4.598. Störning, Thomas

Störning

13. Generation

Thomas Störning

          Thomas Störning

4.598.             Störning, Thomas  
Sohn von Heinrich Störning, Ratsherr in Lübeck, und Catharina Bussmann 1.
Universität Siena 02.03.1593, Ratsherr 1619, seit 1636 Kämmereiherr (Fehling 742).    Großkaufmann in Tuchen nach Schweden.[1]  er gehörte  zu den Großlieferanten, die 1634 an die schwedische Armee für 20.000 Taler grobes Tuch liefern mußten.
Epitaph in der Marienkirche (BKL II/355), beim Luftangriff Palmsonntag 28./29.03.1942 verbrannt.

geb.  Lübeck 26.03.1571
gest. Lübeck 21.10.1641
verh. Lübeck um 1598
4.599.             Wibbeking, Elisabeth
Tochter von Joachim Wibbeking,  Ratsherr, Kaufmann, Reeder und Spanienfahrer in Lübeck, und Margarethe Schulte 3 aus Hamburg.
geb. Lübeck um 1575
(s.BKL II 419)

Kind:
1) Störning, Catharina
verh. Lübeck   .05.1625
Plönnies, Jürgen (Georg); Kaufmann; geb. Lübeck um 1600;
gest. Lübeck 1634

 

 

Bau- und Kunstdenkm. Bd. II, S.103 :
In drei Rentebüchern und einem Hauptbuch des Kirchenarchivs (der Petrikirche) sind auf den ersten Seiten in bunter Behandlung mit teilweise reicher Vergoldung die Wappen der Kirchenvorsteher aus dem Zeitraum von 1563 – 1827 mit beigeschriebenen Namen und Jahreszahlen verewigt.

- Im 1610 begonnenen Rentebuch wird das Wappen von (24) Thomas Störningk 1633 abgebildet.

Ratslinie (742) Thomas Störning                                                      Ratsmitgl. 1619 – 1641
1619 Ratsherr. Seit 1636 Kämmereiherr. – Sohn des Ratsherrn Heinrich Störning (700). + 21. Okt. 1641. Epitaph in der Marienkirche (L.Bau.-u.K.-D.II.355).

 

Bau-u.Kunstdenkm.,S.355


1647 wird vom Testamentsvollstrecker die Gebühr
für das Epitaph in der Marienkirche bezahlt. (Q

 

Epitaph Thomas Stoerning

 

Aufzeichnungen Adolph Becker, Hannover 1934:

“Thomas Störning; Ratsherr und Kämmereiherr zu Lübeck.
In Lübeck am 26.3.1571 geboren als Sohn des Lübecker Ratsherrn Heinrich Störning und Enkel des aus Rendsburg in Lübeck eingewanderten Claus Störning. Er wurde am 9.12.1619 Ratsherr und 1636 Kämmereiherr zu Lübeck. Verheiratet war er mit Elisabeth Wibbeking, Tochter des Lübecker Ratsherrn und Kämmereiherrn Joachim Wibbeking (* Lübeck 28.10.1541, + Lübeck 5.8.1628). Er starb in Lübeck am 21.10.1641.

Sein Epitaph wurde 1647 von dem Bildhauer Jacob von Sandten angefertigt und an der Nordseite des 5.ten Nordpfeilers in der Marienkirche aufgehängt, nachdem die Gebühr für den „Zulass des Epitaphia“ mit 60 Mk bezahlt war. An dem Epitaph befindet sich zu oberst das von 2 kleinen Engeln gehaltene Störning´sche Wappen: Im blauen Schilde ein von 3 silbernen Storchköpfen begleiteter roter Sparren. Auf dem sich vergoldeten Stechhelm ein silberner Storchkopf zwischen zwei mit einem roten Sparren belegten goldenen Flügeln. Helmdecken: rot und gold. Darunter befindet sich die Inschrifttafel und der Porträtkopf in einer von Figürchen und Engelsköpfchen belebten Umrahmung. Die lateinische Inschrift (goldene Schrift auf schwarzem Grunde) lautet ins Deutsche übertragen:

„Hier ruhen die Gebeine eines hochberühmten und sehr klugen Mannes, des Herrn Thomas Störning, dieses Staates Senator und sehr angesehener Kämmerer, welcher im Jahre des Heils 1641 am 21. Oktober gestorben ist, nachdem er 70 Jahre, 6 Monate, 26 Tage gelebt hatte.“

