286.1. Soltau, Dietrich Wilhelm

Soltau 

286.1.  Soltau, Dietrich Wilhelm
Sohn von Martin Wilhelm Soltau, Bürgermeister zu Bergedorf, und seiner 1. Ehefrau Engel Margaretha geb. Schumacher.
Kaufmann in St. Petersburg; Dr.phil.h.c. Wittenberg, später Dichter, Schriftsteller u. Übersetzer, Senator in Lüneburg. Lebte in Hamburg, London, Petersburg und Lüneburg.
geb.Bergedorf  15.03.1745; Sachsentor 28;
get. Bergedorf 17.03.1745
Paten:  Herr Henrich Wilh. Schumacher, JUD et Practicus in Lübeck,
Herr Georg SOLTAU JU Lty, Dorothea SOLTAU(en).
gest. Lüneburg  13.02.1827
verh. St. Petersburg  .  .1788

König, Maria Agathe
geb. Riga 3/14.06.1771
gest. Lüneburg 16.01.1847

Kinder:
1. Soltau, Juliane Wilhelmine
geb. St. Petersburg 28.02./11.03.1790
gest.                 12.04.1856

2. Soltau, Maria Agathe
geb. St. Petersburg 14./25.08.1791
gest.                 02.03.1862

3. Soltau, Engel Margarethe
geb. St. Petersburg 24.05./04.6.1797
gest. Lüneburg  30.08.1883
verh. Lüneburg 28.03.1824
Ritter,
Hauptmann in Lüneburg

1. Ritter, Theodore Marie Elisabeth
geb. Lüneburg 10.04.1829
gest. Bordenau 29.03.1907
verh. Lüneburg. St.Nicolai, 12.08.1856
Haccius, Georg Ludwig Hermann

4. Soltau, Dietrich Wilhelm Hermann Ernst August
geb. Lüneburg 02.10.1798
gest.    1827

 

 

 

 

 

aus (Q.2) von H.Richert:
“DIETRICH WILHEM SOLTAU
Eine Gedenktafel am Sparkassengebäude. Sachsentor 28 erinnert an den Sprachforscher, Übersetzer und Schriftsteller Dr.h.c. Dietrich Wilhelm SOLTAU, nach dem in Bergedorf die Soltau-Straße benannt ist.

D.W.S. wurde in Bergedorf, in dem oben erwähnten Soltauschen Hause, am 15.3.1745 als Sohn des Bergedorfer Bürgermeisters und Fabrikanten Martin Wilhelm SOLTAU und seiner ersten Frau Engel Margaretha, Tochter des Amtsschreibers SCHUMACHER geboren. Nach strenger Kaufmannslehre war er in Hamburg, Lissabon und St. Petersburg tätig; er war als Auslandskaufmann so erfolgreich, daß er sich fortan in Lüneburg gelehrten Studien hingeben konnte. Als Übersetzer der klassischen Werke ausländischer Literatur – er übertrug u.a. das Dekameron und den Don Quichotte – und als Bearbeiter der niederdeutschen Ausgabe des “Reinecke Fuchs” von 1498 wurde er bekannt. Eigene Werke zeigten ein vielseitiges Spektrum seines literarischen Schaffens, u.a. Reisebeschreibungen, Briefe über Rußland, englische Geschichte und französische Zollpolitik traten neben seine Veröffentlichung “Pfauenfedern”. Besonders aber trat seine sprachliche Begabung und Kenntnisse der Mundartforschung in seiner Mitwirkung an “Adelungs deutschem Wörterbuch” hervor, zu der er 1806 “Beyträge zur Berichtigung” herausgab; die Arbeit an diesem verbesserten grammatikalischen Wörterbuch trug ihm den Ehrendoktortitel ein.
Von ihm stammt auch die “Nachricht von dem Geschlechte der Soltau”.
Dietr-Wilh_Soltau-Teil 1 - Seite 1 – 22;      Dietr-Wilh_Soltau-Teil 2 - Seite 23 – 46 + Zusatz 1 – 6.
Wegen der schlechten Qualität der Vorlagen hochauflösend gescannt, deshalb 2 Teile.
Verheiratet war er mit Agathe KÖNIG.
Er starb am 13.2.1827 als Senator (Ratsherr) in Lüneburg. ..”

