46.4. Emmy Suermondt, verh. Lindley

Suermondt

Emmy Lindley, geb. Suermondt

Emmy Lindley, geb. Suermondt

46.4.    SUERMONDT, Emmy Emilie
Tochter von William Suermndt und Emilie geb. Riema
geb. Duisburg-Meiderich  12.07.1871;  gest. Bad Aussee  04.03.1960
verh. 1. Ehe  Breslau  01.02.1894  mit:

LINDLEY, Joseph; Ingenieur
(Sohn v. William Lindley aus London, Zivilingenieur, und Julie Heerlein. W. Lindley war mit seinen 3 Söhnen maßgeblich an der Durchführung der Kanalisation und Wasserversorgung zahlreicher europäischer Großstädte beteiligt, u.a. in Hamburg und Warschau.)
Ingenieur .  – Joseph war sehr sprachbegabt – er sprach Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch und Polnisch. 1905 zog er sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Beruf zurück. Er starb im Sanatorium Hohe Mark / Oberursel an einem Nervenleiden.(Q2)
geb. Hamburg  18.05.1859,
gest. Oberursel – Hohe Mark/Taunus  20.04.1906

Adolf Friedländer

Adolf Friedländer

verh. 2. Ehe  Frankfurt/Main  05.03.1908  mit:
FRIEDLÄNDER, Adolf Albrecht Isidor
(Sohn v. Samuel Friedländer, Kaufmann, und Fanny Funk)
Prof.Dr.med., 1904 Erbauer und Leiter der Privatklinik “Hohe Mark” (Chronik)
geb. Dombach/Wien  8.8.1870, gest. Bad Aussee/Stmk. 19.01.1949

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Jos und Emmy Lindley
Jos und Emmy Lindley

 

Joseph Lindley

Joseph Lindley

 

 

 

 

 

 

 

Emmy und Joseph Lindley

 

Suermondt-Claassen-Lindley-in Warschau

Suermondt-Claassen-Lindley-in Warschau

.                                               “Ende Januar 1895 bei uns” (Album Claassen)
.                                       Joseph Lindley
.                                    William Suermondt  Max Claassen  Emilie  Suermondt  Lilly Claassen
.                                                                          Emmy Lindley    und 5 Kinder Claassen
.                                                                                   (  Ilse   Lotte  Kinderfrau         …  …   … )

Emmy und Adolf Friedländer

Emmy Lindley-Friedländer, geb. Suermondt

 

 

 

 

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46.4. Lindley, Joseph – gest. Oberursel – Hohe Mark/Taunus 20.04.1906

46.4. Lindley-Suermondt oo Friedländer — 1908

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4 Kinder ( 2 Kinder aus 1. Ehe; 2 Kinder aus 2. Ehe)

Henry Lindley-1898-1979

46.4.1.             Henry (gen. Harry) William LINDLEY
Dr. phil. habil., Mineraloge, Dozent an der TH Aachen
geb. Warschau  19.07.1898,
gest. Aachen 07.11.1979
verh. Frankfurt/Main  29.6.1925  mit:
Hildegund Clara Emma Ottilie Johanna ANKEL
(Tochter von Paul E. Ankel und Emma  Theophile)
geb. Frankfurt/Main  08.03.1904
gest.     13.03.1993

3 Kinder.

Emmy und Henry gen. Harry Lindley

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Julia und Henry Lindley

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46.4.2.             Julia Anita LINDLEY
geb. Warschau  04.12.1903
gest. Marburg   03.11.1985
“Tante Lia besuchte die Landfrauenschule in Obernkirchen, war unverheiratet, ging keiner beruflichen Tätigkeit nach und lebte mit ihrer Mutter und dem Stiefvater Friedländer in Freiburg.  Sie zog mit ihnen nach Bad Aussee und hat beide bis zu ihrem Tod betreut. … Danach zog  sie nach Marburg”[3]

 

Julia Lindley

Henry Lindley

 

 

 

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Hildegund Lindley, geb. Ankel

 

 

 

 

 

 

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Nachkommen aus der Ehe Emmy Suermondt – Adolf Friedländer:

Adolf Friedländer und Söhne Heinz + Erwin

46.4.3.             Heinz Jos Elard FRIEDLÄNDER
Ingenieur
geb. Hohe Mark/Taunus  30.01.1910
verh. Managua/Nicaragua  23.02.1942
Maruca  VIVAS-MEJIA
(Tochter v. Arturo Vivas, Buchhalter, und Sara Mejia)
geb. Granada/Nicaragua 09.07.1916

