Hohenzollern Aktiengesellschaft für Lokomotivbau

zu 46. William Suermondt

Hohenzollern Aktiengesellschaft für Lokomotivbau

„Am 8 Juni 1872 wurde von den Familien Haniel, Böninger, Lueg, Waldhausen und Liebrecht, sowie einigen Industriellen aus der rheinisch-westfälischen Industrie die „Aktiengesellschaft für Lokomotivbau Hohenzollern“ gegründet. Familien, die alle miteinander verwandt oder befreundet waren und bereits vorher vielseitige Unternehmungen im Bank-, Handel- und Versicherungsgeschäft tätigten und bereits den Ausbau des Eisenbahnnetzes vorangetrieben hatten. Sie wählten ein 150.000 qm großes Gelände am Grafenberg bei Düsseldorf für ihre Unternehmungen, da die Stadt von den drei bereits genannten Bahnlinien berührt wurde.“ [5]
Aus dem Haniel-Archiv erhielt ich dazu die Mitteilung: [6]
„Zu den Gründern der Lokomotivfabrik gehörte zwar nicht Barthold, wohl aber William Suermondt. In einer Notiz von Hugo (?) Haniel (handschriftlich in der Akte HAA:1618) heißt es wörtlich:
“ Für eine zu gründende Locomotivfabrik wurde gezeichnet von
Herrn M.J. Frensdorf  Provinzial-Disconto-Bank Hannover   Th 250.000.-
Familie Haniel    Liebrecht  Böninger                                      Th 530.000,-
Wm. Suermondt                                                                        Th 100.000,-
Das Aktienkapital soll zunächst 1 Million Thaler betragen, so daß also noch 120.000,-  event.[uell] – da die von H[err]n Suermondt gezeichneten Th 100.000,- zweifelhaft sind – Th 220.000,- disponibel wären.“

„Eine Zeitungsnotiz bestätigt, dass William Suermondt im ersten Aufsichtsrat war.
Noch 1875 wird er als Mitglied des AR genannt, jedoch mit dem Hinweis, dass er nicht bei der Sitzung anwesend war. Danach verliert sich anscheinend seine Spur. “ [6]

Aus einer Aufstellung der Mitglieder des Aufsichtsrates  aus dem Kreis der Aktionäre, nach 1921, geht hervor, dass die
meisten Mitglieder aus der Familie Haniel stammten, sowie deren engste Verwandschaft – Liebrecht, Suermondt, Böninger, Oeder, Cramer. William Suermondt ist 1877 ausgeschieden. Das war in der Zeit, als Rheinstahl große wirtschaftliche Probleme hatte, William Suermondt Meiderich verliess und nach Hohensalza/Inowrazlaw ging. 1877 muss auch für „Hohenzollern“ problematisch gewesen sein, denn mehrere Aufsichtsratsmitglieder schieden aus. Vermutlich mussten neue Finanzmittel aufgebracht werden, die derzeit nicht vorhanden waren.

Aufsichtsräte bei der „Hohenzollern“ Lokomotivfabrik

Auf der HomePage von Jens Merte werden die „Museal erhaltene Lokomotiven Hohenzollern“ aufgeführt. Danach waren Stand 31.12.2013 noch 94 Fahrzeuge erhalten. An erster Stelle steht die Lokomotive, die an William Suermondt im Jahre 1880 nach Inowraclaw geliefert wurde. Dort steht allerdings „für Zuckerfabrik Amsee“. Das scheint nicht ganz logisch zu sein, denn William Suermondt war in Inowrazlaw der Leiter der Steinsalzbergwerke und der Sodafabrik in Montwy und dann  Mitbegründer der Zuckerfabrik in Pakosch.

Auf der Seite : http://tomi.holdys.pl/index2.php?desc=on&par=tkb129   ist eineAufstellung der technischen Daten und mehrere Abbildungen der Lokomotive.

Hohenzollern – Nr. 129 – Baujahr 1880

In den Unterlagen von „Hohenzollern“ sind die Baunummern verzeichnet: [8]

Nr. 129  für W. Suermondt, Inowrazlaw und
Nr. 132  für W. Suermondt, Pakosch

Auslieferungsbuch der Lokomotivfabrik „Hohenzollern“ [8]

Hohenzollern Bau-Nr. 129 — Eisenbahnmuseum Warschau

„Industrial locomotive TKb 129 in Railway Museum in Warsaw (built: Hohenzollern, 129/1880)“
https://pl.wikipedia.org/wiki/Plik:TKb129_Warsaw.jpg

 

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In den Jahren 1880 und 1881 wurden an William Suermondt jeweils eine „Hohenzollern“ – Lokomotive geliefert. Die Lok mit der Baunummern 129 ging an  W. Suermondt, Inowrazlaw und die Lokomotive Baunummer 132 an W. Suermondt,  Pakosch. [8]  Nicht sicher ist, ob die Lok Nr. 129 für das Steinsalzwerk oder die Sodafabrik benötigt wurden. Die Lok mit der Baunummer 129 stand noch im Jahre 1990 als Denkmal  im Kraftwerk  Warschau-Sierkierki. Im Jahre 2018 steht die Lokomotive im Lokomotiv-Museum in Warschau.   Es soll sich dabei um die älteste noch erhaltene „Hohenzollern“- Lokomotive handeln. [9]