Bild: 1.Kupferstich von Johann Conrad (?) MAYR, um 1797, nach einer Zeichnung von John Atkinson; im Museum Bergedorf;
2. Gemälde von Carl Ludwig Christineck, 1777, Museum für das Fürstentum Lüneburg, als junger Mann
3. Gemälde als älterer Herr, Abb. Wikipedia

 

Q: 1. Aufz. Biel;
2. H. Richert: Familien u. Bürger Bergedorfs u.d. Vierlande, (Gen.Ges.33.50),S.55;
3. DGB Bd.21/1912,S.419ff.
4. G. Hamel, Verbindungen zw. d. Fam. Schumacher u. Schewe, in ZfNF,59,Jg.1984,S.20;
5. “Das Tagebuch des  Dietrich Wilhelm Soltau”   mit  “Nachrichten von der Familie SOLTAU in Bergedorf” ;   maschinenschr., Berlin 1929 ; das Original befand sich danach im Besitz von Dr. Fritz Soltau, Berlin. Im Museum Bergedorf: Abschrift: Dammert 1905.  Vor dem 2.Weltkrieg war die
Original-Handschrift im Besitz  von Prof. Bubendey, Hbg.
6. Metzger, Bardo, Herausgeb.; Dietrich Wilhelm Soltau (1745-1827); Ein Weltbürger aus Bergedorf.
Soltau im Internet: http://www.soltauhaus.de
7. Unterlagen Frau B. Hofmann – 10.09.2013

 

 

Dietrich Wilhelm Soltau

Soltaus Werke

Während Soltaus Übersetzungen und eigene Schriften als Druckausgabe nur noch antiquarisch zu bekommen sind, nimmt die Anzahl der elektronisch abrufbaren Bücher im Internet stetig zu. Da die Urheberrechte solcher Werke längst abgelaufen sind, stehen diese auch meist kostenlos zum Herunterladen zur Verfügung. Einige dieser Bücher finden Sie über die Verlinkungen auf dieser Seite. Für den Inhalt der Seiten übernehmen wir keine Haftung.
Hudibras  Reineke Fuchs  Reineke der Fuchs  Das Dekameron  Beyträge zur Berichtigung des Adelungschen grammatisch-kritischen WörterbuchsGrammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der oberdeutschen, Bd.: 1Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der oberdeutschen, Bd.: 2Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der oberdeutschen, Bd.: 3Grammatisch-kritisches Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der oberdeutschen, Bd.: 4Der sinnreiche Junker Don Quixote von la Mancha, Band 2Der Sinnreiche Junker Don Quixote von la ManchaGeschichte der Entdeckungen und Eroberungen der Portugiesen im Orient, Bände 1-2Geschichte der Entdeckungen und Eroberungen der Portugiesen im Orient, Bände 3-4Bisher ohne link:
Pfauenfedern (Hamburg 1800)
Cervantes’ Lehrreiche Erzählungen (3 Bde., Königsberg o. J. [Goedeke und Neuer Nekr. d. D.: 6 Bde. 1801])
Reise durch Schottland, seine Inseln, Dänemark und einen Theil von Deutschland. Aus dem Engl. (3 Theile. Leipzig 1808)
Briefe über Rußland und dessen Bewohner (Berlin 1810)
Charles James Fox’ Geschichte der früheren Regierungszeit James II. A. d. Engl. (Hamburg 1810)
Briefe des Schotten Macdonald
Tarif der Land- und Seezölle des franz. Reichs. A. d. Franz. (Lüneburg 1811)
Lebensweisheit für alle Stände. Nach d. Engl. (Braunschweig 1822)
Jac. Thomsons Jahreszeiten (Braunschweig [Lüneburg] 1822)

http://www.bergedorf.de/gesch_personen.html

Dietrich Wilhelm Soltau (1745 – 1827)