46.4.4.             Erwin Felix FRIEDLÄNDER, umgenannt  FREEMAN
Ingenieur
geb. Frankfurt/Main  15.09.1916,
gest. Hobart/Tasmania 03.11.1971
verh. Hobart/Tasmania(Australien)  27.05.1949
Ruby Pearl  B0XALL
(Tochter v. George Edward Boxall, Timbermerchant, und Elisabeth Jane Fazackerly)
geb. 09.08.1909

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Josef Lindley:
“Wer war der vierte Lindley und was machte er für Warschau? (Q1)
2009-04-02  von  Prof. Ryszard Żelichowski

“Seine Berufspraxis begann, wie im Falle seines Bruders William Heerlein, bei seinem Vater in Frankfurt am Main. Am 20. März 1880 stellte ihm das Foreign Office in London einen Reisepass aus und am selben Tag erhielt er im Generalkonsulat von Russland ein Visum für die Einreise in das Zarenreich. Von diesem Zeitpunkt an war er fast ein Vierteljahrhundert mit diesem Weltteil verbunden.

Obwohl er der jüngste der Brüder war, ergibt sich aus den erhaltenen zwei Briefen von Joseph aus dem Jahre 1881, die er in Frankfurt an seinen Bruder Robert nach Warschau schrieb, dass er die Rolle eines Vermittlers und eines Vertrauten von William H. Lindley in vielen wichtigen Angelegenheiten erfüllte. „Das sieht wie halbdienstlicher Briefwechsel aus“ – bemerkte Josh in einem der Briefe, in dem er sich bei Robert für den technischen Teil seiner Ausführungen entschuldigte. Im November schrieb er an seinen Bruder, der William Heerlein in Warschau vertrat: „Lieber Bob, Du hast einen so langen und netten Brief geschrieben, dass ich mich sogar schäme, so lange geschwiegen zu haben. Ich bin mit einem ganzen Haufen Arbeit hierher [nach Frankfurt] gekommen (…), auch Belgrad will eine Kanalisation. Willie [William Heerlein] und ich schreiben und telegraphieren uns viel. Ich sehe, dass Du ständig Fortschritte machst. Du musst Dich so schnell wie möglich um ein neues Büro bemühen. Sprich direkt mit Starynkiewicz über diese Sache (…)“ – riet er.

Nachdem William Lindley in Pension gegangen war, setzte Joseph die Arbeit für seine Brüder fort, indem er u.a. die Kanalisationsarbeiten in Elberfeld leitete und am Entwurf des Kanalisationssystems für St. Petersburg und für Düsseldorf teilnahm und auch seinen Bruder in Frankfurt während dessen zahlreicher Dienstreisen vertrat. Der besorgte Vater versuchte aus dem fernen Blackheath nicht nur mit seinem jüngsten Sohn in Kontakt zu bleiben, sondern ihn auch mit Rat zu unterstützen. „Das Wichtigste, wonach Du streben solltest, ist das Verdienen oder die Erlangung der Bezahlung als Ergebnis Deiner eigenen Fähigkeiten, Deiner moralischen Eigenschaften und Deines gesunden Menschenverstandes“ – schrieb er, indem er sich auf die Informationen über die ersten gelungenen finanziellen Operationen von Joseph bezog. „Unternehmungsgeist und Ausdauer werden immer die sichersten Schlüssel zu großem Reichtum bleiben! Deine Position ist heute ein ausgezeichneter Ausgangspunkt dazu, Deine Fähigkeiten und Deinen Charakter zu entwickeln. Gerade jetzt bist Du ein Klumpen reines Gold, der sich mit einer Berührung in morsches Holz verwandeln könnte“ – warnte er. „Ich hoffe, dass Du die Achtung aller Menschen erlangst, denen Du begegnest, deshalb müssen Deine Meinungen und Ansichten solide begründet sein“. Gegenüber seinem lediglich dreiundzwanzigjährigen Sohn kritisch eingestellt, ermahnte er ihn: „Bete um die Fähigkeit, das Schweigen zu bewahren, wenn Dich Zweifel ergreifen, drücke Deine Meinung nach umsichtiger Erwägung der Umstände mit einem reifen Urteil aus. Die öffentlichen Ämter brauchen ruhige und umsichtige Leute (…). Wir alle wollen sehr Deinen Erfolg, lerne deshalb und arbeite hart [alle Unterstreichungen W. L.], denn Du hast schon sowieso ziemlich viel kostbare Zeit verloren“.