Bilder und Beschreibung der Lok im Museum:
http://stacjamuzeum.pl/pl.lokomotywa_parowa_tkb3_129.html

Die „Hohenzollern-Lok“ mit der Baunummer 445 der Baureihe „Victor“ wurde im Jahre 1888 von Firma Sander & Co., Hamburg/HongKong, (ab 1898 Sander, Wieler & Co.) über die P.Herbrand & Co., Ehrenfeld/Köln, die die Ausrüstung und Zubehör lieferte, für Formosa geliefert. Diese Lokomotive ist als Denkmal im Historischen Museum in Taipeh, Taiwan, ausgestellt. Es handelte sich um die erste Lokomotive in Taiwan. Robert Becker berichtet darüber in seinen Ostasien-Erinnerungen.

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Eine kurz zusammengefasste Geschichte der Firma Hohenzollern Aktiengesellschaft für Lokomotivbau   [10]

Unternehmensgeschichte

Zeit Ereignis
08.06.1872 Gründung durch Haniel, Böninger und Liebrecht
01.07.1872 bis 31.12.1872 Nach der Gründung: Lokomotiv-Baubeginn in Grafenberg, Schlüterstr. 2
1873 Bankkrach, als dessen Folge wird der Dampfmaschinenbau aufgenommen. – Erst in den 1880er Jahren kann das Unternehmen durch die tatkräftige Unterstützung der Unternehmerfamilie Haniel festen Fuß fassen.
01.03.1889 G. Lentz gibt die Direktorstellung der vor 16 Jahren von ihm erbauten Fabrik auf
1902 Goldmedaille auf der Düsseldorfer Ausstellung
1911 Die Leistungsfähigkeit beträgt 200 Lokomotiven/Jahr. Bisher wirden 3.300 Lokomotiven gebaut.
1923 Die Aktienmehrheit ist im Besitz der Gutehoffnungshütte (gehört nicht zum engeren Konzern)
31.08.1929 Kündigung aller Werksangehörigen, Lokomotivquote an Krupp verkauft
23.12.1929 Zustimmung zur Stillegung und Verwertung der Vermögensanteile vorgesehen
15.05.1934 Beschluß zur Auflösung der Firma
1946-1950 nach 1945: ein Großmarkt auf dem ehemaligen Firmengelände

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Bilder aus dem Jahr 2018 – Fotos von Prof. Ryszard Zelichowski, Warschau

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

W 1875 r. firma Hohenzollern uruchomiła produkcję lekkiego dwuosiowego parowozu tendrzaka, przeznaczonego do pracy manewrowej na bocznicach zakładów przemysłowych. Idealna do tej roli prosta konstrukcja z kotłem na parę nasyconą, o nacisku osiowym zaledwie 8,5 t, z możliwością wpisywania się w łuki o promieniu r=50 m i mocy 73,5 kW (100 KM)  powstała w liczbie ponad 120 egzemplarzy. Lokomotywę z numerem fabrycznym 129, zbudowano w 1880 r. na zamówienie pruskiego przemysłowca Williama Suermondt’a, dla cukrowni Amsee (Janikowo k. Inowrocławia) lub dla fabryki sody (Chemische Fabrik Robert Suermondt&Co, Montwy). W 1926 r. podczas remontu głównego lokomotywa otrzymała nowy kocioł zbudowany przez Warszawską Spółkę Akcyjną Budowy Parowozów. Pracę zakończyła w Cukrowni Janikowo. Skreślona z ewidencji Dozoru Technicznego 21.08.1970 r. znalazła się w zbiorach Muzeum Kolejnictwa. Jest to najstarszy parowóz w zbiorach Stacji Muzeum i jednocześnie najstarszy fizycznie istniejący egzemplarz parowozu wyprodukowanego przez firmę Hohenzollern.

 In 1875 Hohenzollern Unternehmen startete die Produktion von leichten zweiachsigen Lokomotive (Tank/Tender Lokomotive, die für in Abstellgleise Industrieanlagen Rangieren. Perfekt für die Rolle des einfachen Aufbaus mit Dampfkessel gesättigten, ein Druck von nur 8,5 axial t, mit der Möglichkeit, in Böge einzugeben einen Radius r = 50 m und eine Leistung von 73,5 kW (100 PS) in der Anzahl von mehr als 120 Kopien gebildet ist. Lokomotive mit der Seriennummer 129, wurde im Jahre 1880 auf Wunsch des preußischen Industriellen William Suermondt’a, für Zucker Fabrik Amsee (Janikowo k. Inowrocławia) oder Soda Fabrik (Chemische Fabrik Robert Suermondt & Co., Montwy) gebaut. Im Jahr 1926. Bei der Renovierung der Haupt Lokomotive erhielt ein neuer Kessel durch den Warschauer Aktiengesellschaft Bau von Dampf gebaut wurde. Sie beendete ihre Arbeit in der Janikowo Zuckerfabrik. Sie wurde am 21. August 1970 aus dem Register für technische Überwachung entfernt und in die Sammlung des Eisenbahnmuseums aufgenommen. Es ist die älteste Dampflokomotive in den Sammlungen des Museum Station und körperlich zugleich die älteste noch existierende Kopie der Lokomotive von der Firma Hohenzollern.

