzeit Tochter Helene)
1915 Wohnung Eppendorfer Landstr. 46 (Hamburger Adressbuch von 1915.);
1915 Wohnung Schrammsweg 35 “Engelbert SECKER, Kaufmann, Schrammsweg 35, Postamt 20″
1915 15.12. stirbt seine Frau, Margarita geb. Secker (Reg.3246/1915)
1916, 05.02. gestorben in Hamburg, Eppendorfer Landstr. 46 (Reg. 352/1916)
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In einer Lebensbeschreibung zum 100. Geburtstag seines Vaters Eugen von Krakau schreibt der Sohn Otto: „Als Münzensammler kam Ende der achtziger Jahre auch ein hamburgischer Kaufmann zu unserem Vater: Engelbert Secker, ein Bruder unseres Grossvaters. Durch ihn wurde er mit der Familie Secker bekannt, die längst schon wieder aus Manila wohlhabend zurückgekehrt war. Die sämtlich in Manila geborenen Kinder hatten dort spanische Vornamen bekommen; und die jüngste Tochter des alten Franz Secker, Mycaela Juana, war noch frei. Unser Vater muss zur Brautzeit und auch in den ersten Jahren seiner Ehe sehr, sehr verliebt gewesen sein, was aus seinen Briefen hervorgeht, wenn beide einmal für eine kurze Reise getrennt waren. Nun – unsere Mutter war sicherlich auch eine sehr reizvolle Frau, voller Temperament, begeisterungsfähig und grosszügig (ihre ältere Schwester Margarita, die ihren Onkel, eben jenen Münzensammler Engelbert geheiratet hatte, war ihr an Grosszügigkeit im Disponieren in Geldsachen allerdings erheblich voraus).“
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Kinder:
30.1.    Secker, Aline Helene Johanna Auguste
geb. Hamburg 25.06.1881     , get. Hamburg 18.09.1881 (St. Pauli, kath.)
später evangelisch; 1897, 04.04. konfirmiert, Ev. Luth. Kirche St.Johannis, Eppendorf.
gest. Hamburg 24.03.1955, begr. Hamburg 28.03.1955 (Ohlsd.Friedhof Familiengrab Secker-Becker)
verh. 1. Ehe Hamburg – St. Gertrud, 23.05.1902 mit
Becker, Albert Franz Bruno , Kaufmann in Hamburg, HongKong, Sumatra, Kamerun.
geb. Hamburg 19.04.1866 , get. Hamburg 27.10.1866 (Eppendorf)
gest. Hamburg 08.10.1922, begr. Hamburg 14.10.1922
verh. 2. Ehe in Hamburg 07.03.1931  mit:
Hertzer, Friedrich Wilhelm , Kaufmann in Hamburg
geb. Hamburg 28.07.1879, gest. Hamburg 28.03.1956
begr. Hamburg U 11.04.1955 (Ohlsdorfer Friedhof –Familiengrab Becker-Secker)

30.2.    Secker, Franziska Helene
geb. Hamburg 22.12.1883 , gest. Hamburg 25.09.1971 ,
verh.  Hamburg 09.05.1911 (Reg.Nr.267/1911)
Hemer, Friedrich,       Kaufmann in Hamburg,
zur Zeit seiner Hochzeit – 1911 – noch “wohnhaft in Antwerpen”.
Sohn von Leonhard Hemer und Magdalena geb. Kampf.
geb.  Worms 19.10.1872,  gest.  Berlin 25.03.1925

30.3.    Secker, Franz Adolf Carl (jr.)
Kaufmann, letzter Wohnort in Frankfurt/Oder.
geb. Hamburg 04.02.1887          gest. 02.11.1918   (Briesen, Eisenbahnunglück 1918 )
Urnenbegräbnis Hamburg-Ohlsdorf, 20.11.1918 Familiengrabstätte Secker-Becker
unverheiratet.

Engelbert Secker
Engelbert Secker

Engelbert Secker

 

 

Engelbert Secker

Engelbert Secker

Margarita Secker

 

Margarita Secker
Margarita Secker

 

Margarita Secker mit Aline
Margarita Secker mit Aline

 

 

 

 

 

 

 

Engelbert,Margarita,Aline,Franz jr. Secker

Engelbert,Margarita,Aline,Franz jr. Secker

 

Unterschrift 1912

Unterschrift 1912

 

Lene, Aline, Franz Secker

Lene, Aline, Franz Secker

 

 

 

 

 

 

Sellin
Sellin
Testament  Engelbert + Margarita Secker

Testament Engelbert + Margarita Secker

 

 

 

 

 

 

Strandpartie in Sellin auf Rügen
Bruno Becker  -   Rita  -  Engelbert Secker
Margarita Secker   -  Aline Becker , davor
Cornelia; die Damen der ersten Reihe sind
unbekannt – vermutl. Secker-Familie.

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Das Testament des Ehepaares Margarita und Engelbert Secker  zeigt, dass ein erhebliches Vermögen vorhanden gewesen ist.
Das Strandhaus in Sellin, ursprünglich “Hamburger Haus”, haben Seckers ca. 1905 gebaut. Dort wurden alljährlich die Sommerferien verbracht. Viele der Secker-Verwandten waren dort regelmässig zu Besuch. Nach dem 1. Weltkrieg wurde das Haus verpachtet. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Haus von der DDR als Erholungsheim umgebaut bzw. erweitert und in “Haus Bernstein” umbenannt.
Nach der Wende 1989 wurde  das Haus an die ca. 20 Erbberechtigten zurückgegeben. Nach kurzer Verpachtungsphase (1 Jahr) wurde
die Anlage 1992 verkauft, da eine Modernisierung nicht lohnte und zu viele Anteilseigner unter einen Hut hätten gebracht werden müssen.
Der Käufer errichtete auf dem Grundstück, das zu den ersten Lagen in Sellin gehört, das Hotel “Bernstein”.

 

Sellin – “Hamburger Haus”

 

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31. Secker, Aline – gest. Hamburg 1915

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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[1]  Auszug Friedhof Hamburg-Ohlsdorf
[2]  The Chronicle & Directory for China,Japan&The Philippines 1872      http://www.bris.ac.uk/history/customs/ancestors/1872chroniclechina.pdf