1.176.890. von Schepenstede, Johann

von Schepenstede

21. Generation

1.176.890.       von Schepenstede, Johann
=2.353.890      Sohn von Johann von Schepenstede, Ratsherr in Lübeck, und Gesche Morkerke 1.
1350 -1388 Ratsherr in Lübeck, ab 1375 Vorsteher der St.Petri-Kirche zu Lübeck,
Wohnung: bis 1341 Mengstr.18, danach Königstr.75.
gest. Lübeck, (in pestilentia) 10.08.1388
verh. 1. Ehe Lübeck  vor 1345 mit
N., Adelheid,   Witwe des Ludbert Warendorp (gest. 1345)

verh. 2. Ehe Lübeck 1349 mit
Mohr (Mor, Moor), Gertrud,
Tochter des Hinrich Moor,
gest. Lübeck 1350 an der Pest, zusammen mit ihrer Tochter Taleke

verh. 3. Ehe Lübeck nach 1350
1.176.891.      von Warendorp, Margarethe
Tochter des Wilhelm Warendorp
gest. Lübeck nach 1416

Kind: aus 2. Ehe
1)von Schepenstede, Taleke
gest. Lübeck 1350 an der Pest, zusammen mit ihrer Mutter Gertrud Mohr

Kinder – 3. Ehe:
588.445.  2) von Schepenstede, Margarethe
verh. Lübeck 1396
588.444. von CalvenReyner; Ratsherr; gest. Lübeck, (Exalt.crucis) 14.09.1421;
begr. Lübeck, St.Katharinen, Grabstein

1.176.945. 3) von Schepenstede,  Anna
Schwester von Margarethe v.Sch.  588.445.
(nach Lutterbeck S. 361 stammt sie aus der Ehe mit Ghertrud Moer  – das ist aber
unwahrscheinlich, Heirat Schepenstede / Moer 1349, diese gest. 1350 mit
Tochter Taleke, an der Pest.)
verh. Lübeck 1365
1.176.944. Lüneburg, Johann II. Ratsherr;  gest. Reval 02.04.1374

4) von Schepenstede, Johan
(v.Melle, S. 115 – im Jahr 1425 (???) als Kind gestorben)
im Testament seines Vaters 1380 als noch nicht volljährig genannt.

5) von Schepenstede, Elisabeth
„Nonne bei St. Johannes“ (v.Melle S.115)

6) von Schepenstede, Adelheid (Taleken)
verh.
Perseval, Thomas, Sohn des Bürgermeisters Johann Pertzeval

7) von Schepenstede, NN.
verh.   mit:
von Warendorp, Heinrich;  (v.Melle, S.115)

fraglich :

8) von Schepenstede, Catharina
erw. in Lübeck 1396
verh.
Niebur (Nyebur), Johannes, Ratsmitglied in Lübeck 1386 – 1399,
Bürgermeister bereits 1393 (Lutterbeck 165 /S.316)

nach v.Melle S.115 Tochter von Johannes. Nach Lutterbeck ist sie die Tochter
von Everhard Schepenstede, Witwe des Thidemann Mornewech.

 

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Bau- und Kunstdenkmale, Bd. IV 1, S.94

Der Moor- oder Schepenstede – Altar.
Am 22. Juli 1380 verfügte der Ratsherr (1350-88) Johann Schepenstede:

„Primo sciendum, quod ex parte domini mei (d.h. meines Schwiegervaters) Hinrici Moor pie memorie habeo 100 mr. Lub. ad usum altaris in ecclesia 3. Katherine fundati, volens, quod de bonis meis tantum addatur dicte pecimie, quod cum ipsa septem marcarum redditus perpetui comparentur, de quibus fratribus ibidem annuatim dentur 4 floreni Lub., pro quibus memoria animarum Hinrici Moor, domine Berten sue uxoris et Ghertrudis mee uxoris felicis recordacionis et mee perpetuis temporibus de ambone et in missis, que in dicto altari celebrentur, peragere debebunt, et cum residuo dictarum septem marcarum preparamenta missalia et linninaria dicti altaris servari debeant et meliorari et memoria dictorum Hinrici Moor, domine Berten uxoris sue et Ghertrudis mee uxoris et mee in anniversariis nostris cum missis et vigiliis tamquam corporaliter presentes essemus, fideliter deinde peragantur”  (St.-A., Testamente – Urschrift ).

