1.176.460. von Warendorp 1, Brun

von Warendorp 1

 

21. Generation

1.176.460.    von Warendorp 1, Brun (Bruno)
Bürgermeister in Lübeck
geb. um 1260;
gest. Lübeck 29.06.1341; begr. Lübeck, Dom
verh.  Lübeck
1.176.461.  Bruns 2, Hellenburgis (Heilenburg)
gest. Lübeck 24.08.1316;  begr. Lübeck, Dom

Kinder:
1) von Warendorp 1, Wilhelm; geb. Lübeck ; gest. Lübeck 14.07.1359;
begr. Lübeck, Dom
verh. Lübeck
Holte, Elisabeth; geb. Lübeck ; gest. Lübeck, (nach 9.6.1379) nach 1379;
begr. Lübeck, Dom, Warendorp-Kapelle.

2) von Warendorp 1, Ghertrud
verh. 1. Ehe
van Alen, Everhard (Lutterbeck 3, Familie und Memoria, S.492 + 481)
gest. Lübeck 1342
verh. 2. Ehe
van Hagen, N.

2.1. van Alen, Helenburg verh.
von Warendorp, Diedrich, gest. 1366

2.2. van Alen, Windelburg verh
Pleskow, Johann

3) von Warendorp 1, Hinrik (Heinrich)
“der im Jahr 1326 in der Königstraße wohnte. Seine Witwe wurde im Jahr 1337
Mechtild von Sceninge genannt.“ (v.Melle, S. 129)

4) von Warendorp 1, Johann
1332 Geistlicher in Lübeck. Sein Vater überträgt ihm 1331 das Dorf Mallentin
(30 km östlich von Lübeck) und vier Hufen in Goswinsdorf. (Lutterbeck)

5) von Warendorp 1, Margarete
„deren erster Mann im Jahr 1326 Emelricus Pape war.“ (v.Melle, S.129)
verh. vor 1326
Pape, Emelrik, Ratsmitglied 1314 – 1326. (Lutterbeck 175)
gest. Lübeck 22.01.1326

6) von Warendorp 1, Godschalk
Ratsmitglied 1343 – 1365; (Lutterbeck 280 /S.419)
verh.
Clingenberch, Ghertrud; Tochter des Goswin Clingenberch
gest. 1367

6.1. von Warendorp 1, Elisabeth  verh.
Crispin, Segebodo;  gest. 1388

7) von Warendorp 1, Wolderade
„Nonne bei St. Johannes; sie ist gestorben im Jahr 1350 und beerdigt in der Kirche
dieses Klosters und auf dem Grabstein ist bis heute zu lesen:

 „IM JAHR DES HERRN 1350, AM FOLGENDEN TAG DES GORGONIUS (10.September) STARB WOLRAD, DIE TOCHTER BRUNOS von WARENDORP, NONNE DIESER KIRCHE.“ (v.Melle, S.129)

8) von Warendorp 1, Mechtild
„die Gemahlin des Hildebrand Hoppen. Auf sie fiel im Jahr 1331 auf Beschluß der Grafen von Holstein, Gerard und Gieselbert, das Erbe des Schwestersohnes Johann Papen. „ (v.Melle, S. 130)
verh.
Hoppen, Hildebrand

 

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Ab 1285 (?) Ratsherr. Ihm strandeten 1297 und 1320 im Lande Hadeln und bei Dordrecht in Holland Schiffe, die russisches Gut führten. (Stammeltern der Hauptlinie)  (E.I.)

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Ratslinie (268) Brun Warendorp,                                                      Ratsmitglied 1289 – 1341

ward 1301 zum Bürgermeister gewählt und hat dieses Amt 40 Jahre lang bekleidet. 1307 war er Pächter von Travewiesen, 1316 Eigner von 3.1/2 Hufen in Schönböken. Auch das Gut Israelsdorf gehörte ihm; er übertrug seinem Sohne 1331 das Dorf Malentin (bei Dassow) und 4 Hufen in Goswinsdorf. 1332 stiftete er in der Domkirche eine halbe Präbende. Er ruht neben seiner schon 1316 verstorbenen Gattin Hellenburgis in der von ihm erbauten Kapelle im Dom.  Die Stätte ward  mit einer Bronzeplatte bedeckt. Wohnung: Mengstr. 14.