Seine Überlegungen beschloss der Vater mit einem ganz schönen Beispiel zu untermauern, nämlich mit der Erzählung über die Leistungen des großen amerikanischen Erfinders, Industriellen und Präsidenten. „Ich schicke Dir ein Exemplar des Buches „Das Leben von Benjamin Franklin“, ich las es vor fünfzig Jahren und habe es wieder getan. Lies [dieses Buch] und sieh, wie ein einfacher Mensch sich in einen der größten in der Weltgeschichte verwandelt“. Seinen Brief voller väterlicher Ratschläge schließt er mit dem Appell: „Schreib doch, woran Du jetzt arbeitest. Dein Dich liebender Vater W. Lindley“. Als die Arbeiten in Elberfeld, die im Jahre 1882 angefangen hatten, zwei Jahre später mit Volldampf zu laufen begannen, wurde er Resident-Ingenieur im Namen seines Bruders William H. Lindley. Diesen Posten hatte er bis Dezember 1888 inne, als er stellvertretend für Robert die Leitung des Baus der Kanalisation und der Wasserleitungen in Warschau übernahm. Der Autor einer Notiz über Joseph Lindley schrieb: „In Warschau wurden der Bau der Pumpenstation an der Weichsel und der Filterstation in einem höher gelegenen Stadtteil mit weitgespannten Bögen der Gewölbe der Behälter und der Filter, der Bau des grundsätzlichen Teils der Kanalisation und die Trockenlegung der Stadt mit einer Länge von 105 Meilen sowie die Durchführung der trigonometrischen Messungen der Stadt und ihrer Vororte unter seiner unmittelbaren Leitung geführt. Gemeinsam mit seinem Fachkollegen Alfons Grotowski leitete er die Kanalisation und die Wasserleitungen, nachdem die Arbeiten abgeschlossen worden waren. Der Erfolg der unter seiner Leitung geführten Arbeiten war in beträchtlichem Maße das Ergebnis seiner Überlegungen und seiner außergewöhnlichen Beachtung der ihm anvertrauten Aufgaben sowie der Energie, mit der er verschiedenartige Probleme überwand, unter denen Probleme administrativer Art, die von öffentlichen Arbeiten in Russland nicht zu trennen waren, nicht die unwesentlichsten waren“. Zu den Aufgaben von Joseph Lindley gehörten auch die Kontrolle der Arbeiten und die Berichterstattung darüber. In der Erinnerung seiner polnischen Mitarbeiter blieb er als Organisator der allabendlichen Sitzungen des Büros des Vorstands der Kanalisation und als Autor der Berichte, die fast jeden Tag zu Händen des Präsidenten der Stadt geliefert wurden. Er umgab sich ausschließlich mit Polen, nahm am aktuellen Leben der Stadt teil, finanzierte die Zeitschrift „Przegląd Techniczny“ mit und war ihr treuer Leser. Er genoss die Achtung seiner Arbeitgeber und die ehrliche Sympathie derer, mit denen er zusammenarbeitete. Unter den Eigenschaften, die ihn kennzeichneten, wurden die folgenden betont: Gerechtigkeit, Gutherzigkeit und Hilfsbereitschaft für alle, die sich an ihn um Hilfe wandten.