(Zuerst ist zu wissen, dass ich habe von Seiten meines Schwiegervaters Heinrich Moor frommen Gedenkens 100 mr Lübisch zum Zwecke des Altares in der gegründeten Kirche St. Katharinen, Wollend, dass von meinen Gütern soviel dem besagten Gelde hinzugefügt würde, dass mit jenem eine ständig wiederkehrend Rente von sieben Mark geschaffen wird, aus welchem den Brüdern dort alljährlich 4 lübische Gulden gegeben werden …… )

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Ratslinie (367) Johann Schepenstede                                             Ratsmitgl. 1350 – 1388

Seit 1375 Vorsteher der St. Petrikirche, 1367 Kämmereiherr, 1365 lüb. Kriegshauptmann im Kriege gegen König Waldemar. 1370 u. 71 in Novgorod, um die Skra zu revidieren. Er vereinbarte einen Vertrag zwischen den überseeischen Städten und den Novgorodern, der aber von den letzteren nicht ratifiziert wurde. Auf den meisten Hansetagen 1368 bis 1388 vertrat er die Stadt. 1361 geriet er in finanzielle Schwierigkeiten, die aber durch die reichen Mitgiften seiner zweiten und dritten Ehe beseitigt wurden. Er wurde nun einer der vermögendsten Männer Lübecks. Von Eberhard Wesselers Erben erwarb er 1376 das halbe Dorf Niendorf und Reecke, von Marquard von Crummesse die Hälfte des Dorfes Groß Schenkenberg, im Jahre darauf, gemeinsam mit Eberhard Paal, auch die andere Hälfte, 1382 ein Gehölz bei Schenkenberg. Dem Rate der Stadt Lüneburg gab er 1378 ein Darlehn von 1000 Mark Lüb. Pf.- .  Er war ein Sohn des Ratsherrn gleichen Namens (322). Verheiratet in erster Ehe mit einer Tochter des lüb. Bürgers Hinrich Mor (Mohr); in zweiter Ehe mit Adelheid, Witwe des Bürgers Ludbert Warendorp, eines Sohnes des Ratsherrn Hermann Warendorp (345); in dritter Ehe (nach 1350) mit Margarethe, Tochter des sehr reichen Bürgers Wilhelm Warendorp, eines Sohnes des Ratsherrn Bruno Warendorp (394). Eine Schwester seiner dritten Ehefrau war mit dem Ratsherrn Jakob Pleskow (373) verheiratet. – Sein 1380 errichtetes Testament ist abgedruckt bei Melle, Notit . majorum S. 98. Bis 1341 bewohnte er das Haus Mengstraße 18, danach das Haus Königstraße 75.

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Lutterbeck   204  / S.360:

Ratsmitglied:   1350 – 1388

Aufgaben und Funktionen:    Vertreter des Rats auf Städte- und Hansetagen in Lübeck (1368 – 1371, 1380 – 1388, insgesamt 10mal), Rostock (1368), Stralsund (1371, 1382) und Wismar (1382). 1370 / 1371 bei Verhandlungen in Dorpat. 1373 nach Nowgorod entsandt. Befehlsheber im Krieg 1368/69. 1383 Vorsteher der Petrikirche

Bürgerrechtserwerb:

Wirtschaftliche Verhältnisse:

Tätigkeit und Vermögenslage:           Flandernfahrer. Beteiligt sich 1352 und vor 1357 an Handelsgesellschaften. Wird 1368/69 mit Wachs im Wert von 300 m.d. in den Pfundzoll-Listen aufgeführt. Schuldet 1377 der Stadt 400 m. Hohlpfennige und weitere 30 m.d. Erhält 1377 eine Rückzahlung von 800 m.d. aus einem Darlehen an die Stadt Lüneburg und erschein dort 1378 als Gläubiger eines Darlehens von 1000 m.d. Besitzt 1380 mindestens  48 m.d. Wicbelde-Rente . Erwirbt 1381 für 300 m.d. in Lüneburg 30 m.d. Rente  und 1388 für 100 m.d. noch weitere 10 m.d. Rente.

Grundbesitz in Lübeck:          …s.S. 362

Wohnhaus: Königstr. 75 (JohQ 868)

Sonstiger Besitz:

Stiftungen:      Stiftet eine Vikarie in der Jacobikirche. Setzt im Testament  1380 für einen Altar in der Katharinenkirche  100 m.d. und für die Memorien 7 m.d. Ewigrente aus , vermacht der Katharinenkirche , wo er neben seiner Frau begraben werden will, 20 m.d., der Petrikirche 20 m.d. und den Konventen je 2 m.d. und verfügt außerdem, mit 100 m.d. im ersten Jahr nach seinem Tod Memorien abzuhalten.

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