1.102.von der Schulenburg 1, Daniel II.

von der Schulenburg

11. Generation

1.102.           von der Schulenburg 1,  Daniel II.
Sohn von Joachim IV. von der Schulenburg, Erbsasse zu Sandau, und Sabine geb. Retzlau.
Oberamtmann zu Nienover; Erbsasse zu Uslar und Verliehausen.  (Q.1)
geb.  Berlin 08.11.1613;           get.  Berlin, (St.Marien) 11.11.1613;
gest.  Nienover 07.05.1692

1.102. v.d.Schulenburg 1, Daniel II. get. Berlin, (St.Marien) 11.11.1613

 

Überlebt 1630 die in Berlin wütende Pest, der die meisten seiner Geschwister sowie seine Mutter zum Opfer fallen. – Der Bruder seiner Mutter, der Berliner Bürgermeister Heinrich RETZLAU, nimmt sich des Waisenknaben an, bis Ende 1636 schwedische Truppen vor der Stadt lagern. Ein schwedischer Oberst nimmt ihn als Volontär mit, und als Daniel im Gebiet der mittleren Weser zurückbleiben muß, wendet er sich an den Herzog von Braunschweig mit der Bitte um eine Anstellung. Er erhält am 24.7.1639 das Amt eines Stadtvogt in Holzminden und heiratet dort (?) 1642. (In 1.Ehe).Er erwirbt dort als Amtmann und ab 1656 als Oberamtmann in Nienover ein beträchtliches Vermögen und kauft 1660 einen Sattelhof in Uslar, dazu 2 weitere Höfe in den benachbarten Dörfern Schöningen und Berlichhausen (Verliehausen !). Er siegelt seine Berichte an Herzog August von Braunschweig mit dem gevierten schulenburgischen Wappen und den Buchstaben “D.S.” neben der Helmzier. Von seinen vier Ehen sind nur die ersten beiden mit Kindern gesegnet. (Q.7)
1639, 24.7. zum Stadtvogt und Zollverwalter in Holzminden ernannt.
1656 ernannt zum Fürstl.- Osnabr.- Braunschw.- Lüneb. Amtmann,
bis 1683 Oberamtmann in Nienover. (Q.1)
1653 in der LP seiner 1. Ehefrau genannt als “Daniel SCHULENBURG, fürstl. braunschweig-lüneburg. Amtmann zu Holzminden.”  (Q.2)

1656 – zur Zeit seiner Verlobung / Hochzeit wird er als “Herzoglicher Kammerjunker” bezeichnet. Beste erwähnt ihn in Bezug auf seinen späteren Schwiegervater SPECHT: “Seine (SPECHT’s) Tochter war mit dem Herzoglichen Kammerjunker von der SCHULENBURG verlobt. Letzterer wollte das Bündnis aufheben. Der gekränkte Vater wandte sich an den Herzog AUGUST und machte durch seine ganze Persönlichkeit einen solchen Eindruck, dass der Herzog nicht nur den Kammerjunker zur Treue bewog, sondern auch acht Tage darauf den Christoph SPECHT zum ersten Geistlichen des Landes berief.” (Q.5);

