8.768. Voigt, Bruno

Voigt

14. Generation

8.768.  Voigt, Bruno; (Brun Voged)
Sohn von Kurt Voigt, Bürgermeister zu Quedlinburg.
Markgräflich Brandenburgischer Rittmeister
geb.
gefallen 09.07.1553 in der Schlacht von Sievershausen
begr.  Sievershausen, in der Kirche;
verh.  NN.

Kinder :
1. Voigt, Hermann
Rittmeister -
geb.          gest.
keine weiteren Kinder bekannt

Die Schlacht bei Sievershausen(1553)   (Q1)

Kirche Sievershausen

Kirche Sievershausen

“Die große >Schlachtung<, die hier >auff grauer heidt im freien feldt< zwischen Sievershausen und Arpke, >dises 1553. jars den 9.tag Julij zwischen dem Churfürsten Hertzog  Moritzen (von Sachsen) und Marggraff Albrechten von Brandenburg (-Kulmbach) sich zugetragen< und mit dem – wenn auch teuer erkauften – Siege des Kurfürsten und seiner Verbündeten endete, entschied letztlich über das Schicksal des niederdeutschen Protestantismus. An die Schlacht, in der von den etwa 40.000 Streitern beider Seiten mehr als 4.300 fielen oder tödlich verwundet wurden – darunter auf Seiten des Kurfürsten die beiden älteren Söhne Hz. HEINRICHS d.J. von Br.-Wolfenb., Philipp Magnus und Karl Victor, der junge Herzog Friedrich von Lüneburg und Kurfürst Moritz von Sachsen selbst – erinnert noch heute ein großes Gemälde in der Kirche. Wahrschein- lich entstand es bald nach 1600 unter dem Pfarrer Conrad Breiger. An der Süd-Seite des Gebäudes ist eine Schriftplatte eingelassen, die urspr. vielleicht den Sockel eines Reliefs mit der Darstellung der Schlacht gebildet hat. An der Stelle (am Rande des heutigen Dorffriedhofs) wo Moritz von Sachsen in dem Augenblick die tödliche Kugel empfing, als seine Nachhut unter Hans von Wulfen die siegreiche Wendung herbeiführte, wurde am 300. Jahrestag der Schlacht, >dergleichen in vielen Jahren keine in Deutschland geschehen<, ein Denkmal errichtet.”
Hz. HEINRICH von Wolfenbüttel unterstützte dann den Katholizismus gegen den Calvinismus in Calenberg-Göttingen unter ERICH II.

Der Hildesheimer Bürgermeister Joachim Brandis beschreibt in seinem Tagebuch die Schlacht von Sievershausen wie folgt:  (Q2)