Es ist bekannt, dass Joseph Lindley in Warschau in der Hortensja-Straße 5 (heute Górski-Straße) wohnte. Die Wohnung, die er für sich und seine Familie gewählt hatte, befand sich in einem dreistöckigen Haus, das vor dem Jahr 1886 für Icek Rothenberg gebaut worden war. Auf einer erhaltenen Photographie sieht man eine mit Bossenwerk verkleidete Fassade im Stil der Neorenaissance mit Balkons mit Balustraden aus Gusseisen. Die Straße selbst war in den Jahren 1882-1883 durch das Grundstück des bekannten Warschauer Verlegers Samuel Lewental, Miteigentümer der Zeitung „Kurier Warszawski“, geführt worden. Sie war nach dem Vornamen seiner zweiten Frau Hortensja benannt worden, die Tochter des Kunsthistorikers und Sammlers Matias Bergsohn war. Im Zusammenhang mit dem hier in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts erbauten Gymnasium von Wojciech Górski erhielt sie um das Jahr 1938 ihren heutigen Namen. Die Straße hatte in der Zeit, als Joseph hier wohnte, eine ausschließliche Wohnfunktion, und einen ruhigen Charakter verlieh ihr ihr Abschluss auf der östlichen Seite. Sie war nämlich mit einer beträchtlichen Blumenrabatte gekrönt, die an einen heutigen Verkehrskreisel erinnerte. Das Begehen der Straße von der Nowy Świat-Straße war durch das Tor des Mietswohnhauses Nr. 41 möglich, das Befahren der Straße war dagegen nur von der Szpitalna-Straße möglich. Im Jahre 1893 entstand an der Ecke der letzteren und der Hortensja-Straße ein repräsentatives Mietswohnhaus für Emil Wedel nach dem Entwurf von Franciszek Brauman. In den 90er Jahren wurde Gräfin Eugenia Potocka Eigentümerin des Mietswohnhauses in der Hortensja-Straße 5. Jerzy Kasprzycki schreibt: „[Die Straße] hatte in gutem Geschmack gehaltene und sorgfältig gepflegte Fassaden ihrer proportionierten mehrstöckigen Mietswohnhäuser und bildete im Hintergrund der Nowy Świat-Straße eine Enklave der Ruhe und der Sicherheit“.

Wir wissen nicht viel über das Privatleben von Joseph. Aus den Familienaufzeichnungen ergibt sich, dass er am 1. Februar 1894 Emmy, Emilie Suermondt aus Breslau, heiratete. Auf Auslandsreisen nahm er seinen Sohn Henry William mit. Auf erhaltenen Photographien von Warschau aus dem frühen 20. Jahrhundert begleitet ihn der Sohn bei der Inspektion einer Baustelle. In seiner arbeitsfreien Zeit führte er ein gesellschaftliches Leben, war oft mit seiner Frau zu Gast im Śleszyński-Palais in den Ujazdowskie-Alleen Nr. 17 (heute Nr. 25), das in den Jahren 1863-1912 der Familie Lesser gehörte. Leidenschaftlich spielte er auch Tennis im Warschauer Stadtteil Dynasy. In den Sommerurlaub fuhr er nach Sopot [Zoppot]. In der Wohnung in der Hortensja-Straße und auf Spaziergängen begleiteten die Familie zwei Hunde der damals modischen englischen Rasse Terrier mit den lustigen Rufnamen Jack und Topsy. Wie seine kulturellen Kontakte und seine politischen Ansichten waren, wissen wir praktisch nicht. Die in seiner Nähe wohnenden Lewentals führten einen eleganten Gesellschaftssalon, der alle prominenten Einwohner von Warschau empfing. Mit Sicherheit war auch oft Joseph Lindley mit Ehefrau ihr Gast. Auf den erhaltenen Photographien ist er von einer Gruppe von Freunden umgeben, die wie er selbst im Tennisklub Dynasy vereint waren, sowie von einer Gruppe anderer, heute schwer zu identifizierender Personen. Er war Mitglied der Russischen Gesellschaft der Wasseringenieure und vieler anderer europäischer Organisationen. Mit Sicherheit interessierte er sich auch für das wirtschaftliche Leben des Landes, in dem er leben musste, denn im Jahre 1897 war er Besitzer von neun Aktien der Gesellschaft der Hochöfen und der Betriebe von Ostrowiec. Diese Tatsache veranschaulicht das Protokoll der Vollversammlung der Aktionäre. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann man annehmen, dass das nicht die einzige Gesellschaft war, deren Aktien er gekauft hatte. Am 3. März 1891 wurde er Mitglied der angesehenen englischen Institution of Civil Engineers. Sein berufliches Leben hielt er auf Photographien fest, mit denen er die einzelnen Etappen des Baus der Kanalisation und der Wasserleitungen in ganz Warschau dokumentierte. Am 25. Dezember 1903 ist in dem Pass von Joseph seine Ausreise aus Warschau, wie gewohnt mit dem Zug, durch den Grenzübergang in Aleksandrów Kujawski, vermerkt. 1904 war er in London, dort erhielt er auch ein weiteres russisches Visum, und am 5. September kehrte er nach Warschau zurück. Er war damals schon krank. In der Erinnerung an Joseph, die in den Minutes of Proceedings of the Institiution of Civil Engineers in London veröffentlicht wurde, schreibt ihr Autor, dass er im Jahre 1905 verpflichtet wurde, wegen seines sich verschlechternden Gesundheitszustandes den Posten, den er innehatte, aufzugeben. In dieser Situation scheint das um ein Jahr frühere Datum, das von den Autoren der Arbeit „Wodociągi i kanalizacja m. st. Warszawy 1886-1936“ [„Wasserleitungen und Kanalisation der Hauptstadt Warschau 1886-1936“] genannt wurde, sicherer zu sein. Der Autor der Notiz über Joseph Lindley in der „Wielka Encyklopedia Powszechna Ilustrowana“ [„Illustrierte Große Allgemeine Enzyklopädie“] schrieb: „(…) 16 Jahre lang entwickelte er bei uns eine sehr nützliche Tätigkeit. Seinem großen Fleiß und seiner großen Energie verdankt Warschau die Fertigstellung dieser [Kanalisations-] Arbeiten. Ein Nervenleiden verursachte den vorzeitigen Tod von Lindley“.