1658, nach dem Tode der Schwiegermutter SPECHT, geb. GATZEMEYER, (Chr. SPECHT + 1657), nahm Daniel Schulenburg die 13jährige Schwester seiner Frau, Anna Rosina SPECHT, mit in seinen Haushalt auf (bis zu ihrer Heirat 1671). In der LP für A.R.SPECHT heißt es: “… hat wegen Ihrer Gottes=Furcht Geschicklichkeit und guten Conduite, jedermann / und absonderlich Ihr Herr Schwager HERR Daniel SCHULENBURG / damahls Hoch=Fürstl. Ambt=Mann zu Niennover eine so gute Meynung von derselbigen gefasset / daß er Sie gern und willig zu sich genommen: Da Sie dann / in die 14. Jahre / dessen Ehe=Liebsten / Ihrer Seel. Frau Schwester / bey dero vielfältigen Leibes=Schwachheit als eine Rechte Hand gewesen / und mit derselben Gutes und Böses außgestanden. Welches nicht allein die Seel. Frau Ambt=Männin / noch kurz vor ihrem Ende / mit verheissender Danck=Erkäntligkeit / höchstgerühmet sondern auch der Seel. Herr Ambt= Mann selbsst / deswegen / auff Sie und die Ihrigen / eine sonderbare Freundschaffts = Affection geworffen / und/ biß an seinen Abschied darinnen continuieret: Wie nicht weniger dessen gesambte Kinder / so jetzo mit einander / GOTT Lob / in glücklichen Ehren= und Wolstande sitzen / die Seel. Frau / als eine leibliche Mutter geliebet geehret und hochgehalten.” – Die Hochzeit mit Georg RICKEN fand Anno 1671,”.. den 17.Junij, ejusdem Anni… auff dem Hoch=Fürstl. Ambts=Hause Niennover ..” statt.;(Q.6)

1689 – Kopfsteuerbeschrbg. Teil 10. S.84, Amt Uslar, Auswärtige:
„Amtmann N. SCHULENBURG zu Uslar, bewohnt ein Rittergut (o.A.) (9 Gr.) oo N.N. (o.A.) Tochter N. (o.A.).Aufwärter Henrich Christian N. (9 Gr.). Großmägde: Marie N. (12 Gr.), Christina N. (12 Gr.) – (6).Dessen Gesinde zu Relliehausen: Großknecht Christoph N. (1Th.) oo Elisabeth N. (12 Gr.), Schäferknecht Jacob N. (1 Th.) oo N.N. (12 Gr.),Mittelknecht Johann N.(27 Gr.) Großmagd Anna Trina N. (12 Gr.) – (6).
– Anm. 10: 1686: Daniel SCHULENBURG oo Anna Catharina von LÖWENSTEIN; Kinder 1686: Christoph Hermann, Dorothea Christina. Namentlich aufgeführtes Gesinde 1686: Ackerknecht, Schäferknecht,  Sommerschäfer oder Junge, Mittelknecht, 4 Mägde, Schäferknechts Frau, Ackerknechts Frau.“

– S.92 Schoningen: SCHULENBURGS (vgl.Anm.10) Halbmeiergut (40Mg.3 Th.12 Gr) ; Knechte: Jürgen N. (1 Th.) oo N.N. (12 Gr.), Christian N. (1 Th.), Großmagd Anna N. (12 Gr.) – (4);-

– S.96 Verliehausen: Amtmann SCHULENBURGS Gut (43 Mg.3 Th.24 Gr.). Die Schäferei gehört ihm auch und ist bei seinem Rittergut beschrieben. Schäferknecht N.N.(1 Th.)oo Anna N.(12 Gr)(2) –

– S.149 Stadt Uslar: Amtmann SCHULENBURGS Land (0.Mg.;1 Th.,12 Gr.).   (Q.3).

In der LP seines Sohnes Christoph Hermann genannt als “Herr Daniel SCHULENBURG / Fürstl. Braunschweig. Lüneburg. Ambtmann zu Nienover und Erbsasse zu Ußlar und Farlichausen” (Q4)

verh. 1. Ehe Hameln, (St.Nicolai), (8.10.?) 08.11.(R6601)1642
Cropp, Elisabeth
Tochter des Otto Cropp, Canonicus und Senior des Stifts St. Bonifatius zu Hameln und Catharina von Förgel (von Fergel)
geb. Hameln 1618;   gest. Holzminden 11.05.1653;
begr. Holzminden, (i.d.Kirche) 19.05.1653