Bei dem Epitaph befand sich früher der 1636 von Thomas Störning der Marienkirche verehrte doppelarmige messingne Leuchter, welcher 1868 dort fortgenommen und in den Senatsstuhl versetzt wurde, wo er sich noch heute befindet. Derselbe zeigt als hinteres Stück eine beiderseits in Vohrten auslaufende Ranke. Die beiden Querarme entsprechen in ihrer Grundform der Renaissance Zeit und hängen an einer mittleren Kugel, die vorne die Aufschrift trägt: 

Her Thomas Storninck Anno 1636.

und gekrönt wird von einer die Wappen des Ratsherrn und seiner Ehefrau Elisabeth geb. Wibbeking umrahmende Kartusche. In seinem Testament vom 4.5.1641 bestimmte er jährlich 8 Mk zur Beschaffung zweier 3 ½  pfündiger Lichter für seinen „messings Arm mit zweyer Leuchtern auffwert meines Begrebnis an den Pfeilern“. -     (St.-A. Testamente)

In den Lübecker Bau- u. Kunstdenkm., S.419 wird darüber berichtet:

Im St. Annen-Museum in Lübeck befindet sich eine für das St. Annenkloster gestiftete silberne schwach vergoldete Weinkanne in Form der Spätrenaissance. Sie trägt die Inschrift: 

„Anno 1614 den 14 Novemb.is disse Khanne von dem erbaren Claus Poppinck, Thomas Stornick, Joachim Wibbeking unde Friederich Storninck dem blode Jhesu Christi in S. Annenkloster zu Ehren vor eret worden.“

Auf der Bauchseite sind die Wappen der 4 Stifter eingraviert worden. Thomas Störning war der Schwiegersohn von Joachim Wibbeking, Claus Poppinck war der Schwager von Thomas St., mit dessen Schwester er verheiratet war.  ”

- Unter dem unteren Rande der Kanne ist eingegraben:
- DE KHAN WICHT MIT DEM LEFEL (!) 85 LOT 1.9: (= 1246 Gramm)
- Lübischer Silberstempel; Meisterzeichen : ein Baum.
- Die Kanne ist 33 cm hoch und 1205 Gramm schwer. Auf dem Fuße wechseln drei - plastisch gebildete Rumpfe ab mit getriebenen Fruchtstücken und Kartuschenumrahmungen. Der Griff und der in einem Tierkopf endigende Ausguß sind geschuppt.
- Den Deckel schmückt als Hochrelief St. Anna selbdritt mit der Klostermarke inmitten eines getriebenen, aus Cherubimköpfen und Früchten zusammengesetzten Kranzes.
- Letzteren umgibt die Inschrift.
- (abgebildet:Bau- u. Kunstdenkmäler, Bd. IV1; S. 310)

Rechtsfälle, die Thomas Störning betreffen :

http://www.stadtarchiv-luebeck.findbuch.net/php/rech_print.php?ve_id=345953

Tektonik: 03 Behörden bis 1937
03.02 Gerichte und Rechtspflege
03.02-1 Gerichte bis 1879
03.02-1.3 Gerichte 3. Instanz
Bestand: 03.02-1.3/1 – Reichskammergericht
Klassifikationsgruppe: 6. Signaturen R-U

S 060 – Christopher Werner (Warner), Prokurator am Niedergericht zu Lübeck, als Bevollmächtigter des Gotthard Schliebus (Schlebusch) und des Caspar Scholten (Schultze), Weinhändler und Bürger zu Köln (Kläger vor dem Obergericht)

