2.353.780. von Schepenstede, Johann

von Schepenstede

22. Generation

2.353.780.       von Schepenstede, Johann
Sohn von Johann von Schepenstede, Bürger zu Lübeck
Ratsherr (1322-1340) zu Lübeck; seit 1330 Vorsteher der Marienkirche, deren bronzenes
Taufbecken er 1337 gemeinsam mit Eberhard von Alen stiftete.
gest. Lübeck 1340 (St. Jac.)
verh. Lübeck
2.353.781.      Morkerke 1, Gesche (Geseke, Grete)

Kinder:
1) von Schepenstede, Johann; gest. Lübeck, (in pestilentia) 10.08.1388
verh. 1. Ehe Lübeck 1347
NN., Adelheid
verh. 2. Ehe Lübeck 1349 mit
Mohr (Moor), Gertrud
gest. Lübeck 1350 an der Pest, zusammen mit ihrer Tochter Taleke
verh. 3. Ehe Lübeck nach 1350
1.176.891. von WarendorpMargarethe; gest. Lübeck nach 1416

2) von Schepenstede, Eberhard
„welcher im Jahr 1353 als seine Frau Gese, die Tochter des Conrad
Cleindenst und Witwe des Wiggeri Darzowen heimführte“ (v.Melle)
verh.  1353
Cleindenst, Gese, Tochter des Conrad Cleindenst
sie verh. 1. Ehe
Darzow, Wiggeri

3) von Schepenstede, Mylius od. Aemilius,
„heiratete Eva von Alen“ (v.Melle)

4) von Schepenstede, Adelheid (Alheyd / Taleke)
„Nonne im Neuen Kloster 1341“ (v.Melle)

5) von Schepenstede, Windelburg / Windelke
„Nonne im Neuen Kloster 1341“ (v.Melle)

6) von Schepenstede, Margareta (Margarete / Greteke)
„Nonne im Neuen Kloster 1341“ (v.Melle)

7) von Schepenstede, Heilwig (Heyle, Heylewig)
„Ehefrau des Luder Moor, die nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1380
ihr Testament aufsetzte „ (v.Melle)

8) von Schepenstede, Catharina
Frau des Albert Westfal, die nach seinem Hinscheiden im Jahr 1387
ihren Mann überlebte“ (v.Melle)

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Ratslinie (322) Johann von Schepenstede                                      Ratsmitgl. 1322 – 1340

Seit 1330 als Vorsteher der Marienkirche genannt, deren bronzenes Taufbecken er 1327 (!) gemeinsam mit Eberhard v. Alen stiftete. 1338/39 kaufte er das Dorf Offendorf. Sohn des gleichnamigen Lübecker Bürgers, verheiratet mit Gesche Morkerke, des Lübecker Bürgers M. Tochter. Wohnte 1n dem 1317 erworbenen Hause Schüsselbuden 14.  Wappen: Lüb. Bürgersiegel III,24.

(327) Seine Witwe kauft 1341 zusammen mit Ratsherrn Johann Constantin für 700 Mark das Dorf Offendorf..

Wappen: Lüb. Bürgersiegel III, 24 : schildförmig; der Schild ist durch Spitzen, die in ein Kleeblatt endigen, geteilt, nach oben zwei, nach unten eine, die obere Hälfte ist weiß, die untere rot.

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Bau- und Kunstdenkm. Bd. III 2, S. 526

Wappen Schepenstede: In eine nach unten und zwei nach oben gerichtete, kleeblattförmig endigende Spitzen geteilter Schild.

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Im St. Annenmuseum – Lübeck befindet sich ein von ihm und Evert von Alen (gest. 1342) gestifteter Leinenvorhang mit den Stifterwappen mit Fabelwesen und heraldischen Tieren, (Weißstickerei mit Spuren farbiger Wolle) aus dem Anfang des 14. Jahrhunderts, Lübeck. (Farben des Schepenstedeschen Wappens –links- umgekehrt.)

 

 

 

 

 

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Lutterbeck  203 / S.359 :

Ratsmitglied:   1324 – 1340

Aufgaben und Funktionen:    1330 Vorsteher der Marienkirche

Wirtschaftliche Verhältnisse:

Tätigkeit und Vermögenslage:           Beteiligt sich 1320 zur Hälfte an einer im Niederstadtbuch eingetragenen Handelsgesellschaft. Erscheint im Niederstadtbuch zunächst vorwiegend als Schuldner, wird aber seit 1334 nur noch als Gläubiger aufgeführt.

Grundbesitz in Lübeck:          verkauft 1305 mit seinem Bruder Hinrik Fischstr. 9 (MarQ 98) und An der Untertrave  40 (MMQ 644a). Erwirbt 1309 mit seinen anderen Brüdern von der Witwe seines Bruders Hinrik Johannisstr. 12 (JohQ 6) und überläßt den Besitz 1317 den Brüdern. Erwirbt 1317 Schüsselbuden 14 (MarQ 195). Erwirbt 1330 Breite Str. 19 ((JacQ 779) und verkauft 1335. Erwirbt 1338 Aegidienstr. 27 (JohQ 667). 

Wohnhaus: seit 1317 Schüsselbude 14 (MarQ 195)

Sonstiger Besitz:        Erwirbt 1339 für 470 m.d. das Dorf Offendorf.

Stiftungen:      1337 an der Stiftung des Taufbeckens in der Marienkirche beteiligt

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v.Melle, S. 130: Familie Schepenstede :

Als Senator starb Johannes Schepenstede im Jahr 1388. Als Vater hatte er mit gleichem Namen JOHANNES Schepenstede (der Sohn des JOHANNES und ein Bruder des Heinrich) x)[1], der sich in gleicher Weise an der Würde eines Senators in Lübeck erfreut hat und im Jahre 1340 starb. Sein Wappen xx) [2]  und Name wird bis zum heutigen Tage aufbewahrt auf der besonderen Taufe in der Kirche der seligen Maria; sein eigener Name und der seines Gefährten Eberhard von Allen, auf deren Befehl im Jahr 1337 sie in Erz gegossen wurde. Die Inschrift ist teils in lateinische Sprache, teils in der Knechtsprache (Plattdeutsch) geschrieben und lautet wie folgt:

„IM JAHR DES HERRN 1337 AM 7. JUNI IST VOLLENDET DIES GEGENWÄRTIGE WERK. MARIA SEI GNÄDIG ALLEN EHELEUTEN UND HERRN EVERT von ALLEN, DER DU DIE MARTER GELITTEN HAST, SEI GNÄDIG HERRN JOHANN VON SCHEPENSTEDE. MARIA VERSAGE NICHT DAS HIMMELREICH DURCH  DEINE TREUE DEM DIENER DARTWIK. CHRISTUS VERGIB ALLE MISSETAT DEM, DER DIES BRONCEWERK GEMACHT HAT, HANS APENGETER WURDE ER GENANNT UND WAR GEBOREN IM SACHSENLAND.“

 

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Bilder:

1. Taufbecken  in der Marienkirche zu Lübeck
2.  do. Ausschnitt
3. Leinenvorhang
4. Wappen

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[1] x) „Bürgerbuch zum Jahr 1305: Johannes, der Sohn des Johannes von Schepenstede, kaufte von seinem Bruder Heinrich usw.“

[2]  xx) Einzelheiten seines Wappens sind durchaus vorhanden: Der obere Teil ist golden, der untere ist rot. Es kommt ein metallener Speer herab mit drei Herzchen in der Art eines auseinandergenommenen Dreiblatts, mit einem Giebel versehen; und aus dem unteren Teil steigen zwei Speere nach oben, gleicherweise mit einem Giebel versehen.