 

http://stacjamuzeum.pl/pl.lokomotywa_parowa_tkb3_129.html

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Im Internetforum DREHSCHEIBE fand sich folgender Bericht: (Auszug 05.08.2018)
Vor 100 Jahren… der Lok-Bestand der Ind.- und Klb. im Rgbzk Bromberg (1895)
geschrieben von
Chr. Dahm
https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?017,8574140

Anschlußbahn der Zuckerfabrik Union bei Pakosch
No. 192, 132

Hier ist vorab zu ergänzen, dass das Schreiben des Dampfkesselüberwachungsvereins die Zuckerfabrik Union in die Nähe von Georgenburg verortet und dass die erste Loknummer hier „129“ lautet. – Wie schnell ist ein Zahlendreher passiert…

Eine Sichtung der Lieferlisten bringt als wahrscheinlichste Kandidaten die Hohenzollern 129/1880 und 132/1881. Grundsätzlich käme zwar auch noch die Maschinenfabrik Darmstadt in Betracht, da bei ihr gerade in dem Bereich keine Empfänger bekannt sind und die Baujahre aber in das Zeitfenster vor 1895 fallen würden. Aber die Loklebensläufe der Hohenzollern-Loks sind definitiv „näher dran“.

Empfänger laut Lieferverzeichnis dieser beiden Lokomotiven war William Suermondt. Suermondt war ein deutscher Industrieller. Sohn von Barthold Suermondt (Gründer der Rheinischen Stahlwerke) und Amalie Cockerill (Nichte von John Cockerill, Gründer der Lokomotivfabrik Cockerill). William Suermondt setzte diese Liga fort und war 1872 Gründungsmitglied der Lokomotivfabrik Hohenzollern. Er schied aber schon 1877 aus und ging nach Hohensalza/Inowrazlaw und war dort Leiter der Steinsalzbergwerke und der Sodafabrik in Montwy und später Mitbegründer der Zuckerfabrik in Pakosch. Diese wiederum firmierte spätestens ab 1905 – nun belegt auch schon früher – auch als Zuckerfabrik Union. [Becker 2018a+b]

Nach diesem argumentativen Rattenschwanz lassen sich die beiden Nummern 129 und 132 also folgenden Loks zuordnen:

Hohenzollern 129 / 1880, Victor, Bn2t, 1435 mm
Neu William Suermondt, Inowrocław (Hohensalza)
vor Sep. 1895 Anschlußbahn Zuckerfabrik Union, Pakosch (Sep 1895 i.E.)
1945 PKP – Zuckerfabrik Janikowo [PL] „Tkb 129“
1974 Eisenbahnmuseum Warschau [PL] „Tkb 129“
1981 Denkmal, KW Sierkierki bei Warschau [PL] „TKb 129“
05.2013 Eisenbahnmuseum Warschau [PL] (08.2013 vh)

Hohenzollern 132 / 1881, Victor, Bn2t, 1435 mm
Neu William Suermondt, Pakosch
vor Sep. 1895 Anschlußbahn Zuckerfabrik Union, Pakosch (Sep 1895 i.E.)

Becker 2018a
Seite „Hohenzollern Aktiengesellschaft für Lokomotivbau“. In: Genealogie Becker. URL: [gebe.paperstyle.de] (Abgerufen: 29. Mai 2018, 23:25 UTC)
Becker 2018b
Seite „Pakosch – Pacosc“. In: Genealogie Becker. URL: [gebe.paperstyle.de] (Abgerufen: 29. Mai 2018, 23:25 UTC)

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Quellen:
5.  http://www.hohenzollernwerk.de/html/historie.htm
6. Dr. Bernhard Weber-Brosamer, Archiv-Direktor, Haniel-Archiv, Duisburg , 31.03.2005 –
.   („Natürlich bietet die Akte HAA:1618 insgesamt eine Menge Details zu Hohenzollern“)
7. http://www.inowroclaw.pl/sites/biznes/liderzy/soda.htm
8. Kopie Lieferbuch der Lokomotiv-Fabrik Hohenzollern – Haniel-Archiv
9. http://www.werkbahn.de/eisenbahn/lokbau/museum/pres_hohenzollern.htm
1
0. Internetseiten von Albert Gieseler : http://www.albert-gieseler.de/dampf_de/firmen0/firmadet1277.shtml
.    hier auch einige Bilder der Fabrikationshallen.