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Warendorpkapelle

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Brun Warendorp

Helenburgis Warendorp

 

 

 

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800 Jahre Lübeck / Klöcking / VIII – 1310 – 1340 / Ausbau der Stellung/

„Die grossen Kirchenbauten näherten sich der Vollendung. Es ging an die Ausstattung der Innenräume. An den getünchten Wänden arbeiteten die Maler, hoben die schmalen Grate an Pfeilern und Gewölben mit kräftig leuchtenden Farben hervor und füllten die Flächen mit zärterem Linenrankwerk oder bildlichen Darstellungen. Dann kam als Wichtigstes Altäre hinein, Steintische für die Austeilung des Abendmahles, auf denen sich wandseitig Bildschreine erhoben, gemalt mit geschnitzten Reliefs gefüllt und durch zwei seitliche Flügel für den Alltag verschließbar. Es hat sich aus dieser frühen Zeit nur noch ein einziges Beispiel erhalten, ein kleiner Altarschrein aus der Warendorp-Kapelle des Doms. Auf der Haupttafel sieht man schwebende Frauengestalten Christus ans Kreuz nageln. Sie sollen die hohen Tugenden des Erlösers versinnbildlichen, die ihn zu seinem Opfertode veranlasst haben, etwa seine Liebe zu den Mitmenschen und seinen Gehorsam gegen Gottvater.

Warendorp-Altar

(Zu Füßen der Stifter, zu Seiten Maria und Johannes. In den Flügeln links: Verkündigung, rechts: zwei Heilige.)

In jener Zeit tiefer Frömmigkeit versuchte sich mancher in überirdische Geheimnisse zu versenken, in Gedankenkreise der Mystik. Fand diese Zeitrichtung auch im nüchternen sachlichen Kaufmannstum der Hanse nur wenig Eingang, so berichtet uns doch die Sage von einem Warendorp, einem Geistlichen, vielleicht dem Stifter des Altars, er habe zeitlebens einen mit Nägeln gespickten eisernen Bußgürtel um den Leib getragen.“

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Geschichte der Freien und Hansestadt Lübeck / Dr. Fritz Enderes / Aufsatz von Karl Schaefer / Otto Quitzow Verlag Kom.-Ges. Lübeck / 1926 /

„Der früheste in Lübeck erhaltene hölzerne Altar ist die Flügelaltartafel der Warendorpkapelle im Dom. Sie muß spätestens als Vermächtnis des 1372 verstorbenen Stifters, also wenig früher als das an Umfang und Bedeutung so überlegene Werk Meister Bertrams in Hamburg entstanden sein. In flachem Relief sind Mitteltafel und Innenseiten der Flügel geschnitzt, auf den Außenseiten Reste der Kreidegrundmalerei, Himmelfahrt und Christus in der Vorhölle.“

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Lutterbeck   276  / S. 412  :

Ratsmitglied:   1289 – 1341

Aufgab            en und FunktionenKämmereiherr 1294, 1298.

Bürgermeister: bereits 1314
Wirtschaftliche Verhältnisse:
Tätigkeit und Vermögenslage:

Grundbesitz in Lübeck:          …s.S.413

Wohnhaus: Mengstr. 14 (MMQ 10)

Sonstiger Besitz:        Überträgt 1331 seinem Sohn Johan das Dorf Mallentin (30 km östlich von Lübeck) und vier Hufen in Goswinsdorf. Zahlt zwischen 1316 und 1338 für 3 ¼  Hufen in Schönböken jährlich 12 m.d. 3 s. an die Stadt.

Stiftungen:      Stiftet 1332 mit 1000 m.d. eine halbe Domherrenpräbende.

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