verh. 2. Ehe Holzminden 20.05.1656
1.103.           Specht, Anna Dorothea
Tochter von Christopherus Specht, General-Superintendent; und Dorothea Gatzemeyer
 geb. Uslar um 1630;
gest. Nienover 21.11.1672;                 begr. Schönbogen 02.12.1672

verh. 3. Ehe Schönhagen 17.06.1674
Cropp (Kropp), Marie Gertrud
Tochter des Fürstl. Amtmannes Johann Krop (Knopf ?) zu Münden.
geb.                              gest.   27.10.1674

verh. 4. Ehe Uslar 17.02.1685
von Löwenstein, Anna Catharine
“aus einem adeligen Geschlecht in Schottland”
geb.                              get.
.          sie verh. 1. Ehe mit
.          Ebeling, Conrad 
.          Fürstl. Braunschw.-Lüneburgischer Amtsschreiber zu Harste.
.          geb.             gest.  vor 17.02.1685

Schloss Nienover

 

 

Nienover – 1603

 

 

 

 

 

 

Schoningen 1603

Schloss Nienover

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Kinder aus 1. Ehe:
lt. LP der Mutter Elisabeth geb. Cropp (+ 1653): 7 Kinder, 4 Söhne, 3 Töchter; davon leben 2 Söhne, 2 Töchter
Namen sind nicht genannt; der jüngstgeborene Sohn starb gleich nach der Taufe und
wird mit der Mutter in einem Sarg begraben. (Roth R 6601)

davon:
1a) von der SchulenburgHeinrich Christoph
geb.    1649
gest.    1712

Kinder: aus 2. Ehe
1) von der Schulenburg, Christoph Hermann; Amtmann zu Westen /Aller.
geb. Holzminden 28.06.1657; gest. Westen, Aller 14.01.1709;
begr. Westen, Aller 02.02.1709
verh.  Uslar 06.10.1687
Ludowig, Sophia Elisabeth; gest. nach 1709
.

2) von der Schulenburg, Johann Ernst; Konsistorialrat; geb.  1659; gest. 1732
”aus Nienover/Solling; Studium der Theologie in Jena und Helmstedt;
1680 Pfarrer zu Helsdorf im Calenbergischen; 1692 Pfarrer an St. Blasii
in Braunschweig;
1703 Oberhofprediger und Konsistorialrat in Quedlinburg u. ab
1718 , 4. Jan.  Erneuerter Adelsbrief für den Consistorialrath Johann Ernst v.d.Schulenburg dur Kaiser Carl VI.
1722 auch Superintendent”
http://thesaurus.cerl.org/record/cnp00414010)

3) von der Schulenburg, Anna Margaretha
geb.   (1664)
gest.   1673 – 9 Jahre alt

4) von der Schulenburg, Dorothee Christiane; geb. Nienover 1670;
gest. Uslar, (um Ostern)   .04.1701
verh. (nach 7.5.)   .05.1692
FreyenhagenJohann Daniel; Kaufmann; geb. Uslar 06.03.1670;
get. Uslar 16.03.1670;
gest.  Uslar, (Weihnachten)   .12.1696

5) von der Schulenburg, Christian Christoph; Lic.theol.; gest. nach 1709

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Quellen:
1. AL Ad.Becker;
2. LP Roth R.6601 (für Elisabeth Cropp, + 1653);
3. Kopfsteuerbeschreibung, 1689, Teil 10, S.84,92,96,149;
4. LP für Christoph Hermann Schulenburg, + 1709; (Kopie);
5. Joh. Beste: “Geschichte der Braunschweigischen Landeskirche von der Reformation bis auf unsere Tage”, 1889;
6. LP für Anna Rosina Specht, verh. Ricken, +1695; (Kopie);
7. AL Hoppe, nach ”Stammtafel u. Geschichte des Geschlechts von der Schulenburg 1237-1983″;
8. Das Geschlecht der von der Schulenburg. von Johann Friedrich Danneil, 2. Band, Salzwedel 1847