Er starb am 20. April 1906 in der Heilanstalt in Oberursel im Alter von lediglich 47 Jahren. Emil Sokal schrieb: „(…) Die Ursachen seines vorzeitigen Ablebens sind zurückzuführen auf eine Überlastung mit der beruflichen Arbeit, aus der sich anfänglich eine Nervenkrankheit entwickelte, und als die Hilfe der Ärzte sich als fruchtlos erwies, als seine Reisen und sein Aufenthalt im südlichen Klima statt Linderung und Besserung eine unerwünschte Wirkung auslösten, kehrte der Kranke nach Frankfurt zurück und ließ sich im Sanatorium für Nervenkranke behandeln, wo sein fleißiges Leben endete“. Er wurde auf dem Hauptfriedhof in Marburg beerdigt. Wegen der Zerstörungen, die durch den Zweiten Weltkrieg verursacht wurden, versetzte die Enkelin von Joseph, Margret Schulz, seinen Grabstein vom Friedhof in den Garten ihres Hauses in dieser Stadt.

Joseph Lindley hinterließ den Sohn Henry William und die Tochter Julia Anita. Er war sprachlich begabt, sprach und schrieb fließend deutsch, französisch und russisch. Er lernte eifrig polnisch, um sich mit den Arbeitern zu verständigen und auch um Veröffentlichungen in der Landespresse verfolgen zu können. Mit Warschau war Joseph Lindley fast siebzehn Jahre lang verbunden. Hier vergingen seine reife Jugend und der Großteil seines beruflichen Lebens. In der bestehenden Literatur über die Warschauer Wasserleitungen und Kanalisation erwähnt man am häufigsten den Vater der Ingenieurfamilie William Lindley sowie seinen Nachfolger und das Oberhaupt der Familienfirma. Anlässlich des 150. Geburtstages von Joseph erinnern wir an diesen mit Warschau am meisten verbundenen aller Lindleys.

Prof. Ryszard Żelichowski
Autor der Monographie über die Familie Lindley, Historiker, Warschau-Kenner”

 

 


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[1] http://muzeum.wpg.com.pl/du/page/wydarzenia/gid/25
Warszawskie Przedsiębiorstwo Geodezyjne (Warschauer Vermessungsunternehmen) S.A.  st. Nowy Świat 2:  – 00-497 Warsaw

über den Vater von Joseph Lindley, William Lindley und sein Zeit in Hamburg:
“Die Hamburger Briefe William Lindleys 1838-1850″ von David van Zanten
http://agora.sub.uni-hamburg.de/subhh/cntmng;jsessionid=B48E2C1C7C801D68A76B966429AC156A.jvm1?type=pdf&did=c1:553

[2] Unterschrift zum Foto Ausstellung „Lindley“ 2008-09 in Hamburg
[3] Mitteilg. Katrin Lindley 09.2016 — Daten zur Lindley-Familie.
[4] ”Wer war der vierte Lindley und was machte er für Warschau? (Q1)  009-04-02  von  Prof. Ryszard Żelichowski