Dietrich Wilhelm Soltau – Kaufmann und Literaturwissenschaftler
Dietrich Wilhelm Soltau, geb. 1745 in Bergedorf, erhielt bis zu seinem 16. Lebensjahr eine recht umfassende Bildung. Anschließend wurde er in Hamburg zum Kaufmann ausgebildet und gelangte über London nach St. Petersburg, wo er zuletzt Teilhaber des Handelshauses der Gebrüder Meybohm war. Schon früh zeigte sich bei Soltau eine außergewöhnliche Sprachbegabung, die es ihm nicht nur ermöglichte erfolgreich Handel zu treiben, sondern darüber hinaus auch schriftstellerisch tätig zu sein. Zu seinen bedeutendsten Werken neben der hochdeutschen Fassung des Reineke Fuchs zählen die Übersetzungen von Boccaccios Decameron und Cervantes’ Don Quixote. Soltau bezeichnete sich selbst nie als guten Kaufmann, da seine wahren Interessen stets im kulturellen Bereich lagen. So manche Stunde rang er den Geschäften hierfür ab. Sein Erfolg als Kaufmann gestattete es ihm, sich bereits 1798 als Privatmann in Lüneburg niederzulassen und sich fortan nur noch seiner schriftstellerischen Tätigkeit zu widmen. Als angesehener Bürger und Ratmann starb er dort 1827. Sein Geburtshaus in Bergedorf steht noch heute.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Dietrich_Wilhelm_Soltau

Dietrich Wilhelm Soltau (* 15. März 1745 in Bergedorf; † 13. Februar 1827 in Lüneburg) war ein deutscher Schriftsteller und bedeutender Übersetzer; als sein wichtigstes Werk gilt eine hochdeutsche Fassung des Reineke Fuchs.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk [Bearbeiten]

Soltau war zunächst Kaufmann und an diversen Handlungsgeschäften in St. Petersburg beteiligt, zuletzt an jenem der Gebrüder Meybohm. Er verfügte über ausgezeichnete Kenntnisse in verschiedenen Sprachen und widmete sich neben seinen Geschäften intensiv der Literatur seiner Zeit. Ab 1798 lebte er als wohlhabender Privatmann in Lüneburg und trat in den folgenden Jahren mit vielbeachteten Übersetzungen und eigenen schriftstellerischen Werken in die Öffentlichkeit. 1801 verlieh ihm die Universität Wittenberg den Doktorgrad, vermutlich für seine Leistungen als Übersetzer. Sein eigenes Werk, bestehend aus Gedichten, Russlandschilderungen und der Mitarbeit an Wörterbüchern, wurde als weniger bedeutend angesehen. Soltau starb 1827 als Rat seiner Stadt.

Übersetzungen [Bearbeiten]

Dietrich Wilhelm Soltau lieferte unter anderem Übersetzungen von Samuel Butlers Hudibras (erschienen in Riga 1787 mit Nachdruck 1798), Cervantes’ Don Quixote (Königsberg 1800; 1825) und Lehrreichen Erzählungen (1801) sowie Boccaccios Decameron (Berlin 1801). Als Soltaus wertvollste Veröffentlichung gilt seine hochdeutsche Übertragung des Reineke der Fuchs (Berlin 1803), die 1823 und 1852 bis 1856 weitere Ausgaben erfuhr und im Jahre 1827 von ihm auch ins Englische übersetzt wurde.