Bestellsignatur: Reichskammergericht – S 060
Datierung: 1605 – 1629
1.1 Signatur AHL: S 060
1.2 Signatur Generalrepertorium: S 3210
2. Kläger; Antragsteller; Nebenkläger beim RKG: Christopher Werner (Warner), Prokurator am Niedergericht zu Lübeck, als Bevollmächtigter des Gotthard Schliebus (Schlebusch) und des Caspar Scholten (Schultze), Weinhändler und Bürger zu Köln (Kläger vor dem Obergericht)
3. Beklagter; Antragsgegner; Nebenbeklagter: Thomas Störning, Ratsherr, und Thomas Hebbens als Vormünder der Kinder aus der Ehe des Claus Pöpping, Weinhändler und Bürger zu Lübeck, mit Elsebe Störning in Lübeck (Beklagter vor dem Obergericht)
4. Prokuratoren: Kläger: Johann Friedrich von Broich, Dr.
Beklagter: Peter Paul Steuernagel, Lic.
5. Streitgegenstand: Appellationis;
Arrest der Güter in einem Streit unter den Gläubigern des Claus Pöpping um die Priorität ihrer Forderungen, insbesondere um eine Forderung von 1633 Reichstaler der Kölner Kaufleute und um eine Forderung von 10.000 Mark der Kinder aus der ersten Ehe des Claus Pöpping aus einem Abteilungs-Vertrag; Einrede der Kölner Kaufleute, daß dieser Vertrag nicht vorschriftsmäßig vom Rat bestätigt wurde und daß die Kinder bereits das ihnen Zustehende erhalten hätten
6. Instanzen: 1. Niedergericht 1624-1625
2. Obergericht 1625
3. Reichskammergericht 1626 (1626-1629)
7. Darin: Abteilungs-Vertrag von 1605, mit einer Verpfändung aller Güter des Claus Pöpping, eingetragen ins Niederstadtbuch (Acta priora, o.Bl., Beilagen B und E)
8.1 Umfang (cm): 3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


[1]  Kjellberg, Sven T., Ull och Ylle, Diss. phil. Lund / 23 (Sta.Bi. Hamburg), S. 92

Freie Übersetzung aus Kjellberg, Sven T. Ull och Ylle; Diss. phil. Lund / 23 (Sta.Bi. Hamburg) S. 92
Import:
Die Produktion im Lande war durch den Tod Gustav II. Adolfs unbedeutend geworden, nur noch Handschuhfabriken in Jönköping und Arboga fabrizierten. Obwohl die Vorstände, Bürgermeister Peder Gudmundson und Fabrikant Hans Hansson Leffler sehr treibende Vorstände waren, konnte man trotzdem nicht die großen Mengen Wolltücher anfertigen, die Aufrechterhaltung der kriegsführenden Armee des Landes notwendig waren. Man versuchte in der Zukunft soviel wie irgend möglich Kleider vom Ausland zu erhalten.
In der folgenden Zeit führte man sehr große Quantitäten Wollwaren ein. 1637 und 1649 verzollte man Kleider und „boj“ (Tücher ?) bis zu einem Wert von ca. 579.773 und 693.945 Taler, aber es wurden auch große Mengen hereingeschmuggelt, die überhaupt nicht zu erfassen sind. Eine merkbare Steigerung des Importes hatte seit der Regierung Gustav Adolfs begonnen. 1613 machte der Import gemäß Heckscher 17,4% aus bis 1637 und stieg dann bis 24%, der Höhepunkt welchen man zu der und der folgenden Zeit verzeichnete. (Anm. 32)

Aus derselben Quelle konnten wir in den folgenden Zeiten folgende Ziffern des Kleiderimports verzeichnen:
1640: 22,6%               1642: 17,5%               1645: 20%                  1649: 22%

1661: 17,8%               1662: 18%      und      1685: 14,2%

Anm. 32
Hans Bremer und andere Großlieferanten:
In der folgenden Zeit schien die Krone Handlungsgrundsätze zu veranlassen, welche unter Gustav Adolf begannen. Man hielt sich an eine kleinere Zahl Großkaufleute, mit welchen man einen Vertrag machte. Ein solcher war Marcus Werner, der 1634 verschiedene Arten Kleider und Seidentücher für mehr als 41.000 Taler Silbermünze lieferte und im folgenden Jahr für die (Kriegs-) Kleiderkammer für beinahe 55.000 Taler. Lorens Hartman, Johann Grossditz, Thomas Störniunk, Markus Steinmann, die lt. Vertrag mit dem Staat für 20.000 grobes Tuch (svenska alnar = ein schw. Maß) in gelb, blau und roter Farbe zu einem Preis von 4.1/2 Mark Silbermünze je alnar zu liefern hatten und weiter Lehusen, Maclier in Göteburg, Cronstierna in Riga aber allen voran um 1640 der Handelsmann Hans Bremer in Stockholm.