1.144.480. von Waldenfels, Reiwin

von Waldenfels

21. Generation

1.144.480.   von Waldenfels, Reiwin
gest.  vor 1365
Ritter, erw. 1311 – 1348; kaufte 1316 von Berthold Graf von HENNEBERG das Schloß
“ze dem Hauge” (jetzt Burghaig, nord-westl. Kulmbach), baute um 1327 das
Schloß Wartenfels, das er 1330 dem Bischof von Bamberg zu Lehen aufgab.

verh.  mit NN.

Kinder:
1) von Waldenfels, Heinrich; Ritter;
gest. 28.07.1364
verh.
von HessbergElisabeth; gest.  (vermutl.) 10.08.1379

2) von Waldenfels, Friedrich

 

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http://atswartenfels.de/cm/index2.php?option=com_content&do_pdf=1&id=25.

Geschichte
Ritter Reiwin von Waldenfels gründet Wartenfels.
Erstmals schriftlich erwähnt wird Wartenfels im Jahre 1330.
In einem Lehensbrief vom 27. Juni 1330 bekennen Reiwin von Waldenfels und seine Söh-ne Heinrich und Friedrich, die
Burg zu Wartenfels und die dazugehörigen Güter vom Bam-berger Bischof zu Lehen zu besitzen. Sie erklären, dass sie die
Burg mit Gunst und gutem Willen (= Erlaubnis) des Bischofs Werntho, Erbschenk von Reicheneck (1328-1335), und
seines Vorgängers Heinrich von Sternberg (1324-1328) gebaut haben.
Mit der Gründung der Burg geben die Besitzer dem Bischof das Versprechen, ihm als treue Dienstmannen zu dienen und
ihm bei allen seinen Kriegen zu gewarten, also Lehensdienste zu leisten. Gleichzeitig müssen Reiwin und seine Söhne als
Lehensmänner dem Bischof als ihrem Lehensherrn das Vorkaufsrecht an der Burg einräumen. Dafür erhalten sie den Schutz
des Bischofs zugesichert.
In dieser Urkunde heißt es:
“Ich Reyweyn von Waldenfels und ich Heinrich und Friedrich seine Söhne, verjehen öffentlich mit diesem Brief, wann wir
mit Gunst und gutem Willen unseres lieben und gnädigen Herrn Werntho des Erwählten und Bestätigten zu einem Bischof
zu Bamberg und seiner Vorfahren und besunderlich Bischof Heinrich gebaut haben unsere Burg zu Wartenvels, die
mitsamten den Gütern, die dazu gehören von demselben unserm Herrn und seinem Gotteshaus zu Lehen gehen, haben
wir demselben Henn gelobt bei unserem Treuen an Eidesstatt, dass die Burg Wartenvels sein soll, unseres Herrn und
seines Gotteshaus offen Haus, dass wir zu allen Kriegen ihm und sein Gottes- haus von derselben Vesten gewarten und
getreulich dienen gegen jedermann als getreue Dienstmannen. So hat auch unser Herr uns geheißen, dass er uns sein
Gotteshaus und uns, unsere Erben an der Burg Wartenvels und den Gütern schirmen soll. Der Herr hat das
Verkaufsrecht, der Käufer der Burg sei der Dienstmann des Bischofs, oder anderer ehrba-ren Mann, muss mit der Burg
dem Bischof zu Bamberg gewarten und dienen, wie zu ver-sprochen ist.”
(Rechtschreibung teilweise belassen)
Als Zeugen sind Eberhard von Hohenberg, Schulmeister (Domscholastikus), Conradt von Breitenstein, Probst zu St.
Jakob, Chorherrn zu Bamberg, und die “vesten” Ritter Heinrich von Heymberg, Hofmeister, Wolfram von Truchseß,
Grundloch, Marschalk von Dietrichsdorff, genannt.
Reywein und sein Sohn Heinrich siegeln; Friedrich hat noch kein eigenes Siegel. Geschehen ist die Belehnung am
Montag nach dem Johannistag zu Sonnwende 1330. Der Aufbewahrungsort dieser Urkunde ist nicht bekannt. Ihr Text
findet sich aber inseriert (= eingesetzt) in einer Urkunde vom 7. Februar 1512 (Staatsarchiv Bamberg, Rep. A 90 / L. 511
Nr. 4248).
Wilhelm von Waldenfels, der als erster Familiengeschichtsforscher seines Geschlechts in den betreffenden Archiven an
den Quellen selbst arbeitete und dadurch viele Informatio-nen aus Urkunden und Aktenauszügen gewinnen konnte, ist in
einer Zusammenstellung (1910) über “Wartenfels -Lehen des Bistums Bamberg” der Meinung, dass zum Zeitpunkt der
Gründung der Burg eine Ortschaft Wartenfels wohl noch nicht bestanden habe, “da es im bischöfl. Salbuch heißt:
1332 Castrum dictum Wartenfels prope Steinach (= die besagte Burg Wartenfels nahe Steinach) und sonstwohl im
Bezug auf die Lage der Burg die Ortschaft Wartenfels erwähnt worden wäre. Die engere Bauzeit (der Burg) dürfte zwischen
1324 und 1327 fallen, da einerseits Bischof Heinrich II. erst 1324 die Erlaubnis geben konnte und er andererseits den
oben genannten Waldenfels unterm 12. März 1327 jährlich 20 Pfund Heller verspricht unter der Bedingung, dass sie ihm
und seinem Gotteshause / mit ihren Vesten / gehören und gewarten sollen.”
Nach Ansicht des Pressecker Heimatforschers Hans Zapf wurde die Warte am Fels auf der südlich gelegenen Anhöhe
eines Seitentales der Zettlitz im Jahre 1327 errichtet. In seinen “Beiträgen zur Geschichte der Pfarrei Wartenfels” (1985)
meint Zapf ferner: “Es ist nicht anzunehmen, dass hier, zwischen steinigen Steilhängen, bereits zu Beginn des 14. Jhs.
eine größere Frankenwaldsiedlung vorhanden war (= Dorf Wartenfels) , als die Ritter von Wal-denfels zu Wartenfels ihren
Stammsitz gründeten. Bei ihrer Existenzsicherung durch zins- -und fronpflichtige Bauern waren sie doch wohl in erster
Linie auf ihre Besitzungen der näheren und weiteren Umgebung angewiesen.”
Über Ritter Reiwin von Waldenfels, den Gründer von Wartenfels, finden sich zwischen 1311 und 1348 urkundliche
Nachweise. Sein Name taucht dabei in vielerlei Schreibweisen auf: Reiwin -Reibin -Reybin -Reywinus -Reiwein -Reywein
Reyweyn -Reinwein -Richwein -Ribein -Ribin -Riwinus -Rywein -Rywin.