Schlacht bei Sievershausen.
   1553.  .”…….
Wo nu die tydunge vor Swinfurt kumpt, dat marggrave hir im lande so hus holt, so rit h. Moritz van Swinfurt, darhen he vam camergerichte mit kais. mandaten geesket was, na dem lande to Mißen und / maket wach sin lantsaten und andere, sine hogesten macht die to brukende wedder den marggraven. So tuit och h Philips mit dem krigesvolke, so he vor Swinfurt gebracht, up strax na dem lant Saxen, und komen h. Moritz und h. Philips tosamde by Eimcke den sondach den
2 Julii. Och schicket dei lantgrave van Hessen darby twe fanen ruiter, dessulvigen glichen kumpt h. Hinrich mit sinen andern fonen h. Karolen darby. Folgendes dinsdages breken se up und liggen dei nacht to Grounde, den middewecken to Elfe, den fridach to Sarstede.
Juli 3.    Des mandages na Marie barganch, alse dei korfurste mit sinen vorwanten vor Eimeke uptuit, des sulvigen dages toich van dem Petershagen dei marggrave und lach dei nacht to Overenkerken, des dinsdage nacht tom Rodenbarge – by dem Stathagen, den middewecken by Hannover, den donnerdach by SIiken. Den fridach mangelden dei schutten tohope, aver dat water heilt sei vanander. Van Eimcke af schicket h. Moritz dem marggraven den feidebref. Dei
korfurste van Brandeborch und h. Johan Albert van Mekelenborch begerden van beiden deilen one guitlichen handel to vorgunnende, dat h. Moritz al annam aver dei marggrave afsloich.
Sondach den 9. Julii schach dei slachtinge vor Sivershufen to 3 jegen den avent betenget,
to 9 alles fullendet. Dei marggrave was des vorigen sunnavendes vor Hannover over de Leine getogen und wolde so den sondach vor Brunswich liggen. Dat wolde ome dei churfurste nich gestaden. Darumme toich dei churfurste to Sarstede up in der nacht jegen den sondach up Hottelen, Luinde, Sweichelde, dorch dei kalckulen und leide sich so vor den marggraven. Do geit it an ein slaent. Dar bliven up der walstede liggen h. Philips und Karel gebroder van Brunswich und darto vele vam adel und andere. Dei churfurste h. Moritz und h. Frederich van Luneburch,    sin fanenfuirer, werden beide geschoten, dat der van h. Moritz des folgenden dinsdages den
11 Julii im telte vor Sivershusen und h. Frederich itliche dage darna in got den hern beide vorscheiden. Dei marggrave, alse he vornimpt, dat up sine halve nein gewinst to vormoidende, dat dei churfurste beheilt dat velt, ritt he mit idlichen kloppren darvan na Hannover to. Negen retmesters sin up der walstede van des marggraven hupen gebleven, darunder sint gewesen Moritz Slegel, Levin van Hodenbarge, Joist Hake, Brun Voget, Gise van Mandelse, Johan van Valkenberch, Christoffer van Hanense, Philips van Mandelse und noch ein junker Christoffer
van Warbarge gefangen, Joist van Alten des marggraven lutenante gefangen, Jacob van Nurenbarge overster doit, noch drei retmesters gefangen:
Bartolt van Mandelse, Erenst van Alten und Erenst van Mandelse. Van des churfursten volke bleif up der walstede ein retmester mit namen Daniel van Hotzfelt, und 2 graven storven darna: Philips van Bichlingen und Otto van Ysenberch. Sunst storven darna utermaten vele to Hildesh., Brunswich, Hannover, Peine etc., dei in der slacht vorwundet woren, denne it was ein heite tyt, darto in anhafte der hundesdage. Up der walstede sind doit gebleven in dei 4000 und gegreppen 6000. Dei churfurste heft gehat  23 fanen ruiter und 29 fenlin knechte, dei marggrave 18 fanen ruiter / und 54 fenlin knechte. Hartzoge Hinrich lach up der walstede wante des donnerdages den 13 Julii, do togen dei Meisner mit dem doden churfursten, 13 fanen ruiter und 9 fenlin knechten na dem lande to Meißen. De andren kriegesluide togen na Heisede. Dar legen se wante den fridach, do s. Pantaleon den 28 Julii was, broken se up und togen na Wuntstorpe, kemen des mandages wedder to Bantelem to liggende und do vort des dinsdages up na der
Erichsborch. Dar schach nich den schanzent und scheitent, dat me de tyt so hen sleit. Vordrogen sich tosamde darsulvest hartzoch Hinrich und Erich gefettren van Brunswich und Luneburch, dat h. Erich wedder to sinen landen und luiden quam und he sich des marggraven enfloich.
Kortes hir bevoren vorsochte sich h. Erich an Gronaw, dat h. Hinrich in- / genomen und bestalt hadde mit knechten. Moste wiken und vorlos vele volkes darvor.
Dei marggrave is al dusse tyt sehr unledich, rit na Bremen, Luneborch, Brunswich, Hannover etc. Bewerbet ruiter und knechte, idoch mit dem voitvolche begift he sich tom latesten. Der ruiter bringet he tohope na velem arbeide 7 fanen, der 4 sich to Brunswich und 3 to Hannover vor samlet hadden.     ………”



1. Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands, 2. Bd., Nieders.+Bremen, Körner-Verlg., Stgt.,S.369/370;
2. Brandis: Joachim Brandis´ des Jüngeren Diarium, ergänzt aus Tilo Brandis´ Annalen. 1528 – 1609., S.84/85