92.7. Suermondt, Elsie

Suermondt

92.7.      Suermondt,  Elsie Amalie Elisabeth Nancy 
Tochter von Barthold Suermondt und Nancy geb. Haniel
geb. Aachen  30.01.1862
get.  Aachen  30.03.1862 (Unierte Kirche) auf den Namen Amalie Elisabeth  (Q1)
gest. Dresden  14.10.1945
begr. wohl in Dresden (nicht in Aachen – Grabstätte Suermondt)
unverheiratet, keine Nachkommen

Elsie Suermondt war Besitzerin des Gutes Heidgen in Aachen

Elsie,  auf dem Suermondtschen
Gut  “Der Stegh”,
gemalt 1864 von L. Knaus

Elsie Suermondt-Rom 1863
Elsie Suermondt-Rom 1863

Elsie Suermondt - 1864

Elsie Suermondt - 1864 "Am Steg"

Elsie Suermondt – 1864 “Am Steg”

 

Signatur L. Knaus 1864

Signatur L. Knaus 1864

 

Elsie Suermondt + Marly 1918
Elsie Suermondt +Anita Lindley

 

 

 

 

 
Elsie Suermondt - Ausschnitt

Elsie Suermondt  – nach einem Ölbild von Ludwig Knaus.

Elsie Suermondt
Elsie Suermondt

 

Elsie Suermondt
Elsie Suermondt

 

 

 

 

 

 

 

 

Elsie Suermondt - 1940

Elsie Suermondt – 1940

 

Elsie und Henry Suermondt
Elsie und Henry Suermondt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auszug aus den Erinnerungen von Marly Krings, geb. Erckens, geschrieben 1992
“Da war noch Tante Elsie Suermondt auf Heidchen, die dort mit Hausdame Fräulein Helene Schmidt aus Dresden, und dem treuen Diener Ernst Oel lebte. Da gingen wir gerne hin. Sie hatte mehr Stil als Tante Helene und war, obwohl sie „Respektsperson“ war, lieb.

Das Heidchen war das Sommerhaus von Barthold Suermondt. Das Stadthaus befand sich in der Adalbertstrasse, wo jetzt der Woolwoorth ist.
Oh! Hatte das Heidchen einen herrlichen Park! Riesig, mit haushohen Rhododendron Büschen, weiten Rasenflächen und Bäumen, so schön habe ich nie wieder welche gesehen. Das heißt, der Park ist für uns ja noch zugänglich, ……  Zurück zu dem Park, der 2. Teil weiter entfernt vom Haus war verwunschen mit Teich, Bach, mit gebogenen Holzbrücken – das „Lügenbrückchen“ – und ich hatte als kleines Kind echt Angst darüber zu gehen. Auf dem Teich 2 böse angriffslustige Schwäne mit denen Fräulein Schmidt machen Kampf durchfocht, bei dem einmal ihr Arm gebrochen wurde.
Fräulein Schmidt! Wir liebten sie alle. In einem alten Schrank in der großen Halle befanden sich 3 Steiff-Affen. Diese waren an Schnüren mit Querträgern befestigt. Und diese ließ sie nun tanzen. Vor sich her und um sich herum. Es war unsere ganze Freude.
Im Gemüsegarten befanden sich 3 gewaltige Gewächshäuser, 2 mit je roten und weißen Trauben. Eins mit Pfirsichen. Die Häuser wurden natürlich vor uns Kindern verschlossen. Aber wir fanden doch rechteckige offene Scheiben, durch diese langten unsere Arme und rissen dann das ganze Grünzeug runter um an die Köstlichkeiten zu kommen. Sie war dann erbost, aber sie konnte ja die Türen offen halten, so wäre kein Schaden entstanden!! Dann ärgerte sie, wenn wir die Fuchsienknospen aufdrückten. Das gab bei jeder Knospe einen kleinen Knall, und die Blüten wurden dadurch nicht schöner.
Tante Elsie brachte dir, Otto, an jedem 27. September (wie heute!) einen großen Korb, hochgefüllt mit Trauben und Äpfeln und Pfirsichen.
Das Haus war wunderschön eingerichtet, entlang der Parkfront erstreckte sich nach Norden, die ganze Hausfront entlang, eine Veranda. Ein kleines chinesisches Zimmer gab es mit kostbarem Porzellan an den Wänden, chinesische kleine Möbel. Darin stand ihr Schreibtisch. Tante Elsie starb 1945 in Dresden, wohin sie ein Jahr zuvor mit Fräulein Schmidt vor den Aachener Bombenangriffen flüchtete. Fräulein Schmidt starb 3 Wochen vor ihr. ………… ”