Wenngleich es keine Unterlagen über seine Eltern gibt, so dürfte er doch zweifellos ein Nachkomme des Eberhard von Waldenfels sein, der 1248 als erster mit diesem Geschlechtsnamen urkundlich belegt ist. Es ist anzunehmen, dass die Wenngleich es keine Unterlagen über seine Eltern gibt, so dürfte er doch zweifellos ein Nachkomme des Eberhard von Ritter von Waldenfels aus dem Geschlecht der Förtsch von Thurnau stammen, dass Eberhards Vater Albert von Waldenrode genannt wurde und Marschalk des Herzogs von Meranien war. Jener Eberhard lebte auf der von ihm zwischen 1190 und 1240 errichteten Burg Waldenfels. 1260 hat er den Urteilsspruch (Langenstädter Vertrag) im Meranischen Erbschaftsstreit, bei dem es zwischen dem Grafen von Orlamünde und dem Bamberger Bischof um den Anspruch auf die Plassenburg ging, als einer der Schiedsrichter mitgefällt. Reiwin von Waldenfels war Burgvogt auf dem bischöflichen Schloß Waldenfels, heute Wallenfels (Fels im Walde). Später übergab er die im östlichen Kronacher Gebiet gelegene Burg seinem Sohn Heinrich.
ATS Wartenfels    —-  http://atswartenfels.de/cm  —  Generiert: 1 July, 2007, 07:55

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Quellen:
1. W.Schütz, Gen.Jahrb. 3/1973,S.104-110;
2.  http://atswartenfels.de/cm/index2.php?option=com_content&do_pdf=1&id=25.