34.4. Wedemeyer, A.W.Ch.F. (Fritz)

Wedemeyer

A.W.Ch.F (Fritz) Wedemeyer (1828-1851)

34.4. Wedemeyer, August Wilhelm Christian Friedrich (Fritz)
Sohn von Adolph Wedemeyer. Staatsminister in Hannover, und seiner 1. Ehefrau Johanne Sophie Louise Ubbelohde.
Stud.med. in Göttingen;
“Geheimsecretair” der Studentenkommission in Göttingen bei der Organisation der Konzerte von  Jenny Lind 1850 in Göttingen und erhielt von ihr zum Dank einen Siegelring.
geb. Hannover  02.04.1828,
get. Hannover, Schlosskirche 24.05.1828
gest. Ilten, 14.06.1851 an Schwindsucht als Student der Medizin (Q6)
.       (der Vater war Ostern 1851 als Generalsekretär im Kriegs-Ministerium ausgeschieden
.       und zum Amtmann in Ilten ernannt – bis 1853)

.

Bild: Lithographie von Julius Giere, Hof-Steindruckerei, Hannover, nach einem Daguerrotyp

 

Fritz Wedemeyer – Hannover 1828

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Hannover, Schlosskirche
1828  - Nr. 19 Wedemeyer
Den 2ten April  ist des Herrn Canzlei Raths Johann Friederich
Ferdinand Adolph Wedemeyer Ehegattin Johanne Sophie Louise
geborene Ubbelohde von einem Sohn entbunden worden
welcher den 24ten May von dem Herrn Consistorial
Assessor Rupstein getauft worden ist, und den Namen
August Wilhelm Christian Friederich erhalten hat.
Gevattern waren Herr Hofrath Bergmann aus Göttingen,
Herr       rath       hierselbst, Herr Amtmann
Meine aus Marienwerder , Herr Amt..
aus Wölpe, Herr  Amtbeschaffer Rulfeld alhier,
Herr Canzlei Rath Ubbelohde alhier.

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Ein goldener Siegelring, mit der Gravur “J L”  hat eine lange Familientradition.
Adolph Becker schreibt dazu in dem “Nachweis der Einrichtungen pp.” des Hauses Hannover, Königstr. 30, zusammengestellt im Juli 1941: (das Haus wurde am 9.Oktober 1943 durch einen Bombenangriff total zerstört, der Ring gerettet.)

“Goldener Siegelring (Blutjaspis – Heliotrop). Eingraviert: J.L. Von Jenny Lind, der “schwedischen Nachtigall”, dem Stiefbruder meiner Mutter, dem stud. med. Fritz Wedemeyer (* Hannover 2.4.1828, † Ilten 14.6.1851) in Göttingen im Februar 1850 geschenkt in dankbarer Anerkennung seiner geleisteten Dienste als “Geheimsekretär” der Studentenkommission, die sich zur Empfangnahme der Bestellungen und Ausgabe der Billets zu dem von ihr am 2.2.1850 in Göttingen gegebenen Konzerte gebildet hatte und dem außer ihm noch Billroth, Brend, Bähr und Becker (unser Vater) angehörte.
Vergl.: Georg Fischer: Billroth´s Briefe. 1. Brief. Nach Fritz Wedemeyers Tode
(† 14.6.1851) hat zu seinem Gedächtnis mein Großvater Adolph Wedemeyer den Ring auf dem linken Zeigefinger (vergl. sein Bild) getragen, nach seinem Tode
(† 15.12.1869) meine Mutter an der Uhrkette. Weihnachten 1898 hat Mutter den Ring mir geschenkt.”

 

Jenny Lind in Göttingen  - Februar 1850

Jenny Lind

Die Sammlung “Briefe von Theodor Billroth”, die Dr. Georg Fischer 1885 (Hahnsche Buchhandlung, Hannover) in erster Auflage  (9.Auflage 1922) herausbrachte, “beginnen im Jahre 1850, als Billroth in Göttingen Medicin studierte. Von hier schrieb er in schwärmerischer Begeisterung für Jenny Lind´s Gesang den in der Sammlung einzigen Brief an seine verwittwete Mutter.” (Seiten 1 – 14)

Billroth (*1829 + 1894), war ein Jahr jünger als Ad. Wedemeyer und  ein halbes Jahr jünger als unser Urgroßvater Hermann Becker. Gleichzeitig studierten die drei 1850 in Göttingen Medizin und waren eingebunden in die Vorbereitung und Durchführung der von den Studenten organisierten Konzerte von Jenny Lind, die am 2.2.und 4.2.1850 stattfanden. Auf 14 Druckseiten beschreibt Billroth sehr eindrucksvoll und ausführlich die turbulenten und aufregenden Tage. Immer wieder werden auch Wedemeyer, der als “Geheimsecretair” der Studentenkommission tätig war, und Becker genannt, die auch mit Jenny Lind tanzten.
Die Briefe sind als Digitalisat (ausgez.18.12.2016) herunterladbar.

 

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Jenni Lind in Göttingen:
Henry Scott Holland, W. S. Rockstro: Jenny Lind. Ihre Laufbahn als Künstlerin. 1820 bis 1851. Übersetzt von Hedwig J. Schoell. Band I. F. A. Brockhaus, Leipzig 1891, S. 331/332

 

 

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Quellen:
1. Wedemeyer-Chronik -1901
2.  Henry Scott Holland, W. S. Rockstro: Jenny Lind. Ihre Laufbahn als Künstlerin. 1820 bis 1851. Übersetzt von Hedwig J. Schoell. Band I. F. A. Brockhaus, Leipzig 1891, S. 331/332.
3. “Briefe von Theodor Billroth”, herausgegeben von Dr. Georg Fischer 1885 (Hahnsche Buchhandlung, Hannover) in erster Auflage  (9.Auflage 1922)  Digitalisat
4.  Adolph Becker  ”Nachweis der Einrichtungen pp.” des Hauses Königstr. 30, zusammengestellt im Juli 1941.
5.  KB-Auszug – Hannover, Schlosskirche 24.05.1828
6. (Käthe Becker) : Aus dem Leben von Therese Louise Doris Becker geb. Wedemeyer, Hannover 1931, Culemannsche Druckerei.