 

Haus Heidgen
Haus Heidgen

 

Haus Heidchen,  (Q2)
ein Gutshof am Waldrand, von dem man einen herrlichen Fernblick auf die Stadt hatte. Heidchen scheint schon seit der Zeit um 1800 Sommersitz Aachener Familien gewesen zu sein, da Gartenanlagen auf diese Zeit zurückgehen. Die große Zeit für Heidchen begann, als es 1866 von Barthold Suermondt erworben wurde, dem Kunstmäzen, dem die Stadt Aachen das “Suermondt-Museum” verdankte. Anstelle des alten Gutshauses baute Suermondt ein “Schlößchen” als Sommersitz und legte in den Jahren 1870/71 den Park neu an mit vergrößertem Umfang von 13 ha, in Waldpartien übergehend. 1913 besichtigten 100 Mitglieder der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft  – Parkexperten! – die schönsten Gärten Aachens und des benachbarten Belgiens. Sie besuchten auch Heidchen, das damals Wohnsitz von Fräulein Elsie Suermondt war, der Tochter des inzwischen verstorbenen Barthold Suermondt. In ihrem Bericht schrieb die Gesellschaft über Heidchen: “Eine große lange Allee, an deren Anfang die Besitzerin mit ihrer Gesellschafterin uns erwartete, führt uns auf das freundliche blumige Schloß. Durch einen Torbogen kamen wir auf den Hof und waren entzückt von der freudigen Blütenfülle, die mit saftigen Schlingpflanzen alle Wände überzog. Die Efeupelargonie Rheinland’ grüßte in üppigster Pracht von Altan und den Fensterbänken, zur Linken am Gartengitter wetteiferte die Clematis: Ville de Lyon’ in voller Blüte, dazu in der Farbe passend. Der ganze Garten war ein Musterbeispiel an peinlichster Pflege und Sauberkeit und uns fiel der Spruch ein:

Gärten sind Visitenkarten, wer der Herr ist, zeigt der Garten.

Die Besitzerin führte die vielen Herren selbst durch das schöne Besitztum, auf alle merkwürdigen und seltenen Bäume und deren „Geschichte“ hinweisend. Zuletzt, bei Besichtigung der herrlichen Traubenhäuser, war es ihr ein Herzensbedürfnis, die großen reifen Trauben kosten zu lassen und sie schnitt, in größter Freigebigkeit, eigenhändig große Mengen Wein von den Stöcken, die alle dankbarste Abnehmer fanden. Haus Heidchen war wohl die gartentechnisch feinste und bestangelegte und auch am sorgfältigsten gehaltene Anlage, die wir auf der ganzen Reise sahen.” – Obergärtner im Park Heidchen war damals Johann Crützen. – Der letzte Krieg zerstörte das Haus, in verkleinertem, zeitgerechtem Rahmen wurde es wieder aufgebaut, auch der Park wurde den heutigen Pflegemöglichkeiten angepaßt; dennoch meint man angesichts der prachtvollen alten …   ”

 

 



1.   getauft am 30 Mar 1862 auf den Namen Amalie Elisabeth in der Unierte Evangelische Lutherische Kirche, Aachen, (“Rheinland, Preussen familysearch”)
2. - Koppen, Bodo von, Alt-Aachener Gärten. Ein Streifzug durch die Hausgärten und privaten Parks einer alten Stadt. Aachen, Georgi 1987. 4°. 128 S., S.120.(Text von S.121 fehlt)