272.1.4. Wedemeyer, Georg Friedrich

Wedemeyer

272.1.4.         Wedemeyer, Georg Friedrich
Sohn von Franz Georg Wedemeyer, Amtmann zu Katlenburg, und Dorothea Sophie Könemann.
Amtmann zu Erichsburg
get. Katlenburg 09.09.1731
gest. Eldagsen  10.10.1813  (Grabstein befand sich um 1900 direkt neben der Eldagser Kirche.)

verh.   11.10.1768
Ebel , Louise Sophia Maria
Tochter von Georg Wilhelm Ebell, Abt zu Lockum, Land- und Schatzrat Fürstentum Calenberg, und Clara Henriette Bötticher.
geb. Celle 23.06.1748
gest. Eldagsen 11.11.1797 ; begr. Eldagsen (Grabstein befand sich um 1900 direkt neben der Eldagser Kirche.)

“Machte sich sehr verdient um die Geschichte und Rechte der Familie, Beliehen mit Eldagsen 1766,1780, Erbherr auf Eldagsen, Amtmann zu Erichsburg . Mit seinem Bruder Johann Franz Just errichtete er 1771 einen Erbvergleich.”
“Im Jahre 1789 hatte sein Oheim Georg Friedrich (VIII. Generation Werner’sche Linie), als den Adligen Mitgliedern der Calenberg- Grubenhagenschen Ritterschaft vom Könige von Hannover eine besondere Uniform verliehen war, für sich und seine Familie das Recht zum Tragen dieser Uniform in Anspruch genommen und gegen erhobenen Widerspruch erfolgreich aufrecht erhalten.”

Hierüber berichtet auch Elizabeth Harding (Q3):
“Vergleichbares gilt etwa auch für die Ritterschaften Hoyas oder Lüneburgs, auch hier wurde das Tragen einer Uniform dem Adel, nicht aber den bürgerlichen Korporationsgenossen bewilligt. An diesen Beispielen kann somit gezeigt werden, dass die Uniform nicht grundsätzlich für standesübergreifende Korporationsgemeinschaft stand, sondern als Abgrenzungsstrategie des alten Adels innerhalb einer ständischen Kurie eingesetzt wurde; die ständische Ungleichheit, welche bereits für die Besetzung von Ämtern und Ausschüsse festgestellt worden ist, schlug sich so auch in der Bekleidung nieder. Auch wenn der Norm nach der Adel und die Bürgerlichen gleich geachtet werden sollten, wie es beispielsweise ein Wahlreglement der Calenberger Ritterschaft von 1735 festschrieb, so wich doch die kommunikative Praxis von diesem Gleichheitsideal ab.33 Diese Distinktion führte zwangsläufig zu Konflikten, was sich etwa am Umgang des alten Calenberger Adels – namentlich in Erscheinung treten die Herren von Hardenberg, von Hake und von Lenthe – und dem bürgerlichen Rittergutsbesitzer Georg Friedrich Wedemeyer (1731-1813) illustrieren lässt: Offensichtlich war die Einführung der Uniform nicht mit der gesamten Korporation abgesprochen worden und die Bewilligung von 1789, da sie als exklusives Privileg verstanden wurde, auch nicht kundgetan worden; der Besitzer des Unterguts Eldagsen erfuhr aber über Umwege davon und fühlte sich in seinen Rechten zurückgesetzt. Er beklagte sich daraufhin bei der Regierung, die allerdings nicht einlenkte. Noch 1793 monierte Wedemeyer in seiner Schrift „Versuch vom Adel und Adelichen Röcken im Herzogtum Hannover“, dass sich der Adel permanent durch weitere Strategien zu distinguieren suche. In der Schrift des Rittergutsbesitzers finden sich daher auch gemalte Kleidungsmuster, die die veränderungsreiche Uniformgeschichte eindrücklich belegen.”

 

 

Kinder
272.1.4.1. Wedemeyer, Georg Christian Franz
“Ober Appellations Gerichts Vice Präsident in Celle. Besitzer des Unteren Guts Eldagsen. Stiftete ein mit dem Unteren Gute verbundenes Capital Fidei Commiss und vererbte das Untere Rittergut an seines Oheims Just Söhne.”
1830 Commandeur des Guelphen-Ordens: “Ober-Appellations-Gerichts-Vice-Präsident Dr. Wedemeyer” (Q2) , im gleichen Jahr wie Adolph Wedemeyer.
geb. Erichsburg 03.10.1774
gest. Eldagsen 29.12.1841
verh.
Hamman, M.
geb.
gest.
Ohne Nachkommen.

272.1.4.2.  Wedemeyer, Justine Dorothea Sopie
geb.
gest. Fredelsloh 23.09.1803
verh.    um 1796
Cleve, NN.
Amtmann in ..
geb.
gest.

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Quellen:
1. Wedemeyer-Chronik Q75,S.93+99
2. Hof- und Staatshandbuch für das Königreich Hannover: 1837
3. Elizabeth Harding in “Sehen und gesehen werden” 1. Adel und Kleidung S.155/156 in Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Bd. 84, 2012, Hahnsche Buchh., Hannover (Digitalisat)(29.1.2017)