Literatur [Bearbeiten]

  • Friedrich Brandes: Soltau, Dietrich Wilhelm. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 34, Duncker & Humblot, Leipzig 1892, S. 586 f.
  • Dietrich Wilhelm Soltau. In: Matthes, Olaf und Metzger, Bardo (Hrsg.): Bergedorfer Personenlexikon. Hamburg 2003, S.188f. ISBN 3-935987-03-X
  • John L. Flood: Dietrich Wilhelm Soltau und seine Übersetzungen des „Reynke de Vos“: ein Beitrag zur Erforschung der deutsch-englischen Literaturbeziehungen um 1800. In: Archiv für Geschichte des Buchwesens 45 (1996) Sp. 283 – 336
  • Bardo Metzger: Dietrich Wilhelm Soltau – Zwischen Ratio und Leidenschaft. In: Neuer Schlosskalender 9, Hamburg-Bergedorf 2010, S. 13-18
  • Bardo Metzger (Hg.): Dietrich Wilhelm Soltau – Ein Weltbürger aus Bergedorf, Hamburg 2011

Weblinks [Bearbeiten]

 

http://www.slavistik.uni-potsdam.de/petersburg/soltau.html

Soltau, Dietrich Wilhelm

andere Schreibweise: Sol’tau, Ditrich
Geburtsdatum: 15.03.1745
Geburtsort: Bergedorf bei Hamburg
Sterbedatum: 13.02.1827
Sterbeort: Lüneburg
Aufenthalt in St. Petersburg: 1770er-1798
Beruf: Kaufmann
Institutionelle Zugehörigkeit: St. Petersburgisches Journal

Kommentar: Senator, Kaufmann, Übersetzer, Schriftsteller, Sohn des Hamburger Bürgermeisters; S. etablierte sich als Kaufmann in St. Petersburg. Er war Mitglied des Englischen Clubs und Mitarbeiter des “St. Petersburgischen Journals” von Weitbrecht. 1798 gab er sein Petersburger Geschäft auf und ging nach Lüneburg. Dort war er wissenschaftlich tätig, beschäftigte sich mit Übersetzung. Die Universität Göttingen ernannte ihn zum Ehrendoktor der Philosophie. In seinen letzten Lebensjahren war er auch Ratsherr in Lüneburg.

Erwähnung: Brümmer, Franz (1876): Deutsches Dichter-Lexikon. Biographische und bibliographische Mitteilungen über deutsche Dichter aller Zeiten, Stuttgart, Bd. II, S. 365-366; Allgemeine deutsche Biographie, (1967-1971), Berlin, B. 34, S. 586-587; Goedeke, Carl (1881): Grundriss zur Geschichte der deutschen Dichtung. Aus den Quellen, B. 3-1, S. 218; Rovinskij, Dmitrij A. (1886-1889): Podrobnyj slovar’ russkich portretov, T. 1-4, St. Petersburg.

Werk:

  • (1811): Briefe über Russland und dessen Bewohner. Mit Kupfern, Holzschnitten und einem Grundrisse der Stadt Petersburg, Berlin.
  • (1778): Eine traurige Historia oder Mährlein von einem jungen Mägdlein, in Reime gebracht und gedruckt in diesem Jahr, in: St. Petersburgisches Journal, St. Petersburg, 1778, S. 212-218.
  • (1777-1778): Fabeln, in St. Petersburgisches Journal, St. Petersburg 1777, S. 463-465, 1778, S. 59, 290-296.
  • (1801): Lehrreiche Erzählungen. / Miguel de Cervantes Saavedra. Dietrich Wilhelm Soltau [Übers.], 3 Bde, Königsberg.
  • (1800): Pfauenfedern, Hamburg.
  • (1803): Das Dekameron / des Boccaccio. Von D. W. Soltau, 3 Bde, Berlin.
  • (1803): Reineke der Fuchs / von Dietrich Wilhelm Soltau, Berlin.
  • (1808): Reise durch Schottland, seine Inseln, Dänemark und einen Theil von Deutschland / [John Macdonald]. Aus der Englischen Handschrift übersetzt von D. W. Soltau, Leipzig.
  • (1822): Lebensweisheit für alle Stände, nach dem Englischen, Braunschweig.
  • (1823): Die Jahreszeiten , nach James Thompson. Aus dem Englischen, Braunschweig.
  • (1800-1801): Der sinnreiche Junker Don Quixote von La Mancha / von Miguel de Cervantes Saavedra. Uebersetzt von D. W. Soltau, Königsberg.